Erfahrungsbericht Eheschließung in China

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wantianyou
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Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von wantianyou » 23.08.2016, 13:21

​Hallo zusammen,

da ich seit einiger Zeit Nutznießer dieses Forums bin, habe ich mich dazu entschlossen, auch mal einen Tipp an die Heirats-Interessierten hier zu geben. Oder zumindest möchte ich einen bereits hier im Forum erwähnten Tipp noch mal bekräftigen und meinen Dank dafür ausdrücken.

Die Fakten: Meine Frau (chinesische Staatsbürgerin) und ich (deutscher Staatsbürger) haben im Juli diesen Jahres (2016) in in 合肥 | Hefei, der Hauptstadt von 安徽 | Anhui geheiratet. Wie stellt man das an?

Wie hier im Forum sehr oft erwähnt, und allen Heiratsinteressierten eigentlich klar sein sollte, braucht man in China einen Ledigkeitsnachweis, den es in Deutschland eigentlich so nicht offiziell gibt. Die Standesbeamtin in Düsseldorf erklärte mir den doch recht umständlichen Weg über das Ehefähigkeitszeugnis, mit dem ich im Konsulat in Shanghai eine Ledigkeitsbescheinigung bekommen könnte. Großer Haken: Für das Ehefähigkeitszeugnis werden die Unterlagen beider Verlobten benötigt. Das fand ich recht kompliziert.

Hier im Forum las ich einen aus meiner Sicht viel einfacheren Weg, der aber leider nicht in allen Standesämtern funktionieren soll: Ich ging zum Einwohnermeldeamt und holte mir eine Meldebescheinigung. Auch wenn es kein offizieller Nachweis ist, aber es steht das wichtige Wörtchen "ledig" drauf. Diese Bescheinigung habe ich chinesischen Konsulat in Frankfurt legalisieren lassen (nach Vorbeglaubigung und Endbeglaubigung - ist auf den Internetseiten des Konsulats gut beschrieben). In China habe ich die Bescheinigung übersetzen lassen. Und siehe da: Mehr als diese Bescheinigung und meinen Reisepass brauchte ich im Standesamt in Hefei nicht.

Also kurz gesagt: Für den Fall, der/die Verlobte kommt aus der Provinz Anhui, so funktioniert der hier im Forum bereits beschriebene Weg ohne Probleme.

depp
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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von depp » 30.08.2016, 16:21

In Tianjin war es nur mit diesen Ledigkeitsnachweis möglich zu Heiraten, und mal nebenbei, hat das beglaubigen und Übersetzen lassen mal locker eben 1000 Euro gefressen.

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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von Steve@cn » 30.08.2016, 21:23

ahem...Du hast eine "0" zuviel getippt...oder Dich abziehen lassen.

DerGroße
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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von DerGroße » 30.08.2016, 22:42

1000 Euro scheint mir auch ein bisschen sehr teuer zu sein.

wantianyou
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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von wantianyou » 03.09.2016, 00:40

depp hat geschrieben:und mal nebenbei, hat das beglaubigen und Übersetzen lassen mal locker eben 1000 Euro gefressen.
Kommt mir auch sehr hoch vor. Hier in Deutschland habe ich für Vorbeglaubigung, Endbeglaubigung und Legalisation von zwei Urkunden ca. 120€ gezahlt.
In China nach der Hochzeit war es dann etwas teurer. Da haben wir dem Notar 3500¥ (~470€) geben müssen, damit er uns die beiden Eheurkunden vorbeglaubigt, Endbeglaubigt und übersetzt. Dann nochmal in Shanghai 60€ im Konsulat zur Legalisation gelassen.

