25 Jahre Maueröffnung

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25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Yingxiong » 09.11.2014, 07:26

Jetzt ist das ganze auch schon wieder 25 Jahre her! Ich hatte damals gerade mit meinem Studium in Bayreuth begonnen.

Was sind eure Gedanken zum Mauerfall?
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Shenzhen » 09.11.2014, 07:55

Grosse Party in West-Berlin am Brandenburger Tor und Ku'damm - ich war mitten drin und habe die ersten die es dort hin geschafft haben mit begruesst, eingeladen und gefeiert, dann bald schon das unvergessene "The Wall" Konzert von Pink Floyd. Danach leider schnell die Ernuechterung als man gesehen hat das Ingenieure leider nicht gleich Ingenieure sind obwohl sie gleiches Geld fordern...

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von enrigo » 09.11.2014, 11:46

Was für ein Hype. Damals war das der große Aha Moment und dann kam die feindliche Übernahme. Ich kanns nicht mehr hören

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Shenzhen » 09.11.2014, 12:54

Haha feindliche Uebernahme.... eher freundliche Geldverbrennung...

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von sweetpanda » 09.11.2014, 13:03

Ich hatte mir jahrelang auch irgendwie vorgestellt, dass das Wohlstandniveau im Westen ohne die Abgaben in den Osten heute wesentlich höher wäre, aber ich glaube nicht mehr so recht daran. Heute gehört halb Osteuropa zur EU, allen Ländern dort geht es wesentlich besser als 1990.
Gemeinsam, Ost- und Westdeutschland, aktuell auch Osteuropa ist es gelungen, das Wohlstandsniveau für alle Beteiligten zu erhöhen.
Auf lange Sicht ist Wohlstand keine fixe Größe die zwangsläufig kleiner werden muss, nur weil mehr Mensch teilhaben können.
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Shenzhen » 09.11.2014, 13:28

naja Sweet Panda die Frage ist halt auf wessen Kosten und auf wessen Solidaritaet....

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von sweetpanda » 09.11.2014, 13:35

Ich glaube halt nicht, dass es uns "Wessis" jetzt irgendwie 30% besser ging ohne den Aufbau Ost.
Man hat schließlich beim Militär und Geheimdiensten sparen können und neue Märkte wurden erschlossen.
Die ersten 5-10 Jahre war es nix, aber seit 2000 geht es uns gemeinsam immer besser.
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von ingo_001 » 09.11.2014, 14:58

Tja, wie war das damals ...

Ich war sofort nach Schabowskis Zettel-"Desaster" zum Grenzübergang Bornholmer Str. gegangen.
Was da abging hätte ich nie für mögl. gehalten - jedenfalls nicht zu meinen Lebzeiten (und damals war ich gerade mal 22 Lenze jung).
Ich war - wie alle anderen - bis dahin felsenfest davon überzeugt, dass der "antifaschistische Schutzwall" immer zu West-Berlin gehören würde, wie das Oktoberfest zu München.

Und wer da heute behauptet, dass die Wiedervereinigung schon vor 1989 abzusehen war, der lügt.
Da war gar nichts abzusehen.
Man wusste zwar, dass die DDR von westl. Devisen abhängig war (Zwangsumtausch, Häftlingsfreikäufe, Mrd. Kredite die nicht zuletzt von FJS vermittelt wurden) ...
Aber Honnecker & Co. erschienen trotz dem als fest im Sattel sitzend.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass im Sommer 1989 das Tiananmen-Massaker nicht zuletzt auch die Menschen in der damaligen DDR stark beunruhigt hatte und man eine "chin. Lösung" seitens der DDR-Regierung befürchtete.

Wenn ich bedenke, dass meine Eltern mir 1986 empfahlen einen Job bei den Alliierten anzunehmen, weil der (wenn auch sonst kein Job sicher wäre) ne "Ewigkeitsgarantie" hätte ...

Wie auch immer:
Ich bin mit der Mauer aufgewachsen - auf westl. Seite hatte man sich an den Status Quo gewöhnt und man gab keinen Pfifferling auf die Sonntagsreden, die die dt. Einheit zum Thema hatten.
Das waren wohlfeile Lippenbekenntnisse, wie sie heute z.B. in Sachen Bekämpfung der Steuerhinterziehung gehalten werden.

Als Fazit kann man sagen:
JEDES politische System kann schnell im Papierkorb der Geschichte landen, wenn sich die Umstände plötzlich ändern - und unumstößlich Geglaubtes keine Gültigkeit mehr hat.

Obwohl ...
Wer sind die Beiden Chefs von D.?
Woher kommen die?

