Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

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ijontichy
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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von ijontichy » 15.01.2010, 17:41

Wenn ich deinen Text lese, dann verstehe ich, warum eine ehemalige Spanischlehrerin (mit deutschen Eltern aber in Chile geboren und aufgewachsen) sich geweigert hat, ihre Kinder in Deutschland zweisprachig zu erziehen. Sie hatte Angst, dass ihre Kinder zwischen den beiden Kulturen gefangen sind und sich weder als Deutsche noch als Chilenen fühlen.

So geht es dir jetzt. Du weißt nicht sicher, ob du jetzt eher gefühlte Chinesisn oder doch eher Deutsche bist. Wenn du es schaffst, das für dich zu klären, dann bist du schon ein ganzes Stück nach vorn gekommen.
Da stimme ich nur so halb zu. Wenn es nicht lilacs Ansicht waere, "Fremder im eigenen Land" zu sein, dann waere es wahrscheinlich irgendetwas anderes, was als das Grunduebel in allen Beziehungsproblemen (und allen moeglichen anderen Problemen) verstanden wuerde.

Es gibt nun mal Menschen, die lange brauchen, bis sie mit sich selbst im Reinen sind, und das muss man erstmal geschafft haben, bevor man selbst beziehungsreif wird, und auch in anderen Dingen genug Selbstsicherheit zu finden. Ich weiss, wovon ich spreche: hat bei mir auch bis irgendwann um die 25 herum gebraucht... Davor habe ich mir immer eingebildet "anders" zu sein als die anderen. Und dazu hab ich noch nicht einmal ein anderes Aussehen gebraucht... Ein Schulfreund von mir war von der Abstammung her Thai (aber ganz in Deutschland aufgewachsen), und gehoerte trotzdem immer zu der Gruppe Leute mit grossem Freundeskreis, frueh Freundinnen, immer Wortfuehrer, der sich einfach schon immer wohl in der eigenen Haut gefuehlt hat.

Fazit: Ich denke, hier spielt Persoenlickeit und Persoenlichkeitsentwicklung eine groessere Rolle, als Aussehen; Aussehen wird lediglich schnell zum "Suendenbock" gemacht, um die eigenen Unsicherheiten zu erklaeren. Lilac, vielleicht habe ich einfach Unrecht, aber fasse es auf jeden Fall auch nicht als Kritik auf -- wie gesagt, ich spreche hier einfach nur aus meinen eigenen persoenlichen Erfahrungen heraus.

Mein Rat waere: konzentriere Dich erstmal darauf, mit Dir selbst ins Reine zu kommen. Danach kommt dann der Rest (und auch der richtige Mann) von selbst. Denn erst wenn Du nicht mehr die ganze Zeit mit Dir selbst beschaeftigt bist, hast Du den Kopf frei, Dich ernsthaft mit jemand anderem zu beschaeftigen. Und pass etwas mit dem armen Chinesen auf. Der ist wahrscheinlich ueber beide Ohren verliebt, und wird noch sein blaues Wunder erleben, wenn er irgendwann von Dir wieder fallengelassen wird.

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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von ingo_001 » 16.01.2010, 02:35

corneta hat geschrieben:Wenn ich deinen Text lese, dann verstehe ich, warum eine ehemalige Spanischlehrerin (mit deutschen Eltern aber in Chile geboren und aufgewachsen) sich geweigert hat, ihre Kinder in Deutschland zweisprachig zu erziehen. Sie hatte Angst, dass ihre Kinder zwischen den beiden Kulturen gefangen sind und sich weder als Deutsche noch als Chilenen fühlen.
Der Aussage, kann ich so nicht zustimmen.
Was ich bist jetzt aus den Medien und nicht zuletzt auch unserem Bekanntenkreis dies bezüglich erfahren hab, legt eher das Gegenteil nahe.
Wenn man zweisprachig aufwächst und auch von beiden Kulturen geprägt wird, kann das m.E. nur von Vorteil sein.
Ich versuchs mal an zwei Beispielen kurz fest zu machen:
1. Wir kennen ein rein chinesisches Ehepaar, dass schon seit ca. 15 Jahren in Deutschland lebt. Beide Kinder (Junge, 6 Jahre und Mädchen 4 Jahre) sprechen zum einen beide Sprachen perfekt (akzentfrei) und suchen sich "the best of both worlds" raus,
Einmal waren wir dabei, als deren Großeltern aus China zu Besuch waren und ihnen die Kids (neben chinesisch) im reinsten Hochdeutsch ihre Freude zum Ausdruck brachten, sie wieder zu sehen.
Die Eltern haben für sich ein praktikabeles (typisch chinesisch/pragmatisches) System gefunden, um diesen "Kultur-Spagat" zu meistern: Sie nehmen für sich einfach das Beste aus beiden Kulturen und versuchen dieses auch an ihre Kinder weiter zu geben.

