deutsch-chinesisch

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biotop
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Beitrag von biotop » 03.04.2010, 00:06

Ich bin mit meiner chinesischen Frau (40) seid 1,5 Jahren verheiratet. Jetzt spitzt sich ein immer wieder aufkommendes Problem zu. Sie hat meine Familie als Feinbild auserkohren und erwartet Treue von mir. Nun kann ich wiederum keine allzu schweren Verfehlungen meiner Familie erkennen. Darf sie so einfach die Entscheidungsfrage stellen? Ist das ein generelles Problem chinesischer Frauen in Bezug auf eine deutsche Schwiegermutter?

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beowulf
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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von beowulf » 03.04.2010, 00:22

biotop hat geschrieben:Ich bin mit meiner chinesischen Frau (40) seid 1,5 Jahren verheiratet. Jetzt spitzt sich ein immer wieder aufkommendes Problem zu. Sie hat meine Familie als Feinbild auserkohren und erwartet Treue von mir. Nun kann ich wiederum keine allzu schweren Verfehlungen meiner Familie erkennen. Darf sie so einfach die Entscheidungsfrage stellen? Ist das ein generelles Problem chinesischer Frauen in Bezug auf eine deutsche Schwiegermutter?

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Nein ist kein generelles Problem. Sowohl meine Ex Freundin (Chinesin) als auch meine Frau (Koreanerin) verstehen sich super mit meiner Mutter. Was ich bei beiden bemerkt habe, aber war, dass sie viel stärker den Kontakt zu meinen Eltern und im besonderen zu meiner Mutter gesucht haben, als meine diversen europäischen Freundinnen... Aber ich glaube die kulturelle Komponente ist hier eher nebensächlich. Das hier ist eine Entscheidung die du selber treffen musst. Wenn du dich nicht von deiner Frau bzw. Familie trennen willst - was ich sehr gut verstehen kann - würde ich versuchen den Kontakt zwischen deiner Frau und deiner Familie nach möglichkeit zu minimieren. Also sie nicht oder nur selten mitnehmen, wenn du deine Eltern besuchst. Nicht mit ihr über deine Eltern quatschen, nicht mit deinen Eltern über sie quatschen usw.

Wenn sowohl deine Familie als auch deine Frau erwachsene Menschen sind, werden sie einen Weg finden, nebeneinander in deinem Leben existieren zu können ohne sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Das sie sich aber miteinander vertragen, brauchst du aber auch nicht zu erhoffen. Was du aber verlangen kannst, ist ein Mindestmass an Benehmen.

Übrigens - deine Frau muss (!) akzeptieren, dass du mit deiner Familie im Kontakt bleibst. Lass dir da ja nichts einreden. Ebenso musst aber auch du akzeptieren, dass deine Frau sie nicht ausstehen kann und darfst dementsprechend nichts großartiges von ihr erwarten. Lange Rede kurzer Sinn - man kann gewisse Probleme einfach nicht lösen. Besonders nicht von heute auf morgen, mit etwas Mühe kann man aber die Situation halbwegs erträglich machen. Natürlich, wenn ihr alle unter einem Dach lebt, müsst ihr was ändern :lol:

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von Fan Lin » 03.04.2010, 00:28

biotop hat geschrieben:Darf sie so einfach die Entscheidungsfrage stellen?
Nein, daß darf sie nicht. Gerade eine Chinesin sollte den Stellenwert der Familie kennen.
Ist das ein generelles Problem chinesischer Frauen in Bezug auf eine deutsche Schwiegermutter?

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Meine Frau kommt bestens mit meiner / ihrer neuen Familie klar; ein generelles Problem scheint es also nicht zu sein.
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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von ingo_001 » 03.04.2010, 02:12

