Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

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Welcher Partei gebt ihr eure Zweitstimme?

CDU/ CSU
4
7%
SPD
10
17%
Grüne
2
3%
Linke
10
17%
FDP
4
7%
AFD
20
34%
Piraten
2
3%
NPD
0
Keine Stimmen
Sonstige
6
10%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 58

expat_de
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von expat_de » 24.09.2017, 07:24

badischer Barde hat geschrieben:die Steuerpläne der AfD würde die reichsten 5% erheblich entlasten.
Hast Du dafür mal eine genauere Quelle bitte? Oder meinst Du damit die Erbschaftssteuer?
badischer Barde hat geschrieben:Also entweder die müssen sparen, auch bei der Polizei, oder sie werden die unteren 95% stärker belasten müssen. Übrigens selbst wenn sie alle Asylsuchenden einen Tag nach der Wahl aus dem Land werfen, soviel kosten die gar nicht.
Hast Du meinen Beitrag Oben gelesen? Die vorsichtige Schätzung aus der NZZ nur die Syrier und Nordafrikaner als typische Analphabeten ohne irgendeine Ausbildung betreffend sind 450'000 EUR pro Kopf.Als Summe über ca. die nächsten 20 Jahre. Freilich fliesst das Geld tlw. zurück, via Vermieter, Produzenten und Sozialindustrie. Aber zunächst mal ist es ein Ausgabeposten. Dagegen würde die Verdoppelung der Bundespolizei Peanuts kosten und auch dort fliesst das Geld genauso wieder zurück. Nur die Sozialindustrie geht dabei leer aus und viele Jobs dort würden sicherlich wegfallen, von daher verstehe ich die Panik Einiger.

badischer Barde hat geschrieben:Neoliberale sagen Dinge wie "Leistung muss sich wieder lohnen", und "Es gibt kein Recht auf Faulheit", und "Leistungsträger dürfen nicht über Gebühr belastet werden", ja.
Aber das ist nicht, was sie meinen, und schon gar nicht, was sie entscheiden.
Hmm. Also sind Neoliberale Lügner? Ich hege übrigens u.a. aufgrund des bisherigen Leistungsausweises keinerlei Symphatien für die FDP. Mich wundert nur, warum man so auf ihnen herumhackt. Andere Parteien versprechen doch auch Massnahmen, die sie dann nicht umsetzen oder nicht umsetzen können. Neoloiberal scheint mir eher eine Art Schimpfwort zu sein, wenn einem die Politik nicht passt...?
badischer Barde hat geschrieben:Kennst Du das Arbeitspensum einer Krankenschwester oder eines Paketboten? Die Belastung eines Altenpflegers? Die Komplexität in der Krebsforschung, oder die Verantwortung eines Ingenieurs?
Das sind die hart arbeitenden Leistungsträger, die hier alles am Laufen halten, nicht die Banker, Unternehmensberater, Makler und.. aber ich schweife ab.
Jobs, wo man nur den Führerschein braucht und lateinische Buchstaben lesen können muss, werden niemals gut bezahlt sein. Die Eintrittschwelle ist so tief, dass es dafür immer reichlich Bewerber geben wird. Gut, ausser aktuell in der Hochkonjunktur.

