Der Einzug von NPD in den Landtag

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serenita
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Der Einzug von NPD in den Landtag

Beitrag von serenita » 18.09.2006, 01:31

als eine in Deutschland lebende Chinesin finde ich das wirklich bedrohlich, dass dieser braune Absatz in den Landtag eingezogen ist, zuerst in Sachsen, jetzt auch in Meck-Pomm. Die Aktivitäten der Nazis werden somit vom Staat bezahlt.
Wie ist es für Euch, ich sag mal, die Deutschen hier im Forum?
Die NPDler sind genau so frisiert und anzogen wie die Nazis in den 30er Jahren.... mir fröstelt es.

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unipia
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Beitrag von unipia » 18.09.2006, 02:33

bin deutscher und meine Meinung nach sollte man das Grundgesetz missachten und diesen braunen Dreckshaufen verbieten und alle einsperren. Die meinen zwar das sie keine Nazis sind aber das glaubt doch eh keiner denen. Die dumme Bürokratie in Deutschland und das extrem geschützte Grundgesetzt verbieten traueriger weise das man sie verbieten kann :(
Nazis im Bundestag......So fings ende Weimarer Republik auch an ( glaub aber nicht das es so weit geht wie damals...können ja net alle in Deutschland bescheuert sein und diesen Schweinen auch noch politisches Vertrauen geben)

TaugeNix

Beitrag von TaugeNix » 18.09.2006, 03:06

unipia hat geschrieben:bin deutscher und meine Meinung nach sollte man das Grundgesetz missachten und diesen braunen Dreckshaufen verbieten und alle einsperren.
Missachten wir doch einfach unser Grundgesetz, damit wir diese NPD-Fuzzies einbuchten können, weil die ja unser Grundgesetz missachten! :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll:

Nichts ist wichtiger, als diese Menschen zu überzeugen - nichts geht über den politischen Kampf gegen extreme, extremistische Gruppierungen (Rechts, Links, Muslime, Christen, etc. etc.).
Andernfalls stehen wir selbst auf dieser Stufe. Und woraus würden WIR dann unser RECHT ableiten, diese Menschen zu verurteilen?

Also: politischer Kampf und im Alltag Zivilcourage!

Gruß aus Beijing,
TaugeNix^muss mit dem Bus zur Uni, da sein §"$&§"!!*%§"%-Motorroller wieder mal den §$"!$&§)""!§-Geist aufgegeben hat!! *zensiertzensiertzensiertzensiertzensiertzensiert*

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belrain
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Beitrag von belrain » 18.09.2006, 08:05

Solche Leute zu verbieten, inzubuchten oder sonst was zu machen ist wohl nicht die richtige Lösung. Wie TaugeNix schon schrieb, wären wir dann nicht besser als die.

Das Ziel muss sein, die Ursache für aufkommenden Rechtsruck zu eliminieren. Und da ist unsere Regierung einfach nicht kompetent und konsequent genug. Wenn man sich ansieht, wie man in Deutschland Steuergelder verschwendet, kann ich den Frust der Leute verstehen. Und manche denken eben, es sei an der Zeit den etablierten Parteien mal die "Rote Karte" zu zeigen. Dummerweise ist die braun.

Und wenn ich sehe, wie viele Ausländische Mitbürger nach Deutschland kommen und hier auf Kosten der Steuerzahler leben, kann ich auch verstehen das viele Menschen frustriert sind. Bin ich auch. Aber wir haben auch sehr viele deutsche Schmarotzer. Die fallen aber nicht so auf. Wenn man dann noch betrachtet, wie sich manche Ausländer in Deutschland benehmen, wünscht man sich schon mal das die Regierung konsequent abschiebt und ausweist. Auch wenn die Leute politisch verfolgt sind - was bei den Meisten nicht der Fall ist - haben sie kein Recht sich zu benehmen wie "Sau".

Ich selbst habe einige ausländische Freunde und bin auch viel unterwegs im Ausland - nur zur Klärung falls jemand meint ich sei ausländerfeindlich.

