voraussetzungen sinologiestudium

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
kamillentee
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voraussetzungen sinologiestudium

Beitrag von kamillentee » 17.07.2006, 20:22

hallo,

ich hab jetzt schon einige stunden durch das forum gestöbert und interessante sachen gelesen.

mit der suchfunktion habe ich nichts gefunden, daher stelle ich mal meine fragen...

ich interessiere mich für den studiengang sinologie und möchte gerne wissen, welche voraussetzungen man für dieses studium mitbringen sollte.
woher weiss ich, ob ich dafür geeignet wäre? bzw ich möchte gerne herausfinden, ob das wirklich was für mich ist.

in köln wurde neulich beispielsweise ein "örtlicher NC" eingeführt, wahrscheinlich wegen den steigenden bewerberzahlen (?).
da es den nc früher wohl nicht gab, habe ich keine vergleichsmöglichkeiten. wie gut sollte das abi daher sein? bei 1, nochwas hätte ich schonmal keine chance mehr.


dankeschön ;)

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Dr. Zook
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Beitrag von Dr. Zook » 18.07.2006, 15:02

Hi,

Angaben zum NC zu machen ist schwer, da der meines Wissens nach jedes Jahr neu berechnet wird und außerdem gibt es ja auch NC-freie Unis.
eine Übersicht gibt es hier auf der Seite
http://www.chinaseite.de/Sinologie_in_D ... .23.0.html

Über die Links kannst du dann auch die speziellen Anforderunegn der Unis recherchieren. Generell wirst du in der Sinologie ohne gute Englischkenntnisse nicht viel Freude haben, da etwa 90% der westlichen Fachliteratur auf Englisch ist. Mache Institute wollen auch einen Nachweis über Französischkenntnisse.

Sinologie könnte was für dich sein, wenn es dir Spass mach eine neue Sprache zu lernen und du nicht so schnell aufgibst, wenn es mal etwas langsamer voran geht. Außerdem ist das Interesse für eine andere Kultur unabdingbare Voraussetzung dafür, das dir das Studium Spass macht(zumindest meiner Meinung nach).
Bei mir war es einfach das Interesse und die Fanszination für china, die mich zu dem Studium getrieben haben. Hab's nicht bereut.

Noch ein Wort zu Köln. Das was die Uni Köln anbietet ist keine Sinologie, sondern eine sog. Regionalwissenschaft mit Schwerpunkt China. Es gibt da wohl auch noch Sinologen, aber nur eine Handvoll.
In der Regionalwissenschft beschäftigt man sich Schwerpunktmäßig mit dem modernen China (Politik, Wirtschaft, Rechtskultur etc.) und du musst kein klassisches Chinesisch lernen.
Wenn die sowas interessiert, könnte auch Bremen oder Zwickau interessant sein. Beide Unis bieten einen Studiengang Wirtschaftssinologie an
... the rest is silence.

Salphone
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Re: voraussetzungen sinologiestudium

Beitrag von Salphone » 20.07.2006, 00:08

kamillentee hat geschrieben:wie gut sollte das abi daher sein? bei 1, nochwas hätte ich schonmal keine chance mehr.
Ich bezweifle eigentlich, dass der NC so hoch sein wird. Selbst wenn jetzt ein örtlicher NC eingeführt wird, ist der Studiengang noch lange nicht so überrannt. Vielleicht liegt er so bei 2,7 oder 3,0. An Fachhochschulen ist es da schwieriger. Als ich mich vor ein paar Jahren in Bremen und Konstanz beworben hatte, lagen die NCs bei 1,7 und 2,0. Sollte die Nachfrage auch dort größer geworden sein, sollten die NCs dort jetzt dementsprechend auch kleiner sein.

kamillentee
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Beitrag von kamillentee » 22.07.2006, 15:32