Auch Kranken- und Altenpfleger. Die Berufe sind sicher hart und haben meinen Respekt. aber was man dort an Kenntnissen braucht, hat man in einer Woche gelernt. Die wichtigste Voraussetzung in diesem Beruf sind wohl Menschenliebe und Duldsamkeit.
badischer Barde hat geschrieben:In der biologischen Forschung verdient man durchschnittlich 1600€/Monat. Paketboten drunter, Krankenschwestern leicht drüber. Ingenieure ausserhalb der Konzerne auch oft eher 3000.
Sind das Mutmassungen oder eigene Erfahrungen? Ich habe auf die Schnelle das hier gefunden, was nun chon ein paar Jahre älter ist (2013): https://www.academics.de/wissenschaft/g ... 36373.html
badischer Barde hat geschrieben:Und jetzt vergleich mal, was die FDP in den letzten 50 Jahren so gefordert hat? Nützt irgendwas davon diesen Leistungsträgern? Oder doch eher den Besserverdienenden, egal wieviel Leistung die liefern?
Generell sind viele Löhne und Gehälter in D niedrig und Steuern und Abgaben hoch bis sehr hoch. Das war mir vor 20 Jahren schon klar und die Aussicht bereits beim Berufseinstieg hohe fünfstellige Beträge an Steuern abzuführen war für mich ein nicht unwesentlicher Grund, mein Glück im Ausland zu suchen bzw. gleich das erste Angebot anzunehmen. Allerdings sind in D auch die Preise und Mieten nicht allzu hoch und die Deutschen da recht verwöhnt und leider auch taub und blind für diesbezügliche Hinweise. In jedem Supermarkt bekommt man hier eine enorme Auswahl in sehr hoher Qualität zu tlw. lächerlichen Preisen, insbesondere für landwirtschaftliche Produkte. Mittlerweile hat sich bei den Mieten regional etwas geändert, das ist mir bekannt. Verglichen mit ausländischen Metropolen sind Berlin und Frankfurt allerdings immer noch billig und die Provinz sowieso.
badischer Barde hat geschrieben:Wer als hochqualifizierter Wissenschaftler in seinem Gebiet nur halbe Stellen angeboten kriegt - nicht. Deshalb verdient ein Makler Riesensummen, ohne echten Mehrwert zu schaffen, während andere für das Gehalt einer Putzfrau Krebs heilen.
Hatte ich schon erwähnt, für wen von beiden die AFDP die Steuern senken will?
Die Eintrittschwelle für Makler ist sehr tief. AFAIK darf jeder den Job machen, eine erforderliche Ausbildung gibt es nicht. Offenbar gibt es trotzdem nicht so viele Leute, die damit Riesensummen verdienen.

Als Wissenschaftler braucht man natürlich auch etwas Idealismus, denn das war selten ein Job, der vergoldet wurde. Wäre ich in der Branche würde ich, wenn mir der Lohn zu tief ist, entweder das Arbeitsgebiet hinterfragen oder mal im Ausland gucken. Oder Beides, Allerdings bin ich auch der Meinung der Staat sollte mehr in Grundlagenforschung investieren. Was uns wieder zu den Flüchtlingskosten führt: Aktuell liegen die, je nach Quelle bei ca. 40-60 Mrd. p.a. und sind damit einer grössten Haushaltsposten. Wieviel investiert der Staat in Grundlagenforschung?

Ich finde die Aufzählung von Ingo_001 übrigens recht gut; werde aber trotzdem wählen gehen - und zwar, trotz einiger valider Kritikpunkte, die AfD. In der Absicht, ein Korrektiv für die unsägliche Flüchtlingspolitik einzuführen und mit der Hoffnung wieder eine ernstzunehmende Opposition zu implementieren.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von tigerprawn » 24.09.2017, 07:43

Thema Steuer. Es ist halt so, das schon heute geringe Einkommen wenig Steuern zahlen. Und wenn man da was senkt profitiert immer die mehr, die mehr Steuern zahlten.
Dabei sind Steuern doch gar nicht die Hauptlast. Ich hatte mal nachgesehen (aber wieder vergessen), man muss 80000€ verdienen bevor man mehr Steuern bezahlt als Sozialversicherung (Arbeitgeberanteil mitgerechnet, weil in Wirklichkeit zahlt man den auch)

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von expat_de » 24.09.2017, 08:23

Zum Thema Steuern sollte man auch wissen, dass 95% der Steuern von den oberen 50% der Steuerzahler kommen. D.h. die unteren 50% der Steuerzahler zahlen nur 5% des Steueraufkommens. Meiner Meinung nach könnte man diese auch gleich nahezu kostenneutral aus der Steuerpflicht entlassen, etwa durch deutliche Erhöhung des Freibetrags.

