Ausreise einer chinesischen Uigurin

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sonero
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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von sonero » 10.03.2018, 10:20

Moin,

Verdammt, Kameras im öffentlichen Raum zur Überwachung in China. Das ist ja skandalös. Endlich hat das mal Jemand aufgedeckt. Niemand konnte das ahnen!
Damit ist das ja alles klar belegt.

Nein, ich will nicht die persönlichen Erfahrungen anzweifeln aber mit solchen angeblichen Belegen macht man sich lächerlich. So ein Schwachsinn hilft eher denen, die die Probleme abstreiten.

Gruß,
Norbert

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von Laogai » 10.03.2018, 11:08

blur hat geschrieben:
Laogai hat geschrieben:Drittes Beispiel. Bildunterschrift: "On Liberation Avenue, outside Kashgar’s Id Kah mosque, Uighur men watch security forces file past for the city’s latest mass “anti-terror” rally". Das muss ich hoffentlich nicht weiter kommentieren. Oder findet einer von euch die "security forces file past for the city’s latest mass “anti-terror” rally" in dem Bild? Wenn ja verschenke ich ein Gummibärchen.
Woher weißt du, dass es dort nur einen Eingang gibt? Sieht ja nicht so aus,als würden da viele Leute vom Vorplatz durch den Haupteingang gehen, vielleicht von der Polizei abgesperrt?
Guter Punkt! Der Haupteingang könnte natürlich von Polizisten, die sich alle als Uiguren verkleidet haben (siehe Foto aus dem Guardian-Artikel), abgesperrt worden sein.

Aber immerhin hast du dir die Mühe gemacht etwas in die Tiefe zu recherchieren...
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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von 拉尔斯 » 10.03.2018, 12:51

Laogai hat geschrieben:
拉尔斯 hat geschrieben:Die Repressionen scheinen noch drastischer zu sein als ich angenommen habe (https://www.uigurkultur.com/volk-und-la ... -xinjiang/ - letzter Absatz).
Kurzer Blick in das Impressum. Alles klar! Dass diese Seite noch nicht abgemahnt und aus dem Netz genommen wurde ist erstaunlich.

Erschreckend, wie manche Leute unhinterfragt alles glauben und alles verbreiten :evil: :twisted:
Eine Abmahnung dürfte angreifbar sein, wenn man sich die Tatbestandsmerkmale des § 5 TMG durchliest aber halt da gibt es noch den § 55 RstV. Ob es sich hierbei um wertvollen journalistischen - regelmäßigen - Inhalt handelt hast du ja bereits beeindruckend beantwortet. :roll:

Und woher entnimmst du meinem Satz, dass das ich dem unhinterfrage glaube? Offensichtlich hast du dir nicht mal die Mühe gemacht meinen Satz richtig zu lesen :lol: :mrgreen: und verkennst die dortigen Probleme.

Naja, ich klinke mich hier jetzt mal aus.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s: Reise, reise! (Wilhelm Busch)

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von bigben » 12.03.2018, 10:25

拉尔斯 hat geschrieben:Tut mir leid das wir dir nichts anderes sagen können. :(
Wie bereits sonero geschrieben hat. Die AE ist Kraft Gesetz erloschen. Ihr hätte ggf. von China aus eine Fristverlängerung beantragen können ggf. hätte man einen Antrag auch über die Botschaft an die ABH stellen können aber da die 6 Monate bereits verstrichen sind ist die Sache für euch gelaufen.
Bereitet den Antrag für FZF so vor, als hättet Ihr den Reisepass schon in den Händen (siehe auch meine PN).
Ja, danke dafür.
Der Anruf bei der Sachbearbeiterin der ABH hat das bestätigt. Wir werden - sobald sie den neuen Reisepass hat ein Visum auf FZF beantragen, das (da alle Unterlagen schon vorliegen) recht schnell gehen sollte (Aussage ABH). Auf 1 Woche kommt es dabei jetzt auch nicht mehr an...
Gibt es keinen Reisepass in den nächsten 3 Monaten, geht es nur mit dem Gang zur deutschen Botschaft in Peking - Ausgang auch hier ungewiss.
Gruß Ben

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von bigben » 13.03.2018, 14:41

