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Re: Handelskrieg USA vs. China

Verfasst: 18.01.2020, 19:33
von sweetpanda
rundherum hat geschrieben:
16.01.2020, 07:29

EU Handelsdefizit mit China: 180 Milliarden USD.
US Handelsdefizit mit China: 380 Milliarden USD.
Und das, obwohl das gesamte Handelsvolumen mit China für die EU und die USA mit knapp 600 Mia. USD ähnlich hoch ist.

Die Chinesen kaufen doppelt so viele Güter aus Europa wie aus den USA. Die EU exportiert gut 200 Mia. USD nach China. Zum Vergleich: in die Schweiz exportiert die EU 180 Milliarden USD, in die USA aber 425 Mia. Die USA sind für Europa also der weitaus wichtigere Handelspartner.
Das ist der Zustand der Vergangenheit und natürlich sind es bisher alles nur Zusagen und ob sich China an seine vielen Versprechen hält, muss sich noch zeigen. Natürlich könnte China jetzt trotzdem "Lügen" oder "Betrügen" doch wenn man davon ausgeht, ist jede Diskussion, Verhandlung oder Vertrag mit China immer unnütz.
Ein Handelsdefizit wird bei Einhaltung der neuen Regeln weiterhin bleiben, es wird nur sicher nicht mehr so schnell wachsen wie bisher, eventuell gleich bleiben oder vielleicht sogar reduziert werden.

Es zeichnet sich aber eine fairer Situation ab und die Handelsströme die sich dann ergeben, sind wenigstens auf "ehrliche" Weise entstanden.

Man stelle sich vor die amerikanische Finanzindustrie kriegt wirklich einen Fuß auf chinesischen Boden, würden die Chinesen denen nicht die Bude einrennen?

Re: Handelskrieg USA vs. China

Verfasst: 20.01.2020, 10:00
von ingo_001
sweetpanda hat geschrieben:
18.01.2020, 19:33
Man stelle sich vor die amerikanische Finanzindustrie kriegt wirklich einen Fuß auf chinesischen Boden, würden die Chinesen denen nicht die Bude einrennen?
Das würde darauf ankommen, in wie weit die chin. Regierung die Regulieren würde.

Du glaubst doch nicht wirklich, dass die chin. Regierung Schlüsselsektoren komplett öffnet.

Jede Wette, dass das nicht geschehen wird.

Re: Handelskrieg USA vs. China

Verfasst: 20.01.2020, 19:43
von rundherum
JP Morgan ist gerade dran, sich 100% an ihrem chinesischen Joint Venture zu sichern.
Die Chinesen rennen denen aber nicht die Bude ein. Das wäre auch schön blöd. Als Chinese kann man zu einer der chinesischen Staatsbanken. Da hat man Staatsgarantie sowie eine weitaus grössere Marktkapitalisierung als Puffer als jede amerikanische Bank. ICBC hat mit über 2 Billionen USD fast fünfmal so viel Wert wie die wertvollste US-Bank, JP Morgan. Aus diesen Gründen schätzen selbst amerikanische Ratinggesellschaften die chinesischen Staatsbanken als kreditwürdiger ein als die US-Banken.

Warum soll man als Chinese also zu einer US-Bank in China gehen?

Re: Handelskrieg USA vs. China

Verfasst: 20.01.2020, 20:30
von sweetpanda
rundherum hat geschrieben:
20.01.2020, 19:43
Warum soll man als Chinese also zu einer US-Bank in China gehen?
Natürlich nicht um ein Yuan Sparkonto zu eröffnen. Aber liebend gerne würden viele Millionen Chinesen ihre Anlagen geographisch diversifizieren.
Derzeit kann ein normaler Chinese doch kein Geld in internationale Aktien oder Fonds investieren.
Billionen von Yuan wollen dringend raus aus China, noch lieber Heute als Morgen.
Das erste ausländische Institut das die ermöglichen könnte, würde doch in Mittelzuflüssen untergehen.

Warum gibt es wohl Kapitalverkehrskontrollen?

Re: Handelskrieg USA vs. China

Verfasst: 21.01.2020, 08:05
von rundherum
Natürlich nicht um ein Yuan Sparkonto zu eröffnen. Aber liebend gerne würden viele Millionen Chinesen ihre Anlagen geographisch diversifizieren.
Derzeit kann ein normaler Chinese doch kein Geld in internationale Aktien oder Fonds investieren.
Das ist korrekt. Aber chinesische Banken können das genau so gut/schlecht ermöglichen. Eine Effektenhändlerlizenz ist nicht wirklich schwer zu bekommen.
Aber China wird seine Kapitalverkehrskontrollen so rasch nicht abschaffen. Sonst sähe das Land innert Wochen einen massiven Immobiliencrash, ein Zusammenbruch des gesamten Schattenbanksystems und einen Finanzkrise, welche 2008 alt aussehen lässt. Zunächst müsste es China gelingen, innerhalb des Landes qualitativ bessere Finanzmärkte zu schaffen, sodass nicht mehr dreiviertel der Vermögen in Immobilien gehalten werden, sondern in Unternehmen investiert werden können.