Will man einen schlankeren Staat, muss man "Oben" entlasten, weil von Unten schlicht keine Substanz kommt.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 68060.html

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von tigerprawn » 24.09.2017, 18:47

expat_de hat geschrieben:Meiner Meinung nach könnte man diese auch gleich nahezu kostenneutral aus der Steuerpflicht entlassen, etwa durch deutliche Erhöhung des Freibetrags.
Höherer Freibetrag führt dazu das alle höheren Einkommen stärker entlastet werden.

Aber unabhängig davon: ab demnächst gibt es Jamaika oder die belgische Lösung.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 24.09.2017, 19:32

So, nun ist es raus:

Die SPD geht lt. deren Führung in die Opposition - bleibt also nur die Jamaika-Koalition.

Raufen die sich da nicht zusammen, gäbe es Neuwahlen, bei denen die AfD m.E. noch weiter zulegen würde.

Man kann von der AfD halten, was man will - aber de facto haben sie dafür gesorgt, dass die Wahlbeteiligung von 71 % 2013 auf jetzt mehr als 77 % gestiegen ist.

Und wie ich schon sagte: Angie hat durch das auf Mitte/Links-Drehen der Union massgeblich zum Erfolg der AfD beigetragen.
Ein Vakuum wird eben nicht nur in der Physik immer gefüllt, sondern auch in der Politik.

Nun dürfte im Bundestag der Mehltau Geschichte sein.
Die Opposition war ja de facto seid 2005 abwesend.
Die Demokratie lebt von dem offenen Für und Wider der zur Auswahl stehenden politischen Angebote.
Und die werden jetzt wieder klar ersichtlich werden - so wie es in den 1970-ern war.
Das wird m.E. das Interesse an der Politik weiter fördern, weil es den einzelnen das abverlangen wird, was ich hier schon seit langem predige: Das klare Vertreten der jeweils eigenen Position.
Und das funktioniert dann auch nur, wenn sachlich, klar und logisch argumentiert wird.

M.E. wird die AfD bei diesen Punkten nicht punkten, weil sie in weiten Teilen nur durch Polemik "glänzt".
Das wird im Bundestag so nicht funktionieren: Wird sich da nicht an die Geschäftsordnung gehalten, dann ist der betr. Redner da schnell weg vom Mikro.

Auch bin ich davon überzeugt, dass die AfD weiter nach "Rechts" abdriftet und somit bei den nächsten Wahlen (2021) die jetzt eingesammelten 60 % Protest-Wähler wieder los wird.
Das wird noch schneller passieren, wenn Petry & Co. von Gauland und Höcke in die Wüste geschickt wird.
Kurz: Die AfD wird sich letztlich selbst durch interne Kämpfe zerlegen, wie jede andere "Rechte" Partei vor ihr.
Das setzt natürlich voraus, das die anderen Parteien aus ihren Fehlern gelernt haben werden, die das Entstehen und Erstarken der AfD überhaupt erst möglich gemacht haben.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von tigerprawn » 24.09.2017, 19:47

ingo_001 hat geschrieben:Raufen die sich da nicht zusammen, gäbe es Neuwahlen, bei denen die AfD m.E. noch weiter zulegen würde.
Nicht zwangsläufig. Insbesondere da Neuwahlen auch nichts verbessern würden. Hier wurde das letztes Mal diskutiert
https://www.merkur.de/politik/passiert- ... 29245.html

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 24.09.2017, 20:06

Minderheitsregierungen (Tolaitionen) werden von jeder Partei nicht ohne Grund gefürchtet, wie das Weihwasser vom Teufel.
Sich für jede Endscheidung dann vielleicht auch wechselnde Mehrheiten suchen zu müssen, macht effektives Handeln sehr zeitaufwendig - m.E. sogar unmöglich.
Diese Art von Regierung ist eben immer nur eine Notlösung bis zur nächsten Wahl.

