Friedensnobelpreis

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Flieder
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Flieder » 11.10.2010, 17:16

beowulf hat geschrieben:
blaubaer hat geschrieben:
88--Guiyang--88 hat geschrieben:Man kann nur hoffen ,dass China entsprechend reagiert und mal schoen einen Marsch blasen wird :mrgreen:.
Ich denke, das wird einigen noch leid tun so einer Person den Preis zu vergeben. [...]
Was ist denn so schlimm an Liu Xiaobo ?

Gruss
Blaubaer

Liu Xiabo gehört zu der Gruppe der extremen Rechten in China. Extrem Rechts bedeutet in China, westliche Idealisierung (vor allem Ausgesprochene Unterstützung für den amerikanischen Imperialismus z.B. Irak Krieg) und schonungslose Kritik an China (vor allem natürlich die KP, aber generell Vorwürfe, dass die Chinesische Bevölkerung nicht westlich zivilisiert ist. Liu Xiaobo ist ja vor allem für seinen Ausspruch bekannt, dass China 300 Jahre lang amerikanischen Kolonialismus benötigt)

In China selber haben diese Extremen wenig Rückhalt. Meist sind sie kaum bekannt oder aufgrund ihres polemischen und radikalen Stils sehr unbeliebt. Anders natürlich im Westen. Bei uns werden sie als Fackel der Freiheit begriffen. Ist auch verständlich, sie sind gegen den "Feind" und bewundern uns bei jeder Gelegenheit. Dementsprechend gibt es auch die Anerkennung seitens westlicher Journalisten und die direkte Förderung und Unterstützung der CIA/NED.

Mir stellt sich aber auch die Frage ob Liu Xiaobo wirklich den Preis verdient hat. Man sollte hier keine Umwege machen und ihm direkt der CIA/NED geben. Das ist wirklich unfair gegenüber den fleißigen Bienen im Hintergrund. Liu ist ja nur eine hochstilisierte Symbolfigur ohne nennenswerte Eigenleistung. Ich finde das nicht in Ordnung.
Sehr gute Erklärung. Du kennst China viel besser als die deutschen Medien.
Liu hat heute gringeren Beeinfluss in China. Seiner Aspekt ist extrem recht. z.B: Seine Kolonietheorie.

Deswegen es gibt immer weniger chinese, die an Liu glaubt. Viele ehmalige Fans von Liu sind die Studenten auf dem Himmelfriedensplatz. Heute sind diese Leute schon zwi. 40 bist 60 jahre alt(60. und 70. Generation). Sie gehören normalerweise zu der Mittelschicht in China. und sie wollen ja eine demokratische Änderung in China passieren. Aber gleichzeitig wollen sie keine Revolution, die das jetztige System völlig zerstören wird, weil wenn so eine Revolution in China passieren würde, würden sie ihre jetztige Leben verlieren. Deswegen die Meinungen vielen ehmaligen Studenten sind milder gegangen. Meisten von ihnen fördern eine Revolution innerhalb der KP.

Und die 50. ,60. Generation in China sind sehr politischmotiviert. die Generation zwischen 1970 bis 1975 sind quasi auch so. Aber danach sind die 80. und 90. Generation nicht so politischmotiviert. Die Theorie von Liu hat deshalb fast keine Beeinflussen auf diesen jungen Leute. Also ich finde, dass Liu Xiaobo für uns ähnlich wie ein bekannter Anarchismist bei euch ist. Diese Nobelpreis hat vielleicht eine Wirkung für das Demokratieprozess in China, aber die Wirkung ist sehr beschränkt. Es wäre besser, wenn ihr den Nobelpreis irgendeinem chinese, der innerhalb der Partei ist, geben würde. z.B: 胡耀邦,赵紫阳. oder einem 钉子户. :lol:
Balancepunkt zu finden ist schon schwer.

beowulf
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von beowulf » 11.10.2010, 20:23

Ich hab mal das Thema bis zu deinem Post durchgeforstet, irgendwie hast Du bis auf einen Satz zu dem Thema nix geschrieben????
Kann schon sein, ich zähle nicht mit wieviele Posts ich in einem Thread schreibe, warum es mir geht ist, dass ein Post von mir in unterschiedlichen Foren auftaucht in denen ich nicht tätig bin. Ist auch ok - aber dann bitte als Zitat anführen oder mich kurz vorher um Erlaubnis fragen.

