Aussprache

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
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NurIch

Aussprache

Beitrag von NurIch » 27.08.2005, 03:42

Nun, wie es der Threadtitel schon sagt, diesmal kein Übersetzungswunsch sondern eine Frage zum (für mich immer noch sehr verwirrenden) Tonsystem.

Was ich inzwischen glaube begriffen zu haben ist, dass niemals zwei dritte Töne aufeinanderfolgen können. (Gilt das eingentlich auch für zwei Sätze? Also wenn der erste Satz mit einem dritten Ton aufhört und der zweite Satz mit einem dritten Ton beginnt?)
Jetzt zu meinem Hauptproblem, dem vierten Ton. Scheinbar dürfen da ja auch nie zwei aufeinanderfolgen, das erste Wort wird dann im zweiten Ton ausgesprochen. An sich ja auch kein Problem, (bis auf das ich mich allmählich frage, wie irgendjemand sich auf chinesisch verständigen will, wenn alle Töne so mir nichts, dir nicht umgewandelt werden) nur begegnet mir beim Wörtchen bù so gut wie immer der Zusatz "wird vor einem vierten Ton im zweiten Ton gesprochen". Warum das Ganze? Das wird bei Wörtern im dritten Ton ja weggelassen. Oder gilt diese Regel nur für Ausnahmefälle?

Wie ihr seht, ich bin sehr verwirrt und hoffe deshalb auf schnelle Antwort.

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qingdao
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Beitrag von qingdao » 27.08.2005, 10:21

Ich würde mal sagen das mit dem "bu" ist eher so ne Ausnahme, es wird tatsächlich in bestimmten Fällen(vor einem vierten Ton) im zweiten Ton ausgesprochen, wie z.B. bei "bu2 dui4"(nicht richtig) oder "bu2 shi4" , um Verwirrung zu vermeiden. Denn "bu 4 dui 4" bedeutet ja normalerweise "die Armee" und "bu4 shi4" könnte auch was anders bedeuten.

Jetzt zu deiner Frage, hm... zwei dritte Töne können durchaus aufeinanderfolgen, wie z.B. "suo3 yi3" (deshalb), ist aber wirklich selten, mir fällt ein anderes Beispiel jetzt nicht ein. das gilt auch für Sätze!

Und zwei vierte Töne können auch aufeinanderfolgen, wie z.B. "qu4 shi4" (versterben/verstorben), sei froh, dass es in chinesisch keine zeiten gibt :wink:

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Beitrag von qinqin » 27.08.2005, 15:54

qingdao hat geschrieben:Ich würde mal sagen das mit dem "bu" ist eher so ne Ausnahme, es wird tatsächlich in bestimmten Fällen(vor einem vierten Ton) im zweiten Ton ausgesprochen, wie z.B. bei "bu2 dui4"(nicht richtig) oder "bu2 shi4" , um Verwirrung zu vermeiden. Denn "bu 4 dui 4" bedeutet ja normalerweise "die Armee" und "bu4 shi4" könnte auch was anders bedeuten.

Jetzt zu deiner Frage, hm... zwei dritte Töne können durchaus aufeinanderfolgen, wie z.B. "suo3 yi3" (deshalb), ist aber wirklich selten, mir fällt ein anderes Beispiel jetzt nicht ein. das gilt auch für Sätze!

Und zwei vierte Töne können auch aufeinanderfolgen, wie z.B. "qu4 shi4" (versterben/verstorben), sei froh, dass es in chinesisch keine zeiten gibt :wink:
Es ist so kompliziert
ich bin anja ich komme aus jilin ich studiere Germanistik

NurIch

Beitrag von NurIch » 27.08.2005, 20:48

Vielen Dank für die schnelle Antwort, hat mir sehr weitergeholfen!

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Jens
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Beitrag von Jens » 27.08.2005, 22:32

@qingdao
Moment! Du sagst, dass 所以 auch wirklich "suo3 yi3" ausgesprochen wird? Nicht wie bei 你好, was bei der Aussprache zu "ni2 hao3" wird? Ich dachte diese Regel gilt für alle Fälle ...
Wie ist das eigentlich, wenn mehr als 2 dritte Töne hintereinander kommen :).
Jetzt bin ich auch verwirrt :?:

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Beitrag von qingdao » 03.09.2005, 10:51

Hallo lieber Jens,

muss ganz ehrlich sagen, bevor ich daoben die Frage beantwortet habe, war mir es schon lange nicht mehr bewusst , dass die töne anders ausgesprochen werden sollen als sie eigentlich sind :oops: auch bei "ni2 hao3"

Ich muss mich jetzt anstrengen :lol: zurück an meine Schulzeit zu denken, da waren solche Fragen mit den komischen Aussprachenregelungen immer die ersten Fragen in der Kalusur im Fach Chinesisch. da hat die Lehrerin auch immer wieder "Fehler" gemacht, also, sowas braucht eigentlich kein mensch im Leben, genau so wie die neue deutsche rechtsschreibung :lol: das macht einen nur verpeilt :wink:

ich kann dir sagen kein mensch in china spricht so exakt genau nach den 4 tönen, die mandarin wird eigentlich nirgendwo gesprochen, also, mach euch keinen großen Kopf! wenn man die "richtige"aussprache lernen will muss man nach china gehen, es ist auch sehr interessant zu sehen, wie die anderen ausländer in china chinesisch sprechen, man erkennt an der Aussprache sofort ob er in beijing oder in shanghai oder sonst irgendwo in china chinesisch gelernt hat, der spricht nämlich mit chinesichem lokalem akzent :lol:

nur das darfst du deiner Lehrerin nicht erzählen :lol:
in der Prüfung kommt immer solche blöde fragen

Gast

Beitrag von Gast » 03.09.2005, 20:53

Töne sind schon kompliziert

Gast

Beitrag von Gast » 29.09.2005, 14:33

Hallo!

