Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

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Philipp
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Philipp » 03.10.2008, 12:08

ferrara hat geschrieben: das ist auch wahr. das ziel der kolonialisten war ja nicht die chinesen auszulöschen, sondern zu bezwingen, zu versklaven. beim bürgerkrieg ist es schon was anderes. in irak sterben auch mehr zivilisten in jetztigem bürgerkrieg als damals die USA in bagdad einmarschierte. das ist einfach so.

Die Menschen in den Kolonialgebieten Chinas sind aber von den ausländischen Kolonialisten im Allgemeinen nicht versklavt worden, im Gegensatz zu den Menschen in China nach dem Sieg der einheimischen Kommunisten. Ganz im Gegenteil waren das die freiesten Gegenden Chinas, ebenso das koloniale Shanghai vor dem Sieg der Kommunisten.

http://de.wiktionary.org/wiki/Sklave
Sklave: Unfreier, entrechteter Mensch

Trifft auf das maoistische China zu, nicht aber auf Hong Kong oder Macao.

Die meisten Toten in China gab es nicht im Bürgerkrieg, sondern in Friedenszeiten unter der Herrschaft des großen Vorsitzenden.

In der offiziellen chinesischen Darstellung wird Mao hingegen als Befreier dargestellt und die Kolonialisten als Sklavenhalter und diese verkorkste offizielle Darstellung wird von der autoritären chinesischen Jugend wie die restliche offizielle Propaganda weitgehend kritiklos akzeptiert.

ferrara hat geschrieben:
was es tatsächlich so ist, dann hat das nichts mit rassismus zu tun, eher sextourismus.

Oder mit Penisneid.

ferrara hat geschrieben:
so stark angegriffen wurden die hongkonger und die taiwanesen aber auch nicht.

Wie stark angegriffen wurden denn die heutigen Nationalisten in China, die man z.B. so nett vor den olympischen Spielen demonstrieren, Fahnen schwenken und Parolen brüllen sehen konnte von ausländischen Kolonialisten?

ferrara hat geschrieben: zugegeben, so gesehen ist deutschland mehr sozialistisch als china. obwohl aber, das deutsche sozialsystem auf 50 jahre akkumulation von reichtum basiert, steht jetzt aber trotzdem auf der kippe. ganz zu schweigen, ob das gute deutsche sozialsystem zu menschlich ist, um das volk noch zur arbeit zu motivieren.

Ich habe überhaupt keine positive Aussage über das deutsche Sozialsystem gemacht, sondern mich zur Behauptung meines Vorredners geäußert, in China gäbe es eine ausgeprägte soziale Absicherung. Der deutsche Sozialstaat ist nicht Thema dieses Threads, kannst ja eine neue Diskussion dazu aufmachen.

Ist aber eigentlich eine sehr typische Art von der Diskussion abzulenken, nach dem Motto "ja, in China gibt es Probleme, aber im Irak sterben die Kinder."

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Topas » 03.10.2008, 12:10

ingo_001 hat geschrieben: Aber Fakt ist leider auch, dass sich diese Folgen in Ihrer Gänze erst langfristig voll zeigen werden. China braucht aber JETZT Energie und zwar IMENSE MENGEN. Da ist es nun einmal so, dass dieses Projekt im Vergleich zu Kohle- oder Kernkraftwerken tatsächlich das "kleinere" Übel sind.
Ich will die Beweggründe nicht in frage stellen, nur :

Strom lässt sich heute anders erzeugen. Es gibt viele Wege.
Die zerstörte Flora und Fauna dagegen ist nicht mehr wiederherzustellen. Wie du sagtest, die Folgen wird die menschheit langfristig zu spüren bekommen. Und dann ist der Aufschrei woeder gross !
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Yingxiong » 03.10.2008, 12:12

Topas hat geschrieben:Otternase schrieb :

"ich will absolut nichts gegen Windkraft sagen, eine schöne, umweltfreundliche Technologie, aber der Glaube, damit auf konventionelle Kraftwerke verzichten zu können, erscheint mir recht verblendet"

Verblendet wird die jenige generation sein, die in Gasmasken rumlaufen darf, nur noch chemisch und genetisch zersetztes Essen bekommt sowie den Verbot hat, mit Wasser in der freien Natur in Kontakt zu kommen, da voller Giftstoffe.

