Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

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Bernhard
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Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Bernhard » 23.08.2014, 07:33

Hallo an alle,

ich wollte mal eure Einschätzung wissen, wie der chin. Staat reagiert, wenn ein Deutscher eine Online-Petition unterschreibt.

Ich würde mich ja gern an der einen oder anderen Unterschriften-Aktion gegen irgendwelche Maßnahmen der chinesischen Regierung beteiligen, aber wenn das dann zu einer Verweigerung des Visums führte, wäre das äußerst schlecht.

Hat jemand damit Erfahrung (eigene oder fremde)?

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von happyfuture » 23.08.2014, 07:38

Bernhard hat geschrieben:ich wollte mal eure Einschätzung wissen, wie der chin. Staat reagiert, wenn ein Deutscher eine Online-Petition unterschreibt.
solange da nix gegen China drin steht, passiert wohl gar nix!

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Bernhard » 23.08.2014, 08:06

happyfuture hat geschrieben:
Bernhard hat geschrieben:ich wollte mal eure Einschätzung wissen, wie der chin. Staat reagiert, wenn ein Deutscher eine Online-Petition unterschreibt.
solange da nix gegen China drin steht, passiert wohl gar nix!
natürlich meine ich "gegen China". Wie ich gegeschrieben habe: gegen irgendwelche Maßnahmen der chinesischen Regierung.

Eine Unterschriftenaktion ist in Europa das Normalste der Welt, aber chinesische "Patrioten" und auch offizielle Stellen holen schnell die Keule "anti-chinesisch" heraus, um etwas zu diskreditieren und dagegen vorgehen zu können.

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2014, 08:07

happyfuture hat geschrieben:
Bernhard hat geschrieben:ich wollte mal eure Einschätzung wissen, wie der chin. Staat reagiert, wenn ein Deutscher eine Online-Petition unterschreibt.
solange da nix gegen China drin steht, passiert wohl gar nix!
Aber er hat doch geschrieben, dass die Petition gegen Maßnahmen der chinesischen Regierung gerichtet ist.
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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von cayman » 23.08.2014, 08:36

betrifft es dich persönlich?

ja : dann geh zu offiziellen Stellen
nein: wieso mischt du dich ein?
Anstatt zu klagen was ihr wollt, solltet ihr dankbar sein, dass ihr nicht all das bekommt, was ihr verdient

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2014, 08:58

cayman hat geschrieben: nein: wieso mischt du dich ein?
:shock:
Mit dieser Aussage/Frage kann man jede Form der gesellschaftlichen Diskussion sofort ersticken.
Glaubst du, dass es unangenehme Folgen haben könnte oder nicht?
Ja oder nein mit Begründung oder man kann es nicht Abschätzen, sind die 3 möglichen Antworten.

Oder ist deine Gegenfrage schon als Tipp gemeint, um unangenehme Folgen auszuschließen.
Dann hättest du ihm indirekt schon ein passende Antwort gegeben.
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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Bernhard » 23.08.2014, 09:09

cayman hat geschrieben:betrifft es dich persönlich?

ja : dann geh zu offiziellen Stellen
nein: wieso mischt du dich ein?
Ich verstehe deinen Beitrag nicht ganz. Zu welchen offiziellen Stellen soll ich gehen?

Und was meinst du mit der Frage nach dem "Einmischen"? Ich habe doch nur eine Frage gestellt, wie chinesische Behörden nach eurer Einschätzung reagieren.

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2014, 09:36

Bernhard hat geschrieben:
Und was meinst du mit der Frage nach dem "Einmischen"? Ich habe doch nur eine Frage gestellt, wie chinesische Behörden nach eurer Einschätzung reagieren.
Deine Frage ist fasst schon perfekt, ich gieße jetzt noch etwas Öl ins Feuer :mrgreen: .

Kann ein Chinese, der eine Onlinepetition gegen Fracking in Niedersachsen unterschreibt Probleme bei der deutschen Visaerteilung bekommen?

Kann ein Deutscher, der eine Onlinepetition gegen Fracking in Xinjiang unterschreibt Probleme bei der chinesischen Visaerteilung bekommen?
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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Suedchina » 23.08.2014, 14:18

Wenn die Frage lautet:
-Ist der H6 ein gutes Auto
- eine scheiss Kiste
oder - nur was fuer Leute die sich nichts besseres leisten koennen
wird Dir hoechstens der Fuehrerschein abgenommen aber mit dem Visum hat es nichts zu tun
Wenn die Sonne Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.
.
.guckt auch hier nach http://alternative.aktiv-forum.com/

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von sweetpanda » 23.08.2014, 18:34

Suedchina hat geschrieben:Wenn die Frage lautet:
-Ist der H6 ein gutes Auto
- eine scheiss Kiste
oder - nur was fuer Leute die sich nichts besseres leisten koennen
wird Dir hoechstens der Fuehrerschein abgenommen aber mit dem Visum hat es nichts zu tun
Vielleicht ist es hart, aber Bernhard ist nicht Burckhard. :idea:
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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von itzi » 23.08.2014, 19:51

Wenn die wollten, könnten die Dich auch hier im Internet locker ausfindig machen, vorausgesetzt, Du surfst nicht wie Edward Snowden durchs Netz.

