Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

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qwerty
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Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von qwerty » 09.06.2016, 09:17

Hi, hat jemand von euch Erfahrung mit Überweisungen von China nach Deutschland? Das meiste habe ich schon recherchiert, und weiß in etwas wie es funktioniert, habe aber noch ein paar Detailfragen:

1. Wir planen eine Überweisung von chinesischem RMB-Konto auf ein Deutsches Konto. Der Wechselkurs wird ja in China offiziell festgelegt, von daher gehe ich davon aus, es ist egal, bei welcher Bank wir das machen, oder? Von Gebühren her scheinen sich die Banken hier auch kaum zu unterscheiden.

2. Ein Teil des Geldes wurde in China erarbeitet. Dafür haben wir Steuerbelege. Die zeigen aber in China nur wieviel Steuer gezahlt wurde, nicht was der eigentliche Gehaltsbetrag war. Andere Belege gibt es laut Auskunft unseres Finanzamts hier nicht. Werden wir damit in Deutschland Probleme bekommen, falls die Überweisung von der Bank als verdächtig gemeldet werden sollte?

Dazu kommt noch, dass wir für den anderen Teil des Geldes (auf dem Papier) gar keine Belege haben. Das wurde uns Bar zur Hochzeit geschenkt. Hier ganz normal, aber wird das in Deutschland auf Verständniss stoßen?

3. Wir müssen den Betrag aufteilen (smurfen), da ja in China die $50.000 Grenze für Auslandsüberweisungen gilt. Meine Frau ist Chinesin, und wir könnten das über ihre Verwandten machen. Hier auch wider: Das machen ja in China alle so, aber werden das die deutschen Behörden auch verstehen?

Was ich mir überlegt habe: Sollten wir vielleicht die Verwandten das Geld überweisen lassen, und falls es zur Nachfragen kommen sollte, geben wir einfach an es handelt sich um Schenkungen der Verwandten an uns? Damit wären wir ja quasi aus dem Scheider der Beweislast.

yorck
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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von yorck » 04.08.2016, 11:48

1. Gebühren sind unteschiedlich. hängt auch meinst mit deine Konto ab.
2. über Steuer..... kein Kommentar...
3. muss dann schriftlich dokumentiert und unterzeichnet werden..

ja, denke ich auch... :lol:

qwerty hat geschrieben:Hi, hat jemand von euch Erfahrung mit Überweisungen von China nach Deutschland? Das meiste habe ich schon recherchiert, und weiß in etwas wie es funktioniert, habe aber noch ein paar Detailfragen:

1. Wir planen eine Überweisung von chinesischem RMB-Konto auf ein Deutsches Konto. Der Wechselkurs wird ja in China offiziell festgelegt, von daher gehe ich davon aus, es ist egal, bei welcher Bank wir das machen, oder? Von Gebühren her scheinen sich die Banken hier auch kaum zu unterscheiden.

2. Ein Teil des Geldes wurde in China erarbeitet. Dafür haben wir Steuerbelege. Die zeigen aber in China nur wieviel Steuer gezahlt wurde, nicht was der eigentliche Gehaltsbetrag war. Andere Belege gibt es laut Auskunft unseres Finanzamts hier nicht. Werden wir damit in Deutschland Probleme bekommen, falls die Überweisung von der Bank als verdächtig gemeldet werden sollte?

Dazu kommt noch, dass wir für den anderen Teil des Geldes (auf dem Papier) gar keine Belege haben. Das wurde uns Bar zur Hochzeit geschenkt. Hier ganz normal, aber wird das in Deutschland auf Verständniss stoßen?

3. Wir müssen den Betrag aufteilen (smurfen), da ja in China die $50.000 Grenze für Auslandsüberweisungen gilt. Meine Frau ist Chinesin, und wir könnten das über ihre Verwandten machen. Hier auch wider: Das machen ja in China alle so, aber werden das die deutschen Behörden auch verstehen?

