HUawei, Nokia oder Ericsson?

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sweetpanda
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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von sweetpanda » 23.05.2019, 20:45

@Ingo, inzwischen schließen sich Süd-Korea und Japan dem Huawei Ban an. Alle Zulieferer die nicht Chinesisch sind, springen im Stundentakt ab.
Huawei wird spätestens Anfang 2020 ohne Staatshilfen den Bach runtergehen. Alle Fachleute gehen davon aus, dass Huawei es nicht schaffen kann schnell genug sämtliche Hardwarekomponenten selbst zu entwerfen und auch ein weltweit akzeptiertes Betriebssystem ins Leben zu rufen.

Apple wird in China produziert, Apple in China zu "verbieten" wurde tausende, vielleicht zehntausende Foxcon Mitarbeiter den Job kosten.

Jetzt zu den seltenen Erden.

Ja, China ist heute mit weitem Abstand größter Produzent, Reserven gibt es aber in vielen Ländern und nur weil die Chinesen in den letzten 20 Jahren so billig lieferten, hatten alle anderen ihre Produktion stark runtergefahren. Noch in den 90ern baute die USA etwa halb so viel seltene Erden ab, wie China heute. Brasilien und Vietnam haben zusammen genauso viele Reserven wie China. Alle fahren ihre Produktion derzeit schnell hoch.

Und zum Ende sagst du richtigerweise, dass die USA die westliche Welt mit seinen Internetunternehmen dominiert, kurz danach soll Trump feststellen, dass sie nichts haben um im WWW Erfolg zu haben. :shock:

Ja was denn nun?

In den USA stellen sich nun Demokraten und viele anerkannte Wirtschaftsexperten an die Seite Trumps. Sie kritisieren auch den aggressiven und sprunghaften Verhandlungsstill, die Grundrichtung wird aber mittlerweile von der Mehrheit mitgetragen.


@Ingo, woher weißt du denn, dass Trump mehr gefordert hat, als gleiche Zölle für alle, Schutz des geistigen Eigentum und gegenseitig freien Marktzugang?
Nichts befriedigt einen Menschen verlässlicher als der Misserfolg eines Begabteren.

Petermedia
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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Petermedia » 24.05.2019, 11:17

Das ist nur zum Teil richtig, und die Frage wer hier Täter und Opfer ist, ist recht vielschichtig. Und natürlich wird mehr verlangt. Da geht es um Subventionen, Währung und vor allem um die Deutungshoheit bezgl. weltpolitischen Fragen wie Sanktionen und Handelsfragen.
Ob Northstream oder die Frage gegen welche Länder wie vorgegangen wird. In einer multilateralen Welt haben die USA, wie vorher die Russen, die alleinige Macht verloren. Nun wird die Wirtschaftspolitik instrumentalisiert.

Man sollte nicht vergessen, dass auch deutsche Firmen massiv erpresst werden da sie am ehemals mit den USA gemeinsamen Vertrag mit dem Iran festhalten.

Das ist relativ neu , ZTE, war der nicht ganz unschuldige Testfall, und wird wenn die Spirale nicht gestoppt wird das Weltklima vergiften und vor allem in Asien neue Koalitionen schaffen.

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von ingo_001 » 24.05.2019, 14:08

sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
@Ingo, inzwischen schließen sich Süd-Korea und Japan dem Huawei Ban an. Alle Zulieferer die nicht Chinesisch sind, springen im Stundentakt ab.
Das aber doch nicht wegen Huawei, sondern wegen den drohenden Folgen Seitens der USA, die allen Firmen drohen, die nicht nach der us-Pfeife tanzen.

Das ist - und da beißt die Maus keinen Faden ab: Erpressung.
Und damit hat Trump ja nun nachgewiesenermassen Erfahrung.
"You are fired" ist ja zu einem Sandardverhalten seiner Politik geworden.

