Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

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MarcusBJ
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Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von MarcusBJ » 07.07.2013, 14:14

Kurz zur Einleitung: Ich bin derzeit in Peking bei einer chinesischen Firma angestellt zu einem chinesischen Gehalt. Vor vier Monaten haben meine chinesische Frau und ich unseren Jungen bekommen auf dieser Welt begrüßen dürfen und damit fingen dann auch die Sorgen um dessen/unsere Zukunft an.

Meine Frau ist sehr familienbezogen aufgewachsen und hat auch ein gesundes Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Eltern, die sie großgezogen haben: wenn sie mal ins Alter kommen und nicht mehr für sich sorgen können, werden wir dies machen. Finde ich auch gut und richtig so! Ein Familienverständnis in dem unser Kind gerne großwerden soll (auch wenn ich bei meiner Frau dafür kämpfe, dass er sich nicht verpflichtet fühlen soll später für uns sorgen zu müssen).

Das im Hinterkopf wissen wir natürlich, dass wir sehr lange in China leben werden - und 100% mindestens einen sehr langen Zeitabschnitt der auch zur Schulpflicht unseres Jungen gehört.

Nun leben wir derzeit in Peking, aber dies möchte ich unserem Nachwuchs auf Dauer wirklich nicht antun. Erwachsene Menschen, die auf "Stippvisite" für 2-3 Jahre nach Peking kommen kehren mit einer Raucherlunge zurück - abr was geschieht mit einem Kind? Und bevor jetzt alle hier loslegen: Auch wenn tausende Kinder hier in Peking aufwachsen und augenscheinlich keine Probleme haben - das Risiko will ich einfach nicht eingehen und meine Frau sieht das (zum Glück) ähnlich.

Nun gibt es meiens Wissens in China zwei Schulen deutschen Standards. Eine in Peking (deutsche Botschaftsschule) und eine in Shanghai(?). Shanghai ist jetzt nicht unbedingt eine viel bessere Wahl - uuuund meiner Frau gefällt Shanghai nicht.

Bliebe dann also eine andere (Groß?-)Stadt mit einer internationalen Schule?

Doch dann wäre immer noch das Problem des lieben Geldes: die Deutsche Botschaftsschule in Peking kosten (derzeit) so rund 10.000 Euro im Jahr. In Peking ist sie mit diesem Preis noch eine der günstigeren internationalen Schulen.
Bedeutet, dass ich damit rechnen kann, dass eine andere internationale Schule in den anderen Großsstädten nicht unbedingt günstiger wird (wenn ich ein entsprechendes Niveau erwarte) - richtig? (Habe mich noch nicht aktiv umgeschaut).

Mit meinem chinesischen Gehalt werde ich mir das auf keinen Fall leisten können!

Eine chinesische Schule kommt ebenfalls nicht in Frage - aus verschiedenen Gründen:
- Berichte/Reportagen in internationalen Medien über das chinesische Schulsystem
- Kritik am Schulsystem im eigenen Land
- Berichte und Kritik meiner Frau am Schulsystem und am Studium
- Berichte und Kritik meiner chinesischen Kollegen am Schulsystem
- Beobachtung wie meine Kollegen mit Problemsituationen umgehen, welchen Wissensstand sie haben und wie sie mit Wissen umgehen, dass ich ihnen vermittle. Dabei haben alle(!) meine Kollegen einen Universitätsabschluss.

Auch wenn das letzte Argument vielleicht ein wenig herunterwürdigend gegenüber meinen Kollegen und Mitarbeitern klingen sollte - ich habe wirklich tolle, sehr liebe und intelligente Mitarbeiter! Aber insbesonderen was das eigenständige Entwickeln von Problemlösungsstrategien angeht fallen sie (fast) alle "unten durch".
Ich mag jetzt auch mit meiner Verallgemeinerung meiner Erfahrungen und dem Zurückführen auf das chinesische Bildungssystem falsch liegen - immerhin bin ich bislang nur bei einer Firma in China angestellt und kann somit nur einen winzig kleinen Bruchteil "der Chinesen" (sorry, wieder so eine Verallgemeinerung, die ich selbst nicht so liebe) beurteilen. Aber es passen einfach alle Bausteine der internationalen, nationalen und persönlichen Berichterstattung in dieses Bild.