Also hat die DDR letztlich doch die BRD übernommen ... :mrgreen: :P
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von ingo_001 » 09.11.2014, 15:12

sweetpanda hat geschrieben:Ich glaube halt nicht, dass es uns "Wessis" jetzt irgendwie 30% besser ging ohne den Aufbau Ost.
Man hat schließlich beim Militär und Geheimdiensten sparen können und neue Märkte wurden erschlossen.
Die ersten 5-10 Jahre war es nix, aber seit 2000 geht es uns gemeinsam immer besser.
Also wenn ich meinen Gehaltszettel so sehe ... ich habe da nicht wirklich viel mehr drauf als zu Vor-Wendezeiten.
Berlin-Zulage (waren immerhin 8% aufs Brutto) von einem Tag auf dem anderen - weg.
Das Land Berlin ist aus der Tarifgemeinschaft der Länder raus ... 8 % weniger (Arbeitszeit de facto gleich und mehr, weil die Arbeit ja deshalb nicht weniger wurde).

Aus finanzieller Sicht gehts mir mit Sicherheit keine 30 % besser.
Und das durfte für viele West-Berliner gelten.

Den Reibach haben die Konzerne gemacht - bei den Beschäftigten ist da sehr viel weniger angekommen.
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Shenzhen » 09.11.2014, 15:43

Ja, wir Westberliner sind ein Wendegeschundenes Volk, von einem Jahr zum anderen 100% der Auftraege fuer Dachausbauten die wegen Platzmangels in Westberlin gerade boomten verloren weil alle sich im Osten ihr Einfamilienhaeuschen bauten. Zum Glueck haben die meisten aber nach ein paar Jahren festgestellt das der Wessi an sich im Osten unerwuenscht ist und ist nach Westberlin zurueck um sich eine Penthousewohnung zu kaufen.

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von sweetpanda » 09.11.2014, 15:51

Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du nach 25 Jahren Berufstätigkeit weniger verdienst als damals?
Das Berlin durch Zulagen etc. gepampert wurde, ist keine Vernünftige Grundlage eines Vergleichs.
Ich habe als Kind Ende der achtziger bei einigen älteren Wohnungen noch gesehen, dass Leute Ölöfen nutzten und das im tiefen Westen.
Unsere ganze Familien ist mit dem Schauinslandbus 16 Stunden nach Spanien gefahren.
Heute fliegt meine Mutter mit ihrer Rente hin wo sie will, es steht doch außer Frage dass das Wohlstandsniveau auch im Westen gewachsen ist.
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von Sugoi » 09.11.2014, 16:36

sweetpanda hat geschrieben:Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du nach 25 Jahren Berufstätigkeit weniger verdienst als damals?
Na ja, von der Summe her mehr "verdienen" heisst nicht automatisch auch, dass man mehr davon kaufen kann. Dank Inflation usw. kann sich das schnell relativieren...

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von blackrice » 09.11.2014, 17:30

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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von ingo_001 » 09.11.2014, 17:45

sweetpanda hat geschrieben:Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du nach 25 Jahren Berufstätigkeit weniger verdienst als damals?
Ich hab nicht von weniger gesprochen - wohl aber von nicht wirklich messbar mehr (inflationsbereinigt).
sweetpanda hat geschrieben:Das Berlin durch Zulagen etc. gepampert wurde, ist keine Vernünftige Grundlage eines Vergleichs.
Ist es, weils Realität war - genauso wie die Ballungsraumzulagen, die es z.B. in München gab und noch gibt.
sweetpanda hat geschrieben:Ich habe als Kind Ende der achtziger bei einigen älteren Wohnungen noch gesehen, dass Leute Ölöfen nutzten und das im tiefen Westen.
Die gabs auch im damaligen West-Berlin noch - und gibts auch heute noch vereinzelt.
sweetpanda hat geschrieben:Unsere ganze Familien ist mit dem Schauinslandbus 16 Stunden nach Spanien gefahren.
Heute fliegt meine Mutter mit ihrer Rente hin wo sie will, es steht doch außer Frage dass das Wohlstandsniveau auch im Westen gewachsen ist.
Mal davon abgesehen, dass es auch heute noch genug "West"-Rentner gibt, die nach jahrzehntelanger Arbeit eben nicht (wie Deine Mom) hin fliegen können, wohin sie wollen ... ist das Wohlstandsniveau zwar gewachsen, nur eben nicht für jeden, um die von Dir genannten 30 %.

Die Lohn bzw. Rentenentwicklung in der Bundesrepublik steht in keinem Verhältnis zu der der Unternehmen.
Kannst Du bei Bedarf gerne nachgoogeln.
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Re: 25 Jahre Maueröffnung

Beitrag von gzs » 09.11.2014, 17:48

k A bin Bayer :D :mrgreen:
Für uns Bayern san bloß de Saupreißn mehr worn … :)
Gerhard

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