Aber solange unsere Regierung sich nicht traut, mal eine andere Ausländerpolitik zu betreiben und endlich mal das eigene Land an die erste Stelle setzt, wird sich an der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit nichts ändern. Und solange es nicht aufhört, das uns jeder Ausländer als Nazis beschimpft, wenn wir mal unsere Stimme gegen das Benehmen der ausländischen Mitbürger erheben, werden auch immer mehr mit dem Rassenhass aufwachsen.

Es müssen also beide Seiten, wir Deutschen und die ausländischen Mitbürger, gezielt daran arbeiten, dass die Verständigung untereinander besser wird.

Einfach verbieten und bestrafen führt nur dazu, dass die Leute aufsässig werden. Nichts ist verlockender als verbotenes zu tun, oder? Merkt man doch schon bei der Kindererziehung :wink:
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Beitrag von serenita » 18.09.2006, 08:19

Das Grundgesetz missachten halte ich für keine vernünftige Lösung, abgesehen davon, dass es gar nicht geht.
Andererseits spürt man bei diesem Wunsch die Ohnmacht der meisten antinazi-eingestellten Menschen in Deutschland.

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Beitrag von serenita » 18.09.2006, 08:25

Diese Menschen zu überzeugen....während ich drüber nachdenke, schau ich mir die Clowns im Fernsehen an. Ich frage mich, warum gerade im Osten die NPD mittlerweile so mächtig werden konnte, dass sie nun von Steuergeldern finanziert wird. Die Parole erinnern mich an die von vor gut 70 Jahren. Und es sind Menschen in dieser Gruppierung, die handgreiflich werden. Handgreifliche Menschen machen inzwischen in Deutschland die Politik, zumindest mit. Ich bin bestürzt.

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Beitrag von serenita » 18.09.2006, 08:55

belrain hat geschrieben:Solche Leute zu verbieten, inzubuchten oder sonst was zu machen ist wohl nicht die richtige Lösung. Wie TaugeNix schon schrieb, wären wir dann nicht besser als die.

Das Ziel muss sein, die Ursache für aufkommenden Rechtsruck zu eliminieren. Und da ist unsere Regierung einfach nicht kompetent und konsequent genug. Wenn man sich ansieht, wie man in Deutschland Steuergelder verschwendet, kann ich den Frust der Leute verstehen. Und manche denken eben, es sei an der Zeit den etablierten Parteien mal die "Rote Karte" zu zeigen. Dummerweise ist die braun.

Und wenn ich sehe, wie viele Ausländische Mitbürger nach Deutschland kommen und hier auf Kosten der Steuerzahler leben, kann ich auch verstehen das viele Menschen frustriert sind. Bin ich auch. Aber wir haben auch sehr viele deutsche Schmarotzer. Die fallen aber nicht so auf. Wenn man dann noch betrachtet, wie sich manche Ausländer in Deutschland benehmen, wünscht man sich schon mal das die Regierung konsequent abschiebt und ausweist. Auch wenn die Leute politisch verfolgt sind - was bei den Meisten nicht der Fall ist - haben sie kein Recht sich zu benehmen wie "Sau".

Ich selbst habe einige ausländische Freunde und bin auch viel unterwegs im Ausland - nur zur Klärung falls jemand meint ich sei ausländerfeindlich.

Aber solange unsere Regierung sich nicht traut, mal eine andere Ausländerpolitik zu betreiben und endlich mal das eigene Land an die erste Stelle setzt, wird sich an der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit nichts ändern. Und solange es nicht aufhört, das uns jeder Ausländer als Nazis beschimpft, wenn wir mal unsere Stimme gegen das Benehmen der ausländischen Mitbürger erheben, werden auch immer mehr mit dem Rassenhass aufwachsen.

Es müssen also beide Seiten, wir Deutschen und die ausländischen Mitbürger, gezielt daran arbeiten, dass die Verständigung untereinander besser wird.