Und exakt so geht er (adaptiert auf die Staatengemeinschaft) mit Rest der Welt um.
Die alles endscheidende Frage ist: Läßt man sich das weiter bieten - oder nicht?

Mein Standpunkt dazu ist da ganz klar: Nichthandeln wird vom Paten da als Schwäche ausgelegt.
Kompromisse - Fehlanzeige.
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
Huawei wird spätestens Anfang 2020 ohne Staatshilfen den Bach runtergehen. Alle Fachleute gehen davon aus, dass Huawei es nicht schaffen kann schnell genug sämtliche Hardwarekomponenten selbst zu entwerfen und auch ein weltweit akzeptiertes Betriebssystem ins Leben zu rufen.
Zur Not wird Huawei staatl. gefördert werden.
Aber "den Bach runter gehen ... nee".

Du vergisst, dass der chin. Heimatmarkt mit 1,4 Mrd. Menschen quasi eine Welt für sich ist.
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
Apple wird in China produziert, Apple in China zu "verbieten" wurde tausende, vielleicht zehntausende Foxcon Mitarbeiter den Job kosten.
Maybe.
Aber schwerer - und davon kannst Du aus gehen - ist der Börsenschock, der davon dann ausgelöst werden würde.
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
Jetzt zu den seltenen Erden.

Ja, China ist heute mit weitem Abstand größter Produzent, Reserven gibt es aber in vielen Ländern und nur weil die Chinesen in den letzten 20 Jahren so billig lieferten, hatten alle anderen ihre Produktion stark runtergefahren. Noch in den 90ern baute die USA etwa halb so viel seltene Erden ab, wie China heute. Brasilien und Vietnam haben zusammen genauso viele Reserven wie China. Alle fahren ihre Produktion derzeit schnell hoch.
Und die würden zu chin. Preisen exportieren?
Nur wenn Donald sie durch Erpressung dazu nötigt.
Und die us-eigenen seltenen Erden ... ja, das dürfte dann auch durch Erpressung nichts zu zu holen sein.
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
Und zum Ende sagst du richtigerweise, dass die USA die westliche Welt mit seinen Internetunternehmen dominiert, kurz danach soll Trump feststellen, dass sie nichts haben um im WWW Erfolg zu haben. :shock:

Ja was denn nun?
Ich habe geschrieben, dass die EU nichts hat, um www-technisch eigenständig zu sein.
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
In den USA stellen sich nun Demokraten und viele anerkannte Wirtschaftsexperten an die Seite Trumps. Sie kritisieren auch den aggressiven und sprunghaften Verhandlungsstill, die Grundrichtung wird aber mittlerweile von der Mehrheit mitgetragen.
Und?
sweetpanda hat geschrieben:
23.05.2019, 20:45
@Ingo, woher weißt du denn, dass Trump mehr gefordert hat, als gleiche Zölle für alle, Schutz des geistigen Eigentum und gegenseitig freien Marktzugang?
Weil für ihn nur eins gilt: America first.
Und das auf allen Gebieten und in jeder Beziehung.

Aber noch schlimmer ist, dass er durch sein ganzes Handeln klar zeigt, dass es ihm nur um eins geht: Trump first.

Und der einzige der da noch irgendwie gegenhalten kann ist: China.

Alle anderen sind durch die erpresserische us-Wirtschaftsgesetzgebung mucksmäuschenstill und hoffen, dass Trump nicht nochmal 4 Jahre dran hängt.

"Wer mit dem Land xyz Geschäfte macht, der darf das mit uns nicht mehr und dessen Konten werden "eingefroren".
Das ist Mafia-like - und zwar vom "Feinsten".
Das hat haber GAR NICHTS mit FREIEM HANDEL zu tun.

Wer jemanden vorschreibt mit wem er handeln darf und mit wem nicht ... ja echt "demokratisch" ...

Die USA sind nach wie vor auf Dominanz aus, und die versuchen sie - auch mit miesen Touren - so lange wie möglich zu erhalten.