In der Regionalwissenschft beschäftigt man sich Schwerpunktmäßig mit dem modernen China (Politik, Wirtschaft, Rechtskultur etc.) und du musst kein klassisches Chinesisch lernen.
Wenn die sowas interessiert, könnte auch Bremen oder Zwickau interessant sein. Beide Unis bieten einen Studiengang Wirtschaftssinologie an
ist der studiengang regionalwissenschaften berufsvorbereitend, oder hat man da bessere chancen einen job zu finden als ein sinologe?
denn bei einem sinologiestudium kann ich mir das auch nur schwer vorstellen einen guten beruf zu finden, der nicht an der uni ist oder mit der literatur zu tun hat.

lohnt sich so ein reginalwissenschaftliches studium wie hier angeboten, denn 10 semester studieren und nichts berufsqualifizierendes in der hand is ja nicht so toll.

http://verwaltung.uni-koeln.de/abteilun ... x_ger.html

also finde das schon ziemlich interessant, weiss nur nicht ob ich damit auch gute chancen auf arbeit habe.

was dabei natürlich noch gut ausschaut ist die möglichkeit eine zusützliche studienrichtung zu wählen also bwl,vwl,politik oder recht und dies auf china anzuwenden. allerdings weiss ich da auch nicht wie umfangreich und bedeutend das sein kann, wenn es "nur" eine art "nebenfach" ist

würde mich über einschätzungen anderer dazu freuen

olga
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Re: voraussetzungen sinologiestudium

Beitrag von olga » 03.05.2007, 11:11

hallo an alle

ich bin auch daran interessiert, sinologie zu studieren

dass bei sinologie nc verlangt wird, war mir neu. áber wird auch sowas an der fachhochschule angeboten??
[ Vielleicht liegt er so bei 2,7 oder 3,0. An Fachhochschulen ist es da schwieriger. Als ich mich vor ein paar Jahren in Bremen und Konstanz beworben hatte, lagen die NCs bei 1,7 und 2,0. Sollte die Nachfrage auch dort größer geworden sein, sollten die NCs dort jetzt dementsprechend auch kleiner sein.[/quote]

ist es wirklich so, dass man auf dem arbeitsmarkt keine guten chancen hat, wenn man nur sinologie studiert hat?sogar mit der auslandserfahrung? ich meine, wenn man nicht an wirtschaft oder politik als studiengang nicht interessiert ist :?

ich hab kein interesse an der philosophie. es gibt doch diese aufspaltungen in sinologie1 und sinologie 2, wo man sich jeweils in kultur und literatur oder in politischer lage spezialisiert. ist das denn besser, als sinologie allgemein?

würde mich freuen, eine antwort von sinologie-studenten zu bekommen! :P

mfg,Olga

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Beitrag von Goya » 03.05.2007, 11:23

Eine Absicherung für die Zukunft wirst du nicht kriegen. Genauso schwer ist es eine genaue Prognose für den Arbeitsmarkt in zehn Jahren zu bekommen.

Ein Restrisiko bleibt also immer bestehen.
"Soziale Akzeptanz beginnt im Alltag und ohne große politische Gebärde."

Johannes Röhrig

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Beitrag von Grufti » 03.05.2007, 12:37

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ist es wirklich so, dass man auf dem arbeitsmarkt keine guten chancen hat, wenn man nur sinologie studiert hat?sogar mit der auslandserfahrung? ich meine, wenn man nicht an wirtschaft oder politik als studiengang nicht interessiert ist  

Ich hatte auch Sinologie studiert...

..und bin am (vorläufigen ) Ende in einer Spedition in Deutschland gelandet...
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


Nr. 5 lebt !

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Beitrag von Holdersen » 03.05.2007, 12:59

Hi...

