Europäische Städte sind nicht prollig genug....

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devurandom
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Beitrag von devurandom » 23.08.2007, 11:48

Die Frage ist eigentlich: seit wann gilt denn Protzig- oder Prolligsein als "schick"? Als ich Deutsch gelernt habe, galt "Prolet" oder "prollig" jedenfalls noch als Schimpf- oder, naja, wenig schmeichelhafte Bezeichnung. :roll: Wenn ich so pauschalisieren wuerde wie manche, koennte ich doch glatt sagen, dass die Betrachtung des Prolligsein als anstrebungswertes Ziel eine typische Symbolik fuer den massive Rueckgang des intellektuellen Niveaus der jungen Generation in D. darstellt. ;-)

Afaik wurden die ersten moderne Wolkenkratzer in Chicago nach dem grossen Brand gebaut. Man hatte ploetzlich viel Platz, wenig intakte Haeuser, damit stiegen die Miete. Hinzu kommt noch die unerschuetterliche Glauben an das moderne. Heraus kam also paradisische Zustaende fuer Architekten und Statiker. Die USA haben keine tiefgehende kulturelle Hintergruende und damit verbundenen historische Bauten. Das einzige, was diese Wolkenkratzer in meinen Augen postives bewirkt haben, sind die Subkulturen, die im Schatten dieser Hochhaeuser entstanden sind. Ohne die Grossstadtjungle gaebe es z.B. keine Beat Generation.

Was die Wuestensoehne und die Chinesen bzw. einige anderen asiatischen Laendern betrifft, spielt sicherlich das ploetzliche Reichtum und/oder tief technokratisch gepraegte Einstellung eine Rolle. Dies ist nun trotzdem keine Erklaerung, warum man nun "prollig sein" gut finden und fleissig nachahmen muss.

Gruss
/dev/urandom
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Beitrag von wuseltiger » 23.08.2007, 11:49

Ja das ist genau der gleiche Dreck..

Milliarden für diese Proletenangeberei, aber versuche mal eine Kinderbetreuung nach 17 Uhr zu finden, oder in den Ferien.

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Beitrag von Shaolin » 23.08.2007, 11:50

no1gizmo hat geschrieben:Stoiber will ja den Transrapid von München-Zentrum zum München-Flughafen bauen.

Warum? Proletenaktion... ist das gleiche in grün...

Tja, die Chinesen haben ihn schon, den Transrapid, inklusive den neidigen Blicken..
ein paradebeispiel deutscher wirtschaftlicher inkompetenz - vielleicht nur noch zu topen von airbus und deren produktionsplaenen in china.
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Beitrag von wuseltiger » 23.08.2007, 11:55

Naja no1gizmo,

du hast im Prinzip genau das genannt, was Deutschland im MoOment ueberhaupt nicht braucht. Wenn du schonmal in China warst, dann weißt du wohl, welche wirtschaftliche Konkurrenz sich da aufbaut. Wenn wir da überleben wollen, dann nur wenn wir unsere Mittel in Ausbildung stecken und die Leute weiterbilden. Klingt vielleicht langweilig, ist aber unsere einzige Chance nicht völlig unterzugehen.

Eines stimmt natürlich. Seid wann ist "prollig zu sein" erstrebenswert?

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Beitrag von no1gizmo » 23.08.2007, 11:55

devurandom hat geschrieben: Wenn ich so pauschalisieren wuerde wie manche, koennte ich doch glatt sagen, dass die Betrachtung des Prolligsein als anstrebungswertes Ziel eine typische Symbolik fuer den massive Rueckgang des intellektuellen Niveaus der jungen Generation in D. darstellt. ;-)
Geile Anspielung, ich freu mich immer wenn du schreibst devi.

Ihr denkt doch nicht, dass auch nur irgendjemand auf Shanghai gucken würde, wenn da nich die Paläste stehen würden?
Wenn Amis herkommen (z.B. nach Berlin), denn denken die immer "aha, ja nen bissel Kultur haben die, aber das ist alles?", es fehlt halt der "Großstadtjungel". Wobei ich ja schon anmerkte,gerade in unseren Kulturhochburgen wie Berlin, ist keine Skyline nötig. Frankfurt ist dafür prädestiniert und hat auch schon die richtige Basis. Wenn man daran arbeitet, dann sollte man bei Frankfurt weitermachen und nicht neuanfangen.

Durch so große Projekte LEBT ein Land oder ein Unternehmen erst, was wäre Frankreich ohne den Eifelturm? Was wäre Mercedes ohne den SLR McLaren? Nicht das, was es jetzt ist....
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Beitrag von chinavelo » 23.08.2007, 11:55

Für diejenigen, die Frankfurt nicht kennen:

Skyline von Frankfurt.

Da ist nicht mehr viel Platz, um noch gewaltigere und höhere Häuser zu bauen.

Bernd

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Beitrag von no1gizmo » 23.08.2007, 11:57

wuseltiger hat geschrieben: Eines stimmt natürlich. Seid wann ist "prollig zu sein" erstrebenswert?
Das war schon immer so... in der Steinzeit wollte jeder Höhlenmann die größte Keule haben, wer die größte Keule hatte, konnte sich am besten ernähren und hatte die meisten Fortpflanzungschancen :wink:
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Beitrag von wuseltiger » 23.08.2007, 11:59

no1gizmo hat geschrieben: Ihr denkt doch nicht, dass auch nur irgendjemand auf Shanghai gucken würde, wenn da nich die Paläste stehen würden?
Wenn Amis herkommen (z.B. nach Berlin), denn denken die immer "aha, ja nen bissel Kultur haben die, aber das ist alles?", es fehlt halt der "Großstadtjungel". Wobei ich ja schon anmerkte,gerade in unseren Kulturhochburgen wie Berlin, ist keine Skyline nötig. Frankfurt ist dafür prädestiniert und hat auch schon die richtige Basis. Wenn man daran arbeitet, dann sollte man bei Frankfurt weitermachen und nicht neuanfangen.