Irgendwann war es dass mit unsere schönen Erde, wenn es so weiter geht....aber viele merken es erst , wenn es zu spät ist.
Dann verstehe ich im Augenblick jedoch nicht, warum du gegen den Staudamm bist. Kohlekraftwerke verpesten die Umwelt, Staudämme nicht.
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Topas » 03.10.2008, 12:19

Kohlekraftwerke verpessten die umwelt, Staudämme zerstören die komplette natürliche Fluss-Fauna uns Flora ( Fische sterben aus ect) und damit dass ökologische Gleichgewicht.

Beides finde ich für einen grossen fehler, wo nun mal Geld auf kosten unserer Erde bevorzugt wird.
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Yingxiong » 03.10.2008, 12:21

Aber wenn du unter beiden wählen müsstest: Für welches würdest du dich entscheiden?
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von otternase » 03.10.2008, 12:34

Topas hat geschrieben:Kohlekraftwerke verpessten die umwelt, Staudämme zerstören die komplette natürliche Fluss-Fauna uns Flora ( Fische sterben aus ect) und damit dass ökologische Gleichgewicht.
Kohlekraftwerke verpesten nicht nur die Umwelt, sondern zerstoeren darueberhinaus auch noch die Natur und das ökologische Gleichgewicht in riesigen Landstrichen. Schliesslich muss die Kohle ja irgendwo herkommen. Und wer einmal ein Kohleabbaugebiet in China gesehen hat, für den sieht der Staudamm wie ein Naturschutzgebiet aus...

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von ferrara » 03.10.2008, 13:05

Philipp hat geschrieben: Die Menschen in den Kolonialgebieten Chinas sind aber von den ausländischen Kolonialisten im Allgemeinen nicht versklavt worden, im Gegensatz zu den Menschen in China nach dem Sieg der einheimischen Kommunisten. Ganz im Gegenteil waren das die freihesten Gegenden Chinas, ebenso das koloniale Shanghai vor dem Sieg der Kommunisten.

http://de.wiktionary.org/wiki/Sklave
Sklave: Unfreier, entrechteter Mensch

Trifft auf das maoistische China zu, nicht aber auf Hong Kong oder Macao.
sklaverei in allgemeinem sinne war damals schon nicht mehr in. die kolonialisten hat damals schon begriffen, dass durchaus bessere methoden gibt, um ein volk für eignen zweck misszubrauchen ohne dabei in großen widerstand anzustoßen und schließlich sich selbst in gefahr zu bringen.

Philipp hat geschrieben: Die meisten Toten in China gab es nicht im Bürgerkrieg, sondern in Friedenszeiten unter der Herrschaft des großen Vorsitzenden.
diese frage ist noch zu bestreiten. es kommt darauf an, auf welche quelle man sich bezieht.
Philipp hat geschrieben:In der offiziellen chinesischen Darstellung wird Mao hingegen als Befreier dargestellt und die Kolonialisten als Sklavenhalter und diese verkorkste offizielle Darstellung wird von der autoritären chinesischen Jugend wie die restliche offizielle Propaganda weitgehend kritiklos akzeptiert.
da kann man auch anderes formulieren: in der westlichen darstellung wird Mao hingegen NUR als teufel dargestellt und die kolonialisten als befreier, und diese darstellung wird von der demokratischen wesltern wie die restliche propaganda "unabhängiger, moralisch höher stehender medien" weitergehend kritiklos akzeptiert.

was ich hinraus will: eine sache hat nur mal zwei seite. jenachdem unter welche bedingung man sich befindet, empfindet man es auch unterschiedlich.
Philipp hat geschrieben: Oder mit Penisneid.
oder so.
Philipp hat geschrieben: Wie stark angegriffen wurden denn die heutigen Nationalisten in China, die man z.B. so nett vor den olympischen Spielen demonstrieren, Fahnen schwenken und Parolen brüllen sehen konnte von ausländischen Kolonialisten?
sehr stark. den grund dafür sieht man späterstens seit 14 märz.