Wo wir gerade bei Tönen sind. Denkt ihr, dass es irgendwie sinnvoll möglich ist, Chinesisch ohne Lehrer zu lernen? Bei Japanisch oder europäischen Sprachen, bei denen eine etwas seltsame Aussprache erstens keinen Bedeutungsunterschied ausmacht und zweitens ohne Weiteres korrigiert werden kann geht das wunderbar.
Lernt einer von euch im Selbststudium? Mit ausreichend Hörbeispielen und dem ein oder anderen Chinesen, der die Aussprache korriegiert müsste das doch möglich sein. Vielleicht auch mit einem vorhergehenden Sprachkurs (z.B. VHS) damit man wenigstens nicht ganz im dunkeln tappt.
Wie auch immer. Wäre euch für Meinungen, Tipps und Vorschläge sehr dankbar.

Ich

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Beitrag von Qingdaobuddy » 29.09.2005, 15:55

VHS ist schon ok,weil preiswert;aber in meinen Augen schrott.

Wenn du in einer größeren Stadt wohnst,ab zur UNI,mal einen Chinesen ansprechen(beim 5.mal klappts dann nach 4 Japanern und einem Koreaner ;-) und fragen,ob er dir bei der Aussprache helfen kann

Hauptprobleme
z c s und
zh ch sh

Bei den Tönen übste erst mal selber,nimm was einfaches wie la oder ma

Achja,wenn möglich sollte er aus dem Norden sein,denn sonst spricht er obiges Beispiel fast identisch;und prüf mal,ob er überhaupt pinyin UND Töne WEIß (kann nämlich auch nicht jeder)

Und solltest mit einem einfachen Lehrbuch anfangen(ich such meins mal bei Zeiten raus)

BEST WAY:Koffer packen und ab nach China;das machen nämlich die meisten Sino-Studenten falsch:Erst 4 Semester Deutschland und im Auslandssemester stellen sie dann fest,das China nichts für sie ist

Naja,Pisa

Gast

Beitrag von Gast » 30.09.2005, 23:49

Danke für die fixe Antwort. :D
Würde den VHS Kurs auch nur Zwecks aAussprache lernen besuchen. Habe mit einem Japanischkurs schon schleche Erfahrungen gemacht. War einfach zu locker um da sinnvoll was zu lernen.
Für einen Uni Kurs habe ich leider nicht die Zeit (müsste in die nächste Stadt fahren, da wir keine Sinologie haben). Studiere Mathe und Informatik, so, dass ich feste Termine zum Lernen nicht einhalten kann.
Einen Chinesen zu finden dürfte nicht das Problem sein und ist eine gute Idee. Die laufen bei uns in Massen rum (promovieren in Physik oder Biologie; ist schon komisch, dass die ausgerechnet zu uns kommen).

Dieses Jahr komme ich nicht mehr nach China (Zeit und Geld fehlt). War schon mal da und will das auf jeden Fall wiederholen. Vielleicht Mitte nächsten Jahres.

Danke an Qingdaobuddy! Trotzdem weiter her mit Erfahrungen und vorschlägen!

Ich

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Beitrag von Grufti » 01.10.2005, 01:57

Qingdaobuddy hat geschrieben:BEST WAY:Koffer packen und ab nach China;das machen nämlich die meisten Sino-Studenten falsch:Erst 4 Semester Deutschland und im Auslandssemester stellen sie dann fest,das China nichts für sie ist

Naja,Pisa
ts tststststs....
"die meisten" aber nicht alle...
ich zähle mich zu der "Minderheit"......4 Semster an der Uni.... und nach nicht einmal 2 Monaten ( von insgesamt 2 Jahren) in Taiwan betrachtete ich dieses Land als meine wirkliche Heimat, nach der ich mich heute... auch nach über 25 Jahren im Endeffekt immer noch zurücksehne...

ich habe mein Herz nicht in Heidelberg...sondern in Hsinchu verloren...
daran kann auch nicht ändern, daß"Krethi und Plethi " heutzutage ganz China bereisen und sich sogar dort niederlassen kann....
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


Nr. 5 lebt !

Gast

Beitrag von Gast » 01.10.2005, 10:40

Hallo,mein Oberlehrer;da du ja alles besser weißt: Meinst du nicht es wäre sinnvoller,sich erst das Land anzugucken und dann die Sprache zu studieren?

Die Meisten ist bestimmt falsch(das wären ja 51%),aber kennst du die Abbrecherquote heutzutage in Sinologie?

Es sind einige,aber mit meinem Posting wollte ich nur die Leute "warnen",die blindlinks ein Studium beginnen.

Gruß an Grufti und Qingdao und alle,die mich kennen

Ein nichteingeloggter Qingdaobuddy

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Beitrag von Grufti » 01.10.2005, 20:47

Schön und gut....aber als ICH mit dem Chinesisch lernen angefangen hatte, war ich gerade mal in der 10.Klasse eines Gymnasiums in München, Geld hatte ich keines, nur ein wahnsinniges Interesse an dieser uralten Kultur.. aber nicht einmal die Möglichkeit, übers Internet mich über "Land und Leute" zu informieren... oder gar nächtelang auf Chinesisch zu chatten ... zu finden...

nichtsdestotrotz war es für mich keine Frage, daß ich Sinologie studieren würde...
nur...mein Aufenthalt in Taiwan hatte mir ganz deutlich gezeigt, daß ich danach nicht fähig sein würde, Sinologie"wissenschaftlich" betreiben zu können......

---mal von einigen Ausnahmen , die mich als "Oberlehrer " erscheinen lassen.. abgesehen :oops:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


Nr. 5 lebt !

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