Und deswegen ist dieses typische Lager-Bla-Bla nach dem Wahlergebnis eben auch wieder ein Beleg dafür, dass die betr. Parteien unter partieller Realitätsverweigerung und Logikresistenz leiden.

Will man keine Neuwahlen, dann bleibt nur die Jamaika-Variante.
Das sollte man auch schnell einsehen und sich nicht durch tage- oder wochenlange Schein-Gefechte (weitere) Unglaubwürdigkeits-"Glanztaten" leisten.

Man weiß, weshalb das Wahlergebnis so und nicht anders aussieht.
Ergo muss der Öffentlichkeit klar gesagt werden, was möglich ist:
Entweder "Jamaika" oder Neuwahlen.

Dieses Wünsch-Dir-was-Bla-Bla ist einfach nur peinlich und zeugt von (wie gesagt) Realitäts- und Logikverweigerung.
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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von badischer Barde » 24.09.2017, 22:00

Hast Du dafür mal eine genauere Quelle bitte? Oder meinst Du damit die Erbschaftssteuer?
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... shalt.html

um mal nur Quellen zu verlinken, die über jeden Verdacht, sozial oder links zu sein erhaben sind.
Hast Du meinen Beitrag Oben gelesen?
Der verlinkte Gastkommentar zitiert als Quelle der ominösen 450.000€ wieder nur den Prof. Raffelhüschen. Was von dem zu halten ist, habe ich ja bereits deutlich gesagt. Dem würde ich nichtmal die Uhrzeit glauben.
badischer Barde hat geschrieben:
Neoliberale sagen Dinge wie "Leistung muss sich wieder lohnen", und "Es gibt kein Recht auf Faulheit", und "Leistungsträger dürfen nicht über Gebühr belastet werden", ja.
Aber das ist nicht, was sie meinen, und schon gar nicht, was sie entscheiden.
Hmm. Also sind Neoliberale Lügner? Ich hege übrigens u.a. aufgrund des bisherigen Leistungsausweises keinerlei Symphatien für die FDP. Mich wundert nur, warum man so auf ihnen herumhackt. Andere Parteien versprechen doch auch Massnahmen, die sie dann nicht umsetzen oder nicht umsetzen können.
Hmm... ja und nein. Wenn ein Prof. Raffelhüschen - es gibt schönere Beispiele, aber Sie haben den Kerl wieder angeschleppt - systematisch in seiner Eigenschaft als Professor Werbung für die kapitalgedeckte Altersversorgung macht, und dann auf die Frage:

"Die Frage war doch, ob es problematisch ist, dass Sie dann gleichzeitig für die Versicherungswirtschaft tätig sind?"

antwortet:

"Ich bin nicht für die Versicherungswirtschaft tätig, ich bin staatlicher Professor"

[MONITOR 16. März 2006]

Dann ist das eine Lüge. Siehe z.B. Wikipedia.

Zum Thema Wie sinnvoll ist eigentlich Riestern gibt es hinreichend Material, da können Sie sich darüber informieren, wie hoch der Wahrheitsgehalt seiner sonstigen Aussagen ist.
Zusammenfassung: Unter 2.000€/Monat brutto komplett sinnlos, weil man nicht über die Grundsicherung kommt, und Riester darauf angerechnet wird.
Alles darüber so hohe Gebühren, dass man ein theoretisches Portfolio aus ETFs und sicheren Anleihen erst im reifen Alter von ca. 100 schlägt. Trotz staatlicher Zuschüsse, die ja auch unsere Steuergelder kosten.

