Der Anekdoten-Thread

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Der Anekdoten-Thread

Beitrag von Grufti » 08.03.2011, 09:36

Daß hier ein Anekdoten-Thread fehlt, ist mir erst gestern anläßlich meiner Auslassung über die Längen- bzw. Breitengrade eingefallen, denn die kleine Anekdote über eine Autofahrt über den Wendekreis des Krebses ( Beihui guixian) (auf meinem PC in der Firma darf ich keine Sprachumstellungen vornehmen, die Zeichen müssen also bis heute abend warten..) wollte ich zwar zum allerbesten geben, hätte den Lipton-Tee Thread aber noch mehr ins O.T. geführt.......



Bekannte von mir fuhren anno "damals"(Minguo 66) von Taizhong nach Süden am BeihueigueiXian Biao bei Jiayi mit einem Kollegen, der frisch nach Taiwan gekommen war, vorbei in Richtung Süden. In der Unterhaltung erwähnte mein Bekannter, daß es südlich des Wendekreises immer etwas wärmer sei als in Resttaiwan. Während sie an diesem Denkmal vorbeigefahren sind, gelang es meinem Bekannten, die Klimaanlage des Wagens , unbemerkt von Kühlung auf Heizung umzustellen. Bald darauf meinte mein Kollege: " Könnt ihr nicht die Klimaanlage n bißchen kühler stellen, es wird wirklich immer wärmer.." :lol:
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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von ingo_001 » 08.03.2011, 15:49

Als wir letzten September meine Schwiegerfamily besuchten, hatten wir u.a. auch eine Flasche Vodka für meinen ältesten Schwager mitgebracht.
Das hochprozentige Wässerchen wurde Abends beim Essen sofort seiner Bestimmung zugeführt,d.h., wir Männer gaben uns dem "Stoff" hin, während die Frauen Wasser, Tee, oder Cola tranken.
Im Laufe des Abends merkte mein ältester Schwager an, dass der Vodka zwar gut schmecken würde - dieser aber ruhig mehr "Umdrehungen" haben könnte.
Plötzlich sagte sein Bruder: Der Vodka sei so "schwach", dass er wie Wasser schmecken würde. Verdutzt nahm mein älterer Schwager dessen Glas und probierte einen Schluck ...
Sein Kommentar: Kein Wunder, das ist Wasser. Du Dummkopf hast aus dem falschen Glas getrunken :lol:
Nach ein paar Sekunden gespannter Stille lachten wir dann alle (einschliesslich "ben dan") laut los :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von Grufti » 24.08.2012, 20:33

Um möglichst viele Ankdoten dem breiten Publikum zugänglich zu machen, hatte ich diesen Thread eröffnet
Da dieser Thread bisher nicht beachtet wurde, kopiere ich die Geschichten, über die ich stolpere, einfach mit einem Link zum ursprünglichen Posting hier herein
PHENOMENON hat geschrieben:Hallo zusammen! Ich wollte einfach mal eine kleine Anekdote zum Thema Einkaufen in China loswerden. Ich weiß nicht, ob andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, mir passiert sowas jedoch ständig hier vor Ort (Guangdong-Provinz).

Ich komme gerade vom kleinen Laden auf unserem Campus zurück. Eigentlich wollte ich eine Verlängerungsschnur kaufen. Im Grunde genommen eine simple Sache. Ich wusste vorher wo sie die Dinger haben, ich wusste den Preis, also eigentlich sollte das ganze recht fix gehen, dachte ich... so weit die Theorie...

Mir gefiel eigentlich recht gut, dass es inzwischen Abend und dunkel war. Die Arbeiter bauen mal wieder irgendetwas im Bereich der Mensa, was tagsüber tierischen Krach macht, selbst während der Essenszeiten! Aber das sei einmal dahingestellt...

Ich betrete also den Laden gegenüber der Mensa, freue mich über die Ruhe und schlendere durch die paar Regale. Auf einmal wird die besinnliche Stille jedoch barsch unterbrochen! Ein Einheimischer betritt die Räumlichkeit und spricht in einer Lautstärke, als wäre er an einem Rednerpult ohne Mikro vor tausenden von Zuhörern. Es gab allerdings keine Zuhörer!

