Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Forum für Chinesen und Deutsche, die sich über deutsche Sitten und Eigenarten austauschen möchten.

Welcher Partei gebt ihr eure Zweitstimme?

CDU/ CSU
4
7%
SPD
10
17%
Grüne
2
3%
Linke
10
17%
FDP
4
7%
AFD
20
34%
Piraten
2
3%
NPD
0
Keine Stimmen
Sonstige
6
10%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 58

Han Bao
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von Han Bao » 19.08.2017, 09:24

Meine Zweitstimme geht wohl an die ÖDP, evtl. aber auch an das BGE.

Bei der Direktstimme wird es wohl auf das kleinste Übel, die Kandidatin der Linken, hinauslaufen, da sonst in meinem Wahlkreis nur Kandidaten von SPD, CDU, Grüne, FDP, AFD, NPD, Die PARTEI und den Freien Wählern zur Wahl stehen.

badischer Barde
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von badischer Barde » 22.08.2017, 11:57

@ ingo_001

"Das Schlimmste, was man m.E. machen kann ist nämlich nicht zu wählen."

halte ich für Unsinn. Wer z.B. NPD wählt, wählt 100% NPD.
Wer nicht wählt, wählt nur zu 1% NPD. Das ist schonmal viel besser.

Wer nicht wählt, bestätigt letztendlich nur die herrschenden Verhältnisse, also wohl wieder Groko oder so. Schlimm, ja, aber gibt schlimmeres.

"Ich halte von den "Rechts"-"Links"-Lagern Nichts, weil die sich nur gegenseitig beharken, anstatt die vorhandenen und anstehenden Probleme wirklich lösen zu wollen."

Halte ich für den Schlachtruf der GroKo-Wähler. Bloß nicht mit den Programmen anderer Parteien beschäftigen. Wer nicht CDU ist, ist nicht Mitte, und wer nicht Mitte ist ist Extremist. Sorry, aber die von der GroKo erzwungene Übernahme der Spielschulden der Banken durch den Steuerzahler, das Festhalten an TTIP gegen den Willen von 80% der Bevölkerung, die Verschleppung der vom Verfassungsgericht angemahnten Stopfung von Schlupflöchern in der Erbschaftssteuer, die Abschwächung jedes Gesetzes, das für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen soll... wenn man sich mal ernsthaft mit den volkswirtschaftlichen und steuerpolitischen Hintergründen beschäftigt, sollte man erkennen, dass CDU/CSU einseitig Klientelpolitik für Reiche macht, und höchstens noch die Linkspartei sinnvolle Ansätze hat, "die vorhandenen und anstehenden Probleme wirklich (zu) lösen"

AndreasM
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von AndreasM » 22.08.2017, 12:50

Die Bundeszentrale für politische Bildung startet bald wieder den Wahlomat, da bekommen alle Unschlüssigen Wähler Hilfe.

Letztendlich kann man wählen wen man will, die Politik wird doch in der Wirtschaft gemacht und nicht Bundestag.

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Yingxiong
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von Yingxiong » 22.08.2017, 14:14

Was nützen Gesetze zur Sozialen Gerechtigkeit, wenn diese dazu führen, dass anschliessend niemand mehr eingestellt wird?

Vor einigen Jahren wurde der Kündigungsschutz für Arbeitnehmer gestärkt. Folge: Firmen entlassen Arbeiter zum Ende der Probezeit wieder, damit diese keine Festanstellung mehr kriegen. Somit sind die Arbeiter für diese Positionen "kündbar".

In der Schweiz gibt es diesen Kündigungsschutz in dieser Form nicht. Es wird zwar schneller entlassen, wenn die Firma sich die Mitarbeiter mangels Aufträgen nicht leisten kann. Aber es wird auch schneller wieder eingestellt.

Man sollte also nicht nur die Interessen der einen Seite sehen, sondern die Interessen beider Seiten abwägen. Dafür ist Kompromissbereitschaft notwendig.

Das Problem in Deutschland ist jedoch das Machtstreben der Parteien und Gewerkschaften.Vor allem die Gewerkschaften machen momentan mehr kaputt.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können, wann immer wir wollen...

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden - ich hab die Zeit noch nicht gefunden!