Einfach verbieten und bestrafen führt nur dazu, dass die Leute aufsässig werden. Nichts ist verlockender als verbotenes zu tun, oder? Merkt man doch schon bei der Kindererziehung :wink:
Ich danke Dir für Deinen ehrlichen Beitrag.
1. Die Ursache, was ist eigentlich die Ursache dafür, dass gerade im Osten, wo verhältnismäßig weniger Ausländer sind, wo manche Menschen noch nicht mal einen Türken live gesehen haben, .v.a. junge Menschen behaupten, die können's nicht mit den Türken. Ich habe mal eine junge Frau gefragt, warum sie behauptet, keine Türken zu mögen, obwohl sie noch keine gesehen und kennengelernt hat, sie sagte, einfach so n Gefühl. Dabei kann ich nicht behaupten, dass diese junge Frau ausländerfeindlich ist.

2. Speziell im Osten habe ich ein Phänomen beobachtet, dass die Menschen sehr schlecht über Polen sprechen, die Nachbarn also. Für viele ist es etwas beschämendes, sich mit den Polen in Verbindung gebacht zu werden, obwohl sie frohen Herzens und öfters über die Greuze fahren, um dort billiger einzukaufen. Kaum ein Ostdeutsche würde freiwillig zugeben, dass er Polnisch spricht, aber fast jeder Ostdeutsche regt sich auf, wenn er, in Polen nicht verstanden wird in seiner Muttersprache. Was ist das?
Ich hab' lange drüber nachgedacht. Es ist die Radfahrermentalität. Die Ostdeutschen, im eigenen Land, fühlen sich den Westlern gegenüber oft als Bürger zweiter Klasse. Denken wir an die 10%, ja selbst bei HarzIV kriegen sie weniger. Gerade in so einer Situation brauchen Menschen eine Kompensation, zu wissen, dass andre Menschen gibt, die deutlich schlechter darzustellen sind als die selbst. "Wir sind immerhin noch deutsch, nicht die Besten, aber zumindest die zweitbesten, aber die Polen...und die Ausländer..."

3. Nebenbei sei's erwähnt, dass ich, die in Deutschland lebende Chinesin, Euch weder Arbeitsplatz wegnimmt, noch Staatsstütze kriegt, sondern Arbeitplätze(für Deutschen) geschaffen hat, nicht nur einen, die seit Jahren brav ihre Steuer zahlt, mit der nun die NPD unterstützt wird. Es ist frustrierend und gleichzeitig beänstigend, denke ich an die schwingenden Knüppel. Ok, ich kann Kampfsport. *g*

4. Eine andre Ursache, warum sich die NPD stark machen kann speziell im Osten, ist meiner Meinung nach der allgemeiner niedrigerer Bildungsstand. Nein, ich bin nicht arrogant. Es war für mich sehr überraschend, dieses Deutschland zu erleben. Menschen, überwiegend Handwerker, wenn nicht gleich n Fliesenleger, haben nun mal nicht oft die Gepflogenheit, sich differenzierter mit den Problemen auseinanderzusetzen. Das führt zur Leichtgläubigkeit, die der NPD sehr gut zu Nutzen kommt.

5. Ich möchte keineswegs behaupten, dass die NPD nur im Ostdeutschland aktiv ist. Auch im Westen hört man von Zeit zu Zeit Berichte über die Brauenen. Aber dass der Widerstand im Osten geringer ist, denke ich, steht außer Frage. Gegen Hartz IV können 5000 Menschen auf die Straße gehen und demostrieren, gegen die Neonazis waren es gerade mal knapp 200 Menschen. Viele haben selbst Angst.

Nur so paar Gedanken.

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Beitrag von belrain » 18.09.2006, 09:59

serenita hat geschrieben:

Ich danke Dir für Deinen ehrlichen Beitrag.
Gern geschehen :wink:

Ich kann das Kompliment nur erwiedern. Du argumentierst sachlich und vernünftig.

Zu deinen Punkten gebe ich mal meine Meinung ab.

1. Ob im Osten wirklich weniger Ausländer sind weiss ich nicht, aber auf jeden Fall leben in Berlin sehr viele Türken. Ist ja nicht umsonst die heimliche türkische Hauptstadt :wink:
Ich glaube aber auch, dass viele Leute im Osten etwas naiver sind als die im Westen - hängt sicher auch mit der damaligen Staatsform zusammen. Und viele Menschen verbinden beklemmende Gefühle mit dem andersartigen Aussehen der Leute. Dunklere Haut, schwarze Haare und evtl. noch ein dichter schwarzer Schnurrbart - so einem möchte man nicht im dunklen begegnen. Ist die alte Denkweise. Wenn man so erzogen ist, ist es schwierig umzudenken. Und wer weiss, welche Feindbilder die damalige DDR so geschürt hat.