2. Ich hab einen türkischen Bekannten, der ein nicht untypisches Problem hat: Seine Eltern haben ihn "türkisch" erzogen, sprich: Halte die Familienehre hoch, befolge die Traditionen, spreche nur deutsch, wenns nicht anders geht etc. (wobei zuhause kein Deutsch gesprochen wurde).
Ergebnis: Hier steht er ausserhalb der türkischen Comunity blöd da und in der Türkei gilt er als "Deutsch-Türke", der, türkische Erziehung hin oder her auch dort nicht akzeptiert wird.
corneta hat geschrieben:So geht es dir jetzt. Du weißt nicht sicher, ob du jetzt eher gefühlte Chinesisn oder doch eher Deutsche bist. Wenn du es schaffst, das für dich zu klären, dann bist du schon ein ganzes Stück nach vorn gekommen.
Und wenns nach der Definition nicht machbar ist, dann beurteile die Menschen (und Dich selbst) nach Ihrem Verhalten. Denn letztlich ist nur das wichtig und endscheidend - und nicht die jeweilige Nationalität.
lilac911 hat geschrieben:von sowas rede ich - diese unbefangenheit und vertrautheit. auf sowas baut doch freundschaft auf. ich hab bisjetzt nicht viele deutsche kennengelernt, mit dem das ging.
Und deshalb bitte Folgendes beherzigen:
corneta hat geschrieben:Ich würde das nicht auf die Nationalität beziehen. Ich für meinen Teil hab in meinem Leben auch nur einen Menschen getroffen, mit dem ich stundenlang skypen kann (inklusive Klopausen :wink: ) und den hab ich jetzt geheiratet. Entscheidend ist doch ,dass man jemanden findet, mit dem man möglichst auf einer Wellenlänge liegt. Sicher hilft es da, wenn man den selben kulturellen Hintergrund hat, es ist aber nicht die Vorraussetzung. Freu dich doch einfach, dass du so einen Mann (wo der herkommt ist doch Wurscht) gefunden hast.
Yeap, dafür gibts die berühmten 100 Punkte.
corneta hat geschrieben:In dem man vielleicht nur auf einer Hochzeit tanzt? Du baust gerade eine Vertrauensbeziehung zu deinem Skyper auf und überlegst gleichzeitig was du tun kannst, um auch ja jede andere Chance zu nutzen? Das klingt nicht sehr erwachsen und beziehungsreif und hat auch wieder nichts mit deiner Nationalität zu tun.
Exakt: Siehe dazu das Beispiel meiner "Busenfreundin"
corneta hat geschrieben:Du solltest drei Dinge tun:

1. Entscheide dich, ob du dich als Chinesin oder als Deutsche fühlst. ( Für mich bist du aufgrund deiner Aussagen ganz klar eine Chinesin.)
Wenns möglich ist - wenn nicht, machs so, wie ich es weiter oben beschrieben habe.
corneta hat geschrieben:2. Trenne in deinem Kopf die Person von ihrer Nationalität. Das ist genauso hinderlich, wie der Glaube, man könnte nur mit einem Stier, Fisch, Widder...-Mann glücklich werden.
Sehe ich auch so.
corneta hat geschrieben:3. In Liebesdingen mehr mit dem Bauch als mit dem Kopf denken.
Das kommt darauf an, ob Du demjenigen vertrauen kannst, würde ich mal sagen.
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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von ingo_001 » 16.01.2010, 03:03

ijontichy hat geschrieben:Mein Rat waere: konzentriere Dich erstmal darauf, mit Dir selbst ins Reine zu kommen. Danach kommt dann der Rest (und auch der richtige Mann) von selbst. Denn erst wenn Du nicht mehr die ganze Zeit mit Dir selbst beschaeftigt bist, hast Du den Kopf frei, Dich ernsthaft mit jemand anderem zu beschaeftigen. Und pass etwas mit dem armen Chinesen auf. Der ist wahrscheinlich ueber beide Ohren verliebt, und wird noch sein blaues Wunder erleben, wenn er irgendwann von Dir wieder fallengelassen wird.
Das sollte am Anfang Deiner Überlegungen stehen.
Erst, wenn Du weisst, wo Du selbst stehst/stehen willst, kannst Du auch dem endsprechend handeln.
Das "Rumeiern" in Deinen Überlegungen wirkt sich zwangsläufig auch auf Dein Verhalten Anderen gegenüber aus.
Ich kanns nur nochmal bestätigen und wiederholen: DU musst wissen, was Du willst und das nicht vom Verhalten Anderer abhängig machen.
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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von steinzeit » 16.01.2010, 10:27

Sorry, mal kurz offtopic:
Leute, ich entschuldige mich für meine dummen Äußerungen, die hier wirklich nicht reinpassen und nix zur Sache tun.

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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von ingo_001 » 16.01.2010, 12:02

Akzeptiert, sag ich mal :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von happyfuture » 16.01.2010, 14:27

steinzeit hat geschrieben:Sorry, mal kurz offtopic:
Leute, ich entschuldige mich für meine dummen Äußerungen, die hier wirklich nicht reinpassen und nix zur Sache tun.
Habe ich was verpasst :?:

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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von ingo_001 » 16.01.2010, 19:36

Weiss ich nicht-
Kann mir das eigentlich nur so erklären, dass steinzeit das Topic nicht ernst genommen und sich deshalb entschuldigt hat.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Wieso ist es so schwer mit einem Deutschen zusammen zu komme

Beitrag von steinzeit » 19.01.2010, 17:53

Ja, richtig - hab lilacs Begehren nicht ernst genommen und ihr Topic mit meinen völlig kindischen Kommentaren zugemüllt und andere Forumsteilnehmer unnötigerweise in Aufregung versetzt. Sorry.
:oops:

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