Philipp hat geschrieben:Ich habe überhaupt keine positive Aussage über das deutsche Sozialsystem gemacht, sondern mich zur Behauptung meines Vorredners geäußert, in China gäbe es eine ausgeprägte soziale Absicherung. Der deutsche Sozialstaat ist nicht Thema dieses Threads, kannst ja eine neue Diskussion dazu aufmachen.

Ist aber eigentlich eine sehr typische Art von der Diskussion abzulenken, nach dem Motto "ja, in China gibt es Probleme, aber im Irak sterben die Kinder."
in china gibt es eine soziale absicherung, auch wenn sie nicht so ausgeprägt ist als in deutschland. deswegen habe ich auch geschrieben:
obwohl aber, das deutsche sozialsystem auf 50 jahre akkumulation von reichtum basiert, steht jetzt aber trotzdem auf der kippe.
und übrigens, wer meine diskussionsart kennt, weißt er, dass ich keiner frage ausweiche, nicht zuletzt was die schwächen chinas angeht.
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Philipp » 03.10.2008, 13:53

ferrara hat geschrieben: sklaverei in allgemeinem sinne war damals schon nicht mehr in. die kolonialisten hat damals schon begriffen, dass durchaus bessere methoden gibt, um ein volk für eignen zweck misszubrauchen ohne dabei in großen widerstand anzustoßen und schließlich sich selbst in gefahr zu bringen.

Unter Mao war Sklaverei dann aber wieder "in" und der Sklavenhalter wird in China nach wie vor als großer Held gefeiert, ist auf jedem Geldschein abgebildet usw. Die Kolonialisten werden hingegen einseitig negativ dargestellt, obwohl die von ihnen kontrollierten Gebiete verglichen mit dem restlichen China unter KP-Herrschaft frei und wohlhabend waren und die Menschen dort keine Staats-Sklaven waren.

ferrara hat geschrieben: da kann man auch anderes formulieren: in der westlichen darstellung wird Mao hingegen NUR als teufel dargestellt und die kolonialisten als befreier, und diese darstellung wird von der demokratischen wesltern wie die restliche propaganda "unabhängiger, moralisch höher stehender medien" weitergehend kritiklos akzeptiert.

In welcher offiziellen Darstellung werden denn heutzutage im Westen die Kolonialisten als Befreier dargestellt? Ganz im Gegenteil wird der Kolonialismus im westlichen Schulunterricht einseitig negativ dargestellt, schau dir mal ein westliches Schulbuch an. Übrigens lenkt das wieder vom Thema ab, das Thema war China und nicht der Westen. Versuch doch nicht am laufenden Band Schlechtes in China mit vermeintlich Schlechtem im Westen zu rechtfertigen. Ich rechtfertige ja auch nicht Hitler oder die Nazi-Verbrechen mit Mao.

Mao war wie Hitler und Stalin einer der größten Massenmörder der Menschheitsgeschichte, ich seh persönlich nichts was der Schurke außer Verteufelung verdient hätte. Leider gibt es unter westlichen Linken nach wie vor reichlich Mao-Bewunderer. Immerhin sind diese Leute nicht so blöd ihren eigenen Sklavenhalter zu bewundern. Die Bewunderung der Chinesen für Mao ist ungefähr so, als wenn die meisten Kambodschaner Pol Pot bewundern würden.