2. Auf welchem Platz die Deutschen in der "Bestenliste" auch immer sein mögen, mit Polen verbindet man in erster Linie Autodiebstahl. Liegt daran, dass es sehr viele Autoschieberbanden aus Polen gab/gibt. Und wer möchte sich schon auf eine Stufe mit Verbrechern stellen. Ist allerdings auch wieder etwas naiv gedacht, denn nicht jeder Pole ist ein Dieb. Aber, wie oben erwähnt, die Einstellung der Menschen ist eine Frage des Umfelds.

3. Ich sprach ja auch von den Sozialschmarozern. Davon gibt es sowohl deutsche als auch ausländische. Ich ziehe meinen (imaginären) Hut vor jedem, der es im Auslandschaft auf ehrliche Weise sein Geld zu verdienen und zurecht kommt. Das zeugt von geistiger Reife und der Offenheit gegenüber der anderen Sprache und Kultur.
Auch ich bin frustriert wenn ich sehe, was mit meinen Steuern passiert. Und ich habe noch das Handicap mich nicht wehren zu können - kann keinen Kampfsport :(

4. Da kann ich dir nur zustimmen, obwohl ich nicht so informiert bin über das Bildungssystem im Osten. Aber es dauert eben eine lange Zeit, das Niveau (in welchem Bereich auch immer) zwischen Ost und West anzugleichen, denn in der damaligen DDR hat man ja, wie auch in China, mit Zensur und ständiger Propaganda bewusst dafür gesorgt, dass das Volk "naiv und beeinflussbar" bleibt.

5. Sicher haben viele Menschen Angst. Nur dadurch war der Aufschwung A.H. damals zu erreichen. Angst und Naivität sind die besten Freunde einer Gewalt-Herrschaft. Viele Menschen machen mit, weil sie Angst haben entlarvt und bestraft zu werden, andere machen mit weil sie es nicht besser wissen (können)

Tatsache ist, wenn sich deutsche Politik nicht ändert, wenn die innerdeutschen Bedürfnisse und Probleme weiterhin hinter Aussenpolitischen Dingen anstehen müssen, werden die Deutschen immer weiter neidisch auf andere Länder sehen. Länder, die Milliardenbeträge bekommen (teilweise geschenkt) um deren Wirtschaft aufzubauen und dann den Deutschen als Konkurrenz entgegentreten. Länder, die auch heute noch Reparationszahlungen aufgrund der deutschen Vergangenheit fordern, obwohl die heutigen Generationen der einzelnen Länder nichts mehr damit zu tun haben. Und ich rede nicht davon, die Vergangenheit zu vergessen. Aber das geht auch anders.
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Beitrag von kitty » 18.09.2006, 13:30