Erstmal: Herzlich willkommen in unserem Forum.
biotop hat geschrieben:Ich bin mit meiner chinesischen Frau (40) seid 1,5 Jahren verheiratet. Jetzt spitzt sich ein immer wieder aufkommendes Problem zu. Sie hat meine Familie als Feinbild auserkohren und erwartet Treue von mir. Nun kann ich wiederum keine allzu schweren Verfehlungen meiner Familie erkennen.
"Ferndiagnosen", zumal zu dem Thema, sind immer so ne Sache ...
Ausser Euch beiden ist ja keiner vor Ort, um sich ein objektives Bild der Gegebenheiten zu machen.
Es gibt da eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
1. Deine Frau hat Recht und wird von Deiner Familie gemopt ohne dass Du es merkst/merken willst.
2. Sie hört die Flöhe husten und reimt sich da (weshalb auch immer) etwas zusammen, was nicht da ist.
biotop hat geschrieben:Darf sie so einfach die Entscheidungsfrage stellen? Ist das ein generelles Problem chinesischer Frauen in Bezug auf eine deutsche Schwiegermutter?
Je nachdem welcher der zwei von mir genannten Punkte zutrifft: Bei 1. JA - bei 2. NEIN
biotop hat geschrieben:wer hat Erfahrungen damit?
Zum Glück hat meine Frau von Anfang an ein Super Verhältnis zu ihrer Schwiegerfamilie.
Lt. traditionellem chin. Familienverständnis ist es so, dass die Frau Teil der Familie Ihres Mannes wird - von daher wird sie daher m.E. (und auch meinen Erfahrungen von chinesischen Ehepaaren) Alles tun, um bei Ihrer Schwiegerfamilie "gut anzukommen".
Auch wenns schwer ist, versuch Dich mal als "Aussenstehender" zu verhalten, der das Verhalten beide Seiten möglichst objektiv betrachtet.
Vielleicht können ja Freunde bei der neutralen "Bestandsaufnahme" behilflich sein, die sehen mitunter mehr als man selbst.
* Hab nur ein Beispiel, wo die Frau (Chinesin) von ihren Schwiegereltern (auch Chinesen) gemopt wird - auch das gibts also.
biotop hat geschrieben:guter Rat ist teuer...
Nein, der ist hier gratis :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von beowulf » 03.04.2010, 02:52

"Lt. traditionellem chin. Familienverständnis ist es so, dass die Frau Teil der Familie Ihres Mannes wird - von daher wird sie daher m.E."
Muss dabei immer an meine Frau denken. Als sie das allererstes mal meine Eltern traf (damals waren wir gerade ein paar Monate zusammen) sagte sie gleich zu ihnen Mama und Papa. Was vor allem meinen Vater dann doch ganz kurz aus dem Konzept gebracht hat. Der wollte ihr entgegenkommen und das "Du" Wort anbieten und wurde aber dann zuvor schon mit einem "Hallo Papa" überrumpelt. Koreanerinnen dürften da noch ein Spur traditioneller bei der Rollenbezeichnung (Mama, Papa, großer Bruder, große Schwester etc.) sein als Chinesen :lol:

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von biotop » 03.04.2010, 09:03

Hallo und danke für die aufschlussreichen Kommentare :D

Ich muss bei der Sache wohl etwas weiter ausholen bzw. genauer werden. Meine Frau fühlt sich tatsächlich von einigen Mitgliedern der Familie respektlos behandelt (zuletzt von meiner Mutter). Sie führt das auf eine generelle Bösartigkeit dieser Personen zurück, welche sich quasi aus reinem Machtbewusstsein so verhalten. Dieser Vorwurf ist allerdings recht neu, besonders gegenüber meiner Mutter. Sie sagt mir, dass sie sehr enttäuscht sei darüber, dass meine Familie uns nicht beisteht oder nicht mit Rat hilft. Ich persönlich sehe das natürlich anders und versuche ihr das zu vermitteln. Damit heizt sich der Konflikt weiter auf. Nun fühlt sie sich von mir im Stich gelassen. Der Kontakt zu meinen Leuten ist nach meiner Auffassung zwar fest gelegt auf gewisse Termine wie Geburtstage, jedoch locker genug, um sich aus dem Weg zu gehen. Von daher könnte ein gewisser Status Quo erreicht werden.
Der Knackpunkt ist nun unsere gemeinsame Tochter. Meine Frau fürchtet den Einfluss meiner Familie, welche sie als aggressiv identifiziert hat. Ich habe ihr gesagt, dass sie meine Familie nicht sehen muss, wenn sie nicht will, aber ich möchte, dass meine Tochter Kontakt zu ihren Großeltern und ihren Neffen und Nichten hat. Das hat meine Frau entschieden abgelehnt. Der Konflikt ist in dieser Form eskaliert, nachdem wir eine Woche bei meinen Eltern waren. Da hat sie, um beim Bild zu bleiben, die Flöhe husten hören. Meine Mutter trat ihrer Meinung nach mutwillig aggressiv auf und versuchte unsere Tochter zu manipulieren. Meine Frau fühlte sich zu sehr kritisiert und das in Gegenwart unserer Tochter. Das schien der besagte Tropfen auf ein übervolles Fass zu sein. Nun stehen wir praktisch vor dem Aus.
In den letzten 2 Jahren, seid wir zusammen sind, haben sich bei meiner Frau Emotionen angestaut, die nun ausbrechen. Sie meint, dass sie genug von allem hat. Jetzt muss man aber wissen, dass sie generell Probleme hat andere Menschen zu akzeptieren, besonders wenn diese selbstbewusst auftreten. Von daher sehe ich den Konflikt eher in meiner Frau, als außerhalb herangetragen. Eine verzwickte Situation, die im Moment unlösbar scheint, wenn man von Trennung mal absieht.

