Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Alles zum Thema Visum für China und Deutschland: Antrag, benötigte Unterlagen, Bürokratie, Erfahrungsberichte und sonstiger nerviger Kleinkram zu dem Thema.
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ingo_001
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von ingo_001 » 10.10.2009, 20:23

Was Deine Wahl-Prognose angeht: Hatte auch so getippt (aber anders gewählt) :mrgreen: :wink:

Zum Thema: Wenn sie schon 2 Mal ohne Komplikationen in Deutschland war aber jetzt, da sie verheiratet ist, kein Visum bekommt ... kanns eigentlich, wenn wir die mitgeteilten Infos als richtig und vollständig nehmen, keinen anderen Grund geben.
Oder hab ich da jetzt was ausser Acht gelassen?
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happyfuture
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von happyfuture » 11.10.2009, 02:43

ingo_001 hat geschrieben:Was Deine Wahl-Prognose angeht: Hatte auch so getippt (aber anders gewählt) :mrgreen: :wink:
Denke, viele haben so "prognostiziert" ... (und scheinbar auch so gewählt ...)
ingo_001 hat geschrieben:Zum Thema: Wenn sie schon 2 Mal ohne Komplikationen in Deutschland war aber jetzt, da sie verheiratet ist, kein Visum bekommt ... kanns eigentlich, wenn wir die mitgeteilten Infos als richtig und vollständig nehmen, keinen anderen Grund geben.
Oder hab ich da jetzt was ausser Acht gelassen?
"unverheiratet" wird lediglich die Person geprüft, die das Visum beantragt und die "Existenz" des Einladers.
"verheiratet" wird zusätzlich der EU-Bürger geprüft, von dem die beantragende Person "abhängig" ist.
Welches nun der Grund oder die Gründe zur Ablehnung sind, weiß ich nicht. Kann auch sein, dass ein "Fehler" bei der Antragstellung sprich "Ausfüllen" des Visumantrages passiert ist (das wäre ein möglicher Grund für eine Ablehnung). Es gibt sogenannte "Plausibilitätsprüfungen": Unser Staat hat so einiges an Daten, was er checken kann. Es gibt "Chaoten" die davon überzeugt sind, mit "falschen" Angaben eine "Zuteilung" zu erhaschen (siehe Guangzhou).

Ich hatte bewußt auf meinen "umgekehrten" Fall hingewiesen um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, mit der Botschaft zu kommunizieren. Der Hauptgrund aller Ablehnungen ist meist "nicht genügend erkennbare Rückkehrbereitschaft", jedoch die Details hierzu bei jedem verschieden. Lt. Auskunft der Botschaft gibt es immer mehr "Scheinehen", um ins "gelobte" Deutschland zu gelangen. Hätte ich mich damals nicht genügend "erklärt" (mit Nachweisen), wäre meine Frau wohl gänzlich für "Schengen" gesperrt worden. Der Weg führt nur über die Botschaft, wenn wir unsere Frau nach Deutschland haben wollen. So sind die Spielregeln. Daher bin ich persönlich bei der Antragstellung in Beijing dabei gewesen und das war nötig, da ich mich sonst nicht hätte "erklären" können bzw. noch am gleichen Tag für die Botschaft wichtige Dokumente von mir hätte beilegen können.

Über Wochen hatte ich schriftlichen Verkehr mit den Abteilungsleitern der Botschaft via e-Mail. Hat mir persönlich mehr gebracht als die netten Posts oder Hinweise von Einzelschicksalen hier im Forum. Habe auch eine Mail davon hier im Forum veröffentlicht.

Jeder ist halt anders ...

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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von edmund27 » 11.10.2009, 11:23

ingo_001 hat geschrieben:Was Deine Wahl-Prognose angeht: Hatte auch so getippt (aber anders gewählt) :mrgreen: :wink:

Zum Thema: Wenn sie schon 2 Mal ohne Komplikationen in Deutschland war aber jetzt, da sie verheiratet ist, kein Visum bekommt ... kanns eigentlich, wenn wir die mitgeteilten Infos als richtig und vollständig nehmen, keinen anderen Grund geben.
Oder hab ich da jetzt was ausser Acht gelassen?
Viele Dank für die schnelle Antwort. Aber inzwischen habe ich das Fax der zweiten Ablehnung. Nach dem Inhalt gehe ich davon aus, dass von Anfang an ohne überhaupt alles zu prüfen die Ablehnung schon fest stand. Weil der Schalterbeamte nur auf Druck hin von mir den Antrag angenommen. Da passt auch Aussage Na ja dann nehmen wir den Antrag halt. Und die Vorlage von weiteren Papiere wurde abgelehnt. Ich gehe erst zum Ausländeramt und werde dort in aller Ruhe die Angelegenheit besprechen. Und mit der Botschaft werde es ich noch einmal im Guten versuchen. Ich war übrigens beim Standesamt mit meiner Heiratsurkunde und dort wurde mir gesagt, es gibt keine gesonderte Anerkennung der Ehe. Für die bin ich jetzt verheiratet. Der Standesbeamte vermutet der wahre Grund sei, die Botschaft vermutet eine Scheinehe. Er sagte mir wenn wir ein Scheinehe vermutet hätten., Dann hätten eir kein Ehefähigkeitszeugnis aus gestellt.
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh. ( Henry Ford )