Habe gestern Abend schon in DEUTSCHE WAHLPLAKATE abgekotzt über den Zugewinn der NPD - Hauptwählerschaft 18 - 25jährige. Sagte auch, dass ich nicht verstehe, welcher Schwachkopf das Mindestwahlalter auf 16 herabsetzen will bei den mangelnden Perspektiven für die Kids, die aus der Schule kommen und dreissig bis sechzig erfolglose Bewerbungen schreiben. Hast du als Jugendlicher Arbeit und Kohle, musst und kannst du deine Zeit nicht mit Schwachköpfen verbringen. Bist entweder nach de Arbeit groggy oder mit Geld ausgeben beschäftigt für Klamotten, Disko und anderen oberflächlichen Kram - kurbelt aber immerhin die Wirtschaft an und keiner wird zusammen geschlagen nur weil er eine andere Farbe hat.
Ich sehe das so mit dem Anstieg der Nationalen in der Ex-DDR:
Vor dem Mauerfall haben die Ossis immer neidisch in den Westen geschielt, der grosse Bruder eben, der mehr Zuwendung von Mami und Papi (Staat) bekam. 40 Jahre Neid hinterlassen ihre Spuren.
Nach dem Mauerfall wollten die ewig Zukurzgekommenen endlich ihr Stück vom grossen Kuchen abhaben und stellten fest, dass sie aus ihrer Sicht nur Krümel kriegten, meinten aber, sie hätten ein Anrecht auf das Ganze. Die Elterngeneration, die in der Schule noch gut über den Nationalsozialismus aufgeklärt worden war und nun die Pflicht gehabt hätte dieses Wissen eindringlich an ihre Kinder weiter zu geben, hing aber inzwischen gierig an der Wohlstandstitte, um alle möglichen Defizite und vernachlässigte über dem eigenen Hunger nach sogenannter Freiheit (Beate Uhse, Klamotten, Autos, Reisen) den eigenen Nachwuchs. Einrichtungen, in die man früher die Kinder im Osten abschieben konnte, brachen weg. Die Kids lungerten auf der Strasse rum und die neuen Lehrpläne sahen Aufklärung in Sachen NS-Vergangenheit Deutschland nicht vor.
Der Ort, aus dem ich komme war während der Nazizeit eine kommunistische Hochburg mit bekannten Widerstandskämpfern - hatte ich Bossel glaube ich schon mal erzählt. Meine Grosseltern mütterlicherseits haben im Untergrund gearbeitet, was mich als Kind ziemlich stolz machte. Heute ist dieser kleine Ort eine der Neonazi-Hochburgen im Osten und ich schäme mich ehrlich dafür, auch wenn ich persönlich nicht dafür kann. Im TV hab ich mal eine Reportage über die Szene dort gesehen und war entsetzt. Das sind nicht die Menschen, wie ich sie kannte, als ich dort lebte. Und was mir auch auffiel - entweder haben sie nur die wirklich Verblödetsten gefilmt, oder es hat mit dem Mauerfall eine schleichende Gehirnwäsche und Volksverdummung eingesetzt.
Zu den Polen kann ich sagen, dass diese sehr bliebt bei den DDRlern waren, als sie noch nicht in den Westen reisen konnten, den bei den östlichen Nachbarn war vieles besser und freier, als im eigenen Land. Nach dem Mauerfall brauchte man aber die Polen nicht mehr, schlimmer noch, sie wurden zu Konkurrenten, bei Aldi und auf dem Arbeitsmarkt.
Wenn jetzt irgendwelche rechten Arschgeigen argumentieren: "Arbeit für Woitec (den Polen) - Harz IV für Deutsche", dann frage ich mich ernsthaft, wer von diesen hirnverbrannten Nazis ist denn überhaupt qualifiziert genug, um die Arbeit der Polen zu machen. Da versagen doch manchmal schon deutsche Handwerksfirmen, wenn man denen einen Auftrag geben will - was für polnische Firmen kein Problem darstellt.
Ich kenne da einen netten Witz: "Was macht ein Pole in Deutschland?" Antwort: "Er nimmt zehn Deutschen die Arbeit weg!"
Mir ist es offen gesagt scheiss egal, aus welchem Land jemand stammt. Ich messe ihn nur an seiner sozialen und moralischen Gesinnung.
Von mir aus könnten sie die ganze NPD und ihre rasierte Anhängerschaft nach China schaffen (so wie man hier unerziehbare Jugendliche in Arbeitscamps nach Afrika schickt) - da würde ihr unartikuliertes Gebrüll vom Chorus chinesischer Fahrradklingeln erstickt. Man sollte sie vielleicht mal in den Markt für alles Essbare führen - und Bossel, auch wenn Menschen auch Tiere sind, so hätte ich in diesem Falle nichts gegen ein wenig Tierquälerei, auch nichts gegen fritierten Nazi. Würde ihn nur nicht essen, aus Angst mich zu vergiften. Aber der Chinese soll ja einen starken Magen haben.
Wenn es nicht so traurig und blamabel für Deutschland wäre, könnte man darüber sogar lachen.
:twisted:

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Beitrag von serenita » 18.09.2006, 13:39

Von mir aus könnten sie die ganze NPD und ihre rasierte Anhängerschaft nach China schaffen (so wie man hier unerziehbare Jugendliche in Arbeitscamps nach Afrika schickt)

Ein sehr bemerkenswerter Einfall!
Nein, laden se mal den Müll nicht in China ab.