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Philipp » 03.10.2008, 14:27

Übrigens wäre es ganz nett, wenn man zu dem ursprünglichen Thema zurückkehren könnte. Driftet China in Richtung faschistische Diktatur? Die Kombination aus autoritärem Nationalismus, Militarismus, Weltmachtstreben, innere Kontrolle mit Ablenkung durch vermeintliche äußere Feinde etc. lässt das zumindest zunehmend wahrscheinlich erscheinen.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Situation zwischen Deutschland und England so ähnlich wie heute zwischen China und den USA. Deutschland war der nationalistische, militaristische aufstrebende Rivale der alten Weltmacht England. Das Ergebniss waren zwei Kriege die Europa völlig zerstört haben. Darüber, dass sich die Geschichte diesmal mit wesentlich tödlicheren Waffen wiederholen könnte sollte man zumindest mal nachdenken.


Damals hätte man den Krieg verhindern können, wenn die Menschen und Staatsführer in Deutschland sich statt in Richtung autoritärer, nationalistischer Militarismus in Richtung Liberalismus entwickelt hätten. Bis ca. 1900 waren Deutschland und England nicht einmal eindeutig auf Konfrontationskurs.

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von ingo_001 » 03.10.2008, 18:12

Da war man ein paar Stunden nicht da - und schon soviel verpasst :)

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Unterdrückung Chinas Fakt war und dieses Trauma bis heute nachwirkt.

Das in anderem Zusammenhang - viel zitierte Beispiel vom "Pearl Harbour" Trauma (bezogen auf die USA) ist hier nur bedingt als Vergleich zu gebrauchen. Ich tue das nur, um aufzuzeigen, welche Auswirkungen Traumata auf nationaler Ebene haben.

Jetzt muss man sich vergegenwärtigen, dass China - beginnend mit den Ersten Opium-Krieg des Britschen Empires (ab 1840) VORSÄTZLICH bis an den Rand des Abgrundes gebracht wurde. Sowohl wirtschaftlich und politisch als auch sozial war China in der Folgezeit so schwach, dass sich alle europäischen Mächte veranlasst sahen, sich ein möglichst grosses Stück des "China-Kuchens" einzuverleiben.
Als dann im Jahr 1900 der Boxer-Aufstand ausbrach (den hier so gut wie niemand kennt), war das der endgültige "Todesstoss" für das Jahrtausende alte chinesische Kaiserreich.

Es folgte nach Jahren der Konfusion und Stagnation schliesslich die Besetzung weiter Teile Chinas durch die japanischen Invasionstruppen.
Die Gräueltaten und Massaker die die japanischen Truppen (u. a. in Nanking) unter der chinesischen Zivilbevölkerung anrichteten taten ihr Übriges, um das Selbstbewustsein Chinas und mithin des chinesischen Volkes bis ins Innerste zu erschüttern.

Bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945 war China seit 1840 sowohl offen als auch verdeckt durch Intrigen ein Opfer ausländischer Nationen

Um es noch mal verkürzt zu sagen: Nach über 100 Jahren fast durchgängiger Fremdherrschaft ist durchaus nachzuvollziehen, dass Mao bis heute als Befreier Chinas gefeiert und verehrt wird.

Natürlich sind in der Folgezeit, die ihren düsteren Höhepunkt in der "Kulturrevolution" fanden Millionen Chinesen ums Leben gekommen / getötet worden. Das ist ein Punkt, der noch immer so heikel für die chinesische Regierung ist, dass er fast komplett aus der chinesischen Geschichtsschreibung "ausgeblendet" wird.

Immerhin ist Mao in der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Beijing mit keinem Wort oder keiner Darstellung gezeigt worden - und die hatte ja die grossen Momente in der chinesischen Geschichte zum Thema.
Das kann man vielleicht als versteckte Kritik oder den BEGINN einer "Aufarbeitung" interpretieren.

In diesem Bereich werden die Chinesen - besser die chinesische Regierung - sicher noch einige Zeit (vielleicht eine Generation) brauchen, um auch diesen dunkelen Teil Ihrer neueren Geschichte aufzuarbeiten.

Aber zu allererst sind die Chinesen STOLZ auf dass, was sie in den letzten 30 Jahren geschafft haben - den Sprung von einem von der "Kulturrevolution" geschundenen Land zu einer Wirtschfts(super)macht.
Der Nationalismus resultiert direkt aus den von mir aufgezeigten Ereignissen und wird mitunter aber AUCH staatlich instrumentalisiert.