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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von ingo_001 » 11.10.2009, 13:19

happyfuture hat geschrieben: "unverheiratet" wird lediglich die Person geprüft, die das Visum beantragt und die "Existenz" des Einladers.
"verheiratet" wird zusätzlich der EU-Bürger geprüft, von dem die beantragende Person "abhängig" ist.
Heureka, jetzt hat ers (ich).
Und ich dachte, auch der Einlader wird standardmässig immer mit überprüft.
Wieder was gelernt :wink:
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von ingo_001 » 11.10.2009, 13:23

edmund27 hat geschrieben: Der Standesbeamte vermutet der wahre Grund sei, die Botschaft vermutet eine Scheinehe. Er sagte mir wenn wir ein Scheinehe vermutet hätten., Dann hätten eir kein Ehefähigkeitszeugnis aus gestellt.
Womit wieder mal ein klarer Fall von unterschiedlicher Gewichtung dies bezüglich zwischen Standesamt und dt. Botschaft gegeben wäre.
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von happyfuture » 12.10.2009, 03:25

ingo_001 hat geschrieben:
edmund27 hat geschrieben: Der Standesbeamte vermutet der wahre Grund sei, die Botschaft vermutet eine Scheinehe. Er sagte mir wenn wir ein Scheinehe vermutet hätten., Dann hätten eir kein Ehefähigkeitszeugnis aus gestellt.
Womit wieder mal ein klarer Fall von unterschiedlicher Gewichtung dies bezüglich zwischen Standesamt und dt. Botschaft gegeben wäre.
Ob du mit EFZ oder "nur" mit Ledigkeitsnachweis in CN heiratest ist der Botschaft egal. Es gibt "leider" immer mehr Scheinehen, wo zuvor ein EFZ von einem D Standesamt ausgestellt worden ist (wie sollen die auch eine Scheinehe erkennen???).

Versuche mit dem Leiter der Visastelle Kontakt aufzunehmen - Druck beim Schalterbeamten bringt gar nichts (wie Du selber schon richtig erkannt hast).

Viel Glück!

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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von ingo_001 » 12.10.2009, 07:14

happyfuture hat geschrieben:Versuche mit dem Leiter der Visastelle Kontakt aufzunehmen - Druck beim Schalterbeamten bringt gar nichts (wie Du selber schon richtig erkannt hast).
Guter Tipp.
Und man kanns nicht oft genug sagen: Der Ton macht die Musik.
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von Daito » 12.10.2009, 11:56

Zwar bin ich nicht von diesem Problem betroffen, aber habt Ihr einmal überlegt, Euch zusammenzuschließen und eine Sammelpetition in Brüssel einzureichen? Die Ehe ist ein geschütztes Rechtsgut und die Willkür deutscher Behörden (Auslandsvertretungen) bei der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen nicht annehmbar! Es muß rechtskräftig Verheirateten ohne "wenn und aber" möglich sein, ohne Auflagen Ihren gemeinsamen Lebensmittelpunkt frei zu wählen! Welch eine Anmaßung seitens staatlicher Organe, zu bestimmen, wer wo leben darf! Es ist dringend erforderlich, daß von höchster Stelle ein Grundsatzurteil zugunsten der praktizierten ehelichen Gemeinschaft gefällt wird! Seitens der EU werden immer wieder gerne "Menschenrechtsverletzungen" Chinas angeprangert, das geschilderte Problem bezüglich der Familienzusammenführung stellt aus meiner Sicht allerdings ein eben in genau diese Kategorie passendes Übel dar.
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und doch zu sein wie kein anderer..."

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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von ingo_001 » 12.10.2009, 12:38

Das Problem dürfte dabei "nur" sein, dass man hier erstmal sämtliche Instanzen durchlaufen (klagen) muss, bevor sich in Brüssel oder wo auch immer ein sonstiges internationales Gericht damit beschäftigt.