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Beitrag von kusti » 18.09.2006, 18:28

Das Problem des Nationalsozialismus wird von allen hier komplett verkannt. Die Demokratie hat schon im letzten Jahrhundert der 30er Jahre viele Leichen hinterlassen. Weil es nämlich gar keine Volksregierung war, sondern vielmehr die Diktatur von Interessengemeinschaften. Hitler kam nur, weil die Leute das langsam satt hatten und es zu viele Verlierer gab.

Mit einer Arbeitslosigkeit von ca. 30% in Mecklenburg-Vorpommern ist die Apokalypse schon bald sehr nahe. Aber die Demokratie ist diesmal eben dran Lösungen zu zeugen. Nur ist diese Lösung neuerdings wieder Braun, weil die Wirtschaftsvertreter, die Interessenverbände und die Christlichen alle damit beschäftigt sind die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen.

Man kann lange debatieren. Lösungen bringen nur ganz radikale Methoden. Kapitalismus ist eine Einbahnstrasse. Die Wohlstandsschere tut sich immer mehr auf, bis es zur nächsten Gesellschaftsrevolution kommt. Es gibt keine Mittel und Methoden, diese Tendenz zu stoppen. Deshalb, und genau deshalb kommen in Ostdeutschland die Braunen wieder. Das ist aber nicht die Schuld der Braunen selbst. Die Braunen sind nur die Folge dieser Entwicklung, welche niemand stopp kann und will. Die Gier der Mehrheit ist der Grund, dass es wieder soweit kommen muss, und nicht die Dummheit ein paar Weniger. Hier kann man genau sagen, was zuerst war, das Huhn oder das Ei. Es waren das Demokratie- und das Globalisierungshuhn. Diese haben das Ei des Nationalsozialismus erneut gelegt.

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Beitrag von kitty » 18.09.2006, 21:08

Tut mir leid, bin da anderer Meinung, nämlich dass die Elterngeneration total versagt hat. Durch Egoismus und Gier, das stimmt durchaus, aber nicht als Folge nur von unausweichlicher Geschichte, sprich sterbender Kapitalismus. Die Gesellschaftsrevolte kann ja auch anders stattfinden, z.B. indem man weiter links statt weiter rechts wählt.
Die Lösung, die seitens der Politik gefordert wäre als erstes die Geldumverteilung, die Beteiligung der reichen Grosskonzerne an der materiellen Verantwortung für das Gemeinwesen und die Leute/Jugendlichen mit Arbeit und Geld zu beschäftigen. Die Frage ist aber die, ob das Geschmeiss, das laut nach Arbeit schreit, diese auch annehmen würde, wenn es die Möglichkeit gäbe. Denn das Bildungsniveau scheint ja bei denen in der Masse nicht gerade hoch zu sein.
Eine wirkliche Bedrohung sehe ich allerdings nicht, ausser vielleicht für Einzelpersonen. Auch im Westen ist die braune Brühe ja öfter mal übergeschwappt, ist dann aber auch immer wieder versickert, weil ihnen die Köpfe fehlen.
Die Staatsmacht wäre gefordert, menschenverachtende Parteien endlich auch als demokratiefeindlich zu ächten.
:twisted:

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Beitrag von Bellerophon » 18.09.2006, 21:10