Die EU: Schaut nur zu und hat de facto nicht den Hauch einer Idee, wie man darauf reagieren kann.
Man hofft hier nur auf die Zeit nach Trump ...

Russland: Versucht seinen Einfluss im näheren Umfeld zu stabilisieren bzw. den (auch durch unlautere Praktiken) ein Stück zu erweitern.

China: M.E. das einzige Land, dass einen langfristigen stratigischen Plan hat. Da denkt man nicht von Wahl zu Wahl, sondern in Jahrzehnten.
Wozu auch - braucht man ja nicht, den Xi (und die jeweiligen Nachfolger) sind auf Lebenszeit "gewählt".

Indien: Das hat noch auf unabsehbare Zeit mit seinen eigenen Problemen zu tun + dem ungelösten Kaschmir-Konflikt.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von ingo_001 » 25.05.2019, 06:55

Wie ich schon sagte: Huawei ist für Trump ein Druckmittel bei seinen Verhandlungen, thats it.

"Gefährlich, aber Deal möglich" - Trump erklärt "Huawei-Strategie"

https://www.n-tv.de/technik/Trump-erkla ... 45085.html

Soviel zur "Gefahr" als "Grund". Er will andere Zugeständnisse von China und zwar mit dieser offensichtlichen Erpressung.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von sweetpanda » 29.05.2019, 23:04

Das sind die Weltmarktpreise der "seltenen" Erden.
Es sind Kilopreise. Von 15 bis 600 Dollar.
https://de.statista.com/statistik/daten ... xide-2010/

Das Zeug wird nur grammweise verbaut. Selbst wenn andere Produzenten 100% teurer wären, so macht das bei einem Smartphone weniger als 5€.
Die Seltenerd-Metalle sind nur in so winzigen Spuren in den Geräten vorhanden, dass sich sogar ihr Recycling kaum lohnt.

Seltene Erden sind ein relativ stumpfes Schwert.
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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von sweetpanda » 29.05.2019, 23:18

ingo_001 hat geschrieben:
25.05.2019, 06:55
Wie ich schon sagte: Huawei ist für Trump ein Druckmittel bei seinen Verhandlungen, thats it.

"Gefährlich, aber Deal möglich" - Trump erklärt "Huawei-Strategie"

https://www.n-tv.de/technik/Trump-erkla ... 45085.html

Soviel zur "Gefahr" als "Grund". Er will andere Zugeständnisse von China und zwar mit dieser offensichtlichen Erpressung.
Natürlich ist es ein Druckmittel, China hat sich durch seine Sonderbehandlung wunderbar unfair im Weltmarkt eingerichtet. Alle Vorteile der anderen offenen Gesellschaften ausnutzen, zuhause fremde Unternehmen aus interessanten Sparten komplett heraushalten oder mit Knebelverträgen kontrollieren.
Aber diese unfaire Verhalten wird und muss ein Ende finden.

P.S.

Sogar im letzten Presseclub (ARD\Phoenix) gab es Übereinstimmung darüber, dass es längstens Zeit war Forderungen auch offensiv und mit Nachdruck an China zu stellen. Der Tenor war, dass Trump derzeit auch für uns die notwendige Drecksarbeit macht für die sich Europa zu fein war oder zu schwach fühlte.
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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Asgaros » 10.10.2019, 12:31

Erinnert sich noch wer an die Panikmache bezüglich Huawei? Dass die Chinesen womöglich die flächendeckende Nutzung ihrer 5G-Technik dafür missbrauchen, den Westen auszuspionieren und diesem im Ernstfall einfach das Netz auszuknippsen? Während seitens der US-Regierung weiterhin nur Beschuldigungen/Vermutungen/Verschwörungen ohne jegliche Beweise herausposaunt werden, macht die amerikanische Regierung selber einfach kurzen Prozess in Venezuela und lässt Zugänge/Konten zu Cloud-Diensten und Software sperren, weil ihnen das Gebahren der Regierung Venezuelas nicht passt:

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 49137.html

Aber egal, lasst uns (Europa) weiterhin von Microsoft abhängig sein und sämtliche kritische Unternehmensdaten in die Cloud (Amazon, Google, etc) schieben. Denn die USA sind die Guten und würden uns niemals ausspionieren - geschweige denn einfach das Kabel ziehen ...

