Kursrutsch beim Euro

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Loong
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von Loong » 13.08.2015, 10:31

wingtsun hat geschrieben:Sehr gut, dann buche ich mal wieder Urlaub :P
Hä?

Vor ein paar Tagen hast du noch rumgetönt, daß du wegen der neuen Visa-Servicegebühren nicht mehr nach China fahren willst.
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von Laogai » 13.08.2015, 10:49

Loong hat geschrieben:
wingtsun hat geschrieben:Sehr gut, dann buche ich mal wieder Urlaub :P
Hä?
Vor ein paar Tagen hast du noch rumgetönt, daß du wegen der neuen Visa-Servicegebühren nicht mehr nach China fahren willst.
Aber jetzt kann er sich doch das Visum wieder leisten :wink:
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von sweetpanda » 18.08.2015, 19:08

sweetpanda hat geschrieben:
wingtsun hat geschrieben:Wir sollten uns eher fragen, was der massive Kursrutsch für uns bedeutet.
Wisst ihr noch, vor ein paar Wochen, als der Rubel in den Keller schoss? Da war es ein "Problem".
Dass der Euro in den Keller schießt, ist aber scheinbar weitaus weniger umproblematisch.

Der Meinung bin ich allerdings nicht. Bin eher beängstigt, was als nächstes kommt.
Spanien verbietet ja schon die Meinungs- und Pressefreiheit, das kommt bald sicherlich zu uns.
Leider sind die Dinge viel komplizierter als manch einer glaubt. Es gibt heutzutage sehr viele frei verfügbaren Informationen, für deren korrekte Einordnung ein VWL-Studium sehr hilfreich, aber nicht zwingend nötig ist.

Fangen wir mal mit dem Euro an. Die EZB fährt seit Jahren bewusst eine Nullzinspolitik, auch die anstehenden Anleihekäufe sollen dazu dienen die Inflation anzufachen. Ein sinkender Euro ist Ziel dieser Politik. Dadurch wird Europa, insbesondere die Peripherie, wettbewerbsfähiger. Alles gewollt und gesteuert und auch noch im Rahmen all dessen was es schon einmal auch zwischen DM und USD gab. Älter Semester, der gute alte Canni, haben daran erinnert, dass es früher mal 5 Mark für einen Dollar gab.

Für den Laien ist es natürlich schwer zu verstehen, dass eine sinkender Euro anders zu beurteilen ist als ein sinkender Rubel.
Doch auch hier kommt es auf das Detail an.

http://www.onvista.de/devisen/Dollarkur ... ar-EUR-USD

Ja der Euro geht dynamisch nach unten, aber auch schon 2008 gab es ähnliche "Abstürze" und im Jahresverlauf waren es bisher 14% und das Wichtigste ist:
Die EZB hat alle Tricks und Kniffe dazu angewendet, damit es dazu kommt. Es ist gewünscht und gesteuert.

Jetzt kommen wir zum Rubel:

http://www.onvista.de/devisen/Dollar-Rubel-USD-RUB

93% Verlust gegen den Dollar in einem Jahr. Das ist eine ganz andere Hausnummer und dass schlimme/andere daran ist, dass die russische Zentralbank alles versucht hat was sie konnte um dies zu verhindern. Trotz gewaltiger Zinsanhebungen und Stützungskäufen geht der Verfall gerade in der letzten Woche wieder weiter.

Hier liegen die Unterschiede, die EZB macht alles um den Euro zu drücken und es gelingt ihr.
Die russische Zentralbank macht alles um den Rubel zu stützen und schafft es nicht.
Der eine Währungsraum ist Herr über seinen Außenwert, der andere nicht.