Über allem steht der unbedingte Wille des chinesischen Volkes nach nationaler Einheit. Und gerade in Anbetracht der in der Geschichte gemachten Erfahrungen - ist man Einmischungen von westlichen Ländern gegenüber mehr als nur skeptisch. Das ist DAS chinesische Trauma.

Anmerkung: Die Bundesrepublik vertrat und vertritt bis heute die "Ein-China-Politik". Das heisst Tibet und Taiwan waren und sind TEIL Chinas.

Hier noch ein interessanter Link

http://www.taz.de/nc/1/politik/asien/ar ... f0496a0e8d

Ein namhafter US-Ökonom hatte vor ein paar Jahren gesagt, wenn China seine sozialen und ökologischen Probleme in den Griff bekommt, wird es die USA innerhalb der nächsten 50 Jahre als führende Wirtschaftsmacht abgelöst haben.

In Anbetracht der jüngsten Ereignisse an der WALL STREET bin ich fast versucht die angegebene Zeitspanne als nicht mehr aktuell anzusehen.

Die Entwicklung Chinas seit dem Ende der 1970er Jahre vergleiche ich in einigen Dingen (Wirtschaft und Ökologie) mit der der Bundesrepublik nach dem 2. Weltkrieg - Stichworte: Wirtschaftswunder, Umweltprobleme, Energiepreise.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Philipp » 03.10.2008, 21:02

ingo_001 hat geschrieben: Um es noch mal verkürzt zu sagen: Nach über 100 Jahren fast durchgängiger Fremdherrschaft ist durchaus nachzuvollziehen, dass Mao bis heute als Befreier Chinas gefeiert und verehrt wird.

Ich sehe keine "Befreiung" darin, von einem einheimischen Diktator regiert zu werden. Um noch mal das Beispiel Kambodscha zu nehmen, ist Kambodscha auch von Pol Pot befreit worden? Schließlich befand sich das Land vorher 100 Jahre unter Dominanz der Franzosen, Amerikaner und Vietnamesen.

ingo_001 hat geschrieben: Aber zu allererst sind die Chinesen STOLZ auf dass, was sie in den letzten 30 Jahren geschafft haben - den Sprung von einem von der "Kulturrevolution" geschundenen Land zu einer Wirtschfts(super)macht.

Seitdem Mao nicht mehr lebt entwickelt sich das Land. Vielen Dank, dass du uns nochmal eine kurze Abhandlung über die offizielle KP-Darstellung der neueren chinesischen Geschichte gegeben hast, ist uns sicher allen völlig unbekannt gewesen, einschließlich aller Klischees von "Fremdherrschaft", die bekanntermaßen viel schlimmer ist, als wenn einheimische Diktatoren herrschen, wie man auch in der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert sehen kann (zum Glück haben bei uns zwischen 33 und 45 nicht die Engländer oder Amis das Land regiert!).

Als die "Fremdherrscher" in Shanghai und Hong Kong regiert haben, sind übrigens Millionen Chinesen aus allen Landesteilen in diese Städte gezogen, weil sie offensichtlich die Herrschaft der Europäer dort als weniger bedrückend empfanden, als die Herrschaft chinesischer Herrscher in anderen Landesteilen.

ingo_001 hat geschrieben: Der Nationalismus resultiert direkt aus den von mir aufgezeigten Ereignissen und wird mitunter aber AUCH staatlich instrumentalisiert.

Über allem steht der unbedingte Wille des chinesischen Volkes nach nationaler Einheit. Und gerade in Anbetracht der in der Geschichte gemachten Erfahrungen - ist man Einmischungen von westlichen Ländern gegenüber mehr als nur skeptisch. Das ist DAS chinesische Trauma.