Einen Zusatz muss ich noch machen, was meine Familie angeht. In Gesprächen haben mir alle beteiligten versichert, nie bösartig sein zu wollen und haben Kompromissbereitschft signalisiert. Sie beklagen sich allerdings über die mangelhaft Kommunikation meinr Frau mit Ihnen. Sie wissen nicht so richtig wie sie sich verhalten sollen. Meine Frau gibt sich stets freundlich und kooperativ, so dass alle (auch ich) glauben, sie tun das Richtige. Ich musste einige Lektionen lernen und habe mich angepasst.

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von beowulf » 03.04.2010, 12:17

Wie weiter oben schon angeklungen ist - Ferndiagnosen sind nicht ganz einfach. Das Stechen in der Brust kann auf einen bevorstehenden Herzinfakt oder auf Verdauensprobleme aufgrund einer alten Currywurst hinweisen. :lol:

Ein paar Sätze in deinen Ausführungen, kommen mir aber chinesisch vor. :lol: Andere dafür sehr deutsch:

1.
Sie sagt mir, dass sie sehr enttäuscht sei darüber, dass meine Familie uns nicht beisteht oder nicht mit Rat hilft.
In der Tat, unterstützen chinesische Familien ihre Kinder - auch wenn sie schon über 40 sind - viel stärker als deutsche. Das kann zu enttäuschten Erwartungen und folglich auch zu Konflikten führen.

2.
Ich persönlich sehe das natürlich anders und versuche ihr das zu vermitteln.
Du sagst selber richtig:
Damit heizt sich der Konflikt weiter auf.

Also lass es in Zukunft, oder besser vorerst einmal.

3.
aber ich möchte, dass meine Tochter Kontakt zu ihren Großeltern und ihren Neffen und Nichten hat.
Das kann deine Frau nicht ablehnen. Was du aber machen kannst, ist, ihr zu versprechen sofort einzugreifen und sogar abzureisen, wenn du das Gefühl hast, dass eure Tochter in den Konflikt auf nur auf irgendeine Art und Weise hineingezogen wird. Wenn dem wirklich so ist - und in Ansätzen kann man das nie ausschliessen, will das deiner Mutter nicht vorwerfen, aber soetwas kann auch unbewusst leicht passieren - musst du auch mit deinen Eltern darüber reden und sie bitten soetwas zu unterlassen. Du kannst deine Frau aber damit beruhigen, dass Kinder im Endeffekt immer eine stärkere Bindung zu ihren Eltern haben auch wenn die Großeltern immer so lieb sind und Geschenke hergeben. :lol:
Ausgenommen jetzt natürlich, wenn die Großeltern die Elternrolle übernehmen, aber das liegt hier nicht vor. Sie braucht sich also deswegen keine ernsthafte Sorgen zu machen. Und andersweitiger schlechter Einfluss ala Rauchen oder Discogehen trifft hier glaub ich auch nicht zu. :wink:

4.
In den letzten 2 Jahren, seid wir zusammen sind, haben sich bei meiner Frau Emotionen angestaut, die nun ausbrechen. Sie meint, dass sie genug von allem hat.