Wer sich dazu intensiver auseinandersetzen will dem sei dieser Link zu empfehlen:
http://www.cbr.ru/eng/hd_base/default.a ... id=mrrf_7d

Hier sieht man sämtliche Devisen und Goldreserven Russlands in Dollar. Seit 2 Jahren rückläufig, im November und Dezember verschärft. Das waren die ziemlich nutzlosen Stützungskäufe. Die ertsten beiden Januarwerte waren gleich, weil da die Feiertage dazwischen waren und die Zentralbank nicht "gearbeitet" hat.
Es gibt sogar Auguren die eine Staatspleite Russland für möglich halten. Natürlich ist die absolute Staatsverschuldung noch ziemlich gering, aber wenn die Devisenreserven, durch den gefallenen Ölpreis bald noch schneller schmelzen kann Russland seine Dollarverpflichtungen nicht mehr Zahlen.
Es interessiert niemand, dass die USA gemessen am BIP viel verschuldeter als Russland sind.
Wichtig ist nur ob Russland seine Dollarverpflichtungen in 2-3 Jahren auch in Dollar zahlen kann.
Nur durch Rohstoffe kommen Dollar ins Land, auf absehbare Mittelfrist sehr wahrscheinlich immer weniger.
Jetzt werden russischen Anleihe in ein paar Tagen bestimmt auf Ramschstatus gestellt und dann bricht ein Land auch nicht erst dann zusammen wenn es seinen letzten Dollar verbraucht hat.
Allen Beteiligten wird lange vorher perspektivisch klar, dass dieses Land es nicht mehr packen wird.
Wenn der Ölpreis nicht schnell steigt dauert es vielleicht noch 1 Jahr?
Kein Wunder das die Kämpfe in der Ukraine wieder aufflammen.
Der Rubel ist beinahe wieder bei seinen Tiefständen der Weihnachtszeit angekommen,
dass schürt Wut und die muss raus.

http://www.onvista.de/devisen/Dollar-Rubel-USD-RUB

Jetzt weiß ich auch warum zuletzt mit Dampfwalzen über Käse gefahren wurde.
Ich dachte eigentlich im Frühling, dass Russland die Kurve gekriegt hatt, doch es sieht wieder düster aus.
Der Ölpreis ist weiter gefallen, er wird wohl auch mittelfristig ziemlich niedrig bleiben.
Wie lange kann Russland die Operationen in der Ostukraine noch finanzieren?
Hoffentlich verliert Putin nicht die Nerven.
Nichts befriedigt einen Menschen verlässlicher als der Misserfolg eines Begabteren.

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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von Yingxiong » 19.08.2015, 19:16

Hat er die nicht schon verloren?
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von edmund27 » 24.08.2015, 11:22

Und mal wieder was von der Eur Front. Er steigt heute auf 1,1470€ zum Dollar. Das bedeutet wieder etwas positives für die Chinaurlauber. Der Kurs heute 1€- 7,06 RMB. Die 7 hätten wir geknackt, mal sehen ob sich der Trend weiter fortsetzt 8)
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von ingo_001 » 24.08.2015, 11:36

Tja, so viel zu meiner !:! (Euro/us-Dollar-Prognose) ...

Wer konnte denn mit einer Yuan-Abwertung rechnen?
Noch dazu mit einer Mehrmaligen ...
Dieses Jahr hab ich das jedenfalls gar nicht erwartet.

Aber wie Du schon sagtest: Gut für China-Urlauber - und die dt. Importeure, die aus China beliefert werden.
Schlecht für die, die nach China exportieren.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von edmund27 » 25.08.2015, 08:56

Heute geht es weiter aufwärts. Kurs zum US Dollar 1,1559. Der Yuan steuert auf die 8 zum Euro zu. Zum Kurssturz der Börsen ist zu sagen, hier muss man ruhig sei bleiben. Viele Aktien in China waren überbewertet. Diese Korrektur war längst überfällig. Und die Abwertung des RMB konnte man auch erwarten. Ich hatte eigentlich ein Eingreifen der Notenbank von China schon früher erwartet. Daher glaube ich , dass China ein Abrutschen des RBM unter 6Y zum Euro niemals zulassen wird. Mein Fazit ist, die Wirtschaft wird in China langsamer wachsen, was auch gut so ist. 8)
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Re: Kursrutsch beim Euro

Beitrag von ingo_001 » 25.08.2015, 21:43

Sehe ich auch so.
Immerhin haben die chin. Indizes bis zu 150 % zugelegt - das konnte selbst der DAX nicht.
Und der ist jetzt auf dem Januar-Niveau - also auch keine Krise (mag im Einzelfall sicher anders sein), die mit der von 2008 vergleichbar ist - wohl aber eine plötzliche und deutliche Korrektur.
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