Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

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拉尔斯
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Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von 拉尔斯 » 13.08.2015, 10:29

Hallo zusammen,

ich möchte euch gerne meine Erfahrungen mitteilen. Mithilfe anderer Erfahrungsberichte aus dem Forum, haben wir einige Dokumente (Bescheinigung aus dem Eheregister, Hukou, Geburtsurkunde) bei unserem Aufenthalt in China zusammengetragen und hoffe, dass ich einigen auch damit helfen kann.
Ich rate euch, vorher mit dem Standesamt zu sprechen bei dem Ihr getraut werdet. Egal, ob eure Ausgangssituation der unseren ähnelt oder nicht.
Wir haben das umgekehrt gemacht und letztendlich hat dies nur unnötig viel Zeit, Stress (die ständige Angst, das etwas fehlt) und Geld gekostet. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass wir nur die Geburtsurkunde brauchten.

Ausgangssituation:

Wir wollen in Deutschland/Hamburg heiraten.
Ich, deutsch, ledig
Sie, Chinesin, ledig, hat bereits einen Aufenthaltstitel (wegen vorausgegangenem Studium und Arbeitsplatz in Hamburg)

Die Dokumente für euren Partner:

1) Gültiger Reisepass + Aufenthaltstitel

2) Geburtsurkunde (出生证明)
Diese haben wir im Juni bei unserem Familienbesuch in China besorgt. Geht zu einem Notar (公正处) mit dem Hukou (居民户口簿) eurer Zukünftigen und beantragt dort eine notarielle Urkunde über die Geburt eures Partners. Wir haben das in der Stadt gemacht, wo das Hukou geführt wird.
Wahrscheinlich kann dies auch der Hausvorstand machen. Dann erspart man sich den Flug nach China.
Danach müssen die Urkunden von der Auslandsbehörde (Exit & Entry Administraion) überbeglaubigt und vom deutschen Generalkonsulat oder Botschaft legalisiert werden. Gegen Gebühr versendet die Auslandsbehörde die Urkunde zum Generalkonsulat weiter. Dann bezahlt man auch schon vor Ort die Gebühr für die Legalisation.
Wir haben die legalisierten Dokumente, entgegen aller Aussagen, innerhalb von ca. 7-9 Tagen erhalten. Laut der Auslandsbehörde würde der Vorgang ca. 3 Wochen dauern.
Hat man die Urkunde wieder, versendet diese am besten mit einem Expressversand nach Deutschland. In Kunming gab es nur EMS. (Dauer: ca. 8 Tage nach Deutschland)
Ist die Urkunde angekommen, muss diese nur noch von einem vereidigten Dolmetscher (jeweils im Original) übersetzt werden. Hier kann man nach einen suchen: http://www.justiz-dolmetscher.de

3) aktuelle Bescheinigung aus dem Melderegister mit Angabe des Familienstandes und Staatsangehörigkeit.
Wenn der Hauptwohnsitz in Hamburg gemeldet ist, dann ist diese Bescheinigung nicht erforderlich, weil diese im Rahmen der Auftragsbearbeitung beschafft wird.

4) Erklärung über den Familienstand und die Verwandtschaftsbeziehung vor dem zuständigen chinesischen Generalkonsulat bzw. der chinesischen Botschaft. (未婚声明书)
Hier findet Ihr alle Informationen für die Erklärung (auf Chinesisch): http://hamburg.china-consulate.org/chn/ ... 073861.htm
Wichtig waren hier folgende Dokumente: Antragsformular für Bescheinigungen&Legalisation, frische (glaube nicht älter als 3 Monate) Meldebescheinigung mit eingetragenem Familienstand, gültiger chinesischer Personalausweis (ID Card)+Reisepass+Aufenthaltstitel im Original und in Kopie
Wir waren schon 30 Minuten vor der Öffnungszeit beim Generalkonsulat und kamen auch als erste dran. Man erhält vom Mitarbeitet einen Vordruck (auf deutsch) der Erklärung, den man nur noch ausfüllen braucht. Bei der Express-Bearbeitung erhält man die Bescheinigung über die Abgabe der Erklärung noch am selben Tag. (vorausgesetzt man reicht die Erklärung zwischen 9-10 Uhr ein)

5) Nachweis über das monatliche Nettoeinkommen für das Befreiungsverfahren beim Hanseatischen OLG
Hier hat ihre Gehaltsabrechnung gereicht.

6) Dieses Formular erhaltet Ihr nur beim Standesamt. Falls der chinesische Ehepartner nicht zur Anmeldung der Eheschließung persönlich anwesend sein kann, dann lasst es euch vorab aushändigen. Im Rahmen der Anmeldung zur Eheschließung ist eine Durchsicht der Ausländerakte erforderlich. Mit der Unterschrift des Partners erklärt er sich damit einverstanden und darüber informiert worden zu sein.

7) Beitrittserklärung
nur wenn einer der Partner nicht persönlich zur Anmeldung erscheinen kann.