Nun meine eigentliche Frage:
Wie planen das denn die anderen gemischt lebenden Paare hier, die ihre Zelte in China und nicht in Deutschland aufgeschlagen haben? Was snd Eure Ratschläge?
Lotto spielen, besseren Job suchen, nen chinesichen Partner suchen und selbständig machen, ... oder am Ende doch die chinesische Schule?

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Lotti » 07.07.2013, 14:44

Da kann ich nur meine Meinung äußern, welche ziemlich mit deiner konform geht.
Ich würde, wenn möglich, auf jeden Fall eine Internationale Schule vorziehen.
Leider ist das wirklich nicht günstig. Wir könnten uns das nicht leisten, und ich kann da auch keinen Rat geben, wie das eventuell doch gehen könnte. (auch wenn mein Mann ab und zu tatsächlich Lotto gespielt hat :lol: )
Eigene Firma ist ja auch kein Garant für ein ausreichendes Einkommen. Mit Kollegen kann es auch schnell krachen, wenns ums Geschäft geht.

Meine Erfahrung mit Kompetenz zur Eigenständigkeit bei der Arbeit, sind in etwa die gleichen wie deine. Da werden mitunter Dinge, die einem sonst nie als Problem in den Weg kommen würden plötzlich zu riesen Hürden. Und die Leute sind wirklich nicht dumm, aber trotzdem scheitern sie dann an vermeintlichen Kleinigkeiten.

Ich war nie in einer chinesischen Schule, kann das also auch nicht so richtig bewerten, aber auch ich finde die Meinungen und Storys abschreckend. Mein Mann ist auch sehr froh, dass unser Sohn in Deutschland zur Schule gehen kann. Mein Schwager hätte diese Option für seinen Sohn auch sehr gerne.
Schulen in Deutschland sind ja nun auch nicht mehr unbedingt das non plus ultra, aber meiner Meinung nach immer noch die bessere Option. (fällt für euch natürlich aus, in China)

Aber wenn es finanziell nicht für eine Internationale Schule reicht bleibt am Ende doch nur die chinesische Schule.
Da muss man dann genau schauen. Denn auch da gibt es große qualitative Unterschiede, die eventuell auch wieder Geld kosten.
In 3 Sekunden ist der Huehnerfuss aus meiner Suppe verschwunden, sonst gibts morgen Kaesefondue!!!

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von belrain » 07.07.2013, 14:57

Meine Frau ist auch mit mir einer Meinung. Entweder internationale Schule oder ab nach Deutschland. Zum Glück zahlt meine Firma die Schule, wenn wir denn mal Nachwuchs haben. Da diese Option fuer dich entfällt, solltest du entweder einen besseren Vertrag aushandeln (wenn das geht), oder auch über eine Rückkehr nach Deutschland nachdenken. Denn euer Kind wird wohl einen deutschen Pass bekommen und was soll es mit einem chinesischen Abitur anfangen? Wie du schon richtig bemerkt hast, die chinesische Schulausbildung nicht so toll und das wäre nachteilig fuer euer Kind.
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Laogai » 07.07.2013, 15:20

Muss es denn unbedingt eine internationale Schule sein? Es gibt doch in China immer mehr private Schulen. In Chengdu zum Beispiel eine Waldorfschule.
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von HongKongVisitor » 07.07.2013, 15:33

Die Eltern nach Deutschland holen, der ABH und Deutschen Botschaft eben beweisen, dass es ein Härtefall ist und sie nicht nach sich selbst schauen können und auch sonst in China niemanden haben.. Dann kann euer Sohn hier KOSTENLOS eine super Schulbildung genießen, die bei weitem nicht so einhämmernd ist, wie die in China. Allerdings müsstest du dann auch für die Kosten deiner Schwiegereltern aufkommen, sprich Krankenversicherung.. ich glaube, das sind pro Person etwa 400 Euro im Monat..

Der schwerste Teil ist aber die Sache mit dem Härtefall... Da müsste man sich überlegen, wie man diesen dargestellt bekommt...