Und dieses "Trauma", an das praktisch kein Chinese der heute noch lebt persönliche Erinnerungen hat (außer die Menschen in Hong Kong und Macau, die sich noch an die insgesamt benigne Kolonialherrschaft erinnern können), wird munter von der KP in der heutigen chinesischen Jugend künstlich am Leben gehalten und in der öffentlichen Darstellung, den Schulen usw. genährt, um die KP-Geschichte als "Befreiung" präsentieren zu können, statt als Machtübernahme eines totalitären Diktators und Massenmörders. Ein bisschen wie das "Trauma" des Versailler Vertrags von den Rechtsradikalen der Weimarer Republik aufgebauscht und als Dolchstoß verklärt wurde, um die spätere NS-Herrschaft als "Befreiung vom Versailler Diktat" darstellen zu können.

Der radikale Nationalismus der da den jungen Menschen konstant eingetrichtert wird könnte durchaus ähnliche Konsequenzen haben.

Die meisten Chinesen haben durch diese massive Propaganda ein völlig verzerrtes Geschichtsbild, in dem ein vermeintliches Schild in einem Privatpark im Shanghai der 20er Jahre, auf dem angeblich stand "Chinesen und Hunde nicht erlaubt" (in Wirklichkeit handelt es sich um eine Aufnahme aus einem Bruce Lee Film aus den 70er Jahren) jedem bekannt ist, die meisten jungen Menschen aber nicht einmal mehr wissen, dass Anfang der 60er Jahre Millionen Bauern zu Tode gehungert wurden.

Dazu kommt ein nationaler Opferkomplex, dass China im Laufe der Geschichte immer Opfer ausländischer Mächte gewesen sei, ohne zu erwähnen, dass erst durch den Kontakt mit den gleichen Ausländern China sich von einer despotischen, absolutistischen Monarchie mit einer unterdrückten und entrechteten Bevölkerung die am Existenzminimum lebte, deren Frauen die Füße gebrochen wurden etc. zu einem modernen Land entwickelt hat.

Chinesische Verbrechen an Minderheiten werden hingegen als Wohltaten, "Befreiung" usw. gefeiert, militärische Aggressionen als Landesverteidigung dargestellt. Im Gegensatz zu den meisten westlichen Ländern gibt es auf Grund der konformistischen und autoritären Haltung der Menschen auch fast niemanden, der die staatliche Propaganda und offizielle Darstellung dieser Ereignisse irgendwie kritisch hinterfragt. Quasi so, als wenn die Menschen in Deutschland heute fast alle Hitler bewundern und Deutschland als ewiges Opfer ausländischer Mächte ansehen würden.

Die Folge ist eine aggressiv nationalistische Jugend mit einem Opferkomplex und Träumen von nationalem Revanchismus - der ideale Nährboden für eine künftige faschistische Diktatur.

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von ferrara » 03.10.2008, 22:08

Philipp hat geschrieben: Unter Mao war Sklaverei dann aber wieder "in" und der Sklavenhalter wird in China nach wie vor als großer Held gefeiert, ist auf jedem Geldschein abgebildet usw. Die Kolonialisten werden hingegen einseitig negativ dargestellt, obwohl die von ihnen kontrollierten Gebiete verglichen mit dem restlichen China unter KP-Herrschaft frei und wohlhabend waren und die Menschen dort keine Staats-Sklaven waren.
die kolonialisten werden einseitig negativ dargestellt, weil was auch immer sie tun, dient in erster linie ihr eigenes wohlhaben. als nebenprodukt wird essensrest verteilt, um die menschen in der kolonie am leben zu lassen, um den letzten tropfen saft rauszupressen.
die koloniegebieten im vergleich zu dem restlichen china wohlhabender waren, nur weil sie vorher schon wohlhabender gewesen waren, nichts anderes. und wenn man nur ein bisschen chinesische geschicht kennt, dann weiß man, an der zeit war KP nur eine schwache partei, ihr revier zählte auch zu der ärmsten region chinas. so ein vergleich ist kein fairplay, oder? von freier war auch keine rede. shanghai war beispielsweise in der kolonialen zeit viergeteilt. wer über die grenzen wollte, mußte erst durch die kontrolle durch. sich frei bewegen durften NUR die langnasen.
Philipp hat geschrieben: In welcher offiziellen Darstellung werden denn heutzutage im Westen die Kolonialisten als Befreier dargestellt? Ganz im Gegenteil wird der Kolonialismus im westlichen Schulunterricht einseitig negativ dargestellt, schau dir mal ein westliches Schulbuch an. Übrigens lenkt das wieder vom Thema ab, das Thema war China und nicht der Westen. Versuch doch nicht am laufenden Band Schlechtes in China mit vermeintlich Schlechtem im Westen zu rechtfertigen. Ich rechtfertige ja auch nicht Hitler oder die Nazi-Verbrechen mit Mao.