So, dann will ich mich auch mal einmischen in diese Diskussionen denn ich finde es sehr interessant. Allerdings habe ich zum Teil auch andere Erfahrungen gemacht.
bin deutscher und meine Meinung nach sollte man das Grundgesetz missachten und diesen braunen Dreckshaufen verbieten und alle einsperren. Die meinen zwar das sie keine Nazis sind aber das glaubt doch eh keiner denen. Die dumme Bürokratie in Deutschland und das extrem geschützte Grundgesetzt verbieten traueriger weise das man sie verbieten kann Traurig
Also soweit ich weis, ist das letzte Verbotsverfahren gegen die NPD wegen eines Ermittlungsfehlers abgelehnt worden. Die Vertreter des BVG haben ausdrücklich betont, dass ein weiteres Verbotsverfahren durchaus erfolgreich sein könnte. Die Verfassungsfeindlichkeit der NPD ist doch allgemein bekannt. Otto Schily und seine Sekretäre haben es damals versaut und seitdem traut sich die Politik kein zweites mal in der Angst, sie könnten sich wieder blamieren...FEIGLINGE!!!
Solche Leute zu verbieten, inzubuchten oder sonst was zu machen ist wohl nicht die richtige Lösung. Wie TaugeNix schon schrieb, wären wir dann nicht besser als die.
Indem man Gesetze auslegt und befolgt wird man doch nicht kriminell und das GG ist ziemlich eindeutig in solchen Angelegenheiten:
Wogegen verstoßen denn die Neonazis? Man lese sich mal das GG durch und man wird schon am ersten Artikel hängen bleiben: "Die Würde des Menschen..."
Gegen Hartz IV können 5000 Menschen auf die Straße gehen und demostrieren, gegen die Neonazis waren es gerade mal knapp 200 Menschen. Viele haben selbst Angst.
Ich besitze zwar keine statistischen Quellen darüber aber ich würde jetzt mal sagen, dass es ziemlich oft bei NPD-Veranstaltungen zu wesentlich größeren Gegenvernstaltungen kommt. Die Polizei hat dann alle Hände voll zu tun, um die Gegendemonstranten in den Griff zu kriegen (da ist sie dann wieder, die Menschenwürde) Aber diese Antifas sind ja auch nicht immer die Hellsten...

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überwiegend Handwerker, wenn nicht gleich n Fliesenleger,
Vorsicht! mein Bruder ist Fliesenleger (das ist ein hochqualifizierter Beruf)
Aber du hast schon irgendwie recht :wink:

.
Nebenbei sei's erwähnt, dass ich, die in Deutschland lebende Chinesin, Euch weder Arbeitsplatz wegnimmt, noch Staatsstütze kriegt, sondern Arbeitplätze(für Deutschen) geschaffen hat,
Stimmt! Es ist sogar so, dass Ausländer bei der Suche nach einem Arbeitsplatz sehr oft benachteiligt werden. Und da, wo Ausländer aufgrund ihrer speziellen Fähigkeiten bevorzugt eingestellt werden, bringen sie sogar großen Nutzen für die Gesellschaft.
Die Elterngeneration, die in der Schule noch gut über den Nationalsozialismus aufgeklärt worden war und nun die Pflicht gehabt hätte dieses Wissen eindringlich an ihre Kinder weiter zu geben, hing aber inzwischen gierig an der Wohlstandstitte, um alle möglichen Defizite und vernachlässigte über dem eigenen Hunger nach sogenannter Freiheit (Beate Uhse, Klamotten, Autos, Reisen) den eigenen Nachwuchs. Einrichtungen, in die man früher die Kinder im Osten abschieben konnte, brachen weg. Die Kids lungerten auf der Strasse rum und die neuen Lehrpläne sahen Aufklärung in Sachen NS-Vergangenheit Deutschland nicht vor.
Also ich hab die NS-Zeit in der Schule fast ein Jahrzehnt lang durchkauen müssen: In Geschichte, Erdkunde, Politik, Biologie, Religion, Deutsch, Englisch... Dieser Umstand hat bei vielen meiner Klassenkameraden zu einer oberflächlichen Übersättigung geführt, was auch nicht eben dienlich war.
An mangelnder Aufklärung kann es nicht liegen, auch nicht in Ostdeutschland, allerdings treibt die schwindende Qualität des Schulunterrichts negative Blüten!
Wenn es nicht so traurig und blamabel für Deutschland wäre, könnte man darüber sogar lachen.
Ja, traurig und blamabel ist es schon. Ähnliches gibt es in anderen Demokratien aber auch und zwar noch schlimmer: In Frankreich, Italien, Polen und auch in China(keine Demokratie). Nur bei uns schaut man eben genauer hin. Am schlimmsten ist nicht die NPD im Landtag. Am schlimmsten ist es, dass man sich als Ausländer in Deutschland mancherorts tatsächlich nicht sicher fühlen kann.