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sanctus » 23.08.2017, 08:49

Yingxiong hat geschrieben:In der Schweiz gibt es diesen Kündigungsschutz in dieser Form nicht. Es wird zwar schneller entlassen, wenn die Firma sich die Mitarbeiter mangels Aufträgen nicht leisten kann. Aber es wird auch schneller wieder eingestellt.
Eine hohe Fluktuation, wie es sie in der Schweiz geben soll, halte ich für absolut unsinnig und bringt eigentlich weit mehr Probleme mit sich, als ein umfänglicher Kündigungsschutz.
谁想要大成绩,就要有更大的目标!

„Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben“ Farin Urlaub

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von Skorpid » 23.08.2017, 15:20

Mein Kinder/Jugendlicher Hintergrund: Aufgewachsen in gutbürgerlichen Verhältnissen, Eltern Beamte, viele Geschwister, Vater CDU geprägt, eher konservativer Landstrich Süddeutschland

Mein aktueller Hintergrund
: Durchschnittlicher Mittelstand, Festangestellt, Familie mit 2 Kleinkindern, Wohnort bei Dresden, Politisch nicht aktiv, aber über Tagesgeschehen informiert, auf Dieselfahrzeug wegen Pendeln angewiesen. Rechtsextremismus (Erzgebirge) und Linksextremismus (Leipzig) ist beides untragbar.

Früher hieß es: "Wenn Du die CDU nicht magst, die anderen aber noch weniger, dann wähl die FDP". Habe ich solange gemacht bis diese Affäre mit den Steuersätzen für Hotels direkt nach der Wahl kam...

Wen wähle ich / oder auch nicht und warum (beziehe mich hierbei nur auf die Parteien die aktuell Wahlkampf per Plakate betreiben. Die Eindrücke die ich von der Arbeit der Parteien habe mag falsch sein, entspricht nur meinem persönlichen Bild/Meinung die ich hiervon habe):

Prämisse: Meine Meinung wird stark durch Plakate und Programme beeinflusst.

- Die Partei: Manchmal witzig aber keine alternative für mich, so verzweifelt bin ich noch nicht
- NPD: Rasierte Dumpfbacken die ich hier mal abends in nem Dorf mitten auf der Straße bei einem "Umzug" antraf und die den Ruf unserer Stadt ruinieren wähle ich nicht.
- Die Grünen: Umweltthemen sind wichtig aber zu sehr ein Luxusproblem um als Merkmal zu reichen. Özdemir und Kretschmer (?) sind mir sympathisch, die Claudia Roth aber sowas von garnicht.
- SPD: Macht hier nur mit Personenköpfen ohne große Aussagen Werbung. Schulz wurde von Spiegel (Online) so auffällig gepusht, da habe ich keine Lust drauf, habe auch nichts von ihm bisher gehört. Steinmeier hätte mir viel besser gefallen. Programmtechnisch mit der CDU austauschbar, da in GroKo.
- CDU: Tja, unsere liebe Angela. Habe ich oft als "das kleinere Übel" gewählt. Programmtechnisch mit der SPD austauschbar, da in GroKo. Aussagen auf den Plakaten gleich null.
- AfD: Anfangs fand ich deren Aussagen teilweise mit meinen übereinstimmend und dachte, das könnte eine echte Alternative werden. Doch je mehr man sich mit rechts und Pegida anfreundete, desto mehr entfernte ich mich geistig von denen. Inzwischen für mich nur ein NPD Ersatz im Schafspelz, unwählbar. Und diese Wahlplakate... Mag die Frau ihr Baby in die Kamera halten, ist ja alles gut, aber die schreiende Trachtengruppe? Wer hat das durchgewunken???
- Linke: Bundeswehr abschaffen, Arbeitslosen und Armen feines Leben auf Kosten des Mittelstands ermöglichen. Bin ich nicht Zielgruppe von.
- FDP: War der Typ erst Model oder erst Politiker? Bekloppte Wahlsprüche "Digital First, Bedenken Second" mit einem sexy Typ kombiniert. Einpersonenpolitik kann bei so einem Typ funktionieren oder nach hinten losgehen.

Mein Problem, keine Partei bildet zu 100% meine Meinung ab, laut Wahl-O-Mat meist nur so 75-80%. Zum Beispiel: Flüchtlingspolitik der CDU und alle Atomkraftwerke auf Gewalt abschalten missfiel mir, da haben andere die Nase vorne. Die versagen aber dann im Bereich Wirtschaft oder soziale Gerechtigkeit oder sonstwo.
Ich weiß noch nicht, welches dieses Jahr für mich das kleinere Übel ist. Nichtwählen geht nicht, also vielleicht gebe ich dem Bachelor doch eine Chance. Ans Wahlwerbeprogramm hält sich eh fast niemand und wer an der Macht ist macht doch eh die nahezu gleiche Politik wie sie andere täten. Alternativlos ist das ganze...