Hatte das Thema vor kurzem auch aufgegriffen.

http://forum.chinaseite.de/ftopic3021.html

Wie Goya schreibt, kann dir natürlich keiner sagen wie die Berufsaussichten etc wohl aussehen werden. Für reine Sinologen wird es jedoch wohl ohne Zusatzqualifikation nicht so einfach. Viele sagen, dass die Kombi, vor allem mit Wirtschaft sehr gut sein soll und ggf. auch zu einer steilen Berufskarriere verhelfen kann. Da ich mit Wirtschaft, zumindest im Studium nicht wirklich viel anfangen kann, werd ich auch nicht in die Richtung studieren. Ich hab noch nicht wirklich viel Plan, was ich wohl nach dem Studium anfangen kann... Also werde zum WS nach Bonn (Asienwissenschaften) oder nach Bochum (Sinologie + Koreanistik) wechseln... Vielleicht tut sich ein Job in der Wissenschaft auf, vielleicht kann ich mich Richtung übersetzen selbstständig machen. Maybe werd ich dann auch Taxifahrer oder häng ne Ausbildung an, wenn mich alten Bock dann noch wer einstellen sollte :)

Ich denke es iss schon im Grunde ein Spiel mit dem Feuer, wenn du kein Wirtschaft o.ä. zusätzlich studierst, deshalb solltest du schauen, sollte dich Sinologie tatsächlich interessieren, dass du den Abschluß so gut wie möglich hinbekommst. Wenn dus machen willst, dann machs, ich weiss selbst wie es ist, wenn man nicht 100% hinter seiner Entscheidung steht... Mit meinem derzeitigen BWL Studium....

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Beitrag von mesheel » 04.05.2007, 04:15

Sinologie sollte man nur studieren, wenn einen das Land, die Leute, die Kultur etc. auch tatsaechlich interessiert.

Um zu wissen, ob Du fuer ein Sinologiestudium geeignet bist, solltest Du vielleicht einfach mal nach China gehen und kucken, ob Dir gefaellt, was Du da siehst und erlebst.
Wenn Du nicht total begeistert davon bist, dann schlage ich vor, die Chinesische Sprache zu lernen, nicht aber Sinologie zu studieren.

Mit einem Sinologiestudium laesst sich genauso viel oder wenig anfangen wie mit einem Philosphie-, Geschichts-, Deutsch- oder Englischstudium. Am besten machst Du ein paar Praktika und arbeitest neben dem Studium ohne es kuenstlich zu verlaengern. Dann bist Du nach dem Abschluss wenigstens nicht ein unbeschriebenes Blatt und hast schon ein bisschen was von der Arbeitswelt gesehen.

Ich kenn einige Sinologen aus denen was geworden ist, inklusive mir. Daran sollt's also nicht liegen... :wink:

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Beitrag von Holdersen » 05.05.2007, 13:17

@mesheel... darf man denn fragen, was du beruflich machst? Hast du Zusatzausbildungen gemacht? Was hast du zur Sinologie dazu studiert??

Würd mich mal interessieren und würd mich über Antwort freun :)

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mesheel
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Beitrag von mesheel » 05.05.2007, 17:23

Nein, ich habe bisher keine Zusatzausbildung gemacht, moechte das aber nun mal in Angriff nehmen. Ich habe (neben zwei anderen eher "unnuetzen" Faechern) Sinologie studiert und bin nach dem Studium nach Taiwan gezogen, um einen Job zu finden.
Habe nach einem kurzen Gig als Englischlehrer auch was "richtiges" gefunden und bin nun in einer Managementposition bei einer auslaendischen Firma hier.

Weitere Beispiele: Der Regional Manager Asia Pacific von einer bekannten Fluggesellschaft ist Sinologe aus London. Repraesentanten verschiedenster Laender hier in Taiwan sind Sinologen.

Aber wie gesagt, Sinologie ist kein Stidum, dass sich so nebenbei machen laesst. Man muss Sinologie schon wirklich moegen. Einfach auf der Chinawelle mitreiten zu wollen, macht niemanden erfolgreich.

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Beitrag von Holdersen » 05.05.2007, 19:56

Das gibt wenigstens mal ein wenig Mut :)

Du hast Englisch unterrichtet? Hast du das studiert, oder bist du Muttersprachler? Ne Zeit im englischsprachigen Ausland gelebt o.ä.? Oder ist es als "westler" einfacher in solche Tätigkeiten reinzukommen??