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Laogai » 07.07.2013, 17:09

HongKongVisitor hat geschrieben:Die Eltern nach Deutschland holen[...]
Der schwerste Teil ist aber die Sache mit dem Härtefall... Da müsste man sich überlegen, wie man diesen dargestellt bekommt...
Nö, der schwerste Teil bei der Sache wäre dann wahrscheinlich die Eltern in Deutschland zu integrieren.
Wie kann man nur so unüberlegte Ratschläge geben :roll:
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von MarcusBJ » 08.07.2013, 01:06

Vielen Dank für Eure Ideen, Vorschläge und Meinungen.

Die Schwiegereltern nach Deutschland zu holen ist wirklich eher ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur, dass man den Härtefall wahrscheinlich nur schwerstens nachweisen kann, würde eben auch alles fehlen um sie nicht in Depressionen versinken zu lassen in dem fremden Land, dass ihre Sprache nicht spricht, uvm.

Neben Krankenversicherung käme noch Miete, Lebensunterhalt, ... da sind wir schnell bei Kosten die eventuell sogar vergleichbar werden "mit China" (hätte mir nie träumen lassen mal zu sagen, dass in China zu leben teurer ist als in Deutschland).

@Laogai ... der Blick in Richtung chinesische Privatschulen ist eventuell eine Idee, sofern sie denn den chinesischen Lehrmethoden abgeschworen haben und eher nach westlichem Modell unterrichten. "Waldorf" muss es dagegen nicht sein, so sehr ich die Waldorfpädagogik für das Kindergartenalter von Vorteil halte - eventuell sogar noch fließend in die Grundschulzeit hinein, so kontraproduktiv halte ich persönlich sie für die Vorbereitung auf das kompetive Leben da draußen (ich komme ursprümglich aus einem pädagogischen Beruf und auch meine Mutter arbeitet heute noch als Sozial-Pädagogin).

Hat jemand Quellen, die mir die Suche nach chinesischen Privatschulen vereinfachen?
Würde mich gerne frühzeitg kümmern und auch mal Preise vergleichen, eventuell vorbeifahren und mir deren Konzepte in der Praxis (oder zumindest vor Ort) ansehen.

Eventuell wäre sogar ein Berufswechsel nochmal was für mich und wieder unterrichten (auch wenn ich fließend Englisch spreche - halte ich es aber für nicht zielführend einen Nicht-Muttersprachler oder zumindest ausgebildeten Englischlehrer auf Kinder loszulassen als Hauptlehrkraft für die Sprache ... also vielleicht eher als Deutschlehrer oder eine andere Fachrichtung, die ich gut beherrsche ... könnte an Privatschulen klappen, oder?! Und eventuelle Rabatte für die eigenen Kinder könnten auch drin sein :-) ... mal sehen).

Btw ... meiner Frau und mir hat es Qingdao nach einem Urlaub angetan: Noch Großstadt-Flair (wenn man das wünscht), ein paar "deutsch aussehende" Ecken, wenn einen das Heimweh packt, Straßen sehen deutlich sauberer aus als in Peking, Seafood, sauberere Luft (weniger Industrie? Seeluft-Brisen, weiß nicht warum - aber kam mir durchaus erträglich vor und in Ordnung dort Kinder aufwachsen zu lassen), Natur gut erreichbar, Wohnungspreise (zwecks Kauf) vielleicht noch erschwinglich im Vergleich zu Peking, ...
... weiß jemand von einem Verzeichnis and chinesischen Privatschulen und internationalen Schulen in Qingdao? Oder hat Linktipps? Würde mich gerne mal umsehen.

Ich weiß es wurde hier auch schon einmal nach einem Verzeichnis deutscher Firmen gefragt - ist aber schon älter und gab glaub ich auch keine finalen Ergebnisse (vielleicht ist bei einer deutschen Firma, wenn sie meine Kenntnisse Erfahrung (und hoffentlich wachsenden Chinesisch-Kenntnisse) gebrauchen können ein Gehalt drin, dass die internationale Schule für den Kleinen in 5/6 Jahren erlaubt).

