Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lernen

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
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henchan
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von henchan » 29.06.2013, 17:48

blackrice hat geschrieben:
henchan hat geschrieben:Ich habe in der VHS vor kurzem angefangen.
Dazu hat mich blackrice überzeugt, ein Tandem in Berlin dazu zu nehmen
siehste, blackrice´ "spam" hat auch sein Gutes..handshake :wink:
Ja, ja,............hast ja recht. Hast auch gutes getan, olle Fumpe du!
Bin auf deinen Tritt in meinen Hintern (bzgl. Tandem) echt froh.
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von blackrice » 29.06.2013, 18:18

henchan hat geschrieben:
blackrice hat geschrieben:
henchan hat geschrieben:Ich habe in der VHS vor kurzem angefangen.
Dazu hat mich blackrice überzeugt, ein Tandem in Berlin dazu zu nehmen
siehste, blackrice´ "spam" hat auch sein Gutes..handshake :wink:
Ja, ja,............hast ja recht. Hast auch gutes getan, olle Fumpe du!
Bin auf deinen Tritt in meinen Hintern (bzgl. Tandem) echt froh.
Sie ist eine wundervolle Frau nur leider schon mit einem Freund.
Danke.
na, geht doch, in mehrschichtiger Hinsicht sogar auch :wink:
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von sanctus » 29.06.2013, 20:45

alanos hat geschrieben:
Wieder zu Hause angekommen, spuckte das Mädel noch monatelang in meinem Kopf und ich dachte mir, wenn ich sie eines Tages wieder sehen sollte, muss ich mit ihr reden können.

:lol: :lol: :lol:

Nette Stories habt ihr alle, da kann ich leider nicht mithalten :|
Ja, ist mir auch schon aufgefallen. Da hat die I-Pad-Rechtschreibautomatik sich mal wieder unnötigerweise aktiviert. Ich meine natürlich spuken, im Sinne von geistern. Wäre 'ne tolle Stilblüte!
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von MarcusBJ » 30.06.2013, 07:37

Wirklich tolle Geschichten hier ... aber musst Du denn unbedingt mithalten können? :-)
Erzähl doch mal wie Du angefangen hast @Alanos

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Hendrik » 30.06.2013, 09:42

Ich hatte mal Lateinisch in der Schule gewählt, das hat am Ende dazu geführt, dass ich Chinesisch lerne... aber der Reihe nach ;)

Also hatte ich als Fremdsprachen Lateinisch und Englisch. So weit so langweilig. Irgendwann danach begann ich zu studieren und da merkte ich auf einmal, ich bin so der einzige Student, der nur eine echte Fremdsprache spricht. Denn Latein ist eigentlich kaum mehr sowas wie eine Kunst. Das interessiert einen Arbeitgeber etwa so sehr wie wenn ich Ölmalerei oder Töpferei in meiner Freizeit mache. In der Tat fühlte sich mein Lebenslauf mit nur Englisch als Fremdsprache etwas schäbig an.

Also fing ich an Spanisch zu lernen. Warum Spanish? Keine Ahnung. Ich hatte mal die Landkarte von Europa angeschaut und in Spanien scheint die Sonne und das passt.

Leider war es dann nicht so mein Ding, vor allem die Grammatik war so kompliziert wie die Deutsche (gefühlsmäßig). Also musste was anderes her. Zu jener Zeit war China auch viel in den Nachrichten und in meiner frühen Jugend war ich mal kurz in Hong Kong in Urlaub, daher ist mir Chinesisch wieder eingefallen. Natürlich war mir da auch bekannt, die Sprache soll sehr schwer sein.

Und so hatte ich es als Experiment gesehen, in das ich zunächst nicht viel Energie gesteckt hatte. Der Plan war 1 Jahr zu lernen und dann zu entscheiden, ob ich weiter mache oder nochmals die Sprache wechsle. Die Alternative zu Chinesisch war Russisch, da ich sehr entfernte Verwandte in Osteuropa habe. Der erste Eindruck war positiv, die Sprache an sich gefiel mir. Es war ja zunächst auch nur mal für den Lebenslauf und so lernte ich 2 Jahre in der VHS, wöchentlich 1 Stunde und nicht mehr. Der Fortschritt war extrem langsam. Dann gab es einen Chinaaufenthalt an einer Sprachschule im Sommer, dann eine Chinesiche Freundin und mittlerweile gibt es auch andere Motivationsquellen. Seit daher lerne ich intensiv und regelmäßig.
.

