Visum für Deutschland

Alles zum Thema Visum für China und Deutschland: Antrag, benötigte Unterlagen, Bürokratie, Erfahrungsberichte und sonstiger nerviger Kleinkram zu dem Thema.
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canni
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Visum für Deutschland

Beitrag von canni » 22.07.2011, 04:22

Guten Morgen Leute,

bin gerade wieder zurück in China und schon bekomme ich wieder den "sanften" Hinweis darauf, wie freundlich unser Land mit "mutmaßlichen" Gästen umgeht, die als Chinesen ein Visum beantragen, vor allem dann, wenn es über ein Touristenvisum hinausgeht.

Ich weiß, es wurde an vielen Stellen auf diesen Umstand hingewiesen, Aber vielleicht ist es mit Hilfe der Administratoren möglich, hier einen extra Thread aufzumachen. Damit man mal gezielt auf diese teilweise beschämende Praxis hinweisen kann. Entweder weiß Berlin das nicht oder aber man will es gar nicht wissen. Bei direkten Problemen habe ich mit dam AA sehr sehr gute Erfahrungen gemacht. So denke ich, es liegt an den handelnden Personen in den Konsulaten.

Warum aber ist das so? Warum sieht man durch deren Behandlung eine Bestätigung der Fernsehberichte, dass Deutschland schon noch ein bisschen Naziistisch ist? Ehrlich gesagt, wir Deutschen, die wir uns der Gastfreundschaft China's auf meist unkomplizierte Weise erfreuen dürfen, sollten langsam mal was dagegen tun. Wie man hört, lesen ja viele der offiziellen Stellen hier bei uns "mit".

Ich bin sicher, nicht nur ich werde immer wieder auf die für unser Land unwürdigen "Verhöre" und rassischtisch anmutende Behandlung hingewiesen.

Lasst uns dagegen etwas tun.

Aktuell ist ein Fall, in dem eine Bekannte von uns ein Visum für einen Sprachkurs in Deutschland beantragt hat. 3 Monate. Der Kurs wird von einer deutschen Firma bezahlt, für die sie hin und wieder gearbeitet hat und die ihr jetzt einen Job anbieten will. Ihre Sprachkenntnisse in deutsch sind ordentlich aber halt noch nicht gut genug. Einladung, Bestätigung der Übernahme aller Kosten und auch Bestätigung der Sprach-Uni liegen vor.

Wenn ich Euch sage, dass sie inzwischen zum vierten Mal zum Appell antreten soll, glaubt ihr mir das? In Guangzhou um dem Kind einen Namen zu geben.

Zuerst das normale Procedere.. chinesische junge Dame verlangt alle möglichen Daten, die schon sehr an das erinnern, was unsere "liebe" Presse normalerweise in China voraussetzt. Natürlich von Freundlichkeit keine Spur. Aufseherin der ersten Stufe halt. Ministry of defense hat es einer meiner Freunde hier genannt... wobei das Wort Abwehr im entsprechenden Sinne auszulegen ist.

Mit ausgefüllten Formularen (ihr wisst ja, Konto der letzten sechs Monate, Job, Register der Firma usw.) erscheint sie zum "Interview" also zu dem Verhör. Und oh wundersam, wieder eine chinesische "Polizistin" führt das Interview. Beschämend und rassichtisch bis unter die Gürtellinie.
Ich erspare mir die "Feinheiten". Es gibt kein Wort darüber, dass eine fixe Einladung vorliegt mit einem erkennbaren Grund, der ihr in China (und nur in China) einen guten Job bringen kann, dank ihrer deutschen Grundkenntnisse. Dafür wie gesagt Fragen, die wir entrüstet zurückweisen würden, weil zu sehr ins private gehend.

Ich würde hier einfach mal fragen, da wir so viel Wert auf Statistik legen, wie viele Chinesen nach "Deutschland" machen wegen der Kohle, die wir doch gar nicht mehr haben? Und das dann vergleichen mit Ausländergruppen, die fast gar keine Probleme haben nach "uns" zu kommen.

OK, also nach dem Verhör gabs die Ablehnung!!!! Natürlich null Begründung.. müssen die ja nicht...
und noch immer hatte sie mit keinem Deutschen gesprochen!