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Muxxen » 10.10.2019, 12:54

Das Beispiel Venezuela ist irrelevant.
Dass wir in Europa nicht mehr viel zu melden haben, liegt auf der Hand.
Wenn ich dann als Europa die Wahl habe zwischen alten Hegemon (oder wie man die USA betiteln moechte) und neuen Hegemon (China) habe, faellt die Entscheidung nicht schwer.

Dass wir von beiden ausspioniert werden wuerden, ist doch klar. Da braucht doch keiner verwundert tun. Ich verstehe aber, dass wir uns hierbei tendenziell auf die amerikanische Seite schlagen. Ist doch logisch.
Es geht hierbei um die Wahl des kleineren Uebels. Und da ist die USA auf jeden Fall im Vorteil. Lieber den Hegemon den ich kenne und mit dem ich "relativ" gute Beziehungen habe (seit Jahrzehnten), als den Neuen, den ich nicht wirklich abschaetzen kann.

Was in Venezuela passiert ist fuer uns dabei herzlich egal.
Der Verdacht liegt nahe, dass dem so ist!

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Asgaros » 10.10.2019, 21:52

Venezuela sehe ich absolut nicht als irrelevant an, da es das beste Beispiel dafür ist, dass Amerika nachweislich in keinster Weise davor zurückschreckt, einem abhängigem Land technologisch den Hahn zuzudrehen. Die Chinesen beschuldigt man ja, das selbe zu tun, was effektiv in dieser Form allerdings noch nicht passiert ist. Gerade ein Präsident, der sich komplett unberrechenbar verhält und sich bei der nächstbesten Gelegenheit mit Jedem anlegt, macht es noch viel gefährlicher.

Wie bereits von dir erwähnt, spionieren wahrscheinlich beide Seiten. Aber gerade aus technologischer Sicht hat die Geschichte gezeigt, dass Amerika eben nicht mehr das kleinere Übel ist. Eine breitere Aufstellung mit unterschiedlichen Partnern/Ländern und die gezielte Förderung eigener Technologien wäre hier die einzig richtige Lösung, allerdings geht man lieber den einfachen Weg und beschäftigt sich mit anderen "wichtigeren" Dingen.

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Muxxen » 11.10.2019, 04:27

Asgaros hat geschrieben:
10.10.2019, 21:52
Venezuela sehe ich absolut nicht als irrelevant an
Doch, ist es. Lass mich dir auch erklaeren wieso.
In der Geopolitik, denn nichts anderes ist ein flaechendeckendes Infrastrukturprojekt wie das 5G Netz, darf man nicht einen Vorfall separat betrachten, sondern muss ihn in den grossen Kontext bringen. Beispiel gefaellig? Middle East. USA moegen den Iran nicht. Assad in Syrien ist Schiite und somit Freund vom Iran. Um Assad zu bekaempfen unterstuetzt die USA militante Rebellen in Syrien. Diese Rebellen haben gute connections zu ISIS, die ja widerrum von den USA an anderer Stelle bekaempft werden. Ein Schelm, wer denkt, dass diese beiden Truppen ihre Ressourcen nicht teilen. Das Beispiel ist stark vereinfacht, verdeutlicht aber, was ich meine.