Was ich mir überlegt habe: Sollten wir vielleicht die Verwandten das Geld überweisen lassen, und falls es zur Nachfragen kommen sollte, geben wir einfach an es handelt sich um Schenkungen der Verwandten an uns? Damit wären wir ja quasi aus dem Scheider der Beweislast.
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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von Exokiel » 04.08.2016, 13:31

Das ist die Theorie, aber die Praxis sieht nicht ganz so einfach aus :lol:

Wieviel RMB möchtet ihr denn überweisen? Wir versuchen seit mehreren Monaten 300.000 RMB auf unser deutsches Konto zu überweisen, aber die Bank stellt sich quer. Die Praxis ist nämlich diese, dass es neuerdings viele interne Richtlinien bei den Banken gibt um das Geld im Land zu behalten. Nach außen hin sind diese nicht ersichtlich, aber du merkst es indem du mehr Dokumente beibringen musst und halt einfach elends lange wartest.
Bei den einfachen Expats fängt das schon an wenn sie RMB in Dollar tauschen möchten...

Zu 2 kann ich sagen, keine Steuern da es sich wohl um eine Schenkung handelt bzw. euer eigenes Geld ist. Geht vorher zum Notar und schreibt das alles auf, wird später eventuell wichtig für die Steuererklärung und für die Bank. Falls ihr das nicht habt, wird es möglicherweise schwierig die Herkunft des Geldes zu belegen.

Zu 3. Hier ist es ähnlich wie bei Punkt 2. Wenn es nur "Bekannte" sind, dann solltet ihr das sein lassen, falls es Mama, Papa und Oma sind gehört das auch zur Schenkung.
Eine Möglichkeit wäre, deine Frau schenkt dir das Geld auf dein deutsches Bankkonto und dann Mama, Papa, Oma und Opa schenken den Rest auf das Geld deiner Frau.
Wie in Punkt 2 schon gesagt, alles vorher vom Notar aufschreiben lassen und es sollte keine Probleme geben.
Vorher natürlich noch schauen wie die Freibeträge für Geldschenkungen sind.

Falls es irgendwann erfolgreich war, kannst du uns gerne hier ein Update reinschreiben :)

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von qwerty » 07.08.2016, 18:08

Hi Exokiel,
also wir haben hier in Sichuan gerade etwas ueber 300000 ueberwiesen - ohne jegliche Probleme. Allerdings wurde uns von mehreren Banken gesagt, dass wir selbst wenn wir ausreisen die Grenze von 50000 USD pro Jahr nicht ueberschritten werden kann (fuer Chinesen). Ich habe auch schon so Geschichten gehoert, denke da muesst ihr hart bleiben und auf euer Recht bestehen. Oder die Bank wechseln.

Die Wechselkurse sind uebrigens doch von Bank zu Bank unterschiedlich! Und da sind auch die meisten Kosten versteckt, da man gezwungen wird zum von der Bank festgelegten Kurs zu tauschen - RMB ueberweisen ist nicht moeglich. Ein guter Tip: Wir haben darauf bestanden als fuer die Gebuehren "Our" auszuwaehlen, obwohl die Bank in China davon abgeraten hat. Das hat die doppelte Gebuehr gekostet, hat aber einiges gespart, weil meine Bank in Deutschland sehr hohe Gebuehren fuer Empfang von Auslandsueberweisungen berechnet, falls "Share" ausgewaehlt wird. Keine Ahnung ob alle Banken in Deutschland da so teuer sind.

Fuer das Smurfing Problem habe ich noch keine Loesung gefunden. Wir werden das jetzt so ueberweisen, und falls Nachfragen kommen eben als Geschenk deklarieren. Sind ja sowieso noch Steuerauslaender, da wir zur Zeit noch in China leben. Von Deutschland aus waere mir das auch zu riskant wenn ich steuerpflichtig waere.

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von Attila » 08.08.2016, 18:09

Bitcoin?

https://www.btcc.com/
Da kann man Bitcoins für RenMinBi kaufen.

Also 100% den rechtlichen Vorschriften genügt dieses Vorgehen sicher nicht.
Technisch ist es ohne weiteres machbar.
"Hallo Leute da bin ich wieder! War nur mal ein paar tausend Jährchen weg, was habt ihr denn inzwischen so... ACH DU SCHEISSE!!!" - Gott

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von qwerty » 09.08.2016, 15:53

Attila hat geschrieben:Bitcoin?

https://www.btcc.com/
Da kann man Bitcoins für RenMinBi kaufen.

Also 100% den rechtlichen Vorschriften genügt dieses Vorgehen sicher nicht.
Technisch ist es ohne weiteres machbar.