Einspruch nun durch die deutsche Firma, der es ja schließlich um ihre lukrativen Geschäfte in China geht. Also noch mal hin und siehe da, es gibt dort Deutsche (ich kenne die Personen auch... habe ja gerade geheiratet. Hilfreich ist anders). Eine Frau und ein Mann nahmen sich der Sache nun an. Meine Bekannte sagte Herr Adloph.. hahha... ein Schelm wer sich Böses dabei denkt. Nun, Eingeweihte wissen, es ist nicht einfach in GZ. Was auch immer der Grund ist, wie gesagt das AA in Berlin hat ein ganz anderes Außenprofil.

Gut, nach weiteren Fragen z.B. ob Sie einen Freund hat usw... (ich glaube man hat sie nicht nach der Häufigkeit des GV gefragt.. wundern würde es mich aber nicht mehr). Hat man sie wieder vertröstet.

Das Ganze läuft nun 4 wochen und die Firma, um deren Interessen es hier ja geht, ist fast bar jeden Einflusses. Ich denke aber, wenn jetzt nichts Positives passiert, werden die sich doch nach Berlin wenden.

Das ist nur ein Beispiel. Warum verhalten sich die Leute dort so. Die leben doch auch in China und wissen, dass es sehr wenige Chinesen gibt, die es nach einem Leben in Germanien drängt.
Meist sind es einfach Besucher oder wie in diesem Fall Menschen, die in Deutschland etwas lernen wollen um dies später für die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen nutzen zu können.
Wir sind nun mal Handelspartner Nummer 1.

Bleibt die Frage, warum Taiwanesen kein Visum mehr benötigen? Und die Frage, warum eine Chinesin, die einen Deutschen heiratet Deutsch können muss, aber eine Griechin nicht?
Aber das sind Dinge, die sind für unsere Regierenden nicht so relevant. derzeit sind sie ja damit beschäftgt unsere Steuern per Giesskanne zu verteilen.

Trotzdem, ich würde sehr gerne mehr solcher Fälle hier bekannt gemacht sehen. Vielleicht liest man das doch mal an der richtigen Stelle und versucht diese für uns Deutsche sehr unerfreulichen Dinge in den Griff zu bekommen. Und ich fürchte auch keine Repressalien.

Was meint ihr?

gruessi Canni
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von keine Ahnung » 22.07.2011, 05:26

Haste schon mal elberin der chinesischen Botscaft ein Visa beantragt?
Freundlichkeit ist aber was anderes
Du kommst als Bittsteller und so wird man behandelt.
Da war doch was mit dem Schall und dem Wald?

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von canni » 22.07.2011, 08:26

Klar habe ich das. Wieder und wieder in Hamburg.
Zuhause ausgefüllter Antrag, Reisepass und Bildchen abgeben, zwei Stunden in die Mönkebergstrasse Kaffee trinken. Zurück Visa fertig.
Sehr sachliche Behandlung. Keine Einladung vorzeigen, kein Konto zeigen, keinen Grund für Rückkehrbereitschaft. Das waren alles chinesische Leute, die sehr gut deutsch sprachen, keine deutschen Angestellten, die mich durchleuchtet hätten.

Noch einfacher beim Business Visa über Visaexpress Berlin. Eine Woche fertig.

Ich kam mir nie wie ein Bittsteller vor. Sondern eher wie ein Gast, dem nur die nötigsten Maßnahmen zugemutet wurden. Ausziehen musste ich mich nicht. Weder seelisch noch privat. Die Frage nach der Freundin kam nie haha...

Visaverlängerung in Dongguan. Kein Problem. Sogar freundlicher chat mit guten Ratschlägen, wie ich es nächstes Mal schneller machen könnte.

Ich will aber gar nicht nach andern sehen, sondern an unsere Nase fassen.
Darf ich daran erinnern???? ZU GAST BEI FREUNDEN!! ... vielleicht sogar noch wie in dem Uso Werbeclip ... bei guten Freunden.... Aber nur wenn du ein Visa hast ... :)

Wenn man bei uns mal ein bisschen weiterdenken würde, als nur chinesische Mädchen wollen sich in Deutschland aushalten lassen, würden interessante Gedanken hervorkommen. Z.B. Ich mit meinem Würstchenprojekt, all unsere Freunde, die schon mal in GER waren, sind schon jetzt gute Kunden. Die brauche ich nicht mit aufwändigen Werbemassnahmen überzeugen.
Wirtschafthilfe für Kleinstunternehmer hahha..