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von punisher2008 » 30.06.2013, 11:08

Bei mir war es eigentlich recht unspektakulär, es war nicht mal irgendeine "Traumfrau" im Spiel. Also irgendwann fing ich halt mein Studium an, wobei mein damaliges Hauptfach eher willkürlich gewählt war und mir eigentlich nicht so zusagte. Eines meiner Nebenfächer war Psychologie (eigentlich auch eher willkürlich gewählt), und da wurde zufällig eine Vorlesung über die "chinesische Seele" oder wie auch immer sie sich nannte angeboten. Jedenfalls ging es um chinesische Philosophie, Schrift, Kultur etc. Das hat mich dann aus irgendeinem Grund ziemlich fasziniert.
Auch bei mir war das lange vor dem Internet, jedenfalls lange bevor ich persönlich Zugang dazu hatte (1991 - immerhin 8 Jahre bevor ich meinen ersten PC hatte). So las und sah ich mir fast alles über China an was es damals in den Medien eben so gab - meine Begeisterung wurde stärker. Außerdem hatte ich eine Kommilitonin die im Hauptfach Sinologie studierte mit der ich mich etwas über China austauschen konnte. Die ging dann auch ein Jahr später zum Studium nach Beijing. Zum Glück ist man als Student ja ziemlich flexibel und kann auch in andere Fächer reinschnuppern. So geriet ich in einen Japanisch-Kurs speziell für Nicht-Japanologen (an meiner Uni gab es ein "Japan-Zentrum" das sich genau an solche Studenten wie mich richteten, die sich also für Land und Sprache interessierten, aber nicht im Hauptfach studierten und ohne Seminare und Scheine etc.). Da mich auch andere asiatische Länder und Sprachen interessierten ging ich da interessehalber mal rein. Ja, und so bin ich eigentlich über Japanisch auch zur chinesischen Sprache gekommen. Ich kaufte mir auch gleich ein dickes Lexikon und fing schon mal an Radikale (ja, mein Interesse war damals so groß dass ich die tatsächlich auswendig lernte :lol: ) und Schriftzeichen zu lernen. Komischerweise vertiefte sich mein Interesse für Japan/China ausgerechnet auf einer USA-Reise Sommer 1992. Mich reizten überall die Chinatowns, nämlich hauptsächlich New York und San Francisco. In SF wurde dann auch noch zufällig das Mondfest gefeiert, also ziemlich spektakulär mit Drachentanz, Verkaufsständen etc., eben eher an Langnasen gerichtet und ziemlich touristisch. Da kaufte ich mir dann auch aus reiner Neugier zum ersten Mal einen Mondkuchen. Das mit dem Eigelb drin war für mich zwar ziemlich fremdartig aber auch faszinierend. Ich kaufte weitere Schachteln von dem Zeug, nahm eine sogar nach D mit. Tja, und im Semester darauf entschied ich mich ernsthaft zum Sinologie-Studium, was ich dann später offiziell zum Hauptfach machte. Der Sprachkurs war wahnsinnig interessant und wir entwickelten eine super Freundschaft und Zusammengehörigkeit, also wir 12 bis 15 Studenten und Dozentin aus Hangzhou. Wir unternahmen viel gemeinsam, v.a. Essen! Japanisch machte ich nebenbei ebenfalls weiter. Und nach 2 Semestern kamen dann eben die Sommer-Semesterferien 1993. Paar Wochen davor entschloß ich mich mit 2 Kommilitonen spontan zu einer gemeinsamen China-Reise. Sie war nur grob geplant, entwickelte sich aber so: Beijing - Hangzhou - Shanghai - Fähre nach HK - Flug nach Taibei - Bus über Kending und Hualian wieder nach TB (wo ich eine taiwanische Bekannte von der Münchener Uni hatte) - Flug nach HK - Fähre nach Guangzhou - Flug nach Guilin - Bus nach Yangshuo - Bus nach Guangzhou - Rückflug nach Beijing und kurz nach dem Mondfest ging es zurück nach München.
Ich hatte vorher eigentlich nie besonders Interesse an chinesischen Frauen, fand sie nicht mal überdurchschnittlich attraktiv. Aber auf der Reise selbst kam irgendwie der Funke rüber, und viele waren mir auf Anhieb sympathisch, egal ob Kellnerinnen, Hotelangestellte oder sonst was. Gleich nach der Ankunft am Bahnhof Shanghai kam ich dann zufällig ins Gespräch mit einem netten Mädel (Oberschülerin oder Studentin). Und auf der Brücke beim Pujiang Hotel (gibt es das überhaupt noch?) sprach uns ein alter Mann an und lud uns spontan in seine Wohnung zum Tee ein, d.h. in den gemeinsamen Innenhof. Das war so ein richtiges altes Haus mit Gemeinschaftsküche im Innenhof. Und auch da kam dann ein Mädel (Nachbarin) dazu und unterhielt sich mit uns (wir waren inzwischen nur noch zu zweit, also eine Kommilitonin und ich). Am nächsten Abend gingen wir zusammen essen. Mit beiden hatte ich noch längere Zeit Kontakt. Die haben mir wohl den ersten tieferen Eindruck von chinesischen Frauen gegeben.
Und damit das nicht noch mehr ausufert mache ich es jetzt kurz: am Flughafen Guangzhou lernte ich (eigentlich "wir") meine spätere Frau kennen. Details sind überflussig, ausser dass dadurch meine Beziehung zu China logischerweise noch um einiges intensiver wurde....