Ich denke einfach, es hat mit Dummheit zu tun. Wenn jemand NPD wählen geht, weil er arbeitslos ist oder sich von der Politik verarscht fühlt, dann kann er einfach nur strunzdoof sein!
Kusti hat schon einen richtigen Ansatz. Globalisierung und Kapitalismus sind wichtige Ansatzpunkte für die NPD. Sie geben sich auch irgendwie sozialistisch.

So, entschuldigt bitte, dass ich jetzt so einen Klotz hier abgeliefert habe!
Ich hatte gerade zuviel Zeit.[/quote]

kamillentee
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Beitrag von kamillentee » 18.09.2006, 21:46

sry wenn ich das sage, aber das hat auch was mit bildung zu tun.
anscheinend sind einige leute im osten ein wenig komisch im kopf, sodass die sich dazu verleiten lassen denen eine stimme zu geben. egal ob die nun überzeugt worden sind von irgend nen mist oder einfach protestwähler sind.

dann gibts leute die können sich mit den anderen parteien einfach nicht identifizieren (unterer mittelstand und drunter): fdp/cdu kommt ja mal garnicht in frage ist klar.
spd merken sie bringt auf die dauer auch nichts...
was wähl ich dann? na eben die extremen mit einem programm was mich wirklich in vielen punkten anspricht! (ist leider so)
also entweder links die tolle sed partei namens pds oder rechts die npd oder dvu
find das logisch?!
da fehlt den leuten auch zugang zu den vernünftigen parteien. entweder ist es ein fehler der parteien oder die leute sind einfach zu dumm (bildung)^^

name
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Beitrag von name » 18.09.2006, 22:37

belrain hat geschrieben:Solche Leute zu verbieten, inzubuchten oder sonst was zu machen ist wohl nicht die richtige Lösung. Wie TaugeNix schon schrieb, wären wir dann nicht besser als die.
Weitere Verbote bzw. bestimmte Arten von Gefängnisstrafen würden die Lage sogar noch verschlimmern. Bei Verboten denke ich vor allem an Denkverbote, die es nicht nur in Bezug auf die Themen der Rechtsradikalen gibt. Als soziales Wesen sucht der Mensch den Dialog, insbesondere was die Probleme anbelangt, von denen er selber betroffen ist. Denkverbote machen viele Probleme unlösbar für eine Gemeinschaft. Und Gefängnisaufenthalte sind ohnehin oft genug mit sozialem Abstieg verbunden, weil die Sozialisation im Gefängnis zu stark von kriminellen Mitinsassen mitbestimmt wird. Die Chancen, gerade Kontakte zur rechten und/oder kriminellen Szene zu vertiefen, sind im Gefängnis sogar laut den öffentlichen Medien nicht schlecht.
Das Ziel muss sein, die Ursache für aufkommenden Rechtsruck zu eliminieren. Und da ist unsere Regierung einfach nicht kompetent und konsequent genug.
Es gibt zu viele verschiedene Ursachen, als dass man sie mit einem Schlag eliminieren könnte. Neue, besser an die Zeit anpasste soziale Kontrollmechanismen wären ein guter Anfang. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich die Gesellschaft aufgrund der Weiterentwicklung von Technologie u. Infrastruktur so stark verändert, dass die Gesellschaftsstrukturen neu auf die Subsistenzstrategien eingestimmt werden müssen. Aber nun setzt sich die Regierung nicht gerade aus weltoffenen Sozialanthropologen zusammen. Ganz im Gegenteil: Die meisten Leute in der Regierung sind ausgesprochen reaktionär, was ihre Einstellung zu Kultur betrifft. Die machen sowieso nur, was sie gewohnt sind.

In der Oberstufe wurde ich zum ersten Mal von einem Lehrer auf das Ideal eines "herrschaftsfreien" Dialoges aufmerksam gemacht. Das schulische Einüben einer solchen Art der Kommunikation könnte mit Sicherheit dabei helfen, mehr Leute aus den Randbereichen der Gesellschaft zu integrieren, die ansonsten potentielle Extremisten werden könnten. In der Praxis brillieren nicht wenige Lehrer an deutschen Schule jedoch selber durch Ignoranz gegenüber den Problemschülern und das Erteilen von Denkverboten...

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