Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

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nadine.prochnow
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von nadine.prochnow » 10.06.2010, 08:14

Werte Alteingesessene,

wie erwähnt bin ich noch nicht sehr lang dabei. Wenn ich es genau nehme noch kein ganzes Jahr. Ich sammele noch Erfahrungen. Es ist für mich also noch nicht selbstverständlich mal eben ein Dollarkonto anzulegen. Die Idee gefällt mir aber gut. Das werde ich beim nächsten EURO-Hoch (so es denn kommt) wohl auch noch so sehen.

MfG N.P.

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von incues » 10.06.2010, 08:24

Jetzt mal eine Erfahrung zum Thema schwacher Euro:

Vor wenigen Tage habe ich mal wieder € in HK$ getauscht.
Letzten Oktober tat ich dies schon bei einem Kurs von 1:11,8~
Gestern traf mich der Schlag, als ich sah, das der Wechselkurs jetzt 1:8,29~ war.
Für die Selbe Menge an HK$ musste ich jetzt folglich einige Hundert-€ mehr bezahlen :(

Dieses Mal werden es wahrlich keine Schnäppchen
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von happyfuture » 10.06.2010, 08:33

incues hat geschrieben:Gestern traf mich der Schlag, als ich sah, das der Wechselkurs jetzt 1:8,29~ war.
Ich weiß nicht, wo Du getauscht hast, heute würde ich 1 EUR : 9,4 HK$ tauschen können, was ich aber nicht kann, weil ich nur RMB habe (Kurs 1:1,14) :mrgreen:

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von incues » 10.06.2010, 08:39

happyfuture hat geschrieben:
incues hat geschrieben:Gestern traf mich der Schlag, als ich sah, das der Wechselkurs jetzt 1:8,29~ war.
Ich weiß nicht, wo Du getauscht hast, heute würde ich 1 EUR : 9,4 HK$ tauschen können, was ich aber nicht kann, weil ich nur RMB habe (Kurs 1:1,14) :mrgreen:
ganz Ehrlich?
Ich schau schon gar nicht mehr auf die Kurse, sonst beiße ich mir nur noch mehr in den Arsch :(
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von happyfuture » 10.06.2010, 08:43

Möglicherweise ist die Talsohle durchschritten:

Euro zieht an - Noch Potenzial nach oben

Demnach hätte incues zu dem absolut denkbar schlechtesten Zeitpunkt getauscht (wobei der angegebene Kurs nochmals schlechter ist) :(

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von nadine.prochnow » 16.07.2010, 15:11

16.07.2010 -> 1EUR = 1,29 USD

Unser alter Kumpel EURO erholt sich langsam wieder. :)

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von ingo_001 » 16.07.2010, 15:29

Und da Hu Jintao ja gerade erst Mrs. Merkel gegenüber geäussert hat, dass China auch weiter einen Grossteil seiner Devisenreserven in Euro-Anleihen investieren wird, dürfte das der weiterem Erholung zumindest nicht abträglich sein.
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von mistervac » 17.07.2010, 18:21

nadine.prochnow hat geschrieben:16.07.2010 -> 1EUR = 1,29 USD

Unser alter Kumpel EURO erholt sich langsam wieder. :)
Gott seis getrommelt und gepfiffen.

Es wurde Zeit, dass die Analysten von Greensspans Gnaden auch der US-amerikanischen Wirtschaftsschieflage wahrnehmlich werden um nicht unsere vergleichsweise kleinen Probleme im Euroraum lupengleich auf Elefantengröße hochzuempfinden.
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von nadine.prochnow » 17.07.2010, 21:58

mistervac hat geschrieben: Gott seis getrommelt und gepfiffen.

Es wurde Zeit, dass die Analysten von Greensspans Gnaden auch der US-amerikanischen Wirtschaftsschieflage wahrnehmlich werden um nicht unsere vergleichsweise kleinen Probleme im Euroraum lupengleich auf Elefantengröße hochzuempfinden.
Genau so habe ich mir das auch gedacht. Nur so schön wie du hätte ich es wohl nicht ausdrücken können. Lobpreiset unsern mistervac! Halleluja!

