Sterbefall in China

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Sterbefall in China

Beitrag von Exokiel » 27.09.2017, 10:19

Hi zusammen,

ich wende mich heute aus einem etwas traurigeren Anlass bei euch, eventuell hat schon jemand damit Erfahrung gesammelt.

Der Onkel meiner Frau, jüngere Bruder vom Vater, ist bei einem Firmenausflug ums Leben gekommen. Mit ihm saßen noch 4 weitere Personen im Auto wovon 1 weitere verstorben ist und die anderen 3 schwerverletzt im Krankenhaus sind.
Es handelt sich um einen Autounfall nach Bremsversagen und Abfahrt der Autobahn Richtung Mautstelle.

Wie wird der Nachlass gehandthabt? Er hinterlässt 1 Kind sowie 1 Frau und mehrere Firmen. Ich frage aus dem Grund nach, da jetzt die Familie meiner Frau, bzw. ihr Vater, in die Pflicht genommen wird. Ist es normal, dass der ältere Bruder alles managen und bezahlen soll?
Die Familie meiner Frau muss die Krankenhauskosten aller Beteiligten bezahlen, "Entschädigung" für die verstorbene Kollegin und die anderen 3 im Krankenhaus, offene Kreditkartenrechnungen und Kredite begleichen usw. - die Familie des verstorbenen Onkels behält jedoch ihr Vermögen und die Firmen. Wir haben das kurz zusammen Überschlagen und würden auf mindestens 4 Mio RMB kommen.

Ich möchte gerne verstehen, wie solche Fälle in China geregelt sind. Klar, in Deutschland kümmert sich auch die Familie darum, aber nicht die Geschwister aus eigener Tasche wenn der Verstorbene Vermögen besitzt.

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Gunna7 » 27.09.2017, 16:22

Das ist echt eine gute Frage, ich informiere mich mal , vielleicht finde ich was raus.

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Exokiel » 28.09.2017, 10:12

Hat hier keiner Erfahrungen zu?

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von sanctus » 28.09.2017, 10:20

Ich rate da dringend zu professioneller Hilfe durch chinesische Anwälte. Die chinesische Rechtsordnung ist durch ihre Regelungslücken und Benachteiligung von Ausländern in Gerichtsverfahren bekannt, daher bedarf es hier nicht nur fachkundiger Profis, sondern auch erfahrener Anwälte.
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Re: Sterbefall in China

Beitrag von blur » 28.09.2017, 11:20

sanctus hat geschrieben:Ich rate da dringend zu professioneller Hilfe durch chinesische Anwälte. Die chinesische Rechtsordnung ist durch ihre Regelungslücken und Benachteiligung von Ausländern in Gerichtsverfahren bekannt, daher bedarf es hier nicht nur fachkundiger Profis, sondern auch erfahrener Anwälte.
Hier geht es aber nicht um einen Ausländer.

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von sanctus » 28.09.2017, 12:02

Ich wollte damit sagen, dass in China sehr viele Fälle individuell, also ja nach Einzelfall entschieden werden.
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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Exokiel » 28.09.2017, 13:51

Ich finde es einfach utopisch, dass eine Familie in den Ruin gestürzt wird und alles auf ihren Schultern tragen muss und die eigentliche Familie des Verstorbenen alles behält und keinen Cent abgibt.
Das klingt jetzt ziemlich hart, aber ich habe in diesem Fall schon früh gelernt, dass die Gefühle und Traurigkeit nach 1 Tag weg sind und es danach knallhart zugeht. Es ist fast so wenn man im Lotto gewinnt und alle etwas abhaben möchten...

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Julia Lin » 13.11.2017, 15:16

Und? Wie ist es nun weiter gegangen?

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von sonero » 14.11.2017, 02:25

Moin,

Es ist ziemlich abwegig, daß die Nichte das alles bezahlen soll während die Frau und Kind das Vermögen des verstorbenen Onkels behalten soll.
So schräg geht es nichtmal in China zu.
Deswegen haben wir wohl auch nichts mehr gehört.

Gruß,
Norbert

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von tigerprawn » 14.11.2017, 09:03

Es wurde ja nicht geschrieben wem das defekte Auto gehoerte und wieso dieBremsen ausgefallen sind. In D muesste dann die Haftpflicht des Halters zahlen. Falls keine Haftpflicht vorhandb (in China), dann ja eigenrlich der Halter. Das die Geschaedigten ihr Vermoeg n behalten koennen und nur der Verursacher belangt wird ist international ueblich. Vielleicht ist auch alles anders gewesen (zu wenig infos), aber das kann so sein.