Wenn ein asiatisches "Stereotyp" :wink: vorliegt, dann hier. Chinesen, und besonders chinesische Frauen, haben häufig die Tendenz ihren Frust und Zorn herunterzuschlucken und dann irgendwann zu explodieren. Für einen deutschen nicht ganz nachvollziehbar. Ein weiteres Problem ist, dass du nicht mitbekommen hast, wie sie gelitten (ob jetzt selbstverursacht oder nicht ist nebensächlich, gelitten dürfte sie haben) hat. Lass sie einmal einfach alles rauskotzen und versuch nicht dagegen zu reden oder "Ratschläge" zu erteilen und zu urteilen. Ist schwierig, ist aber notwendig.

5.
"dass sie generell Probleme hat andere Menschen zu akzeptieren, besonders wenn diese selbstbewusst auftreten."
Bedeutet selbstbewusst vielleicht arrogant? Viele Deutsche verwechseln diese Eigenschaften. In erster Linie liegt glaub ich ein Kommunikationsproblem zwischen euch beiden vor. Du bist nämlich in der unangenehmen Situation als Brücke zwischen deiner Frau und deiner Familie dienen zu müssen.

6.
Ich musste einige Lektionen lernen und habe mich angepasst.
Sorry, aber das klingt für mich auch typisch "deutsch". :lol: Warte einmal mit dem Urteil ein wenig ab. Vielleicht denkst du dir in 5 Jahren, wenn du selbstkritisch zurückblickst, etwas anders. Kann aber natürlich sein, dass du dich wirklich angepasst hast und einige Lektionen hast du sicher auch gelernt. Die Frage ist halt nur, ob genug. Auf jeden Fall ist es sehr gut, dass du hier im Forum nachfragst. Einerseits zeigt dies, dass das du wirklich Interesse an der Beziehung hast, anderseits bist du in deinen Posting auch nie wirklich negativ gegenüber deiner Frau, was zeigst, dass du nicht Selbstbestätigung suchst, sondern Ratschläge und drittens war es gut, dass du in einen China Forum nachfragst. Es gibt kulturelle Komponenten und es ist kein Zufall, dass ein extrem großer Teil aller binationaler Ehen scheitern.

Als Ratschlag kann ich dir hier nur geben, dass ihr jetzt einmal ein paar Monate lang den Kontakt zu deiner Familie vollkommen einschränkt. Das gibt deiner Frau etwas Zeit, durchzuatmen, in die richtige Perspektive zu setzen und euch beiden die Möglichkeit die Beziehung wieder zu vertiefen.
Wichtig dabei aber ist, jegliche Diskursion zum Thema zu vermeiden. Ihr könnt es nicht über Nacht lösen und wer "Recht hat" ist vollkommen unwichtig. Wenn dann mehr Reserven aufgebaut sind, sowohl persönlich als auch für die Beziehung, kann man das Thema langsam wieder angehen und einen Kompromiss suchen. Deine Frau kann aber nicht verlangen, dass du den Kontakt mit deiner Familie aufgibst und sie kann auch nicht verlangen, dass eure Tochter keinen Kontakt zu deiner Familie hat. Damit liegst du vollkommen im Recht. Aber das musst du deiner Frau, ja nicht unbedingt direkt "reindrucken" oder dich damit offen durchsetzen. Gib ihr etwas Zeit und wenn die Emotionen etwas abgeklungen sind, wird sie das viel eher begreifen als in einer emotional hochgepuschten Phase in der sie deine Familie als barbarische Monster wahrnimmt.

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von ingo_001 » 05.04.2010, 00:15