Andererseits... Nein. Viele gerade jüngere BWLer oder VWLer erhalten eine sehr einseitige Ausbildung, die viel mit Formeln und Zahlen arbeitet, und so einen wissenschaftlichen Prozess emuliert. Bis auf den wichtigsten Teil: Abgleich mit der Realität. Es hat schon seinen Grund, dass der Wetterbericht immer sagt, wie das Wetter morgen wird, Aktienanalysten aber immer erklären, warum die Aktien heute gemacht haben was sie gemacht haben.
Manche glauben einfach dran, und ignorieren den Part der Realität, der nicht passt.
Neoloiberal scheint mir eher eine Art Schimpfwort zu sein, wenn einem die Politik nicht passt...?
hmmmnein. Neoliberal ist ein ganz *spezielles* Schimpfwort wenn einem eine ganz *bestimmte* Richtung der Politik nicht gefällt.
Gegen Ausländer? Vielleicht rassistisch, aber nicht neoliberal
Gegen Frauen, Schwule, Lesben, Transsexuelle, Resexuelle, Contrasexuelle, Maumausexuelle ? Sexistisch, aber nicht neoliberal
Gegen Arbeiter, Angestellte, Geringverdiener? Potentiell neoliberal, vor allem wenn die Gewinne dieses Gesetzes oder dieser Entscheidung in die Taschen weniger Reicher fließt.
badischer Barde hat geschrieben:
Kennst Du das Arbeitspensum einer Krankenschwester oder eines Paketboten? Die Belastung eines Altenpflegers? Die Komplexität in der Krebsforschung, oder die Verantwortung eines Ingenieurs?
Das sind die hart arbeitenden Leistungsträger, die hier alles am Laufen halten, nicht die Banker, Unternehmensberater, Makler und.. aber ich schweife ab.
Jobs, wo man nur den Führerschein braucht und lateinische Buchstaben lesen können muss, werden niemals gut bezahlt sein. Die Eintrittschwelle ist so tief, dass es dafür immer reichlich Bewerber geben wird. Gut, ausser aktuell in der Hochkonjunktur.
Auch Kranken- und Altenpfleger. Die Berufe sind sicher hart und haben meinen Respekt. aber was man dort an Kenntnissen braucht, hat man in einer Woche gelernt. Die wichtigste Voraussetzung in diesem Beruf sind wohl Menschenliebe und Duldsamkeit.
"Die Erlaubnis zum Führen der gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen Gesundheits- und Krankenpfleger... wird nach einer dreijährigen Ausbildung an einer staatlich anerkannten Krankenpflegeschule und erfolgreichem Ablegen einer staatlichen Prüfung auf Antrag erteilt."

[Wikipedia]

Sind das Mutmassungen oder eigene Erfahrungen? Ich habe auf die Schnelle das hier gefunden, was nun chon ein paar Jahre älter ist (2013): https://www.academics.de/wissenschaft/g ... 36373.html
Vielen Dank für den Link. Und ich dachte, mit dem Focus wäre die journalistische Untergrenze ausgelotet.
Erzählen Sie mir bitte nicht, dass Sie das ernstnehmen können?

"Das Schlusslicht bei den Einstiegsgehältern bilden die Informatiker."

Wahr ist das exakte Gegenteil. Es mag die Zeit verwirren, dass vereinzelt tatsächlich sehr hohe theoretische Einstiegsgehälter in der Pharmabranche angegeben wurden. In der Physik nur in absoluten Ausnahmefällen. Realistischer Durchschnitt ist das nicht. Der errechnet sich aus den im Durchschnitt niedriger liegenden realistischen Gehältern in der Pharabranche, und den üblicherweise halben Gehältern in der Forschung. Nach unten abgerundet durch Biologen, auch promovierte, die nur eine Stelle als Laborassistenten finden können. Leider einige in meinem Bekanntenkreis.
Ich kenne auch zwei Physiker und einen Biologen, die jetzt als Informatiker arbeiten. Weil sie da mehr als doppelt so viel verdienen, und nicht alle paar Jahre neue Projekte/Fördermittel beantragen müssen.
Also ja... eigene Erfahrungen, Freundeskreis, Erfahrungen der Universitäten...

badischer Barde hat geschrieben:
Und jetzt vergleich mal, was die FDP in den letzten 50 Jahren so gefordert hat? Nützt irgendwas davon diesen Leistungsträgern? Oder doch eher den Besserverdienenden, egal wieviel Leistung die liefern?
Generell sind viele Löhne und Gehälter in D niedrig und Steuern und Abgaben hoch bis sehr hoch.
Ja, auf Erwerbseinkommen. 42% + Abgaben. Und dank der kalten Progression kommt man da schon viel früher hin.