Mein anfängliches Ignorieren seiner Eskapaden nahm er wohl als Einladung an, mich direkt anzusprechen. Er schenkte mir ein - wahrscheinlich freundlich gemeintes, allerdings doch recht lästig wirkendes - "Hello!". Ich erwiderte es kurz und zurückhaltend, was er zum Anlass nahm, in einem weiterhin absolut unangemessen lauten Ton in Einheimischensprache in meine Richtung zu faseln. Meine passive Reaktion (ich kann so gut wie kein chinesisch) hielt ihn nicht davon ab, weiterzusprechen. Als er merkte, dass von meiner Seite aus nicht besonders viel Interesse an Kommunikation vorlag, fing er an, die Verkäuferin mit seinem nach wie vor ohrenbetäubenden Sermon zu beglücken. Dabei machte er heftige Gesten und bewegte sich wie ein Junkie auf Entzug.

Ich stand mit meiner Verlängerung, die ich an der Kasse bezahlen wollte, musste mir das Spektakel jedoch noch ein paar weitere Minuten ansehen. Anstatt das Produkt bezahlen und gehen zu können, zog sich das Spektakel jedoch noch weiter hin. Die Verkäuferin widmete sich lieber dem gestikulierenden Mann, als endlich meine 10CNY entgegenzunehmen!

Die Lage war für die beiden eher vergnügt als angespannt, der Typ reduzierte seine Gesprächslautstärke jedoch nicht, obwohl zwischen ihm und der Verkaufsdame nicht viel mehr als ein Meter Platz war. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen, die Verkäuferin nonverbal davon zu überzeugen, dass sie doch bitte meinen Geldschein entgegennehmen mag, bevor ich mit der Verlängerungsschnur gehe, hatte ich die Nase voll.

Ich ließ das Produkt auf dem Ladentisch neben der Kasse liegen und machte mich langsam auf den Weg zur Tür. Kurz schaute ich noch, ob das ganze entweder den Marktschreier beruhigen oder die Dame an der Kasse überzeugen konnte sich für zwei Sekunden meiner Banknote zu widmen. Dem war jedoch nicht so.

Fazit: Ich habe keine Verlängerungsschnur, die Verkäuferin (und wahrscheinlich auch Besitzerin) keinen Deal. Ich muss jetzt noch immer verärgert über das lästige Geschrei nachdenken und die beiden sind wahrscheinlich zur Minute noch immer in ihre überaus geistreiche Kommunikation verwickelt. Warum funktionieren hier nicht einmal so simple Dinge wie der Einkauf eines einzigen Gegenstands?? lol
http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... 32#p231832
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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von Laogai » 25.08.2012, 00:37

Grufti hat geschrieben:Da dieser Thread bisher nicht beachtet wurde [...]
Ok, dann mal ein Schwank aus meiner Jugend.

Während meiner ersten Rucksackreise durch China 1988 wollte ich auf dem Postamt einer Kreisstadt irgendwo in der Pampa einen Brief nach Deutschland aufgeben. Mein chinesischer Wortschatz beschränke sich damals auf vier oder fünf Floskeln der Höflichkeit und des Fluchens.

Die Frau am Schalter nahm meinen Brief, auf den ich brav die Schriftzeichen für Deutschland gepinselt hatte, entgegen und fragte mich etwas, was für mich wie Hongkong klang. Nein, nein, versuchte ich ihr klar zu machen, nicht nach Hongkong sondern nach Deutschland! Wiederum kam die Frage nach Hongkong. Hmm, hatte ich vielleicht die Schriftzeichen falsch abgemalt? Ich zückte meinen Sprachführer und deutete auf 德国 (Deutschland). Die Frau lächelte mich an und fragte "Hongkong?".

Ich weiß nicht mehr wer damals letztendlich aufgab. Ich glaube sie. Jedenfalls bin ich den Brief irgendwie losgeworden und er kam auch tatsächlich nach einigen Wochen in Deutschland an. Erst ein paar Monate später lernte ich, dass Hongkong auf Chinesisch gar nicht Hongkong, sondern Xianggang ausgesprochen wird.
Und ich lernte das chinesische Wort für Luftpost: hangkong (航空) :o :shock:
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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von Grufti » 22.05.2014, 03:46

Der aktuelle Thread Air China und die lange Umsteigezeit ruft mir meine allererste Reise in die VR ins Gedächtnis zurück....

Zu meiner allerersten Reise in die VR Ende Februar 1986 bin ich eigentlich äußerst kurzfristig gekommen. Ich hatte damals bereits ca 6 Monate in der Messeabteilung meiner Company gearbeitet, und u.a. die Transporte zur Messe "Machine Tools ´86 Beijing" vorbereitet. Ungefähr 3 Wochen vor Messebeginn wurde ich zum Messedelegierten vor Ort nominiert, hatte aber noch kein Visum. Damals wurden die Einladungen von der CCPIT nur durch ein Telex bestätigt. Wegen der Kürze der Zeit war der normale Weg über die Botschaft in Bonn ( es gab damals keine andere diplomatische Vertretung der VR in D) nicht gangbar. Also hatte ich außer meinem Paß nur den Telexabriß mit den Daten in der Hand .