In der Zwischenzeit ab etwa 3 Jahren ein internationaler englishsprachiger Kindergarten, englische Paare und Spielkameraden suchen, damit spielerisch Grundlagen für's Englische gebildet werden, um so eine eventuell englisch sprachige Schule in Betracht ziehen zu können (wenn die Sprachkenntnisse weit genug gedeihen, dass man es wagen kann). Was meint Ihr?

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Laogai » 08.07.2013, 01:22

MarcusBJ hat geschrieben:der Blick in Richtung chinesische Privatschulen ist eventuell eine Idee, sofern sie denn den chinesischen Lehrmethoden abgeschworen haben und eher nach westlichem Modell unterrichten.
Meine Frau habe ich nicht geheiratet, weil sie als "Dummchen" im chinesischen Schulwesen aufgewachsen ist.
Welches System hat denn deine Frau genossen und warum ist sie so geworden wie sie jetzt ist?
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von MarcusBJ » 08.07.2013, 02:36

Ach Laogai ... bekommst Du gerade etwas in den flaschen Hals?
Ich habe versucht in meinem Eingangsposting die Grundlage für meine Meinung über das chinesische Schulsystem darzustellen und ebenfalls herauszustellen, das dies KEINESWEGS bedeuten soll, dass ich "Chinesen zu nichts fähig seien" - dem ist nämlich absolut NICHT so. Alle Kollegen in meinem Team habe ich deshalb angestellt (jawohl, ich habe freie Entscheidungsgewalt durch meine chinesischen Chefs darüber wen ich anstellen und auch wieder feuern darf), weil sie intelligent sind, ihr Fachgebiet gut kennen und auch sonst tolle Menschen sind. Feuern musste ich in 1,5 Jahren nur eine Person - auch sie war sehr nett und sympatisch, aber leider "lernresistent".

Und ich stehe mit meinen Erfahrungen zu chinesischen Mitarbeitern nicht alleine da:
Meine Erfahrung mit Kompetenz zur Eigenständigkeit bei der Arbeit, sind in etwa die gleichen wie deine. Da werden mitunter Dinge, die einem sonst nie als Problem in den Weg kommen würden plötzlich zu riesen Hürden. Und die Leute sind wirklich nicht dumm, aber trotzdem scheitern sie dann an vermeintlichen Kleinigkeiten.
(siehe Post von Lotti)

Das mag auch damit zusammenhängen, dass unsere Arbeitsweise einfach unterschiedlich ist und die Mitarbeiter unter Umständen gar nicht vor die Probleme gestellt werden würden, mit denen sie Schwierigkeiten haben, wenn sie nicht den deutschen Vorgesetzten hätten.

Genauso schlagen sicherlich auch so manche chinesische Kollegen die Hände über dem Kopf zusammen (wenn ich mich wegdrehe) über das seltsame und in ihren Augen wenig zielführende Verhalten des deutschen Laowai.

Und wir beide haben dabei sicherlich nicht Unrecht! Und doch wird unser Kind nicht nur Chinese, sondern eben auch Deutscher und aolte die Möglichkeiten haben ohne Probleme im deutschen/westlichen Alltags- und Berufsleben ohne Schwierigkeiten unterzukommen, sobald er erwachsen ist.

Dabei ist es nun vollkommen unerheblich ob meine Meinung nun durch die Medien (auch dirch die chinesischen Medien!) und Meinung anderer (übrigens auch durch die Meinung meiner Frau, die das sehr schnell zum Thema machte, dass auch sie uner Kind nicht in das chinesische Bildungssystem entlassen möchte) gebildet wurde und eventuell sogar falsch ist.

Fakt ist, dass ich mit meinem einzigen Kind (naja, auch wenn es das zweite Kind wäre) NICHT dieses Experiment machen möchte herauszufinden ob ich Recht habe oder mich täusche!
Dafür ist mir die Zukunft meines Kindes einfach zu wichtig!

Aber mal eine ganz andere Frage:
Warum müssen viele vernünftige Diskussionen hier immer wieder davon unterbrochen werden, dass man die Meinung des anderen einfach nicht akzeptieren kann und stattdessen über den arroganten Laowai schimpft?