Lasst uns mal ein bisschen diskutieren. Ob es was ändert? Eher kaum. Der deutsche Amtsschimmel ist schon ein in die Jahre gekommenes Pferd. Und da wo es in der EU bei andern Unionsländern einen großen Vorteil für das internationale Zusammenleben gibt, da halten wir uns fern. Aber beim zahlen sind wir dan wieder vorne dran. Schade drum.

grüssie...
Canni - der in Deutschland schon Zeiten erlebt hat, wo der Druck von unten kam....
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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von einfach-ich » 22.07.2011, 08:30

Ich muß auch sagen das der Service in Berlin teilweise zu wünschen läst,
Ja alles chinesen (natürlich was sonst) aber freundlich ist was anderes.

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von canni » 22.07.2011, 08:40

@einfach-ich
Du hast Recht, ich kann nur von Hamburg und eigenen Erfahrungen sprechen. Freundlich sagte ich auch nicht. Sachlich... ein bisschen stoisch.. aber halt einfach...

aber Du sagst,,, alles Chinesen, was sonst.. haha.. und nun sprich mal vom deutschen Konsulat (auch da kann ich aus eigener Erfahrung nur von GZ sprechen) in China... da kannst den Satz kopieren... alles Chinese was sonst...

Siehst Du, das ist eines der Dinge, die ich meine.. Wenn nicht mal mehr das "Interview" in letzter Zeit mehr von deutschen Mitarbeitern geführt wird...
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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von einfach-ich » 22.07.2011, 08:47

ich brauchte mal 2 Tage vor Weihnachten einen neuen Pass in New York
ich sage Euch- 7 oder 11 Etage im Hochhaus und ein schwarzer oder collorierter oder farbiger oder dunkelhäutiger Ami an der Tür.
Jetzt ohne Pass sollte ich nachweisen das ich deutscher bin. Oh ich sage Euch
Für was wir unsere Steuergelder rauswerfen - aber so einen Schwachsinn gibt es bestimmt selten


PS ich habe nix gegen Africaner aber wie werden diese MENSCHEN politisch exat bezeichnet?
Ich selber habe schon 9 Monate in Africa gelebt und gearbeitet

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Andy_yi » 22.07.2011, 08:56

canni hat geschrieben: Sehr sachliche Behandlung. Keine Einladung vorzeigen, kein Konto zeigen, keinen Grund für Rückkehrbereitschaft..
Das wir unsere Rückkehrbereitschaft nicht belegen müssen hat nichts damit zu tun das die Chinesen besonders freundlich oder in irgendeiner Form allen Gästen wohlgesonnen sind. Das ist rein pragmatisch. Frag mal die Vietnamesen welches Prozedere die durchlaufen müssen um ein Visum für China zu beantragen!

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von canni » 22.07.2011, 09:28

Hallo Andy, sicher hast du recht.

Aber richtig ist doch, das wir nicht einen Bruchteil von dem machen müssen, was ein chinese für Deutschland tun muss.

Nur darum geht es mir.
Wir sind China's Handelspartner Nummer 1 und umgekehrt.
Und es geht mir auch nicht darum, was China mit uns macht (ich bin noch nie schlecht behandelt worden) sondern was wir.. die wir die Menschenrechte so vehement vertreten und uns von Methoden der früheren DDR distanzieren... so anstellen um Chinesen, die weder Terroristen ausbilden, noch eine eigene Gemeinde in GER gründen wollen, davon abzuhalten unser Land kennen zu lernen oder einfach nur ihre Geschäftsinteressen zu vertreten.

Es geht einerseits um das warum aber eigentlich noch mehr um das WIE. Es kann nicht sein, dass wir chinesichen Mitarbeitern erlauben, ihre Landsleute in einer derart menschenverachtenden Weise zu behandeln. Das dies so ist, steht fest. Und all die Gründe, warum wir alle diese Fragen stellen müssen, die andere EU Länder nicht stellen, ist eine andere Frage, die wir zwar anmahnen dürfen, auf die wir aber nur die Angtwort erhalten, das ist halt unser Ausländergesetz.. Ach ja? Ist es das? Und das wir für überzockte Banken und abgestürzte Länder zahlen müssen ist dann auch unser Gesetz? Wo steht denn das? Mich hat keiner gefragt, zu beidem nicht :)

grüssie
Canni - der gewählt hat aber manchmal nicht weiß warum..... :)
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Henry_
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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Henry_ » 22.07.2011, 09:35

Ich habe alle meine Visen in Hamburg beantragt. Immer wurde
der Aufenthaltszeitraum geändert. Zugegeben, ich war auch
jedes mal dreist. Aber warum drei Monate immer auf einen
zusammengestrichen werden ergibt auch für mich keinen Sinn.