Mao war wie Hitler und Stalin einer der größten Massenmörder der Menschheitsgeschichte, ich seh persönlich nichts was der Schurke außer Verteufelung verdient hätte. Leider gibt es unter westlichen Linken nach wie vor reichlich Mao-Bewunderer. Immerhin sind diese Leute nicht so blöd ihren eigenen Sklavenhalter zu bewundern. Die Bewunderung der Chinesen für Mao ist ungefähr so, als wenn die meisten Kambodschaner Pol Pot bewundern würden.
ich habe ja gar nicht versucht mao schön zu reden. ich als ein chinese empfinde aber, dass mao trotz aller seiner grausamen taten immer besser war als die banditen, die erst mit opium, dann mit gewehr uns zu sogennter ÖFFNUNG zwingen wollten. so denken auch viele chinesen, was du als ein ausländer schwer begreifen kannst. das erklärt auch warum der aus deiner sicht "massenmorder" auf jedem geldschein abgebildet ist.
und was dem massenmorder angeht, wie gesagt:
diese frage ist noch zu bestreiten. es kommt darauf an, auf welche quelle man sich bezieht.
du hast ja selbe geschrieben:
Die Menschen in den Kolonialgebieten Chinas sind aber von den ausländischen Kolonialisten im Allgemeinen nicht versklavt worden, im Gegensatz zu den Menschen in China nach dem Sieg der einheimischen Kommunisten. Ganz im Gegenteil waren das die freiesten Gegenden Chinas, ebenso das koloniale Shanghai vor dem Sieg der Kommunisten.
wenn du wirklich so denkst, die haben keine sklaverei getrieben, den leuten ging besser als den unter mao, dann ist die frage schon beantwortet:
In welcher offiziellen Darstellung werden denn heutzutage im Westen die Kolonialisten als Befreier dargestellt?
in DEINER darstellung.
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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von otternase » 03.10.2008, 22:21

ferrara hat geschrieben: wenn du wirklich so denkst, die haben keine sklaverei getrieben, den leuten ging besser als den unter mao, dann ist die frage schon beantwortet:
ganz trivial folgendes Gedankenexperiment:
man würde Dich per Zeitmaschine um 50 Jahre zurückversetzen ins Jahr 1958, Beginn des 大跃进
Du hättest die Auswahl, entweder in die freie Volksrepublik oder in das besetzte Hong Kong zu kommen, wofür würdest Du Dich (mit all dem Wissen der weiteren Entwicklung beider Plätze) entscheiden?

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Shenzhou » 03.10.2008, 22:29

@ Philipp

###Abschnitt geändert wegen Verstoßes gegen die Forenregeln. D., Moderator bei forum.chinaseite.de###

Chinas Religion ist nun mal Nationalismus! Du weisst nicht, was es heisst, ein Chinese zu sein!

STOLZ!!!

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Re: Fourteen Defining Characteristics Of Fascism

Beitrag von Topas » 03.10.2008, 22:32

Yingxiong hat geschrieben:Aber wenn du unter beiden wählen müsstest: Für welches würdest du dich entscheiden?


Keines von beiden. Auf den Luxus würde ich freiwillig verzichten - der umwelt zu Liebe !
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