Arbeitsvisum

Alles zum Thema Visum für China und Deutschland: Antrag, benötigte Unterlagen, Bürokratie, Erfahrungsberichte und sonstiger nerviger Kleinkram zu dem Thema.
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富贵竹
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Arbeitsvisum

Beitrag von 富贵竹 » 26.04.2019, 15:23

Schönen Tag an das Forum.

Möchte gerne nach Erfahrungen fragen betreffend Voraussetzungen für ein Arbeitsvisum als Deutschlehrer in China. Zu meiner Ausgangssituation:

Ich m. 45j. Bin seit 5 Jahren mit Frau aus Guangzhou verheiratet, plane nächstes Jahr in China zu leben und möchte wenn möglich als Deutschlehrer arbeiten.

Ausbildung: 3 jährige Handelsschule, Weiterbildung im Officemanagement und EBCL-Licence
Habe Erfahrung im Unterrichten auf A1-B1 Niveau und schon einige Studenten erfolgreich auf die Prüfungen vorbereitet.
Leider kein Abi. Wie ernst ist das mit dem Abitur wirklich? Hat man als Ehemann einer Chinesin vielleicht auch Vorteile in Bezug auf Arbeitssuche? Kann vielleicht jemand aus Erfahrung berichten.

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von Laogai » 26.04.2019, 21:29

Um ein Arbeitsvisum beantragen zu können musst du zunächst einen Arbeitgeber in China finden, der dich einstellen wird. Ohne Arbeitgeber kein Arbeitsvisum.
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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von ingo_001 » 27.04.2019, 08:15

Laogai hat geschrieben:Um ein Arbeitsvisum beantragen zu können musst du zunächst einen Arbeitgeber in China finden, der dich einstellen wird. Ohne Arbeitgeber kein Arbeitsvisum.
Ergänzung: Er muss Dir auch einen Arbeitsvertrag schicken.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von rundherum » 27.04.2019, 08:40

Neben dem Arbeitsvetrag sind noch weitere Faktoren entscheidend. So beispielsweise der Verdienst, die Bildung (zu der auch technische Expertise als Angestellter ohne Uni-Abschluss zählen kann), die Anzahl Jahre an Arbeitserfahrung in der jeweiligen Branche, wie lange man in China arbeitet im Jahr (Vollzeit = höchste Punktzahl), der Ort (arme Gebiete geben Zusatzpunkte), das Alter (ab 46 gibt’s weniger Punkte), Mandarinkenntnisse (HSK), Arbeitserfahrung bei internationalen Großkonzernen, Patente, usw.

Als 46-Jähriger (oder schaffst Du es noch vor dem Geburtstag?) mit 20 Jahren Arbeitserfahrung und Fachwissen, der in Guangzhou arbeiten will, müsstest Du min. 350'000 CNY im Jahr verdienen um eine realistische Chance auf ein Visum zu haben. Hast Du aber bereits HSK 5 und schaffst es noch mit 45, würde ein Verdienst von 70'000 CNY im Jahr ausreichen.

Siehe hier: https://www.internations.org/go/moving- ... rk-permits

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von 富贵竹 » 01.05.2019, 10:36

Traurig das in der heutigen Zeit der Satz von Hermann Hesse nicht zutrifft: Der Innere Wert des Menschen sollte den äußeren Rang bestimmen und nicht der äußere Rang den inneren Wert. Ich finde das wirklich übertrieben auf was der Mensch reduziert wird. In Deutschland arbeiten Menschen aus dem Ausland mit fast ohne Ausbildung in allen möglichen Berufen des täglichen Lebens (Restaurant, Hotelerie, Reinigung und sogar im Verkauf) Für sie ist es einfach am Leben teilzunehmen. Natürlich wird auch hier die Messlatte immer höher angesetzt. Aber bis vor etwa 15 Jahren waren nicht einmal die Sprachkenntnisse voraussetzung für einen Aufenthalt hier. Es macht mich traurig wenn ich diese Antworten lese. Da werden einem aufeinmal gleich meterhohe Wände vorgeschoben dass man erst gar nicht beginnen möchte darüber nachzudenken ob man da noch Möglichkeiten hat einen Weg zu finden um in dem Land zu leben wo man eigentlich möchte. Ich weiß nicht wovor die chinesische Regierung sich fürchtet, dass aufeinmal hunderttausend Deutschsprachige nach China auswandern würden, wenn die Voraussetzungen dafür erleichtert würden? Wieviele Deutschsprachige haben Interesse (also auch wirkliches interesse an dem Land wie Sprache zu Lernen, Respekt für die Kultur des Landes usw.) daran in China zu leben. Wie hoch schätzt Ihr die Zahl? Also die ich kenne und die in ein neues Land auswandern wollen denken dabei meistens nicht an China.