Wahrscheinlich hat das keine Konsequenzen, wenn sie Dich nicht schon längst auf dem Radar haben oder irgendwann mal was gegen Dich haben aus irgendwelchen Gründen.

Aber alt werden möchtest in China ja wohl eh nicht, also sei so mutig und unterschreibe ruhig.

Dir ein Visum verweigern wäre 'ne Möglichkeit, Dich beschatten eine weitere.

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Laogai » 23.08.2014, 23:44

Bernhard hat geschrieben:ich wollte mal eure Einschätzung wissen, wie der chin. Staat reagiert, wenn ein Deutscher eine Online-Petition unterschreibt.
Meine Einschätzung: gar nicht.

Mein Beispiel: 2008 (!) hat meine Firma ein chinesisches Touristenvisum für den Auslandsredakteur im Bereich Asien–Pazifik bei der tageszeitung (taz) beantragt und erhalten. Da Visumanträge, auch für Besuche zu touristischen Zwecken, nicht angenommen werden, wenn als Beruf "Journalist" angegeben wird oder der Arbeitgeber im Medienbereich tätig ist, haben wir im Visumantrag einfach "Angestellter" und eine fiktive Firma als Arbeitgeber eingetragen.

Besagter Redakteur ist nicht nur ziemlich bekannt, wenn man sich in Deutschland ein wenig für China interessiert, sondern auch ziemlich kritisch/ablehnend der chinesischen Regierung gegenüber. Von seiner Einstellung macht er ihn seinen Artikeln auch keinen Hehl. 1997 war er Auslandskorrespondent für die taz in Hongkong. Von daher hätte er bei der Botschaft in Berlin bekannt sein müssen wie ein bunter Hund. Trotzdem wurde das Visum erteilt, womit wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten.

Auf Grund dieser Erfahrung gehe ich davon aus, dass bei der Visumerteilung kein großer Datenabgleich vorgenommen wird. Wenn es eine "black list" gibt, dann stehen dort wahrscheinlich nur international gesuchte Personen darauf und solche, die direkt in China bereits negativ aufgefallen sind.
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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Luntan » 24.08.2014, 05:12

happyfuture hat geschrieben:solange da nix gegen China drin steht, passiert wohl gar nix!
Der Humor vom happyfuture ist manchmal etwas gar diskret, und wird nicht verstanden... :mrgreen:

Bei irgendeiner obskuren Organisation zu unterschreiben wird Dir kaum schaden. Dagegen wird Aktivität etwa für FLG recht schnell Konsequenzen haben. Selbst Rechtschreibehilfe kann lebenslange Chinasperre bedeuten.

Der Fall der Anne Thurston: Sie war der Editor, und hat das Arztbuch über Mao in besseres Englisch "übersetzt". Die Folge ist: Sie bekommt seit mehr als 10 Jahren kein Visa mehr, und das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern.

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Priva ... airman_Mao

Dann gibt es noch die heimtückische Variante: Man gibt ein Visum und verweigert dann die Einreise. So hat es letzten Monat den Sperling erwischt:

http://www.nytimes.com/2014/07/08/world ... .html?_r=0

Somit sind die Folgen nicht vorhersehbar. Das Risiko bleibt bei Dir.

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Luntan » 24.08.2014, 05:29

Laogai hat geschrieben:Auf Grund dieser Erfahrung gehe ich davon aus, dass bei der Visumerteilung kein großer Datenabgleich vorgenommen wird. Wenn es eine "black list" gibt, dann stehen dort wahrscheinlich nur international gesuchte Personen darauf und solche, die direkt in China bereits negativ aufgefallen sind.
Wenn man die Liste der gesperrten US-Autoren anschaut sind das wohl doch schon deutlich mehr als 10. Dieses sind nur einmal die bekannten Fälle. Dazu kommen noch welche aus Taiwan usw.

...Most notably, 13 scholars who contributed to a 2004 anthology on Xinjiang were put on a Chinese visa blacklist. Only about four or five have managed to get a Chinese visa in recent years...

...Perry Link and Andrew J. Nathan, two professors in the United States who coedited “The Tiananmen Papers,” an inside look at the 1989 Tiananmen Square crackdown and massacre, cannot get visas to enter China...

http://www.nytimes.com/2014/07/08/world ... .html?_r=0

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Re: Online-Petition unterschreiben: Konsequenzen?

Beitrag von Sarilas » 24.08.2014, 06:20

Bereite schon mal den Haval Export vor wenn du unterschrieben hast.
Drinvor - als ob so eine Petition was bringt und irgendjemanden interessiert...

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