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Honigkuchen » 30.06.2013, 12:24

Nette Geschichten. Dann will ich auch mal. Mir erging es ähnlich wie Hendrik, nämlich das ich bis auf Englisch und Schulspanisch keine anderen Fremdsprachenkenntnisse vorzuweisen hatte. Das hat mich persönlich gewurmt. Ich schwankte jedoch immer zwischen Japanisch und Chinesisch, da mich beide Kulturen sehr faszinieren.

Was mich dann letztendlich dazu überzeugt hat Chinesisch zu lernen war, oh welch Überraschung, eine Frau. Verheiratet, mit Kindern und nur entfernte Bekannte. Mit zarten 20 Jahren. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, mein während des Zivildienstes verdientes Geld bei ihr für Privatunterricht komplett auf den Kopf zu hauen. Hab es dann auch 9 Monate durchgezogen, bevor ich mit dem Studium anfing. Leider war es mir innerhalb der ersten zwei Jahren kaum vergönnt mich weiter mit der Sprache zu beschäftigen, weil das Studium es nicht anders zuließ. Nach 2 Jahren Studium habe ich mich dann dazu entschlossen die Sommerferien über nach China zu fliegen. Ticket gebucht, hingeflogen und nach 2 Wochen Aufenthalt eines Abends ausgeraubt worden. Fast alles Geld weg, Handy weg und Sprachkenntnisse auch weg, da zwei Jahre Pause. Habe also mein Restgeld genommen und mich auf eine 4-stündige Zugfahrt gemacht zu dem Ort von dem ich glaubte das dort entfernte Bekannte wohnen und von dem ich glaubte die Schriftzeichen noch in Erinnerung gehabt zu haben (meine Notizen waren ja auch weg). Es war also eine Fahrt ins Ungewisse. Englischsprechende Chinesen habe ich an dem Tag natürlich keine gefunden, bis im Zug auf einmal ein Mädchen zu mir kam (ich habe der Untertan von Heinrich Mann gelsen) und mich auf Heinrich Mann ansprach, ein Autor den sie anscheinend über alles vergöttert - auf Englisch. Es begann mit Small-Talk über Heinrich Mann, führte zu einer detaillierten Wegbeschreibung zu "local area" von meinen Bekannten und endete doch tatsächlich sogar in einer Romanze.

Auf alle Fälle war dieses (im Nachhinein sogar abenteuerliches) Erlebnis der Punkt an dem ich mir wieder vornahm meine Chinesisch-Kenntnisse zu reaktivieren und mich intensiv der Sprache zu widmen.