@Fiedler bezüglich westlicher Medien

Das ist auch keine Kunst, die meisten Journalisten haben wenig bis überhaupt keine Ahnung von China und haben als Quelle nur Artikel von anderen Journalisten die selber auch keine Ahnung haben, oder sie sind geistig nicht in China angekommen und betrachten alles aus einer rein westlichen, ideologisch geprägten Perspektive. Bestes Beispiel ist dafür Bork aus der SZ, wenn man seinen neuesten Artikel zum Thema durchliest, könnte man zum Schluss kommen, dass eine zweite Studentenbewegung ala 1989 jetzt losgeht und die Tage der KP gezählt sind.

@robbe

Es wäre vielleicht wirklich besser, die Sache auszusitzen und sich dazu nicht zu äußern. Aber auch das vermeintliche "Nicht Kommunizieren" ist schon eine Kommunikation (nach Watzlawick, man kann nicht nicht kommunizieren) und wird im Sinne der Journalisten interpretiert. Sehe da schon die Schlagzeilen "Regime in Bedrängnis", "KP taucht ab, weil sie nicht mehr ein und aus weiß", "Schweigen des Regimes spricht Bände und zeigt, dass sie sich ihrer Schuld bewusst ist" etc.

Das Medieninteresse wird kurzfristig nach 1-2 Wochen so oder so nachlassen, langfristig wird es immer wieder auftauchen.

Ein Beispiel, die Frau von Liu durfte in die Haftanstalt, um ihren Mann vom Nobelpreis zu erzählen (das wurde zu dem Zeitpunkt auch von Verwandten bestätigt). Für diese kurze Zeit die sie nicht erreichbar war (ein paar Stunden) wurden schon Schlagzeilen veröffentlicht ala "Regime lässt Frau verschwinden".

Noch ein Beispiel - der Standard.at drückte schon nach kurzem eine Fotoreihe ab, welche die Homepage von festlandchinesischen und eine Hongkonger Zeitung zeigt. Bis auf den Screenshot von der Hongkonger Zeitung, gab es keinerlei Bericht/Stellungnahme zu Liu. Was nicht berichtet wurde, war, dass zu diesem Zeitpunkt auch die meisten (ich schreibe meiste, aber nur weil ich nicht alle überprüfen kann) anderen HK oder taiwanesische Zeitungen, inklusive Chinafeindliche Blätter wie die DPP nahe Taipei Times, noch keinen Bericht hatte. Da es aufgrund der Zeitverschiebung noch zu früh war. Auch wurde dieser Beitrag bis jetzt - wo sich inzwischen ja Artikel finden lassen - nicht verändert.

Ja ich weiß, dass dieses Thema in China heikel ist und streng kontrolliert wird. Aber darum geht es nicht, da theoretisch es auch anders abläufen hätte können (z.B. KP geht in die Offensive und druckt eine Reihe von West bzw. Liu kritischen Artikel ab). Nein, derstandard.at "kreierte" hier schon News bevor das Ereignis überhaupt eingetreten ist. Die KP ist also hier auf absolut verlorenen Posten. Alles andere als eine Freilassung von Liu UND die sofortige (! - das ist wichtig, sonst würde es als Manöver abgetan werden) Einleitung von demokratischen Reformen, wird von der westlichen Presse negativ ausgelegt werden. Sieht man ja auch an den Beispiel mit dem Gefängnisbesuch seiner Frau. Man hätte ja zumindest anerkennen können, dass die KP dies erlaubt. Ist ja auch aus Sicht der KP keine Selbstverständlichkeit. Nö, die KP steht hier (kurzfristig) vollkommen auf verlorenen Posten.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von xyz678 » 11.10.2010, 20:58

beowulf hat geschrieben:Nö, die KP steht hier (kurzfristig) vollkommen auf verlorenen Posten.
Nö, der Westen/Deutschland steht sowohl kurz- als auch langfristig auf verlorenen Posten.
On September 17, 1955, Tsien Hsue-shen:
“I plan to do my best to help the Chinese people build up the nation to where they can live with dignity and happiness.”