Auf leistungsloses Einkommen aus Kapitalerträgen oder Erbschaft sind es nur 25%, das klingt doch schon freundlicher.
Sie müssen sich halt Ihr Geld aus den richtigen Quellen holen.
badischer Barde hat geschrieben:
Wer als hochqualifizierter Wissenschaftler in seinem Gebiet nur halbe Stellen angeboten kriegt - nicht. Deshalb verdient ein Makler Riesensummen, ohne echten Mehrwert zu schaffen, während andere für das Gehalt einer Putzfrau Krebs heilen.
Hatte ich schon erwähnt, für wen von beiden die AFDP die Steuern senken will?
Die Eintrittschwelle für Makler ist sehr tief. AFAIK darf jeder den Job machen, eine erforderliche Ausbildung gibt es nicht. Offenbar gibt es trotzdem nicht so viele Leute, die damit Riesensummen verdienen.
Ja, etwas niedriger als die für Paketfahrer. Die, die ich kenne fahren beide einen schweren Daimler.
Der Paketfahrer Firmen-Sprinter, der Makler S-Klasse. Bei in etwa gleichen Qualifikationen.
Hatte ich schon erwähnt, für wen von beiden die AFDP die Steuern senken will?
Arbeitsgebiet hinterfragen


Ja, gute Idee. Halt nach dem Studium etwas spät.
oder mal im Ausland gucken
leider auch nicht besser.
Allerdings bin ich auch der Meinung der Staat sollte mehr in Grundlagenforschung investieren
.

Joa.. oder einfach die Nutznießer mal mitbezahlen lassen. Anscheinend verdient die Pharmaindustrie mit den ergebnissen der staatlich finanzierten Institute und Universitäten Milliarden.

Was uns wieder zu den Flüchtlingskosten führt: Aktuell liegen die, je nach Quelle bei ca. 40-60 Mrd. p.a.


Nein. Je nach Quelle zwischen 20 und 60 Mrd. Wobei man ja selbst für 50 Mrd. schon einen Raffelhüschen ausgraben muss.
Die Ausnahmen in der Erbschaftssteuer kosten uns übrigens ca. 30 Mrd. p.a.
Davon profitieren dann aber nicht eine Millionen Flüchtlinge und deren Deutschlehrer, Vermieter, Ärzte und Supermarktangestellten, sondern ein paar zehntausend Reiche. Und deren Makler und Vermögensverwalter. Und die kaufen mit dem Geld dann Häuser und treiben die Immobilienpreise, oder Mittelständler und zerschlagen sie gewinnbringend, und schaden damit der großen Mehrheit doppelt.
Ich finde die Aufzählung von Ingo_001 übrigens recht gut; werde aber trotzdem wählen gehen - und zwar, trotz einiger valider Kritikpunkte, die AfD. In der Absicht, ein Korrektiv für die unsägliche Flüchtlingspolitik einzuführen und mit der Hoffnung wieder eine ernstzunehmende Opposition zu implementieren.
Es scheinen viele so gedacht zu haben. Also Glückwunsch, das Wahlergebniss so ausgefallen ist wie Sie das wollten. Ich befürchte nur, dass wir jetzt mit CDU/FDP/DinkelFDP eine noch neoliberalere Regierung kriegen, und eine Opposition die entweder zerstritten ist (Linke und SPD passen halt nicht soo gut zur AfD) oder der Regierung Angriffsfläche ohne Ende bietet (Guck mal, Wähler, die Linke arbeitet mit der AfD zusammen. Die verraten ihre Ideale! Extremisten unter sich... dann muss unsere Politik ja richtig sein, wenn sich die Schmuddelkinder darüber aufregen. Wer nicht mitmacht ist ein Naaazikommunist!!!1einself!...)