Und meine unglückliche Liebe von "damals" kann ich heute, wenn auch nur eingeschränkt, mit meinen Kenntnissen über China (weniger wegen meiner Sprachkenntnisse) beeindrucken, natürlich nur auf freundschaftlicher Ebene. :wink:

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Taiyang » 30.06.2013, 13:55

Bei mir... keine chinesische Frau. Nicht mal ein Mann oder die Kultur oder das Essen. Und auch nicht mangelnde Fremdsprachenkenntnisse. Bei mir warens die Hong Kong movies aus den 80ern und 90ern, und diverse Hong Kong Saenger, die ja dann groesstenteils auf Kantonesisch sangen. Das war allerdings weit vor Pekinger Zeiten. Im Grunde hat mich China nie interessiert, Mandarin finde ich klingt beiweilen furchtbar und nicht ohne Grund habe ich mich eigentlich mehr mit Japanisch beschaeftigt. Irgendwann kurz vor Uniabschluss wollte ein Kumpel dann fuer einen Sprachkurs nach China gehen und lag mir so lange in den Ohren, bis ich mich auch fuer dieses eine Austauschprogramm anmeldete. War ja kurz vom Abschluss und hatte nichts besseres zu tun. Also ging ich dann fuer ein Semester an eine Uni hier. Den Unterricht habe ich meistens sausen lassen weil brauchte ja nix mehr fuer die Uni. Bin dann lieber durch Peking gefahren und hab die Sprache groesstenteils durch Lesen und Schriftzeichen gelernt. Anfangs habe ich in meinem Kopf hier alles auf Japanisch gelesen aber dann rausgefunden, dass die On-Lesung im Japanischen der im Standardchinesischen relativ aehnlich ist & da habe ich sehr viel nur durch zuhoeren (Bus-Ansagen, Supermarkt etc) verstehen gelernt. Der Quantensprung kam dann mit dem Nebenjob, den ich mir fuer die Sommerferien suchte, wo im Buero nur Chinesen waren & ich nach ein paar Wochen die Gespraeche groesstenteils ohne Probleme verstehen konnte. Naja, aus dem Nebenjob wurde dann ein Vollzeitjob & daher bin ich immer noch hier.
Richtigen Chinesischunterricht hatte ich also nie und ich habe auch nie Grammatik oder sowas gelernt. Das was ich kann, kommt allein durch lesen und zuhoeren.

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Yingxiong » 30.06.2013, 13:59

Dein Studium hast du also nie abgeschlossen?
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Taiyang » 30.06.2013, 14:35

Yingxiong hat geschrieben:Dein Studium hast du also nie abgeschlossen?
Aber sicher. War 2009 fuer 2 Monate in Deutschland und hab MA-Arbeit und alles fertig gemacht. Ganz so vereinnahmend ist China nun auch nicht, dass ich dafuer mein Studium abbreche :wink:

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Yingxiong » 30.06.2013, 14:37

Was hast du studiert?
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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von henchan » 30.06.2013, 14:39

punisher2008 hat geschrieben:...
Und damit das nicht noch mehr ausufert mache ich es jetzt kurz: am Flughafen Guangzhou lernte ich (eigentlich "wir") meine spätere Frau kennen. Details sind überflussig, ausser dass dadurch meine Beziehung zu China logischerweise noch um einiges intensiver wurde....

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von punisher2008 » 30.06.2013, 15:44