Ok, nun auch die Antwort der deutschen Botschaft. Eigentlich wie erwartet:
"...leider kommt es immer wieder vor, dass die chinesischen Behörden Angehörigen der uigurischen Minderheit Reisepässe nur mit erheblichen Verzögerungen ausstellt.
Hier sollte Ihre Frau regelmäßig bei den Behörden nachhaken und so „am Ball“ bleiben.
Ggfs. empfiehlt es sich auch, (z.B. im Internet) nach entsprechend spezialisierten Anwälten zu recherchieren, die Ihre Frau bei der Passbeantragung unterstützen können.
Die Deutsche Botschaft kann hier grundsätzlich nicht weiterhelfen, da es sich bei der Ausstellung von Pässen für chinesische Staatsangehörige um eine rein chinesische Angelegenheit handelt. Ein Versuch der „Einmischung“ durch die Deutsche Botschaft würde sich hier im Zweifel nachteilig auswirken.
Mit freundlichen Grüßen / 谨致问候 / Best regards"

Es bleibt also unser Problem, für das es momentan nur eine chinesische Lösung geben kann.
Ich melde mich wieder, sobald Bewegeung in die Sache kommt.
Gruß Ben

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von blur » 13.03.2018, 15:13

Das die Botschaft selbst nicht helfen kann war klar, trotzdem hätte ich dann doch mit mehr Informationen von denen gerechnet.

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von sonero » 13.03.2018, 16:29

Moin,

Das war völlig sinnlos die Botschaft zu fragen, das wurde ja auch vorher hier gesagt.
@blur, was erwartest Du denn? Glaubst Du, die chinesische Botschaft in D wüsste großartig was darüber, wie die deutschen Passbehörden mit deutschen Staatsbürgern verfahren?

Gruß,
Norbert

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von blur » 13.03.2018, 16:43

sonero hat geschrieben:Moin, Das war völlig sinnlos die Botschaft zu fragen, das wurde ja auch vorher hier gesagt.
War es nicht. Mir haben die schon öfter gute Auskünfte erteilt und Hinweise gegeben die so nicht im Internet zu finden waren. Zum Beispiel zum chinesischen Erbrecht, bei der Dokumentenbeschaffung von chinesischen Behörden. Sie bieten ja auch div. Dokumente auf der Internetseite an mit Hinweisen wie man in China an bestimmte Dokumente kommt.
sonero hat geschrieben:@blur, was erwartest Du denn? Glaubst Du, die chinesische Botschaft in D wüsste großartig was darüber, wie die deutschen Passbehörden mit deutschen Staatsbürgern verfahren?
Ja das glaube ich, wenn Deutschland großen Volksgruppen sämtliche Reisepässe entzogen hätte und so div. chinesische Familienzusammenführungen verhindert hätte.

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von bigben » 21.05.2018, 08:57

Seit 4 Monaten keine Bewegung in dem "Fall".
Das Bewertungssystem hat anscheinend schon Einzug gehalten: http://www.tagesschau.de/ausland/ueberw ... a-101.html
Wenn man sie - aus welchen Gründen auch immer - als "schlechten Bürger" eingestuft hat, können wir ihre (legale) Ausreise wohl abhaken?

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von bigben » 30.10.2019, 23:16

Kurzes update: Nach 1 3/4 Jahren gab es für sie einen neuen Reisepass. Derzeit organisieren wir das Visum und die Übersiedlung nach Deutschland. Sobald sie hier ist (Mitte November) hoffe ich, etwas detaillierter über die derzeitige Situation in Xingjang und Gründe für den monatelangen Passentzug zu erfahren.
In der Zwischenzeit gab es ja immer wieder - auch in unseren öffentlich rechtlichen Medien - Beiträge. https://www.tagesschau.de/ausland/uiguren-123.html
Gruß Ben

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von Muxxen » 31.10.2019, 05:56

Schoene News und vorlaeufige Gratulation an euch. Nach fast 2 Jahren endlich einen neuen Reisepass - weiss garnicht ob man da eher lachen oder weinen soll. Aber scheissegal, jetzt hat sie ihn ja.

Ich hoffe, dass jetzt nichts mehr dazwischen kommt und sie im November ausreisen kann. Waere super interessant, wenn du ihre Erlebnisse und Meinung zur Xinjiang-Thematik hier posten koenntest.
Der Verdacht liegt nahe, dass dem so ist!

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Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin

Beitrag von sweetpanda » 31.10.2019, 19:21

Muxxen hat geschrieben:
31.10.2019, 05:56
Schoene News und vorlaeufige Gratulation an euch. Nach fast 2 Jahren endlich einen neuen Reisepass - weiss garnicht ob man da eher lachen oder weinen soll. Aber scheissegal, jetzt hat sie ihn ja.
So ist das eben in China. Der eine wird im Rahmen eines millionenschweren Bestechungsprozess in einem Tag zu lebenslänglich verdonnert, die andere wartet 2 Jahre auf ihren lumpigen Pass.
Nichts befriedigt einen Menschen verlässlicher als der Misserfolg eines Begabteren.

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