Wenn der Wahl-O-Mat ( https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/) ab 30.08 aktiv ist, schaue ich mal, was bei mir rauskommt.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 23.08.2017, 21:16

badischer Barde hat geschrieben:@ ingo_001
Ich hat geschrieben:Das Schlimmste, was man m.E. machen kann ist nämlich nicht zu wählen.
halte ich für Unsinn. Wer z.B. NPD wählt, wählt 100% NPD.
Wer nicht wählt, wählt nur zu 1% NPD. Das ist schonmal viel besser.
Das ist so nicht korrekt.
Wer nicht wählt gibt damit automatisch JEDER anderen Partei (den Kleineren überproportional) rechnerisch eine "Kletterhilfe".
Und last but not least: Jeder, der nicht wählt hat m.E. keinen logischen Grund nach der Wahl über das ihm ggfs. nicht genehme Ergebnis zu jammern, denn er hätte das ja durch seine Stimmabgabe verhindern - oder doch abmildern können.
badischer Barde hat geschrieben:Wer nicht wählt, bestätigt letztendlich nur die herrschenden Verhältnisse, also wohl wieder Groko oder so. Schlimm, ja, aber gibt schlimmeres.
Dieser Proportz wurde in Österreich ja jahrzehntelang praktiziert.
Da funktionierte das aber auch nur, weil es dort nicht die Probleme gab, die wir in Germanien haben.
Kurz gesagt: Das mag evtl. noch einmal funktionieren - aber sobald das Thema Flüchtlinge wieder hoch kommt (und das wird es, weil sich an der Problematik de facto Nichts geändert hat), werden die linken "Pipi Langstrumps" ala Mrs. Roth und die rechten Dumüfbratzen a la Mr. Höcke wieder medial aus der momentanen Versenkung auftauchen und froh sein, dass sie sich wieder gegenseitig mit ihren jeweiligen Parolen beharken können ... und sich so ihre jeweilige idio(t)oligische Daseinsbereichtigung sichern.
Zu mehr sind m.E. beide Lager weder fähig noch willens.

Deshalb:
ich hat geschrieben:Ich halte von den "Rechts"-"Links"-Lagern Nichts, weil die sich nur gegenseitig beharken, anstatt die vorhandenen und anstehenden Probleme wirklich lösen zu wollen.
badischer Barde hat geschrieben:Halte ich für den Schlachtruf der GroKo-Wähler. Bloß nicht mit den Programmen anderer Parteien beschäftigen. Wer nicht CDU ist, ist nicht Mitte, und wer nicht Mitte ist ist Extremist. Sorry, aber die von der GroKo erzwungene Übernahme der Spielschulden der Banken durch den Steuerzahler, das Festhalten an TTIP gegen den Willen von 80% der Bevölkerung, die Verschleppung der vom Verfassungsgericht angemahnten Stopfung von Schlupflöchern in der Erbschaftssteuer, die Abschwächung jedes Gesetzes, das für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen soll... wenn man sich mal ernsthaft mit den volkswirtschaftlichen und steuerpolitischen Hintergründen beschäftigt, sollte man erkennen, dass CDU/CSU einseitig Klientelpolitik für Reiche macht, und höchstens noch die Linkspartei sinnvolle Ansätze hat, "die vorhandenen und anstehenden Probleme wirklich (zu) lösen"
Wie gesagt: JEDE Partei hat auch brauchbare Punkte im jeweiligen Programm.
Aber statt diese ideologiefrei auch klar heraus zu stellen, wird das jeweilige Lager durch hohle nichtssagende Parolen und Lippenbekenntnisse abgespeist.

Das, was ich hier (nachlesbar) seit Jahren (nicht erst seit 2015) vertrete scheint sich jetzt in Frankreich abzuzeichnen: Politik, die frei von den Rechts-Links-Mantras agiert - zumindest in der Ankündigung.
Was dann wie umgesetzt wird, wird sich zeigen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2017, 21:18

Ich war zuletzt bei einem Infoabend der CDU, mit dem CDU-Kandidaten unseres Wahlkreises.
Keine 25 Leute waren da, 80% CDU Mitglieder und CDU Ex-Funktionsträger des Stadtteils.
Durchschnittsalter der Truppe ca. 65 Jahre.
Während Deutschland die größten Veränderung seit Jahrhunderten widerfährt, wurde dort über die fehlende Kontrolle eines Haltverbots in einer 200 Meter langen Straße diskutiert, dass Für und Wider der Einführung einer städtischen Bürgersteigreinigung oder die Lärmbelästigung eines Hauses, welches vor über 100 Jahren gebaut wurde und sich heute in einem Gewerbegebiet befindet.
Die "Alt-Bürger" waren dem smarten, junggebliebenen Mittfünziger zu keinem Zeitpunkt gewachsen.