@Laogai - Du hast doch sonst auch sehr vernüftige Argumente und Ideen (siehe bspw. Deine Idee mit den Privatschulen).

Aber was bringt mir beispielsweise eine Privatschule, die am ende genauso arbeitet wie die öffentlichen Schulen? Wäre das so, müsste ich mir doch gar nicht erst die Mühe machen eine chinesische Privatschule zu suchen! Bloß "noch mehr Wissen stupide in die Köpfe hämmern" machte eine Privatschule nicht unbedingt besser - in meinen Augen eher schlechter, denn das ist genau das wovor ich mein Kind bewahren möchte. Vielmehr strebe ich eine Schule an, die zusätzlich zu Wissen auch Methodik vermittelt. Das kann das deutsche Schulsystem leisten und viele andere westliche Schulsysteme auch.
Zugegeben - auch das deutsche Schulsystem ist nicht ideal - aber in meinen Augen immer noch die bessere Wahl vergleicht man nur diese beiden Systeme (Achtung: wieder NUR auf Basis meiner Meinung gesprochen die durchaus falsch sein kann ... aber wie gesagt das Risiko mag ich nicht auf dem Rücken meines Kindes austragen).

Zum Thema warum ich meine Frau geheiratet habe: Ich habe mich NICHT nach ihrem Bildungsstand erkundigt - denn DAS war für mich kein Kriterium! Ich denke Gefühle und gegenseitiges Verständnis sind die Grundlage für eine Beziehung nicht, welche Art von Schulbildung man genossen hat. Aber alleine schon, dass meine Frau das Thema von sich selbst aus angesprochen hat bestärkt mich darin alles daranzusetzen für meinen Sohn KEINE (klassische) chinesische Schulbildung in Betracht zu ziehen.

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von blackrice » 08.07.2013, 05:41

hier noch eine Deutsche Schule:

http://www.schanghai.com/?p=adressen&c= ... t=1&id=373

und Schulen dieser Art (wie z.B. hier in Changzhou) gibt es ansich in jeder grösseren Stadt:

http://www.cztis.com/index.html
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von mario.s » 08.07.2013, 07:05

Auch wir werden in einiger Zukunft vor dem gleichen Problem stehen. Bisher tendieren meine Frau und ich dazu, unseren Sproessling (der erst Anfang September das Licht der Welt erblicken duerfte) bis zur Studienreife hier in China zur Schule zu schicken.

Ob es eine Privatschule wird oder die "gewoehnliche" chinesische Schule, darueber sind wir uns noch nicht ganz im Klaren. Der Kommentar meiner Frau hierzu war nur "In meine damalige Grundschule schicken wir ihn nicht. Die Lehrer dort sind alle Idioten." :D

Meine persoenliche Meinung ist Folgende: Egal ob in Deutschland oder hier in China vertraue ich nicht darauf, dass die Schule den Kleinen auf das wirkliche Leben vorbereitet. Und das soll sie auch gar nicht. Vielmehr geht es bei der Schule um die Vermittlung eines breiten Basiswissens. Dabei kann man ueber die Methoden durchaus streiten. Ob nun Walldorf, stures auswendig Lernen oder zumindest der Versuch einer altersgerechten und lernphysiologisch angepassten Lehrmethode. DER Koenigsweg ist weder in China noch in Deutschland gefunden oder an der Tagesordnung. Uns wird es bei der Wahl der Schule am Ende nur darauf ankommen, dass von seiner Kindheit eben auch genug ebensolcher uebrig bleibt.

Was der Junge spaeter mit diesem Basiswissen macht und wie es im "echten" Leben anwendbar ist, das darf er auch gerne von uns als Eltern lernen. Und wenn es um das Thema Studium geht ist er alt und reif genug um selbst zu entscheiden...