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von ingo_001 » 17.07.2010, 22:29

Trotzdem kanns immer mal wieder zu solchen Situationen kommen, die "Kumpel Euro" ganz schnell wieder auf Talfahrt schicken können.
Denn die bewussten Ratingagenturen sind ja allesamt ängelsächsisch und damit m.E. micht als unabhängig anzusehen.
Dass das US-Staatsdefiezit astronomisch hoch ist wurde bis heute noch nicht in dem Maasse "gewürdigt", wie es objektiv betrachtet nötig ist.
Und was die Situation in UK angeht: Die sieht nicht viel besser aus.
Da war es einfacher (und aus ängelsächsischer Sicht "zweckdienlicher" aufs kleine Griechenland "einzuschlagen" - konnte man doch so die Eurozone derart ins Wanken bringen, dass deren Länder sich genötigt sahen, Garantien auszusprechen, die im schlimmsten Fall 100e Mrd. Euro kosten werden.
Der US-Dollar und das britische Pfund würden davon "überraschenderweise" profitieren ...
Ein Schelm (oder Realist) der im Verhalten der besagten Ratingagenturen keinen Vorsatz sieht.
Es war Vorsatz - und wird es (je nach Bedarf) auch wieder werden.
Evtl. könnte das eine eigene "Euro-Rating-Agentur" zumindest etwas ausgleichen, indem diese eben auch die USA und GB offen und kritisch bewertet.
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von mistervac » 17.07.2010, 23:09

ingo_001 hat geschrieben: Evtl. könnte das eine eigene "Euro-Rating-Agentur" zumindest etwas ausgleichen, indem diese eben auch die USA und GB offen und kritisch bewertet.
wer solls richten ??? Ackermann von Gottes Gnaden oder doch besser Manfred Schmieder ?? :lol:
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von ingo_001 » 18.07.2010, 02:08

mistervac hat geschrieben:wer solls richten ??? Ackermann von Gottes Gnaden oder doch besser Manfred Schmieder ?? :lol:
Da ich überzeugter Atheist bin, kann mir der Rackermann ... ähem ... Ackermann gestohlen bleiben.
Zudem bin ich sicher, dass auch er durch die angelsächsische "Finanzschule" bis in die Haarspitzen geprägt (um nicht zu sagen versaut) ist.
Er wäre m.E. die 5. Kolone an der Spitze einer "unabhängigen" europäischen Ratingagentur.
Da jemand zu finden, der wirklich unabhängig ist, durfte der Quadratur des Kreises nahe kommen.
Und dann muss der Kandidat ja auch noch von allen Euro-Ländern getragen werden (etwas, was die Kandidatenfindung auch nicht gerade erleichtert).
Ganz davon abgesehen, dass nicht mal alle Euroländer (nach den letzten Äusserungen dies bezügl.) diesen Weg mitgehen würden.
Ein Umstand, der mir so gar nicht einleuchten will - ist doch durch die angelsächsischen Ratingagenturen ganz "Euro-Land" arg ins Trudeln gekommen.
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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von jadelixx » 18.07.2010, 06:27

ingo_001 hat geschrieben: ...
Er wäre m.E. die 5. Kolone an der Spitze einer "unabhängigen" europäischen Ratingagentur.
Da jemand zu finden, der wirklich unabhängig ist, durfte der Quadratur des Kreises nahe kommen.
Und dann muss der Kandidat ja auch noch von allen Euro-Ländern getragen werden (etwas, was die Kandidatenfindung auch nicht gerade erleichtert).
Ganz davon abgesehen, dass nicht mal alle Euroländer (nach den letzten Äusserungen dies bezügl.) diesen Weg mitgehen würden.
Ein Umstand, der mir so gar nicht einleuchten will - ist doch durch die angelsächsischen Ratingagenturen ganz "Euro-Land" arg ins Trudeln gekommen.
Fraglich ob die Maerkte bzw. Kleinanleger, wie jeder Normalo oder Analysten der einzelnen Finanzinstituten, in Zukunft einer europaeischen Ratingagentur ueberhaupt Aufmerksamkeit schenken.
In der Krise scheinen Aussagen von privaten US Ratingagenturen und eines einzelnen deutschen erfolgreichen Bankers schwerer zu wiegen, als beispielsweise das Geschreibsel von staatlichen Bankfinanzaufsichten. Die europaeische Ratingagentur muesste aehnlich politisch unabhaengig sein, wie die ehemalige deutsche Bundesbank. Wenn so eine Agentur nicht Tacheles redet, auch mal gegen den Euro, wird da keiner drauf hoeren.