Jetzt aber zu unseren Behörden und Auslandsvertretungen.

Was ich jetzt schreibe ist meine Meinung
Die Begründung für die engmaschige Überprüfung ist immer
die "Rückkehrbereitschaft" des Antragstellers.
Das ist absoluter Blödsinn!
Es ist ein politischer Wille keine Ausländer nach Deutschland zu
lassen. Dafür darf man allerdings auch nicht die Regierung schelten,
denn sie befindet sich letztlich im Einklang mit der überwiegenden
Meinung unserer Bevölkerung. Insofern klingt es immer gut, als
Begründung "fehlende Rückkehrbereitschaft" zu unterstellen.
Hinzu kommt noch eine Situation, dass häufig die Interviews
von Einheimischen durchgeführt werden die mit ihren eigenen
Landsleuten auch nicht gerade freundlich umgehen. Ich will den
Damen und Herren gar nichts unterstellen, aber der Eindruck,
dass hier "Reiseneid" ein Motiv für deren Verhalten ist drängt
sich schon auf. Nicht selten gibt es bei Familienzusammen-
führungen sogar peinliche Fragen bis hin ins Sexuelle. Zumindest
in meinem Fall hat sich die stellvertretende Leiterin der Visa-
abteilung vor versammelter Belegschaft der Abteilung bei meiner
Frau für einen solchen Fopaux entschuldigt (sogar im Namen der
Botschaft!!) Wir hatten gedroht eine Dienstaufsichtsbeschwerde
zu schreiben und den Fall öffentlich zu machen. Auch wenn dies
in Kiev gewesen ist, so kommen derartige Behandlungen, glaubt
man den vielen Post's bei http://www.info4alien.de , überall vor.

Wer einige meiner Post gelesen hat weiß, dass ich immer noch
dem damaligen Vollmer-Beschluss nachtrauer. Er gab den Visa-
abteilungen die Anweisung, im Zweifelsfall für eine Visaerteilung
zu entscheiden. Na ja, das Ganze lieferte dann ja Munition für den
Visauntersuchungsausschuss.

Ich selber habe keine Idee, wie die ganz Situation geändert werden
kann, muss aber zugeben, dass die Antragsteller sich häufig selber
ein Bein stellen. Da werden fantasievolle Legenden gezimmert die
schon bei der ersten Nachfrage platzen. Da wird sich schlecht vor-
bereitet. Auch meinen viele Männer immer noch, sie müssten ihre
im Internet kennen gelernte Freundin zuerst nach Deutschland holen,
waren aber nie im Land ihrer Angebeteten. Auf das Thema "Scam"
will ich hier gar nicht eingehen. Was sollen denn die Visaabteilungen
anderes denken, als dass hier Scheinehen vorbereitet werden. Es
wird den Visaabteilungen einfach zu viel Munition gegeben, um einen
Antrag abzulehnen.

Musste ich mal schreiben, auch wenn es eigentlich um Chinesische Konsulate ging..

Henry



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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Aremonus » 22.07.2011, 09:50

Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, warum gerade die deutschen Vertretungen einem das Leben so schwer machen. Meine Freundin hat sich ein Studienvisum für die Schweiz geholt und viel weniger Probleme gehabt. Die chinesische Schalterbeamte war zwar auch unfreundlich, aber das ist ja egal - am Ende hatte die sowieso nichts zu melden. Alle anderen Beamten waren nett.

Da die Schweiz ja wieder einmal etwas näher zur EU gerückt ist, musste sie auch die doofen EU-Prozedere übernehmen, sodass das Ganze nicht auf dem Postweg erledigt werden konnte und meine Freundin nach Beijing fliegen musste. Die EU ist halt eine Bürokratie, keine Demokratie... aber das ist ein anderes Thema.