Nachdem der offizielle Teil zu Ende und der Kandidat zum nächsten Termin aufgebrochen war, sprach man mich als "neues" Gesicht sofort an.
Ohne umschweife "beglückwünschten" mich die CDU-Mitglieder, dass in der ehemaligen Berufsschule welche in meinem unmittelbaren Wohnumfeld ist, nun doch keine Flüchtlinge einquartiert werden.
Und sowas in Merkels CDU :cry:.
Die Menschen hatten einfach Angst über die Themen zu sprechen, die sie wirklich bewegen. Schließlich war der große Mann der bald im Bundestag sitzt zugegen und der wäre ihnen sicher über den Mund gefahren.
Wie damals in den 50ern der Pastor oder der Volkschullehrer, nur heute ohne Rute.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2017, 21:35

ingo_001 hat geschrieben:
Das, was ich hier (nachlesbar) seit Jahren (nicht erst seit 2015) vertrete scheint sich jetzt in Frankreich abzuzeichnen: Politik, die frei von den Rechts-links-Mantras agiert - zumindest in der Ankündigung.
Was dann wie umgesetzt wird, wird sich zeigen.

Er überrascht mich auch positiv, besonders eine Aussage die er beim G20 Gipfel von sich gab.
Leider war der Widerhall in den Qualitätsmedien erschreckend gering, wo es doch die einzige Aussage von Relevanz und Brisanz war, die dort von irgendwem gemacht wurde.

Achtung! Trigger Warning!

"Auf die Frage eines Journalisten von der Elfenbeinküste, warum es für Afrika keinen Marshallplan (Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg Westeuropa zugute kam, Anm. d. Redaktion) gibt, beschrieb Macron die Probleme Afrikas als "zivilisatorisch". Er legte in seinen Ausführungen auch nahe, dass die hohe Geburtenrate den Fortschritt in den Ländern des Kontinents behindern würde. "Afrikas Herausforderung ist komplett anders, sie ist viel tiefgehender", sagte Macron und fügte hinzu, dass man sich in Ländern "in denen immer noch sieben bis acht Kinder auf eine Frau kommen" zwar für finanzielle Hilfe in Milliardenhöhe entscheiden könne, damit "aber nichts stabilisieren" werde."

https://kurier.at/leben/emmanuel-macron ... 74.560.055


Da ging der Posterboy der Nannypresse doch wohl etwas zu weit, oder?
Diese Bombe entschärf man am besten durch ignorieren, ich meine, dass ist der Mann der uns vor Le Pen bewahrt hat und dann solch eine üble Entgleisung.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2017, 22:22

Beim Dieselskandal wird es immer deutlich wie stark die Politik sich von Gefühlen und nicht von Fakten leiten lässt.
Wer nur ein wenig googelt wird schnell Beiträge finden, die erläutern, dass Deutschland dass einzige Land ist, welches die herbeifantasierten EU-Stickoxidgrenzwerte überhaupt in aller Schärfe kontrolliert. Wir messen direkt an innerstädtischen Hauptverkehrsadern, während Franzosen ganz entspannt im Stadtpark messen. Eben Savoir-vivre und uns stellen die EU-Kommissare dann dank unserer Selbstbezichtigung in den Senkel und unsere Verwaltungsgerichte werden streng nach Gesetz, so bescheuert es auch sein mag, Fahrverbote verhängen müssen.
Stünden die Messautomaten nur 50 Meter weiter, wäre die Sache schon halb so dramatisch.
Anerkannte Toxikologen geben zu bedenken, dass der aktuelle Stickoxidgrenzwert an Arbeitsplätzen um ein vielfaches höher ist als der neue direkt neben einer "windfreien", innerstädtischen "Schnellstraße" an der sich keiner länger als wenige Minuten aufhalten würde.
Tierversuche mit gar hundertfach höheren Werten konnten keine signifikante Wirkung erzielen.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... s-ist.html