Die Stellung Venezuelas und der der EU oder Europas im aktuellen Weltgeschehen ist nicht zu vergleichen. Venezuela ist ein failed state mit nem Busfahrer an der Spitze. Einziges Businessmodel ist Oel. Oel wird aber in Zukunft redundant werden. (Die Saudis haben uebrigends das gleich Problem. Die machen nich aus Spass die Tore auf, damit Tourist kommen koennen. Denen geht der Arsch auf Grundeis.) Ebenso ist die Beziehung Venezuelas mit den USA eine gaenzlich andere. Seit Chavez's Tagen (und evtl. schon davor; bin ich mir nicht sicher) ist die USA der Staatsfeind No. 1 in Venezuela. Das hat sich durch Maduro nicht veraendert.

Europa hat seit dem WW II sehr starke Verbindungen zu den USA. Stichwort NATO-Erweiterung. Die NATO ist de-facto von den USA gefuehrt. Da hilft auch der Europaesche Kommisar (oder wie die Position offiziell heisst) nichts. Seit Brzeziński wissen wir, dass die USA den eurasischen Kontinent im Fokus hat. Ziel ist es, dass sich keine Weltmacht auf ebendiesen breit macht, ausser die USA. Die Russen sind raus. Nun erhebt sich China und hegt Anspruch auf diese Vormachtstellung (Stichwort OBOR). Wen hat die USA als Allianzpartner um den Chinesen kontra zu geben? Richtig, die Europaer.

Lange Rede, kurzer Sinn: Um gegen China anstinken zu koennen, sind die USA stark daran interessiert mit Europa gute Verbindungen zu haben. Politik verlaeuft nicht stromlinienfoermig. D.h. wenn ich einen Partner habe, ist nicht jede Entscheidung automatisch "Friede Freude Eierkuchen". Das erklaert die Zolldiskussion auch mit Europa. Am Ende werden die USA Europa nicht als starken Partner auf (!) dem Kontinent verlieren wollen.

Und deshalb ist der Vergleich mit Venezuela irrelevant.
Der Verdacht liegt nahe, dass dem so ist!

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Asgaros » 13.10.2019, 11:28

Klar geht es hier einzig und alleine um die globale Vormachtstellung. Das war auch von Anfang an klar. Angebliche Spionage ist hier nur ein vorgeschobener Grund.

Die Frage, die sich Europa stellen sollte, ist: Will man weiterhin einen solchen "Partner", der ohne Rücksicht auf Verluste seine Verbündeten erpresst, hintergeht und gezielt für Unruhe sorgt? Soll ein Polen auf 5G von Huawei verzichten, damit sie im Umkehrschluss ein Fort Trump bekommen und sich damit die Beziehungen zwischen Osteuropa und Russland noch weiter verschlechtern? Wer garantiert uns, dass die Amis bei uns nicht auch mal die Dienste abknippsen, weil wir mit den falschen Ländern (Iran) Geschäfte machen oder es Länder wie Frankreich wagen, eine Digitalsteuer auf Facebook & Co zu erheben?

Ich persönlich möchte einen solchen Partner nicht und Europa wäre gut daran gelegen, sich mit zusätzlichen politischen Partnerschaften und eine stärkere Förderung eigener Technologien unabhängiger von der USA zu machen! Ob Trump es passt oder nicht, kann uns dabei herzlich egal sein.

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Re: HUawei, Nokia oder Ericsson?

Beitrag von Ajiate » 14.10.2019, 12:24

Nun rotieren sie wieder -

Merkel öffnet 5G-Netz für Huawei
Auf Drängen des Kanzleramts verzichtet Berlin auf ein Verbot der chinesischen Mobilfunk-Technik. Koalitionspolitiker kritisieren die Entscheidung.


Berlin, Düsseldorf Monatelang hatten Vertreter der Bundesregierung debattiert, jetzt ist die Entscheidung gefallen: Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei darf Komponenten für das gesamte deutsche 5G-Netz liefern. Das geht nach Informationen des Handelsblatts aus dem aktuellen Entwurf zu den Sicherheitsanforderungen für die Telekommunikationsnetze der Bundesnetzagentur hervor.

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... 0qsRx1-ap6
"Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit."
Marcus Aurelius
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