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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von Squire » 03.09.2016, 13:30

In Shanxi (Taiyuan) klappte das 2012 auch mit der Meldebescheinigung. Was die Übersetzungskosten der überbeglaubigten und legalisierten Bescheinigung angeht ... die waren nicht sehr hoch - deutlich unter 100€ inkl. Stempel. (Wie hoch genau weiß ich allerdings nicht mehr).
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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von sonero » 03.09.2016, 15:41

wantianyou hat geschrieben: In China nach der Hochzeit war es dann etwas teurer. Da haben wir dem Notar 3500¥ (~470€) geben müssen, damit er uns die beiden Eheurkunden vorbeglaubigt, Endbeglaubigt und übersetzt.
Moin,

Da hast Du Dich wiederum abzocken lassen.
Ob man nun Ehefähigkeitszeugnis braucht oder die Meldebescheinigung braucht ist überall anders und kann sich von heute auf morgen ändern.
Man kann also weder von einer Provinz auf die andere, noch von einem Jahr aufs nächste übertragen.
Was aber einheitlich ist, ist die Tatsache, daß man nur in einem speziellen Standesamt in der Hauptstadt heiraten kann, wo das Hukou des chin. Partners ist. (Von HK mal abgesehen).

Unterschiedlich sind die Bedingungen für das EFZ, das hängt vom Standesbeamten in D ab.
Bei uns reichte tatsächlich eine in China übersetzte Kopie vom Hukou. Nur ein roter Stempel vom Übersetzer in China drauf, das wars. Das hätte die sicher auch als Ausdruck per Email akzeptiert. Sowas kostet in China nix. Damit in China zum Konsulat für die Konsularische Erklärung und dann konnten wir heiraten.
Deine Beglaubigungs- und Legalisierungsarie mit der Meldebescheinigung kommt mir da komplizierter vor. Ich hab noch ein einfacheres Beispiel: Freunde haben in Shandong geheiratet, allerdings >10 Jahre her. Die hatten nur die Meldebescheinigung und haben die spontan bei der Heirat selbst übersetzt! Zu der Zeit brauchten wir in Wuhan schon zwingend das EFZ. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, daß das heute noch irgendwo funktioniert.
Der Standesbeamte kann aber auch das volle Programm fordern. Die sind da recht frei, ähnlich wie Richter die Glaubwürdigkeit von Zeugen frei beurteilen können.

Man muß immer fragen, je nach Standesamt in D und China.
In Wuhan und BJ reicht die Meldebescheinigung schonmal nicht.

Gruß,
Norbert

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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von tanzhou » 04.09.2016, 04:33

Wir haben im Jahr 2011 in Wuhan geheiratet. Laut Sonero hat sich wohl die Eheschliessung mit Meldebescheinigung in Wuhan ein Jahr spaeter geaendert.

Bei und lief das damals noch unkomplizierter. Ich brachte aus DE eine beglaubigte und legalisierte Meldebescheinigung mit. Wir sind dann morgens frueh in Wuhan zum Standesamt, haben uns eine Adresse eines anerkannten Uebersetzers geben lassen, sind dann sofort dort hin und haben die Meldebescheinung uebersetzen lassen.
Anschliessend mit allen anderen Unterlagen meiner Frau, uebersetzter Meldebescheinigung und meinem Pass zurueck zum Standesamt, dort die Formalitaeten erledigt und die Eheschliessung lief ohne Probleme.
Kosten in DE weit unter EUR 100, in Wuhan auch nicht der Rede wert und der Vorgang mit Uebersetzung dauerte letztendlich runde 3 Stunden, sodass wir noch am selbenTag zurueck nach Zhuhai kamen. Wunderbar unkompliziert.

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Re: Erfahrungsbericht Eheschließung in China

Beitrag von sonero » 04.09.2016, 10:42

Moin,

Aha, also kann sich das wohl auch anders herum ändern, das hätte ich nicht gedacht. Wir haben 2006 in Wuhan geheiratet und damals ging es nur mit EFZ.
Dann lohnt es sich vielleicht auch für BJ nachzufragen, da ist meine Info nämlich auch nicht aktuell (EFZ zwingend).

Gruß,
Norbert

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