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von OlliTrade » 11.10.2010, 21:34

beowulf hat geschrieben:
Ich hab mal das Thema bis zu deinem Post durchgeforstet, irgendwie hast Du bis auf einen Satz zu dem Thema nix geschrieben????
Kann schon sein, ich zähle nicht mit wieviele Posts ich in einem Thread schreibe, warum es mir geht ist, dass ein Post von mir in unterschiedlichen Foren auftaucht in denen ich nicht tätig bin. Ist auch ok - aber dann bitte als Zitat anführen oder mich kurz vorher um Erlaubnis fragen.

@Fiedler bezüglich westlicher Medien

Das ist auch keine Kunst, die meisten Journalisten haben wenig bis überhaupt keine Ahnung von China und haben als Quelle nur Artikel von anderen Journalisten die selber auch keine Ahnung haben, oder sie sind geistig nicht in China angekommen und betrachten alles aus einer rein westlichen, ideologisch geprägten Perspektive. Bestes Beispiel ist dafür Bork aus der SZ, wenn man seinen neuesten Artikel zum Thema durchliest, könnte man zum Schluss kommen, dass eine zweite Studentenbewegung ala 1989 jetzt losgeht und die Tage der KP gezählt sind.

@robbe

Es wäre vielleicht wirklich besser, die Sache auszusitzen und sich dazu nicht zu äußern. Aber auch das vermeintliche "Nicht Kommunizieren" ist schon eine Kommunikation (nach Watzlawick, man kann nicht nicht kommunizieren) und wird im Sinne der Journalisten interpretiert. Sehe da schon die Schlagzeilen "Regime in Bedrängnis", "KP taucht ab, weil sie nicht mehr ein und aus weiß", "Schweigen des Regimes spricht Bände und zeigt, dass sie sich ihrer Schuld bewusst ist" etc.

Das Medieninteresse wird kurzfristig nach 1-2 Wochen so oder so nachlassen, langfristig wird es immer wieder auftauchen.

Ein Beispiel, die Frau von Liu durfte in die Haftanstalt, um ihren Mann vom Nobelpreis zu erzählen (das wurde zu dem Zeitpunkt auch von Verwandten bestätigt). Für diese kurze Zeit die sie nicht erreichbar war (ein paar Stunden) wurden schon Schlagzeilen veröffentlicht ala "Regime lässt Frau verschwinden".

Noch ein Beispiel - der Standard.at drückte schon nach kurzem eine Fotoreihe ab, welche die Homepage von festlandchinesischen und eine Hongkonger Zeitung zeigt. Bis auf den Screenshot von der Hongkonger Zeitung, gab es keinerlei Bericht/Stellungnahme zu Liu. Was nicht berichtet wurde, war, dass zu diesem Zeitpunkt auch die meisten (ich schreibe meiste, aber nur weil ich nicht alle überprüfen kann) anderen HK oder taiwanesische Zeitungen, inklusive Chinafeindliche Blätter wie die DPP nahe Taipei Times, noch keinen Bericht hatte. Da es aufgrund der Zeitverschiebung noch zu früh war. Auch wurde dieser Beitrag bis jetzt - wo sich inzwischen ja Artikel finden lassen - nicht verändert.

Ja ich weiß, dass dieses Thema in China heikel ist und streng kontrolliert wird. Aber darum geht es nicht, da theoretisch es auch anders abläufen hätte können (z.B. KP geht in die Offensive und druckt eine Reihe von West bzw. Liu kritischen Artikel ab). Nein, derstandard.at "kreierte" hier schon News bevor das Ereignis überhaupt eingetreten ist. Die KP ist also hier auf absolut verlorenen Posten. Alles andere als eine Freilassung von Liu UND die sofortige (! - das ist wichtig, sonst würde es als Manöver abgetan werden) Einleitung von demokratischen Reformen, wird von der westlichen Presse negativ ausgelegt werden. Sieht man ja auch an den Beispiel mit dem Gefängnisbesuch seiner Frau. Man hätte ja zumindest anerkennen können, dass die KP dies erlaubt. Ist ja auch aus Sicht der KP keine Selbstverständlichkeit. Nö, die KP steht hier (kurzfristig) vollkommen auf verlorenen Posten.

herrlich.....der boese, boese Westen....jetzt geizt er auch noch mit Dankbarkeit der KP gegnueber!
Kopfschuettel...