Ich glaub auch nicht, das alles schon in Butter ist, mit oder ohne eur. Ratingagentur. Sobald man die Kreditbewertung fuer Griechenland wieder frei laufen laesst, gehts wieder abwaerts mit dem Euro. Das ist am Wahrscheinlichsten, sobald die "systemrelevanten" Privatinstitute ihre Griechenlandanleihen an die EZB abgegeben haben und die griechische Insolvenz machbar ist.
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The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem. - Jack Sparrow

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von bossel » 21.07.2010, 19:25

ingo_001 hat geschrieben:Dass das US-Staatsdefiezit astronomisch hoch ist wurde bis heute noch nicht in dem Maasse "gewürdigt", wie es objektiv betrachtet nötig ist.
Ist das so? Wie lange dauert es denn, bis die USA Pleite sind? Wenn Du's weißt, verrate es mir. Mit der entsprechenden Spekulation (oder richtigen Wette bei den Buchmachern in GB) könnte ich einiges verdienen.
Da war es einfacher (und aus ängelsächsischer Sicht "zweckdienlicher" aufs kleine Griechenland "einzuschlagen" - konnte man doch so die Eurozone derart ins Wanken bringen, dass deren Länder sich genötigt sahen, Garantien auszusprechen, die im schlimmsten Fall 100e Mrd. Euro kosten werden.
ingo_001 hat geschrieben:Ein Umstand, der mir so gar nicht einleuchten will - ist doch durch die angelsächsischen Ratingagenturen ganz "Euro-Land" arg ins Trudeln gekommen.
Hatte natürlich überhaupt nichts mit der horrenden Mißwirtschaft in Griechenland (& nicht nur da) zu tun.
:roll: Hört sich doch sehr stark nach Propagandaeinfluß an.
Evtl. könnte das eine eigene "Euro-Rating-Agentur" zumindest etwas ausgleichen, indem diese eben auch die USA und GB offen und kritisch bewertet.
Wenn diese Agentur nicht einigermaßen unabhängig ist, wird sich keiner drum kümmern.

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Re: Schwacher Euro ist schlecht für Importe aus China. Was nun?

Beitrag von ingo_001 » 22.07.2010, 10:28

bossel hat geschrieben:Ist das so?
Sie sind objektiv gesehen ein Insolvenzkandidat erster Güte.
bossel hat geschrieben:Wie lange dauert es denn, bis die USA Pleite sind?
Da beim "unbedeutenden" Hellas schon 100e Mrd. Euros in alle möglichen Garantien gegeben wurden, glaubst Du doch nich, dass man die westl. Wirtschaftsmacht vor die Hunde gehen lässt.
Das ändert aber gar nichts an der Tatsache, dass die Amis ihr Wirtschaftswachstum schon immer auf Pump aufgebaut haben. Die haben da ne andere Sichtweise als z.B. Deutschland, wo das Hauptaugenmerk (zumindest jetzt) eher aufs Sparen gerichtet ist.
bossel hat geschrieben:Mit der entsprechenden Spekulation (oder richtigen Wette bei den Buchmachern in GB) könnte ich einiges verdienen.
Wird aus o.g. Grund nicht passieren.
bossel hat geschrieben:Hatte natürlich überhaupt nichts mit der horrenden Mißwirtschaft in Griechenland (& nicht nur da) zu tun.
Wer hat denn das gesagt?
Ich jedenfalls nicht.
Ich sagte: Es war einfacher aufs kleine Griechenland einzudreschen.
bossel hat geschrieben:Hört sich doch sehr stark nach Propagandaeinfluß an.
Nee, allgemein bekannte Tatsache, weil die US-Regierung daraus ja auch kein Geheimnis macht.
Nur weiss die, dass den USA trotzdem das Schicksal Griechenlands erspart bleibt.
Apropos Propaganda - hier eine "Propaganda"-Quelle:
http://de.reuters.com/article/topNews/i ... FB20100201" target="_blank
* Kann das jederzeit durch andere Quellen verifizieren.
bossel hat geschrieben:Wenn diese Agentur nicht einigermaßen unabhängig ist, wird sich keiner drum kümmern.
Natürlich, die Unabhängigkeit muss gewährleistet sein, sonst kann man sich das Ganze sparen - und weiter vor sich hinjammern, dass man von den angelsächsischen Ratingabenturen "abhängig" ist.
Aber, wie ich unsere Euro-Bürokraten einschätze, werden sie das nicht gebacken kriegen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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