Hey Atilla,
Das weiss ich schon, aber trozdem danke! Trade seit laengerem selbst ueber Huobi.
Ist keine ideale Loesung, aus verschieden Gruenden. Aber ja, so ein paar tausend Yuan hab ich so schonmal "in Sicherheit" gebracht :lol:

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von Exokiel » 11.08.2016, 14:34

qwerty hat geschrieben:Hi Exokiel,
also wir haben hier in Sichuan gerade etwas ueber 300000 ueberwiesen - ohne jegliche Probleme. Allerdings wurde uns von mehreren Banken gesagt, dass wir selbst wenn wir ausreisen die Grenze von 50000 USD pro Jahr nicht ueberschritten werden kann (fuer Chinesen). Ich habe auch schon so Geschichten gehoert, denke da muesst ihr hart bleiben und auf euer Recht bestehen. Oder die Bank wechseln.

Die Wechselkurse sind uebrigens doch von Bank zu Bank unterschiedlich! Und da sind auch die meisten Kosten versteckt, da man gezwungen wird zum von der Bank festgelegten Kurs zu tauschen - RMB ueberweisen ist nicht moeglich. Ein guter Tip: Wir haben darauf bestanden als fuer die Gebuehren "Our" auszuwaehlen, obwohl die Bank in China davon abgeraten hat. Das hat die doppelte Gebuehr gekostet, hat aber einiges gespart, weil meine Bank in Deutschland sehr hohe Gebuehren fuer Empfang von Auslandsueberweisungen berechnet, falls "Share" ausgewaehlt wird. Keine Ahnung ob alle Banken in Deutschland da so teuer sind.

Fuer das Smurfing Problem habe ich noch keine Loesung gefunden. Wir werden das jetzt so ueberweisen, und falls Nachfragen kommen eben als Geschenk deklarieren. Sind ja sowieso noch Steuerauslaender, da wir zur Zeit noch in China leben. Von Deutschland aus waere mir das auch zu riskant wenn ich steuerpflichtig waere.
Also bei uns scheitert es in Changchun. Das Geld sollte eigentlich zum Autokauf sein, daher gurken wir zur Zeit mit einem Mietwagen rum.
Bank haben wir BOC, CCB, ICBC, China Postal Savings Bank und Huaxia versucht und alle murren rum. Bei der BOC bekommen wir in 1 Jahr mittlerweile nur etwa 1200€ ausgezahlt, die anderen möchten die Auslandsüberweisung nicht machen, bzw. sagen, dass sie sich bei uns melden, aber es passiert halt nie was...typisch China.
Die Karten haben alle genügend Geld und wir haben auch gute Vergangenheit bei den Banken, generell ist die Familie ein sehr guter Kunde...

Da man in Deutschland ja leider kein Auto mit einer Kreditkarte kaufen kann (geht das überhaupt in China?), haben wir eben eine Langzeitmiete.
Ebenfalls hatten wir uns ja auch überlegt unser Auto aus China nach Deutschland zu holen, aber wie ich mein Glück kenne, klappt dann die Überweisung aus China und wir haben das Auto hier :lol:

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von qwerty » 12.08.2016, 17:30

Seid ihr in China? Ihr muesst da hingehen und eine Szene machen, euch vor den Augen der anderen Kunden beschweren, die Polizei rufen (auch wenn die natuerlich nix machen wird), nach dem Manager verlangen usw. - so lange bis sie endlich die Ueberweisung machen. Das ist doch euer Geld!

Komische Zeiten. Weiss nicht was die sich dabei denken, aber das Vertrauen in den Yuan bestaerkt das alles sicher nicht.

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von Exokiel » 08.09.2016, 11:05

Haha, wir haben das Geld bekommen...oder auch nicht. Das Geld ist von einem Familienteil als Geschenk für unsere Hochzeit gewesen, mittlerweile wurde es auch ausgezahlt ABER wir erhalten es trotzdem nicht, weil ein anderer Familienteil widerrum liquide Mittel für sein neues Business braucht. Garantierte Rückzahlung in ~3 Jahren - wenn weg dann weg. Naja, ich sag nix...ich habe letzte Woche den Container für unser Auto in China beauftragt.

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Re: Größere Geldbeträge von China nach Dtl. überweisen?

Beitrag von maximiliand » 18.01.2017, 20:40

Vielen Dank für die Erfahrungsberichte. Das deckt sich im Großen und Ganzen auch mit meinen Erfahrungen. Stichwort: In Geldangelegenheiten sollte man besondere Vorsicht walten lassen.

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