Rechtzeitig vor der Wahl wird langsam deutlich wie stark viele unserer politischen Diskurse entweder von Unwissenheit oder Verlogenheit geprägt sind.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 23.08.2017, 23:24

Meine Statements zu diesen Parteien:

- Die Partei: Unnötig, weil irrelevant.
- NPD: Hohle Dumpfbratzen ohne Geist, Sinn und Verstand.
Wo diese denn mal vorhanden gewesen sein sollten, sind sie bei ihren Rechten Vorbetern abgegeben worden.
- Die Grünen:Umweltthemen sind wichtig aber zu sehr ein Luxusproblem um als Merkmal zu reichen. Özdemir und Kretschmer (?) sind mir sympathisch, die Claudia Roth aber sowas von gar nicht.
* Hab ich einfach mal von Skorpid übernommen, weil ich es nicht anders geschrieben hätte.
- SPD: De facto austauschbar mit der CDU.
- CDU: De facto austauschbar mit der SPD.
- AfD: Mrs. Petry ist m.E. die Einzige in dieser Partei, die logisch argumentieren kann - nur steht sie da auf verlorenen Posten, wie einst Lucke, dem sie seine Partei unter dem Ar*** weg gezogen hatte.
- Linke: Besteuerung nach dem Wertschöpfungsprinzip - logisch, nachvollziehbar und gerecht.
Ansonsten ist da aber recht wenig durchdacht und/oder naiv und weltfremd.
Reden und verhandeln kann man nur, wenn die Gegenseite das auch will - was beim IS nicht gegeben ist.
- FDP: Alter Wein in neuen Schläuchen, daran ändern weder Lindner noch der pinke Farbtupfer zu dem Gelb-Blau Nichts.

"Meine" Partei gibts nicht.

Ich bin z.B. für eine Kita-Pflicht (egal obs die Kids von Teutonen-Otto oder Ali-Türk sind).
Weder Kreuz noch Halbmond oder David-Stern etc. haben etwas in öffentlichen Gebäuden oder an öffentlich Bediensteten zu suchen.
Religiöse Bekenntnisse gehören ausschließlich ins Private und können da auch praktiziert werden - wenn diese nicht gegen das Grundgesetz verstoßen.

Besteuerung nach dem Wertschöpfungs-Prinzip + Rückzahlung von Subventionen, wenn das betr. Unternehmen in ein anderes Land "springt".
Natürliche Personen haben Ihre Einkünfte in dem Land zu versteuern dessen Staatsangehörigkeit sie haben. Bei "Doppel-Staatlern" dort, wo der Lebensmittelpunkt ist - ggfs. anteilig.

Bei Aufklärung von Straftaten hat der Datenschutz ggfs. zurück zu stehen.
Der Mörder des syrischen Flüchtlingsjungen konnte letztlich nur deshalb vor Gericht landen, weil ein Ladenbesitzer mit seiner Kamera eine eindeutige Identifizierung ermöglichte, was an sich rechtswidrig war/ist, weil es verboten ist, Überwachungskameras so zu platzieren, dass diese auch Gehwege erfassen ...
Der Ladenbesitzer hatte einige Wochen gezögert das Material der Polizei zur Verfügung zu stellen, aus Angst vor Strafverfolgung ...

Datenschutz ja - da wo er nötig ist.
Wenn es darum geht Straftaten zu verhindern oder diese dann doch wenigstens aufzuklären, dann ist das, was hier in D. dies bzgl. Gesetz ist z.T. nicht nur widersinnig, sondern auch hochgradig realitätsfremd.

Der o.g. Kinds-Entführer und Mörder hätte sich nicht selbst gestellt, wenn er zuvor nicht eindeutig per Foto identifiziert worden wäre.
So haben die Eltern der beiden ermordeten Jungs wenigstens die Gewissheit, dass der Täter im Gefängnis landete.

Thema Flüchtlinge:
Rechts wie Links schmeißen da Alle in einen Topf.
Das:"Alle raus" ist da genau so vorsätzlich falsch wie das "Alle rein".
Wer die Asyl-Kriterien erfüllt ist hier herzlich willkommen.
Für ALLE Anderen muss es endlich ein Einwanderungs-Gesetz geben, wo klar geregelt ist, wer hier unter welchen Bedingungen einwandern darf.
Für beide Gruppen gilt: Befolgen des Grundgesetzes.
Wer das nicht will muss D. verlassen - im worst case back to sender ... mit allen daraus folgenden Konsequenzen.