Zumindest blieb es bei einem einzigen Aufenthalt in Beijing, der Pass mit der Einreisebewilligung wurde ihr dann per Kurrier zugestellt. Die Aufenthaltsbewilligung selber erhielt sie erst hier in der Schweiz.
Der Nachweis der A1-Deutschkenntnisse bedarf normalerweise eines weiteren Interviews, aber darauf wurde verzichtet, weil ein weiterer Flug zu mühsam gewesen wäre. Der Nachweis eines Kursbesuchs und ein kurzes Telefongespräch reichten aus.
Die grössten Verhandlungen gab es mit den kantonalen Migrationsbehörden, aber auch das konnte aus der Welt geschafft werden und man blieb stets freundlich.

Am Ende klappte alles so, wie es sollte, und meine Freundin studiert jetzt hier. Dabei wissen die Behörden, dass sie meine Freundin ist und dass sie in China keinen Job hat (da sie gleich nach ihrem Bachelor her kam). Das stellte alles kein Hindernis dar.

Es geht also auch anders - man muss nicht immer streiten. Aber das liegt vielleicht auch an der direkten Demokratie, durch welche alle für den Staat verantwortlich sind - nicht nur die Beamten.

Mit der chinesischen Botschaft hatte ich bisher noch keine echten Probleme - nur einmal vor Jahren etwas Verständnisschwierigkeiten, da die Beamte nur Chinesisch und Französisch, aber kein Englisch und kein Deutsch sprach und ich damals kein Chinesisch konnte und mein Französisch total eingerostet war.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von AngelofMoon » 22.07.2011, 20:32

Moin!

Wollte eigentlich schon heute Morgen antworten aber Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps.
Was die Chinesische Auslandsvertretung anbelangt kann ich nur von Hamburg reden, bis jetzt hat man mich dort freundlich behandelt und letztes mal sagar nach meiner Frau gefragt.
Auch wurde mein Visa beim letzten Antrag auf 90 Tage ausgestellt, wie es beim nächsten ist werde ich eventuell im November oder aber spätestens nächstest Jahr im September sehen.

Aremonus; was den Sprachnachweis für den Ehegattennachzug/Familienzusammenführung angeht habe ich jetzt mal durch Zufall etwas Interesantes gelesen.
Es ist dazu gekommen weil beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen das Innenministerium der Niederlande eingereicht wurde, bezücklich der Anforderung des Sprachnachweises vor Einreise in den Niederlande.
Dazu hier der Link:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/Lex ... 55:DE:HTML
Es ist jetzt aber nur meine Vermutung warum dem Kläger am Ende von den Niederlanden nun doch eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wurde, wäre es zur Verhandlung gekommen hätte dieses einen Präzidensfall geschaffen.
Die betroffenden EU Länder hätten dann Ihre Aufenthaltsgesetze bezüglich des Sprachnachweises ändern müssen und es wäre zu eine Entschädigungsklage gegen diese Länder gekommen, von den Leuten die den Sprachnachweis für Ihren Ehegattennachzug erbringen mussten.
Ich habe dann auch selber mal in die EU Richtline 2003/86/EC rein geschaut:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/Lex ... 018:de:pdf
Interessant dabei ist vor allem der Artikel 7.
So wohl das Bundesverwaltungsgericht als auch die Bundesregierung haben gesagt das der Sprachnachweis vor dem Ehegattennachzug den Richtlinen der EU entsprechen.
Ich habe in dieser EU Richtline nicht ein Wort gelesen wo Steht das dieses vorher vom zuziehenden Ehepartner erbracht werden muss.
Auch hatte sich die Komision im Falle der Niederlande wohl so geäußert wie ich es aus der EU Richtline gelesen habe.
Ich werde das jetzt am Wochenende mit meiner Frau besprechen und wenn Sie zusagt, dann Melde ich mich dazu noch einmal oder mache einen eigenen Tread hierzu auf.

Gruß AngelofMoon
Konfuzius sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von unbekannt » 23.07.2011, 11:36

In dem Antrag kann man ankreuzen ein Jahr mit mehrfach einreise
wer hat das schon mal bekommen?
keiner
es wird immer ohne begruendung gestrichen
und freundlich ist was anderes
东方红,太阳升, 中国出了个毛泽东。 他为人民谋幸福,呼尔嗨哟,他是人民大救星!
毛主席,爱人民, 他是我们的带路人,为了建设新中国,呼尔嗨哟,领导我们向前进!
共产党,像太阳,照到哪里哪里亮。哪里有了共产党,呼尔嗨哟,哪里人民得解放!