Unser Reisebüro, ( ja das hatten wir damals noch.. für die Besucher der Messe München) hatte mir eine Verbindung via FRA ausgesucht, bei der ich nicht hatte lange warten müssen....dachten die Kollegen !! "Der Kollege denkt, aber CAAC ( so hieß Air China damals noch) lenkt"...ihren Flieger aber nicht nach Frankfurt, sondern wegen"Umlaufschwierigkeiten" irgendwoandershin.
In FRA angekommen, wurde ich erst einmal ins Airport Hotel geschickt...Abflug am nächsten Tag um 10 Uhr

Um 7:30 Uhr stand vor dem CAAC Schalter schon ein Schlange von ca 200-300 Chinesen, die ebenfalls die 747 nach Beijing besteigen wollten. Drei bis vier Monteure einer Ingolstädter Firma, die auch in FRA gestrandet waren, standen ziemlich hilf- und mutlos , weil sie eigentlich auf einen vernünftigen Sitzplatz gehofft hatten, ebenfalls am Ende der Schlange. Kurzerhand meinte ich zu íhnen..“Kommts mit „, und dann sind wir dann der langen Schlange nach einem durchdringenden Gemisch von Naphtalin, Knoblauch und fauligen Zähnen riechenden Einheitsanzügen vorbei bis an den Schalter vorgedrungen. Nach der üblichen Sicherheitskontrolle ( bei der die ca 50 Werbefeuerzeuge , die ich in meinem großen Aktenkoffer als Geschenke für die Arbeiter der Sinotrans mit ins Handgepäck genommen hatte, überhaupt keine Reaktion seitens des Wachpersonals hervorgerufen hatte...) in der 747 angekommen, wollte ich mich auf meinen Platz setzen, bin aber ein klein wenig zurückgeschreckt, da der Sitz ziemlich versifft, mit Flecken übersät, aber trotzdem völlig durchgesessen war. Nach einiger Zeit hatte es mir nicht einmal mehr etwas ausgemacht, daß erst das dritte Paar Kopfhörer nicht gleich auseinandergefallen ist.

Zwischenlandung war damals auf dem Weg nach Beijing in Sharjah, wo die geschätzten 300 Chinesen überfallartig alle Duty Free Shops belagerten. Nie vergessen werde ich die über alle vier Backen grinsenden Araber, die die Uhren und Schmuckstücke kartonweise durch die Hintertür in den Laden schafften, während es bei ihren Kunden heißer herging als bei einer Schlacht am kalten Buffet, da sie sich die Teile schon fast gegenseitig aus den Händen rissen.

Der Anflug auf den damals noch lange nicht renovierten und erweiterten Flughafen Beijing ging in einer ziemlich steilen Schraube nach unten....und erleichert hatte ich beim Aufsetzen auf der Rollbahn zusammen mit den anderen Passagieren heftigst in die Hände geklatscht, weil wir sicher gelandet waren.

Leider war ich nicht so geistesgegenwärtig gewesen, um auf einem Foto festzuhalten, wie ein Radfahrer und eine Pferdefuhrwerk vor einer Ampel auf der die Rollbahn querenden Straße warteten, bis unser Flieger am Terminal angedockt hatte.

Mit etwas flauem Gefühl im Magen ging ich mit meinem Freßzettel von Telexabriß zur Einreise, um mir das Visum zu holen. Ein extrem freundliches Lächeln der Beamtin, das noch freundlicher wurde, als ich sie mit "你好" begrüßt hatte, ließ alle meine Sorgen wg Visum dahinschmelzen, Ich hatte es dann für DM 12,00 in meinen Paß gestempelt bekommen.....
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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von Grufti » 25.12.2018, 17:23

blackrice hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:Heute Vormittag auf dem Christkindlmarkt München Marienplatz unfreiwillig mitgehört:
„Nein, da braucht Ihr keine Angst haben, es kommt jetzt kein LKW, da sind viel zu wenig Leute hier.“
wir brauchen einen neuen thread....... "Anekdoten" 8)
Haben wir schon lange.... :wink:
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Re: Der Anekdoten-Thread

Beitrag von blackrice » 25.12.2018, 18:44

Herrgotts...hatte doch die SuFu bemueht aber wohl schon ein Glas Gluehwein zu viel :P
Globalisierung ist ein zweischneidiges Schwert, die schaerfere Seite wird dazu benutzt die schwaecheren Laender auszuschlachten

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