Thema Rente:
Im Alter mit 43 % des letzten Netto-Gehalts auszukommen, dass ist ne sportliche Aufgabe, ums mal salopp zu formulieren. De facto ist es eine Frechheit - für nicht wenige wird das in Altersarmut enden.
Die Rentenversicherung wurde da zugunsten der Versicherungs-Branche vorsätzlich ausgehölt.
Zu dem Thema habe ich hier auch schon einige Male und ausführlich geschrieben.
In Österreich erhält der Rentner 80 % seines letzten Netto-Gehaltes (muss aber 15 Beitragsjahre zusammen haben.
In Schweden gibt es einen staatl. Rentenfonds, der mit einem Bruchteil an Verwaltungskosten auskommt, den die Versicherungs-Branche hier einzieht.

Thema Ver(sch)wendung von Steuergeldern:
Was nutzt es, wenn der Bund der Steuerzahler nachträglich die z.T. haarsträubenden Ausgaben auflistet? Nichts.
Es MUSS VORHER geklärt und von Dritter Seite GEPRÜFT werden, WOFÜR das Steuergeld ausgegeben werden soll.

Könnte hier noch etliche Statements mehr abgeben, lasse das aber.

Tja, wie gesagt: "Meine" Partei gibts nicht.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von happyscorpio » 24.08.2017, 00:33

ingo_001 hat geschrieben:Meine Statements zu diesen Parteien:

- AfD: Mrs. Petry ist m.E. die Einzige in dieser Partei, die logisch argumentieren kann - nur steht sie da auf verlorenen Posten, wie einst Lucke, dem sie seine Partei unter dem Ar*** weg gezogen hatte.

Könnte hier noch etliche Statements mehr abgeben, lasse das aber.

Tja, wie gesagt: "Meine" Partei gibts nicht.
Gute Aufzählung, treibt mich auch um. Und eben noch vieles andere mehr.

Zur AfD: seit Monaten schon unterlassen es alle öffentlichen Medien sich mit AfD Spitzenpolitikern zu beschäftigen, sie kommen im Programm nicht vor! Das ist Absicht! Z.B.: Talkshows , Nachrichten. Ausnahme: F.Petry. Da kann man natürlich keine anderen Kandidaten kennen, wenn man sich nicht lifestreams von Wahlveranstaltungen in FB anguckt. Aber auf YT ist jede Menge.

Wenn ich mir dazu den Lindner anschaue (wer ist das eigentlich?) der wegen einer total nebensächlichen "Russland - Bemerkung" tagelang medial gehyped wurde . . . da wissen wir, wie die ÖR ticken. Mutti will unbedingt Schwarz-Gelb und die GEZ - Mafia macht brav Propaganda.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von tanzhou » 24.08.2017, 02:03

Wow, es scheinen ja doch mehr "AFD Anhaenger in diesem Forum" zu sein als Gedacht ... verstaendlich, wir haben ja auch hier im Forum einige Vollpfosten, daher wunderts mich nicht wirklich. Hinzu kommt dann noch der eine oder andere forenfremde Idiot aus dem Netz der meint hier auch mal seine Stimme abgeben zu muessen, weis aus Trotz oder was auch immer.
Bis auf die Diskussionen hier ist die Umfrage schon fast wieder ueberfluessig, nur 2 mal CDU gewaehlt, 5 mal Linke, 5 mal AFD, Hello? Realwerte sehen nur ganz anders aus ...

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von Phytagoras » 24.08.2017, 05:42

Ich versteh echt nicht, wie man AfD wählen kann. Mal abgesehen von der Flüchtlingskrise scheinen deren Werte 60 Jahre zurückzuliegen.

"Rückkehr zur Atomenergie!"
"Arbeitslose sind alle faul. Deutschland sollte nicht so ein Sozialstaat sein."
"Das traditionelle Männer/Frauen Weltbild der 50er Jahre ist gut. Der Mann sollte arbeiten, die Frau am Herd stehen."
"Abtreibung ist scheiße!"
"Ärzte, die im Ausland ausgebildet worden sind, sind nicht so gut wie deutsche Ärzte!"
"Zurück zur D-Mark!"

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von blur » 24.08.2017, 08:45

Das sind dann ähnliche Kandidaten, die in China die KPCh wählen würden, wenn sie denn könnten. Man wünscht sich halt eine Partei die stark erscheint, egal wie deren Werte aussehen.

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