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Andy_yi » 23.07.2011, 12:20

Aremonus hat geschrieben:Am Ende klappte alles so, wie es sollte, und meine Freundin studiert jetzt hier. Dabei wissen die Behörden, dass sie meine Freundin ist und dass sie in China keinen Job hat (da sie gleich nach ihrem Bachelor her kam). Das stellte alles kein Hindernis dar.

Es geht also auch anders...
Moment mal, da unterscheidet sich die Schweizer Botschaft aber nicht von der Deutschen. Bei einem Studentenvisum muss auch bei der Deutschen Botschaft kein Jobnachweis erbracht werden. Das die Antragstellerin die Freundin eines Deutschen ist, ist per se auch erstmal kein Problem... so zumindest meine Erfahrung beim Konsulat in GZ.

Ich finde auch das der Ehegattennachzug entschärft werden sollte, bei allen anderen Visa bin ich der Meinung das viele Ablehnungen auf mangelnde Vorbereitung, völlige Blauäugigkeit und versuchter Betrug zurückzuführen sind. Der Botschaft wird dann immer vorgeworfen sie wäre "unmenschlich" oder "gönnt einem die Beziehung nicht". Ich kann das nicht nachvollziehen. Gegenüber mir und meiner Freundin hat sich die Botschaft immer korrekt und freundlich verhalten. Das Konsulat in Guangzhou war sehr hilfsbereit und kam mir sehr entgegen - Terminvorziehung, tausende Fragen beantwortet, ein "Auge zugedrückt" als ich den Pass vom Unterzeichner der Verpflichtungserklärung vergessen hatte usw...

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Bernhard » 23.07.2011, 12:51

Andy_yi hat geschrieben: Ich finde auch das der Ehegattennachzug entschärft werden sollte, bei allen anderen Visa bin ich der Meinung das viele Ablehnungen auf mangelnde Vorbereitung, völlige Blauäugigkeit und versuchter Betrug zurückzuführen sind.
ich habe da nun keine eigene Erfahrung - meine damalige Freundin hat ihr Visum beim Konsulat Shanghai anstandslos bekommen.

Dennoch möchte ich auf den Punkt "mangelnde Vorbereitung" bzw. "Blauäugigkeit" eingehen. Ich weiß ja nicht, worauf du die "Vorbereitung" beziehst. Natürlich müssen alle Dokumente korrekt eingereicht werden. Obwohl es auch dort Forderungen gibt, über die man diskutieren kann (s. OP).
Aber wenn in dem Gespräch besondere Vorbereitung oder Klugheit nötig ist, dann bedeutet das, dass es eben Fallen und Klippen gibt, die geflissentlich umschifft werden müssen. Und das bedeutet wieder, dass die Konsulate den Bewerbern Steine in den Weg legen und man bei einfachen und ehrlichen Antworten nicht weit kommt.

OK, vielleicht verstehe ich etwas falsch. Aber so könnte man deinen Beitrag verstehen.

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Re: Visum für Deutschland

Beitrag von Andy_yi » 23.07.2011, 12:59

Bernhard hat geschrieben: Dennoch möchte ich auf den Punkt "mangelnde Vorbereitung" bzw. "Blauäugigkeit" eingehen. Ich weiß ja nicht, worauf du die "Vorbereitung" beziehst.
Eben darauf, das man nicht alle Dokumente vorbereitet. Viele lesen sich ja auch nichtmal das Merkblatt durch...
Bernhard hat geschrieben:und man bei einfachen und ehrlichen Antworten nicht weit kommt.
Nein, mit unwahren Antworten kommt man nicht weit. Das ist auch so das Hauptproblem beim Querschnitt aller Ablehnungsberichte die man hier im Forum liest. Da werden sich dann professionelle Lügengeschichten ausgedacht, behauptet es würde sich "nur um einen Freund" handeln den man 3 Monate besuchen will usw. Das muss man den Leuten ja hier auch erst immer aus der Nase ziehen, am Anfang wird ja nur immer behauptet "es wäre alles korrekt", die Botschaft ist nur "unmenschlich". Einfache und ehrliche Antworten hätten schon so manche Ablehnung vermieden.

Ich finde allerdings auch, dass die Botschaft in Sachen Dokumente etwas zurückstecken könnte. Das ganze kostet immer einiges an Zeit und vorallem auch Geld. Glaube wir haben so mit Zugtickets, Reisepass, Ausstellung diverser Dokumente etc. im schnitt 250 Euro bezahlt... und da wusste man ja noch nichtmal, ob man das Visum überhaupt bekommt.

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