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von beowulf » 11.10.2010, 21:43

herrlich.....der boese, boese Westen....jetzt geizt er auch noch mit Dankbarkeit der KP gegnueber!
Kopfschuettel...
Meinen Beitrag nicht verstanden, oder? Wir reden hier nicht von einer moralischen "Werteebene" sondern von Public Relations Verhalten. Wenn du schon so gescheit bist, dann sag wie die KP medientechnisch reagieren hätte sollen, um zumindest negative Presse zu vermeiden/ im Rahmen zu halten. Mein Fazit ist, dass dies nicht möglich ist, da die Story schon von vorhinein geschrieben war.

Mathias hat hier schon einen kurzen guten Beitrag geschrieben, hier nocheinmal um das Blättern zu ersparen:
Hier spielen sicher zwei Faktoren eine Rolle. Einmal der Umgang mit den Medien (Der Blockadestil erinnert leider sehr an DDR und Co.). Andererseits die Ausstrahlung nach innen, wer suspekt ist, wird eben "etwas gegängelt", der Staat zeigt seinen langen Arm.

Was die aussenpolitische Wirkung angeht, da hat auch China mittlerweile gelernt, daß die "große Politik" nicht von Philantropen, sondern von knallharten Ökonomen gemacht wird.

In ein paar Tagen, wenn die Meldungen über den Nobelpreis anfangen, in den Archiven Staub anzusetzen, wird man sich wieder voll und ganz Wechselkursen und Aussenhandelsbilanzen hingeben.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von ghormax » 12.10.2010, 10:56

hier ist ein super Artikel:

From Athens to Beijing
How strong can China be if it is terrified of Nobel Peace Prize winner Liu Xiaobo?

http://online.wsj.com/article/SB1000142 ... lenews_wsj" target="_blank

Freiheit oder Disziplin, eine ewige Debatte.

in China ist man heute "frei" so lange man sich nicht politisch beteiligt, eine Generation von Kapitalisten und kleinen Kaisern die sich nicht (wirklich) für die Zukunft Chinas interessiert sondern mehr für das eigene Wohlbefinden, den eigenen Reichtum. Die einzige Vision für China derzeit ist eine Weltmacht zu werden. Aber was für eine, was für moralische Werte damit verbunden sind, wird nicht diskutiert.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von aquadraht » 12.10.2010, 11:06

ghormax hat geschrieben:hier ist ein super Artikel:
Ja, super Artikel, den man ohne Wall Street Journal Abo nicht lesen kann.
Aber lohnte offenbar auch nicht.

Ich erwähnte schon
http://www.guardian.co.uk/commentisfree ... aobo-china" target="_blank

Der scheint mir durchdachter

a^2

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von beowulf » 12.10.2010, 11:07

ghormax hat geschrieben: Freiheit oder Disziplin, eine ewige Debatte.

in China ist man heute "frei" so lange man sich nicht politisch beteiligt, eine Generation von Kapitalisten und kleinen Kaisern die sich nicht (wirklich) für die Zukunft Chinas interessiert sondern mehr für das eigene Wohlbefinden, den eigenen Reichtum. Die einzige Vision für China derzeit ist eine Weltmacht zu werden. Aber was für eine, was für moralische Werte damit verbunden sind, wird nicht diskutiert.

Der Leserkommentar dazu bringt den Inhalt recht gut auf den Punkt:
Great article.

But it is time that we figure out a way to crush the Chinese. Or are we assuming that they will collapse under their own weight of: tyranny, urban/rural divide, lack of r&d, lack of services industry etc. etc.
Die KP hat übrigens keine Angst vor Liu Xiaobo, der Mann ist in China weder bekannt noch beliebt. Seine Aufrufe und Ideen sind neoliberales Gewäsch und haben in China so oder so keine Zukunft. Nein, hier geht es ausschließlich um einen politischen Konflikt zwischen China und den USA mit Europa wiedereinmal als eifriger Steigbügelhalter. Die Menschenrechtsdebatte ist zu einem reinem politischen Druckmittel verkommen.