Am 28.07. war ich nochmal im Standesamt und habe die Eheschließung angemeldet, weil noch die Familienstandserklärung vom Generalkonsulat gefehlt hat. Am 31.07. wurde bereits die Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis erteilt :-) (stand in der Kostenrechnung von der Justizkasse)
Am 08.08. hatte ich nun Post vom Standesamt im Briefkasten. Nun wird nach der Befreiung zur Beibringung des EFZ auch noch eine eidesstattliche Versicherung von meiner Partnerin verlangt. Gut, dass einige OLG’s (Stuttgart oder in Bayern) dies vor dem Befreiungsverfahren verlangen, ist mir zwar bewusst gewesen aber das dies auch noch nach der Befreiung verlangt wird nicht. Nun gut, jetzt sind wir soweit gekommen und bin heute mit meiner Partnerin zum Standesamt gegangen, damit Sie formal noch die Versicherung an Eides statt abgeben darf. Jetzt haben wir auch einen Termin für die Eheschließung vereinbart und die Bescheinigung darüber erhalten.

Bei Fragen, einfach fragen :wink:

Viele Grüße

Lars
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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von wingtsun » 13.08.2015, 10:43

Gratuliere, Lars. Gruß, Lars
Ich bin wie dieser Paul, ein menschlicher Panzer.

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 13.05.2019, 12:07

Als kurze Ergänzung dazu:
Das Hanseatische OLG fordert mittlerweile keine Gehaltsnachweise mehr. Das Standesamt kann dem Befreiungsantrag aber wenn vorhanden einen Arbeitslosengeldbescheid beifügen, wodurch sich die Gerichtsgebühr verringert. Bearbeitungszeit wird mit 4-6 Wochen angegeben, beträgt aber wohl idR. 3 Wochen.

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 20.06.2019, 21:04

拉尔斯 hat geschrieben:
13.08.2015, 10:29
Bei Fragen, einfach fragen :wink:
Bei mir hat sich noch eine ergeben: da man immer wieder liest, dass der Notar die Urkunde ausstellt und übersetzt: hast du die Dokumente auf Chinesisch legalisieren lassen und erst in Deutschland wurden sie übersetzt?

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von 拉尔斯 » 21.06.2019, 09:40

In der Urkunde waren auch die Übersetzungen enthalten. Die Urkunde wurde dann in China überbeglaubigt und legalisiert. In Deutschland muss man die Urkunde trotz der Übersetzung nochmal von einem vereidigten Dolmetscher übersetzen lassen.
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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 24.06.2019, 08:05

Danke für die Antwort. Sind die Übersetzungen dann fest mit dem legailiserten Dokument verbunden und müssen dann vom Übersetzer in Deutschland mitbearbeitet werden? Falls ja, kann man die Übersetzungen in China auch "abbestellen", um dem deutschen Übersetzer die Mehrarbeit zu sparen?

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von 拉尔斯 » 24.06.2019, 10:06

Die Übersetzungen sind fest in der Urkunde eingearbeitet aber es wurde nur der chinesische Teil in Deutschland übersetzt. Für mich waren die Übersetzungen in der Urkunde schon in der Hinsicht hilfreich, dass man schon sehen konnte was man genau in den Händen hält. Wenn du darauf verzichten kannst, dann brauchst du diese nicht mit bestellen.
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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 24.06.2019, 12:19

Ok, dann weiß ich Bescheid. Eine letzte Frage hat sich heute noch ergeben.

Das Notariat will aus dem Hukou keine Geburtsurkunde ableiten. Die sagen, sie braucht die originale Geburtsurkunde aus dem Krankenhaus + Heiratsurkunde ihrer Eltern + Hukou für eine Beglaubigung. Da ich davon noch nie was im Internet gelesen habe, bin ich mir jetzt unsicher, ob wir überhaupt über die selbe Art von Geburtsurkunde reden. Gabs da irgendeine besondere Bezeichnung für? Nachdem was ich gelesen habe, ist diese Art von 公证书 ja nicht die normale Geburtsurkunde für den chinesischen Gebrauch.

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von 拉尔斯 » 24.06.2019, 13:10

Genau genommen müssen beide Elternteile und deine Zukünftige mit Ihren ID Cards und dem Hukou zum Notar gehen und die Eltern bezeugen vor dem Notar die Geburt ihrer Tochter.
Beispiel: viewtopic.php?t=19047&start=15#p272294
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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 24.06.2019, 19:30

Ok, davon hat der Notar heute nichts erzählt :? sie versucht es morgen mit den geforderten Dokumenten. Das Anschauungsmaterial hilft auf jeden Fall weiter.

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Re: Heiraten in Hamburg - mein Erfahrungsbericht

Beitrag von Kim » 06.09.2019, 21:05

Ok, wir habens geschafft und sind verheiratet :lol: Hier mein Erfahrungsbericht, sowohl für Heirat in DE als auch in HK. Vielen Dank für deine Unterstützung!

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