Wenn hier im Forum jedoch jemand einen ultimativ geeigneten Weg fuer MarcusBJs Szenario aufzeigen kann, dann sind auch meine Frau und ich daran interessiert ihn zu hoeren, denn auch wir werden (vorerst?) aus verschiedensten Gruenden in China bleiben. :)
世上无难事,只怕有心人。 - Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.
(Chinesisches Sprichwort)

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von tintifax » 08.07.2013, 08:50

Chinesisches schulsystem und auch die meisten Unis kommen uberhaupt nicht in frage. Ich seh das so oft bei job interviews und resumes was da rauskommt (gibt natuerlich auch ausnahmen). Als wenn das Kind mal in dem alter ist, dann entweder internationalschool oder es geht zurueck nach Europa. Man muss halt frueh genug anfangen fuer die ausbildung zu sparen...billig wird das nicht wenn man das hier in China macht, es sei denn die Firma spielt mit.

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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Laogai » 08.07.2013, 10:49

Was mir bitter aufstößt: Die gnadenlose Be- und Verurteilung von chinesische Schulen = schlecht, deutsche Schulen = gut.

Dabei gibt es keine einheitliche Qualität von deutschen und chinesischen Schulen! Am eigenen Beispiel: Die Einzugsgebietsschule unseres Sohnes in Berlin/Neukölln kam nicht in Frage. Die war damals schlimmer als die Rütli-Schule. Also haben wir uns andere Schulen in der Umgebung angesehen und haben eine gefunden von der wir glaubten, dass unser Sohn dort gut aufgehoben ist. Das ist er zum Glück auch, denn seine Lehrerin ist einfach perfekt für ihn. Es hätte auch anders ablaufen können. Wäre er nämlich in eine andere Klasse gekommen und hätte einen anderen Lehrkörper bekommen.

Das ist mein zweiter Punkt: Letztendlich ist nicht die Schule entscheidend, sondern die Lehrer! Auch diese ticken weder in China noch in Deutschland einheitlich.

Meinen dritten Punkt hat mario.s bereits angesprochen:
mario.s hat geschrieben:Egal ob in Deutschland oder hier in China vertraue ich nicht darauf, dass die Schule den Kleinen auf das wirkliche Leben vorbereitet. Und das soll sie auch gar nicht. Vielmehr geht es bei der Schule um die Vermittlung eines breiten Basiswissens. Dabei kann man ueber die Methoden durchaus streiten. Ob nun Walldorf, stures auswendig Lernen oder zumindest der Versuch einer altersgerechten und lernphysiologisch angepassten Lehrmethode. DER Koenigsweg ist weder in China noch in Deutschland gefunden oder an der Tagesordnung. Uns wird es bei der Wahl der Schule am Ende nur darauf ankommen, dass von seiner Kindheit eben auch genug ebensolcher uebrig bleibt.
Vielen Dank dafür!

Nicht die Schule macht aus Kindern Erwachsene, sondern die Eltern :!:
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von Laogai » 08.07.2013, 11:02

Nachgereicht:
tintifax hat geschrieben:Chinesisches schulsystem und auch die meisten Unis kommen uberhaupt nicht in frage. Ich seh das so oft bei job interviews und resumes was da rauskommt (gibt natuerlich auch ausnahmen).
Mir reicht dieses Forum um zu erkennen, dass es mit der deutschen schulbildunk immer weiter bergab geht. Aber vielleicht ist rächtscheibunk zukünftig auch nicht mehr so wichtig.
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Re: Internationale Schule für den Nachwuchs versus Kosten

Beitrag von tintifax » 08.07.2013, 11:17

kann schon sein ;) meine dt. rechtschreibung ist total weg und ich brauche sie auch nicht, ausser halt wenn sich wer dran stoert. ich schreib auch ausser in 2 foren nichts mehr auf deutsch. ich spreche kein deutsch zu hause ausser mit meinen eltern. meine restliche verwandtschaft lebt in frankreich und spricht auch kein deutsch. ich habe fast keine deutsch sprechenden freunde, ich schaue englische filme, lese englische buecher, habe auf englisch studiert, verwende bei der arbeit seit jahren nur englisch. ich hab auch nicht vor nach D oder Oe zurueckzukehren da beruflich dort fuer micht nichts existiert. sorry. ich hoffe es stoert nicht allzusehr und ich kann hier auch ohne deutsch nachhilfe beim forum mitmachen ;)

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