henchan hat geschrieben:Schöne Geschichte. ^^
Danke! Bis auf den späteren Teil, wodurch ich dann die rosarote Brille für China immer mehr ablegte, war es tatsächlich eine schöne Zeit. Aber darauf gehe ich nicht ein.
Noch was zum Sprachstudium selbst. Als Sinologiestudent wird einem ja nahe gelegt, möglichst mindestens ein Auslandsjahr in China zu absolvieren. Da ich immer eher unangepasst war und anders sein wollte als meine Mitschüler entschied ich mich als einziger aus meinem Kurs (und soweit ich weiß auch aus der ganzen Uni) für Guangzhou (中山大学), und zwar wollte ich gezielt Kantonesisch lernen statt Mandarin. Meine Kommilitonen gingen alle entweder nach Beijing, Shanghai, Chengdu oder Taibei. Vielleicht aus reinem "Protest" (nee nur Spaß, war schon echtes Interesse :wink: ) wollte ich genau diese Orte vermeiden. Und Mandarin lernt doch jeder, daher musste es für mich schon was ganz anderes sein, und da war Kantonesisch genau das richtige für mich (neue Zeichen, neue Laute, neue Grammatik, NOCH mehr Töne, also die ideale Herausforderung. Was will man mehr?), zwar auch Chinesisch aber nicht das Chinesisch was man fast ausschließlich in deutschen Hörsäalen hört und das einzige Chinesisch zu sein scheint das man in D kennt.
Weiterer Vorteil: kaum Westler im Kurs, ausser einer Deutschen, einem Russen und einem Polen nur Japaner und Koreaner, ach ja, und ein Thai mit chinesischen Wurzeln. Außerdem viel kleinere Klasse, wodurch sich die Lehrer viel mehr Zeit für den einzelnen nehmen konnten. Zu der Zeit war ich bereits verheiratet mit Kind. Daher war es eigentlich kein Wunder dass unsere besten Bekannten ein koreanisches Ehepaar wurde (der Mann war bei mir in der Klasse), mit Kind das etwas jünger als unser Sohn war. Wir waren die einzigen beiden Schüler in dem Kurs die ihre Familie mitgebracht hatten und auch außerhalb der Uni wohnten. Wir unternahmen viel zusammen, machten jeden Tempel und Park in Guangzhou unsicher bis zu selbstgemachten Kimchi- und Kimpap- (koreanisches "Sushi") Orgien in unserer Wohnung :lol: , allerdings leider ohne Soju :mrgreen: .
Seltsamerweise hatte ich nach dem Jahr keinen Kontakt mehr zu den Kommilitonen, bis sich überraschenderweise die Tochter unserer koreanischen Freunde vor 3 Jahren bei mir meldete. Da war sie wohl 13 oder 14. Wir haben bis heute noch gelegentlich über Facebook Kontakt. Schon seltsam, ich habe sie als Baby kennengelernt, jetzt ist sie praktisch erwachsen.
Bereut habe ich es nie speziell Kantonesisch gelernt zu haben, ganz im Gegenteil. So konnte ich meinen Individualismus befriedigen, bin nicht der Herde in den hohen Norden Chinas gefolgt sondern bin meinen eigenen Weg gegangen. Dadurch habe ich eine zusätzliche chinesische Sprache gelernt und festgestellt dass China und die Sprachen weit "größer" (oder besser vielfältiger) sind als man es einem in Europa gerne weismachen würde.

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von Taiyang » 30.06.2013, 16:38

Yingxiong hat geschrieben:Was hast du studiert?
Natuerlich das einzig wahre Studienfach: Japanologie!
Ich war auch in Japan an der Uni und hatte eigentlich vor, nach dem Studium wieder zurueck nach Japan zu gehen, aber da kam sowas mit C dazwischen.
(ich arbeite uebrigens bei einem IT-Dienstleister & meine Arbeit hat nichts mit meinem Studium zu tun 8) )

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Re: Erzählt doch mal aus Euren Anfängen beim Chinesisch lern

Beitrag von MarcusBJ » 07.07.2013, 01:58

Wow, wirklich tolle Geschichten, dich sich hier ergeben. Hätte ja kaum gedacht, dass vor allem vom Punisher (bitte nicht böse nehmen - habe erst wenig hier gelesen - aber in den paar Threads kamst zu ziemlich "trollig" rüber) so eine tolle und ausführliche Story zu hören :-)

Beeindruckend finde ich ich auch Taiyang - ohne jeglichen Unterricht, allein unter nicht englisch sprechenden Chinesen im Parttime-Job die Sprache so aufzunehmen, dass man sie nach kurzer Zeit größtenteils versteht (zumindest die Alltagsdiskussionen im Office) ist beeindruckend. Das habe ich bislang noch nicht geschafft - und auch in meinem Büro wird um mich herum nur Chinesisch gesprochen - seit nun fast 1,5 Jahren. Ich verstehe allerdings nur das wenigste :-( ... bin noch ganz am Anfang.

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