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von rundherum » 15.11.2017, 08:15

Ist es normal, dass der ältere Bruder alles managen und bezahlen soll?
Ja. Die Assets lassen sich nicht so leicht liquidieren und eventuell verstehen Frau und Kind nicht viel von der Sache und sind bereits so emotional stark durch den Wind.

Es versteht sich von selbst, dass aus dem Nachlass die Vorschüsse zurückbezahlt werden sollen. Daher alle Ausgaben fein säuberlich auflisten und mit Quittungen festhalten.
Klar, in Deutschland kümmert sich auch die Familie darum, aber nicht die Geschwister aus eigener Tasche wenn der Verstorbene Vermögen besitzt.
Ist auch in Deutschland so. Die Konten werden bei einem Todesfall eingefroren bis eine Nachlassverfügung feststeht. Daher sollte man mindestens einem Verwandten eine Vollmacht geben damit noch jemand Zugriff auf das Geld hat und der Bank sagen, wer als Erbe eingesetzt wird damit der Prozess schneller abläuft.
In D muesste dann die Haftpflicht des Halters zahlen. Falls keine Haftpflicht vorhandb (in China), dann ja eigenrlich der Halter.
Ist in China ist eine Haftpflicht für Fahrzeughalter nicht auch pflicht?

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Shenzhen » 15.11.2017, 09:54

In D muesste dann die Haftpflicht des Halters zahlen. Falls keine Haftpflicht vorhandb (in China), dann ja eigenrlich der Halter.
Ist in China ist eine Haftpflicht für Fahrzeughalter nicht auch pflicht?
Ja ist sie, aber ich sage mal so, Fahren ohne FS ist nicht gerade ein selten gesehenes Phaenomen in China. Auch sind die Zahlungen nicht unbegrenzt hoch, bei 2 Toten und 3 Schwerverletzten ist das sicher ausgereizt. Ohne jetzt was hinein zu interpretieren und ohne weitere Angaben was passiert ist, wer schuld hatte oder nicht, kann man eh nichts sagen.
Da der TE sich nicht mehr meldet ist das wohl eh schon alles erledigt oder Frau wollte einen auf Traenenduese machen damit ein bisschen Rubel fuer die Familie rollt auch kein gerade seltenes Phaenomen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Exokiel » 22.11.2017, 17:28

Nene, so einfach ist das nicht.

Ich habe mittlerweile den kompletten Bericht von dem Autohersteller und der Polizei gesehen. Der Onkel hatte einen Restalkoholwert von 0,1 Promille und somit wird der Fehler komplett ihm angehaftet. Die Beweise, dass die Bremsen versagt haben, werden durch diesen Umstand auch von Autohersteller nicht anerkannt.

Das Haus hat sich schon die Bank gekrallt, da anscheinend das Darlehen nicht zu 100% fertig bezahlt war.

Wie ich es von den Anwälten verstanden habe, wird die Familie hier in die Pflicht genommen, da Mutter und Tochter mittellos sind. Die Firmen wurden bereits verkauft um einen Teil der Schäden zu decken. Es ist wohl kein Muss als Familie hier einzuspringen, aber es ist wohl so üblich. Die Anwälte haben das empfohlen, nicht dass Angehörige der Verstorbenen Radau machen. Das Angehörige so etwas machen ist wohl nicht die Seltenheit denn die Kuh muss noch einmal richtig gemolken werden.

In Deutschland ist das nicht unbedingt so. Du musst ein Erbe nicht annehmen, sondern kannst es ausschlagen. Das weiße ich aus eigener Erfahrung, denn solche Fälle hatte ich schon in der Vergangenheit in Deutschland. Vorallem wenn klar ist, dass man nur Schulden erbt, schlagen die meisten (oder alle) das Erbe aus.

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von tigerprawn » 22.11.2017, 19:43

Kann es sein, dass da statt 0,1 Promille 0,1% stand?

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Re: Sterbefall in China

Beitrag von Laogai » 22.11.2017, 23:48

tigerprawn hat geschrieben:Kann es sein, dass da statt 0,1 Promille 0,1% stand?
0,1‰ kommt schon hin, die Gesetze bezüglich Alkohol am Steuer bzw. DUI sind in China (inzwischen) ziemlich streng.
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