Actually, there’s been class warfare going on for the last 20 years, and my class has won
[Warren Buffett, CNN-Interview, September 30, 2011]

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sweetpanda » 24.09.2017, 23:55

Ein Beben.
Einige Erkenntnisse haben mich heute Abend echt beeindruckt.

Durchschnittlich bezeichnen 80% der Wähler ihre finanzielle/berufliche Situation als gut/zufriedenstellend.
Selbst unter den AFD-Wählern bezeichnen 70% ihre eigene finanzielle/berufliche Situation als gut/zufriedenstellend.
Diese Wähler kann man also nicht mit sozialen Wohltaten zurückgewinnen, es geht ihnen ja schon gut, sie wollen die gesellschaftlichen Veränderungen nur einfach nicht hinnehmen.
Obwohl dies noch kurz vorher deutlich in Grafiken dargelegt wurde verfielen die Wahlverlierer in ihre irrigen Erklärungsmuster.
In Ostdeutschland ist die AFD unter Männern die stärkste Partei. :shock:
Und Frau Merkel redet davon, die strategischen Ziele der Wahl erreicht zu haben.
Professor Werner Patzelt Politikwissenschaftler an der Uni Dresden hat das Kernproblem durch den Begriff "Entheimatung" wunderbar beschrieben:
"Man bleibt zwar im eigenen Land, erkennt aber in ihm so große Veränderungen, dass man sich zunehmend heimatlos fühlt. Das empört, zumal die Leute ja nie in einer Wahl oder Volksabstimmung gefragt wurden, ob sie diesen Wandel auch wollen.
Und so richtet sich der Zorn sowohl gegen jene, die zu uns kommen, als auch gegen die, welche so gewaltige Veränderungen unserer Gesellschaft einfach zulassen."

Die CSU hat 38% in Bayern, der bayrische Löwe hat zu oft gebrüllt und nie gebissen.
Wie soll die CSU eine Koalition mit den Grünen eingehen, einen weiteren Linksruck mitgehen und dabei nicht befürchten, die Landtagswahl noch deutlicher zu verlieren?
Die Wahlplakate der AFD in Bayern sprechen Bände. "Franz Josef Strauß würde AFD wählen!"
Ohne CSU liegt die CDU nur noch bei 25%.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von sweetpanda » 25.09.2017, 00:35

badischer Barde hat geschrieben: Der verlinkte Gastkommentar zitiert als Quelle der ominösen 450.000€ wieder nur den Prof. Raffelhüschen. Was von dem zu halten ist, habe ich ja bereits deutlich gesagt. Dem würde ich nichtmal die Uhrzeit glauben.
Raffelhüschen kann man mögen oder nicht, doch aus welchen Grund sollte er uns die fiskalische Freude an den Flüchtlingen verderben wollen. Warum geht er in die Gefahr als Flüchtlingshasser verrufen zu werden, erhofft er sich Aufträge von der AFD?
Ihn persönlich zu diskreditieren führt doch zu nichts.
Seine Annahmen klingen extrem plausibel, denn der Grund für die hohen Kosten in all den Berechnungen liegt an Daten früherer Einwanderergenerationen: Die Flüchtlinge sind in der Regel deutlich niedriger gebildet als die Bundesbürger. Sie bringen dem Fiskus damit im Laufe ihres Lebens in Deutschland weitaus geringere Steuereinnahmen, wollen aber – zumindest wenn sie hier bleiben – mehr aus den Gemeinschaftskassen haben.
In eine stark umverteilenden Sozialstaat wie Deutschland ist nichts anderes zu erwarten, bis weit in den Bereich der Normalverdiener ist man in der Realität ein Leistungsempfänger.
Die Sozialquote in Deutschland liegt bei über 30%, es werden über 30% unseres Sozialproduktes für Sozialleistungen verwendet. Das ist phänomenal, wir liegen damit bei der Weltspitze und sollten ruhig darauf Stolz sein, denn es ist mit ein Grund warum wir ein so beliebtes Einwanderungsland sind.