*Hatte das im anderen Zusammenhang (Stichwort berufliche Anerkennung meiner Frau) schon mal abgeklopft.
Trotz guter Aussichten auf letztich erfolgreicher Klage, würde es (bei positiver Schätzung) FÜNF Jahre dauern, bis der Fall meiner Frau dort an der Reihe wäre.
Unter diesen Umständen hatten wir damals trotz RS-Versicherung von diesem Schritt abgesehen.
Das war dann aber - so misslich wies ist - die einzige negative Erfahrung meiner Frau mit unserem hiesigen Rechtssystem.
** Story kann bei Bedarf per Such Funktion nachgelesen werden.
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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von happyfuture » 12.10.2009, 13:44

@daito,

oberflächlich betrachtet ließt sich dein Post recht gut und den Grundgedanken können die meisten nachvollziehen.

Bei genauerer Überlegung jedoch stelle ich für mich fest, dass jeder Staat "Auflagen" (so wie Du es nennst) bzw. Regeln und Gesetze hat. In unserem Fall sind die Rahmenbedingungen für Ausländer im Schengener Abkommen festgelegt. Diese "Spielregeln" (so nenne ich das) gilt es zu beachten - und das ist auch gut so!

Schau Dir mal die "Spielregeln" anderer Länder an - wenn da jetzt USA und Canada kommt, schau Dir das vom Staat garantierte soziale Netz an und vergleiche es mit Deutschland! Für manch eine Person aus Schwellenländern oder Drittländern sind wir immer noch das gelobte Land! Lies auch mal die Fälle, wo Männer in bester Absicht und aus Liebe alles für ihre geehelichte Frau aus dem Ausland getan haben und was so manchem nach Betreten von D widerfahren ist!

Nochmals in aller Deutlichkeit:
Sprecht mit den Verantwortlichen der Botschaften und Ihr werdet (fast) immer Erfolg haben. Dort arbeiten Menschen wie Du und Ich, sprechen hervorragend Deutsch und zeigen absolutes Verständnis, wenn man offen und ehrlich ist. Leider machen es einige "Chaoten" unter uns schwerer, entsprechende Glaubwürdigkeit zu erlangen. Mit jeder "Lüge" dieser Spinner wird es für die, die es ehrlich meinen und auch tun, schlimmer! Der "Trick", den ich empfehlen kann heißt also: offen und ehrlich sein! Manchmal ist es schwer, wirklich ehrlich zu sein :wink:

Ansonsten dürfte eine solche "Petition" wohl mindestens eine Generation lang dauern ...
dann lieber den Weg individuell beschreiten, hat zumindest bei mir (und letztlich auch bei Ingo) funktioniert! :mrgreen:

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Re: Heirat nach chinesischem Recht und Problem mit dem Visum

Beitrag von edmund27 » 23.10.2009, 17:48

ingo_001 hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:Daraus entnehme ich, dass Du nichts vom Kontrollverfahren der Botschaft weißt :wink:
Wissen nicht - aber mutmassen :wink:
happyfuture hat geschrieben:Ich habe es mir in Peking erklären lassen und bevor jetzt jemand auf die glorreiche Idee kommt, ich solle dies doch bitte hier preisgeben mein Tipp:
Nehmt freundlich Kontakt mit den Botschaftsangestellten auf und ihr bekommt i.d.R. ebenso freundliche Antworten. Dann ist auch schon mal eine Visum-Austellung von ein auf den anderen Tag möglich.
Das ist auch meine Empfehlung, wie ich bereits geschrieben habe ... :wink:
Dieses Verhalten ist für mich Standard - in allen Behördenangelegenheiten :wink:
Bin damit bis jetzt auch immer gut gefahren.
Aber is gibt ja hier auch einige, die trotzdem gegen Wände gelaufen sind.
Hallo!

vielen Dank für den guten Rat. Ich werde den Weg gehen den du mir aufgezeigt hast. Bringt mehr denke ich als eine Klage. Die Botschaft hat mir auch schon geschrieben und mit geteil. Ich konnte ja jederzeit wieder einen Antrag stellen. Mit der Ausländerbehörde habe ich auch schon Kontakt aufgenommen. Aber eins habe ich gelernt, das jede Behörde in Deutschland alles anders handhabt.
Das habe schon bei Beantragung des Ehefähigkeitszeugnisses erfahren. Der Standebeamte hat gesagt, wenn Sie schon da eine Scheinehe vermutet hätten, wäre kein Zeugnis ausgestellt worden. Außerdem hat hier auch der Stempel des Regierungspräsidenten ausgereicht für die Verwendung im Ausland. Aber im Merkblatt der Botschaft was anderes.

vielen Dank
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