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von rundherum » 01.05.2019, 12:37

Das war ja schon seit Jahrhunderten so. Denn, um Bertolt Brecht zu zitieren, Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Und in China leben immer noch 560 Millionen Menschen auf dem Land und haben im Schnitt 3.47 Euro im Tag zu Verfügung. Die Regierung möchte denen zu erst ein anständiges Leben ermöglichen, bevor sie unqualifizierte Ausländer hereinlässt. Rechtlich macht es dann keinen Unterschied, ob der Unqualifizierte Deutscher oder Afrikaner ist, auch in China sollten vor dem Recht alle gleich sein.

Wie dem auch sei: eventuell findest Du eine Deutschschule, die etwas machen kann um Dir ein Arbeitsvisum zu besorgen? Bewerbe Dich doch einfach mal.
Eventuell findest Du auch eine Stelle, wo Du Deine Qualifikationen zum Einsatz bringen kannst? Im Perlflussdelta gibt's zahlreiche deutsche Firmen und Unternehmensberatungen für ausländische Firmen, die eventuell Leute mit guten Deutschkenntnissen und einer BWL-Ausbildung gebrauchen könnten. Oder unter Umständen brauchst Du gar kein Arbeitsvisum: Du könntest ja Online einer Tätigkeit nachgehen. Zum Beispiel Übersetzungen anfertigen.
Das Aufenthaltsrecht für China hast Du durch Deine Heirat ja.

Gib' nicht auf, sei kreativ und Du wirst schon eine Lösung finden.

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von blackrice » 07.05.2019, 17:37

rundherum hat geschrieben:Das Aufenthaltsrecht für China hast Du durch Deine Heirat ja.
das hiermit verbundene ABER solltest Ihm jedoch auch mitteilen
Globalisierung ist ein zweischneidiges Schwert, die schaerfere Seite wird dazu benutzt die schwaecheren Laender auszuschlachten

Bullshit ist kein guter Dünger

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Re: Arbeitsvisum

Beitrag von Phytagoras » 07.05.2019, 18:46

Ich seh das große Problem nicht, aber diese "Englischlehrer"/"Deutschlehrer" Schiene, sofern du nicht an einer großen bekannten Sprachschule arbeitest und da Kontakte hast, läuft meist nicht über ein richtiges Arbeitsvisum.
Selbst bekannte Unis wie Renmin Daxue stellen für Deutschlehrer kein Arbeitsvisum aus (und zahlen auch noch extrem mies), da es ja der Student der es sowieso nebenbei machen kann auch macht.

Du sagst zwar, dass du schon einige Leute unterrichtest hast, aber hast du wirklich pädagogische Fähigkeiten Kinder/Teens/Studenten wirklich zu unterrichten?

Meine Frau hat mehrere Jahre bei Xindongfang (New Oriental) als Lehrerin gearbeitet und viele "White Trash" kennengelernt, die Lehrer waren, aber keinerlei pädagogischen Fähigkeiten hatten überhaupt die Schüler zu unterrichten. Für viele gilt "Native, sonst nicht viel mehr."

Und wie Blackrice sagt. Klar kann man sich in China aufhalten mit nem Q Visum. Arbeiten ist damit aber nicht gestattet.

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