Stell mir das auch nicht unbedingt sooo einfach vor, einfach mal nach Taiwan zu gehen und zu arbeiten.. Brauch man doch auch ne Arbeitserlaubnis... Gabs da Probleme, oder eher weniger?

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Beitrag von unipia » 05.05.2007, 20:52

lernen lernen lernen und viel lernen zu können. Eine sehr wichtige Eigenschaft die du brauchst. Und dein Englisch muss gut sein, da 90% der Literatur in Englisch ist.

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Beitrag von no1gizmo » 06.05.2007, 01:02

Mit einem Sinologiestudium kannst du in der Wirtschaft nicht viel anfangen, ja fast schon gar nichts.

Niemanden wird es in der Wirtschaft interessieren, was du über die chinesische/asiatische Geschichte weißt, wen interessiert das? Das einzige was die Personaler dich fragen werden, wie gut kannst du Chinesisch? Wie lange warst du in China? Und wenn dass dann nicht besonders ist, wars das.

Man sollte wirklich etwas mit BWL lernen (BWL ist ja nicht gleich BWL, gibt viele Fahcrichtungen) oder besser was mit Technik (Informatik, Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften) oder am aller besten beides zusammen (Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, und einige andere Fachrichtungen).

Wer glaubt ihr hat mehr Chancen, der Ingenier (oder BWLer oder entsprechendes), der 2 Jahre in China war und die Sprache aufgeschnappt hat, oder der Sinologiestudent, der nur eben etwas mehr über die Sprache weiß, weil er sie systematischer gelernt hat?

Was will denn eine Firma in China? Verkaufen und einkaufen! Und dazu brauch sie Leute mit Peil von der Materie, SPrache ist nur Kommunikation, die kann man sich gut nebenbei aneignen.
我是德国人,欧洲人和地球人

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Beitrag von Dennis (CDS) » 06.05.2007, 01:30

Holdersen hat geschrieben:Das gibt wenigstens mal ein wenig Mut :)

Du hast Englisch unterrichtet? Hast du das studiert, oder bist du Muttersprachler? Ne Zeit im englischsprachigen Ausland gelebt o.ä.? Oder ist es als "westler" einfacher in solche Tätigkeiten reinzukommen??

Stell mir das auch nicht unbedingt sooo einfach vor, einfach mal nach Taiwan zu gehen und zu arbeiten.. Brauch man doch auch ne Arbeitserlaubnis... Gabs da Probleme, oder eher weniger?
Zu beiden Punkten:

In Taiwan ist es kein Problem als Sprachlehrer sein Geld zu machen, entweder an den Nachhilfeschulen oder privat. Ich hatte am Anfang auch viel Englisch unterrichtet (....als "Westler" reicht es oftmals einigermaßen fließend sprechen zu können), und dann das Ganze nach und nach auf Deutsch umgezogen, was dann sehr entspannend ist. "Hauptberuflich" arbeite ich als Übersetzer, was insgesamt meist zu einer 6-7 Tage Woche führt. (...ich schreibe gerade am Sonntagmorgen um 7 Uhr weil ich gleich zu arbeiten anfange).

Arbeitserlaubnis: Wenn du irgendwo fest arbeitest, bekommst du sie über die Firma, bei den vielen kleinen Lehrerjobs wird aber praktisch nie danach gefragt und viele arbeiten einfach so. Als "Westler" hat man da selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall, dass mal nachgefragt wird noch relativ wenig zu befürchten, die Behörden sind eher auf illegale Arbeiter aus anderen Ländern Asiens aus. Trotzdem muss jeder selbst wissen, wie er/sie es macht.

Als Ehemann gibt es diese Frage zum Glück nicht mehr, denn ich kann automatisch ohne extra Arbeitserlaubnis überall in Taiwan legal arbeiten. :lol:

Ach ja, und ich habe nicht wirklich Sinologie studiert, sondern 2,5 Jahre Chinesisch an der Sprachschule in Taiwan.

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