Durch so große Projekte LEBT ein Land oder ein Unternehmen erst, was wäre Frankreich ohne den Eifelturm? Was wäre Mercedes ohne den SLR McLaren? Nicht das, was es jetzt ist....
Ahh echt, das ist doch der totale Quatsch. Was hat Frankreichs wirtschaftlicher Erfolg mit dem Eifeblturm zu tun? Was interessieren mich die Amerikanischen Touristen? Das hat volkswirtschaftlich ueberhaupt keinen Einfluss. Höchstens regional.
Aber bundesweit zählen eigentlich nur Export und Import. Die paar Touristen..
Du stehst auf Statussymbole, das ist dein gutes Recht. Aber versuche bitte nicht solche Statussymbole mit einer (nicht vorhandenen) wirtschaftlichen Notwenidigkeit zu begründen. das ist quatsch!

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Beitrag von no1gizmo » 23.08.2007, 11:59

chinavelo hat geschrieben: Da ist nicht mehr viel Platz, um noch gewaltigere und höhere Häuser zu bauen.
Was? Kaum eine Skyline ist so mager, wie die in Frankfurt... Klar müsste man hier und da was in den Boden stampfen. Keine Triümphe ohne Opfer.
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Beitrag von no1gizmo » 23.08.2007, 12:04

wuseltiger hat geschrieben: Ahh echt, das ist doch der totale Quatsch. Was hat Frankreichs wirtschaftlicher Erfolg mit dem Eifeblturm zu tun?
1) Tourismus. Ich ich bin schon in Paris gewesen um den Eifelturm zu besteigen. Ohne Eifelturm wäre Paris auch gar nicht so sehr das, was es jetzt wäre. Überall sieht man den Eifelturm auf Fotos und in Werbung und weiß genau, es geht um Paris.

2) Prestige... wie der Mercedes McLaren mit 6xx PS, kann sich kaum jemand leisten, das Ding ist auch wirtschaftlich gesehen gar nich so dool für Mercedes, aber wer davon schwärmt, sich den aber nicht leisten kann, kauft sich vielleicht ne E-Klasse.... öhnlich mit BMW und dem M3,M5,M6, AudiS8 etc etc

3) ja und fern ab vom wirtschaftlichen Aspekt..... egen dem Ego. :wink: (was anderes kann der Transrapid in D nicht sein, den gibt es ja nun schon wo anders...)
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Beitrag von OldChina » 23.08.2007, 12:05

no1gizmo hat geschrieben:
chinavelo hat geschrieben: Da ist nicht mehr viel Platz, um noch gewaltigere und höhere Häuser zu bauen.
Was? Kaum eine Skyline ist so mager, wie die in Frankfurt... Klar müsste man hier und da was in den Boden stampfen. Keine Triümphe ohne Opfer.
Hilfe!! Größenwahn!!

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Beitrag von wuseltiger » 23.08.2007, 12:05

no1gizmo hat geschrieben:
wuseltiger hat geschrieben: Eines stimmt natürlich. Seid wann ist "prollig zu sein" erstrebenswert?
Das war schon immer so... in der Steinzeit wollte jeder Höhlenmann die größte Keule haben, wer die größte Keule hatte, konnte sich am besten ernähren und hatte die meisten Fortpflanzungschancen :wink:
Da hst du etwas falsch verstanden. Der mit den besten biologischen Reizen und den besten finanziellen Mitteln ist sicherlich bei der Fortpflanzung bevorzugt.

Aber was hat das mit prollig zu tun? Falls du kein Wörterbuch hast: Hier ein paar Auszüge über die Bedeutung des Wortes prollig:

prol|lig <Adj.> (salopp, bes. Jugendspr., abwertend): proletenhaft.

Pro|let 2. (abwertend) jmd., der keine Umgangsformen hat: er ist ein richtiger P.

Naja wenn du dich damit identifizieren kannst.. Hehe

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Beitrag von no1gizmo » 23.08.2007, 12:10

keine Umgangsformen, aha.

Naja, ein Prollet ist für mich jemand, der rücksichtslos nach dem größten strebt und damit anzugeben neigt?!?
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Beitrag von chinavelo » 23.08.2007, 12:49

no1gizmo hat geschrieben:
chinavelo hat geschrieben: Da ist nicht mehr viel Platz, um noch gewaltigere und höhere Häuser zu bauen.
Was? Kaum eine Skyline ist so mager, wie die in Frankfurt... Klar müsste man hier und da was in den Boden stampfen. Keine Triümphe ohne Opfer.
Dann scheinst Du ja Frankfurt sehr gut zu kennen!

Bernd, der jeden Tag einen phantastischen Blick auf die Skyline von Frankfurt hat

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Beitrag von wuseltiger » 23.08.2007, 12:52

no1gizmo hat geschrieben:keine Umgangsformen, aha.

Naja, ein Prollet ist für mich jemand, der rücksichtslos nach dem größten strebt und damit anzugeben neigt?!?
So würde ich das eigentlich auch sehen. Meine Definition (sorry habe die Quelle nicht angegeben) war aus: Duden und Mayers Lexikon..

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