Vieles was du von dir gibst wirkt wirklich aus der Zeit gefallen, geradezu aus der sozialdemokratischen Mottenkiste. Viel Bauchgefühl und Emotionen doch wenige Fakten.

Die Kosten der Bankenrettung sind heute schon bekannt, im schlimmsten Fall liegen sie bei 52 Milliarden €...von wegen Billionen. Der Nutzen ist nicht zu beziffern.
https://de.statista.com/statistik/daten ... den-staat/
Die Flüchtlingskosten von 2015 bis Mitte 2017 liegen bisher bei 56 Milliarden und sie werden bisher jedes Jahr größer und ein Ende ist nicht abzusehen. Ein Nutzen ist nicht zu sehen.
https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 25.09.2017, 08:38

Die aktualisierte Achse des Bösen: NK, Iran und ... Sachsen ...
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von Phytagoras » 25.09.2017, 10:00

Und wieder geht es hier bei der AfD nur um die Flüchtlinge, weshalb sie gewählt worden sind.
In 2017:

-Zurück zur Kohle/Nuklearenergie.
-Abtreibungen sollten nicht erlaubt sein.
-Traditionelles Familienbild: "Mann arbeitet, Frau kümmert sich um den Haushalt."
-Homosexuelle Paare sollten nicht die selben Rechte haben wie Heterosexuelle.
-"Flüchtlingskinder an der Grenze sollten auch erschossen werden."

Ich hatte vor ein paar Seiten die diesbezüglichen Stellen aus dem Wahlprogramm der AfD ja zitiert (abgesehen vom letzten Punkt).

Und ich bin mir sicher, dass 80% der Wähler der AfD diesen nicht zustimmen würden.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von tanzhou » 25.09.2017, 12:15

LOL ... und Frau Petry haut in den Sack. Der hinterletzte Muell aus Ostdeutschland, Gauland und sein rechtes Pack, findet dann auch noch einen Weg den Rest kaputt zu machen. Weiter so ...

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 25.09.2017, 12:30

tanzhou hat geschrieben:LOL ... und Frau Petry haut in den Sack. Der hinterletzte Muell aus Ostdeutschland, Gauland und sein rechtes Pack, findet dann auch noch einen Weg den Rest kaputt zu machen. Weiter so ...
Wie ich schon sagte: Die AfD wird sich selbst zerlegen.
Mrs. Petry erleidet nun das Gleiche Schicksal, wie ihr Vorgänger Lucke, der ja die AfD als Anti-Euro-Partei und wirtschaftsliberaler als die FDP gründete: Der rechte Flügel ist gerade dabei, sie "abzusägen".
Dass sie selbst damals Lucke mit Hilfe der rechten Rechten in die Wüste schickte, könnte man ja fast schon tragisch nennen.
Oder markiger: Die (AfD)-Revolution (die Ultra-Rechten) frisst ihre Kinder (Chefs).
Den Parteivorsitz durfte sie jedenfalls im November los sein - wenn sie den denn nicht vorher freiwillig abgibt.

Sollten 30 Abgeordnete der AfD ihrem Beispiel folgen, dann hätte die dieser Teil Fraktionsstatus im Bundestag.
Nun hängt es davon ab, wie viele vom damaligen Lucke-Lager da noch übrig sind.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bundestagswahl 2017 - Welche Partei wählt ihr?

Beitrag von ingo_001 » 25.09.2017, 13:34

+++ Gerade im DLF gemeldet: +++

In MeckPom haben sich 4 AfD-ler jetzt von der AfD-Landtagsfraktion abgespalten und sind nun als "Bürger für Mecklenburg Vorpommern" im MeckPom Landtag als eigene Fraktion tätig.

Dieser zeitliche "Zufall" zu Petrys Statement ist für mich keiner.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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