beowulf hat geschrieben:Bedeutet selbstbewusst vielleicht arrogant? Viele Deutsche verwechseln diese Eigenschaften.
Da dürfte mehr dran sein, als es den Betreffenden bewusst ist.
Während bei Männern dieses Verhalten m.E. eindeutiger zu beobachten ist - meinen die betreffenden Frauen, sie wären selbstbewusst und nicht arrogant, wenn sie selbiges Verhalten an den Tag legen.
Über die Ursachen könnte man jetzt diskutieren, obs aber was ändern würde ... ?
beowulf hat geschrieben:In erster Linie liegt glaub ich ein Kommunikationsproblem zwischen euch beiden vor. Du bist nämlich in der unangenehmen Situation als Brücke zwischen deiner Frau und deiner Familie dienen zu müssen.
Exakt.
beowulf hat geschrieben:Auf jeden Fall ist es sehr gut, dass du hier im Forum nachfragst. Einerseits zeigt dies, dass das du wirklich Interesse an der Beziehung hast, anderseits bist du in deinen Posting auch nie wirklich negativ gegenüber deiner Frau, was zeigst, dass du nicht Selbstbestätigung suchst, sondern Ratschläge und drittens war es gut, dass du in einen China Forum nachfragst. Es gibt kulturelle Komponenten und es ist kein Zufall, dass ein extrem großer Teil aller binationaler Ehen scheitern.
Das könnte als Leitsatz für alle ähnlichen Fragestellungen genommen werden.
beowulf hat geschrieben:Als Ratschlag kann ich dir hier nur geben, dass ihr jetzt einmal ein paar Monate lang den Kontakt zu deiner Familie vollkommen einschränkt.
So gut der vorige Part war - so wenig hilfreich ist Dein obiger Satz.
Was soll er denn nun tun:
1. Kontakt für ein paar Monate einschränken oder
2. Den Kontakt vollkommen einstellen?
Ein vollkommen Einschränken ist in sich schon ein nicht mögliches Unterfangen.
beowulf hat geschrieben:Das gibt deiner Frau etwas Zeit, durchzuatmen, in die richtige Perspektive zu setzen und euch beiden die Möglichkeit die Beziehung wieder zu vertiefen.
Wichtig dabei aber ist, jegliche Diskursion zum Thema zu vermeiden. Ihr könnt es nicht über Nacht lösen und wer "Recht hat" ist vollkommen unwichtig. Wenn dann mehr Reserven aufgebaut sind, sowohl persönlich als auch für die Beziehung, kann man das Thema langsam wieder angehen und einen Kompromiss suchen. Deine Frau kann aber nicht verlangen, dass du den Kontakt mit deiner Familie aufgibst und sie kann auch nicht verlangen, dass eure Tochter keinen Kontakt zu deiner Familie hat. Damit liegst du vollkommen im Recht. Aber das musst du deiner Frau, ja nicht unbedingt direkt "reindrucken" oder dich damit offen durchsetzen. Gib ihr etwas Zeit und wenn die Emotionen etwas abgeklungen sind, wird sie das viel eher begreifen als in einer emotional hochgepuschten Phase in der sie deine Familie als barbarische Monster wahrnimmt.
Das wäre für alle Beteiligten sicher der beste Weg.

Mein Rat an biotop ist aber: Bevor der Kontakt mit der Familie auf ein Minimum reduziert wird, sollte dieses Vorhaben unmissverständlich angekündigt werden.
Das würde der Familie zum einen zeigen, wo Du stehst und ihr dem zufolge eine Möglichkeit bieten, das drohende "Schicksal" noch abzuwenden.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von happyfuture » 05.04.2010, 14:14

biotop hat geschrieben:Nun stehen wir praktisch vor dem Aus.
Hallo biotop, willkommen hier im Forum!

Ich denke, IHR beiden braucht Hilfe und die wahren "Geister" sind ganz woanders zu suchen. Möglich, dass es gar nicht direkt um Deine Familie geht sondern dies nur der Auslöser ist.

Auch wenn sich das jetzt blöd anhört, würde ich psychologischen Rat aufsuchen und zwar nur gemeinsam. Es gibt gute Eheberatungsstellen bzw. habe ich sehr gute Erfahrungen im Bereich Partnerschaftshilfe mit einer professionellen Mediation gemacht!

Ich wünsche Euch viel Kraft und Mut!

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Re: deutsch-chinesisch

Beitrag von ingo_001 » 05.04.2010, 14:45

happyfuture hat geschrieben:Ich denke, IHR beiden braucht Hilfe und die wahren "Geister" sind ganz woanders zu suchen. Möglich, dass es gar nicht direkt um Deine Familie geht sondern dies nur der Auslöser ist.
Auch diese Möglichkeit kann nicht von der Hand gewiesen werden ...
Wie ich schon schrieb: Ferndignosen sind immer so ne Sache ...
Die können zutreffen - oder eben nicht.

Der wesentliche Knackpunkt ist (nicht nur bei binationalen Ehen) der der Kommunikation miteinander - und nicht übereinander.
Ist die nicht ausreichend vorhanden, brauch man gar nicht erst nach externen Gründen für die Probleme in der Ehe zu suchen.
Ist so banal, dass ich dieses "Wissen" einfach mal voraus setze.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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