Kleiner Nachtrag bezüglich Visionen. Arbeite gerade an einer wissenschaftlichen Studie über Managementkompetenzen mit einen Ländervergleich Indien, Österreich und China. Dreimal darf man raten, in welchen Land welche Führungskräfte am stärksten auf Visionen setzen. ;-) Man sollte nicht den Fehler machen und "Ideologie" mit "Visionen" gleichzusetzen.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Red Duck » 12.10.2010, 11:57

ghormax hat geschrieben:
Freiheit oder Disziplin, eine ewige Debatte.

in China ist man heute "frei" so lange man sich nicht politisch beteiligt, eine Generation von Kapitalisten und kleinen Kaisern die sich nicht (wirklich) für die Zukunft Chinas interessiert sondern mehr für das eigene Wohlbefinden, den eigenen Reichtum. Die einzige Vision für China derzeit ist eine Weltmacht zu werden. Aber was für eine, was für moralische Werte damit verbunden sind, wird nicht diskutiert.

Na, dann bin ich ja richtig froh, in einem Land zu leben, in dem die Regierenden nur um mein Wohl besorgt sind, sich für meine Interessen selbstlos aufopfern und sich nicht auf meine Kosten bereichern. Und ich bin auch dafür dankbar, dass sich meine Regierung immer moralisch korrekt verhält. :wink:
Und das Beste ist, dass die Regierenden mich als Bürger in wichtig Entscheidungen in diesem Land stets mit einbinden. :lol:
Oben ruhig, unten immer in Bewegung!

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Flieder » 12.10.2010, 13:39

ghormax hat geschrieben: in China ist man heute "frei" so lange man sich nicht politisch beteiligt, eine Generation von Kapitalisten und kleinen Kaisern die sich nicht (wirklich) für die Zukunft Chinas interessiert sondern mehr für das eigene Wohlbefinden, den eigenen Reichtum. Die einzige Vision für China derzeit ist eine Weltmacht zu werden. Aber was für eine, was für moralische Werte damit verbunden sind, wird nicht diskutiert.
Über deine Antworte fühle ich mich als Chinese ein bisschen komisch. Aber es ist wahr. du hast recht.

Aber eine Sache muss ich noch erklären. Jeder Person in allen Länder strebt nach der Zukunft und interessieren sich für die Zukunft. Nur die Bedeutungen der Zukunft sind unterschiedlich. Manche Leute streben nach der "Freiheit". bsp: Liu Xiaobo. Mache Leute streben nach dem besseren Leben(Reichtum). bsp: die normalen Chinese. Wer hat recht? Liu oder die normalen Chinese? Das kann man sich schwer unterscheiden.

Im Westen verbindet man normalerweise die Freiheit(das demokratiesches System) mit dem wirtschaftlichen Wachstum. Und findt ihr, dass die beiden Sachen untrennbar sind. Aber heutezutag in China finden die meisten Chinese nicht so. Viel Leute wissen, dass die Demokratie eine gute Sache ist. Aber niemand weiss, wie man die Demokratie realisiert. Liu Xiaobo weiss auch nicht. Er hat nur einen 08宪章 geschrieben. Aber kein durchführbares Plan gegeben. So eine Sache kann jeder Person schreiben, wenn er so mutig ist. Schwer ist nur die Durchführung. Deswegen finde ich, wenn Zhao Ziyang und Hu Zaobang den Nobelpreis kriegen würde, würde es gerechter. Tatsächlich finde ich, dass Deng Xiaoping den Nobelpreis auf jeden falls kriegen soll. Ohne ihm wäre China noch so wie Nord Korea.

Noch eine wichtige Frage, wenn die Demokratie in China realisiert würde, ob wir ein besseres Leben kriegen können? Ihr sagt vielleicht, ja. Aber Russland, Indien zeigt uns einer anderen Demokratie. Amis haben damals versprochen, demokratisches Russland zu helfen. Aber leider war nicht so. Russland ist immer noch arm. Die normaler Inder leben noch so wie vor 20 Jahre. Das alles zeigt uns einen Eindruck, dass wir mit höcherprozentig kein besseres Leben kriegen würden, wenn wir heute schon mit der Umwandlung zur Demokratie anfangen.
Balancepunkt zu finden ist schon schwer.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von xyz678 » 12.10.2010, 14:14

abgesehen von den ein paar Idealisten, hegt der Westen andere Pläne. Ohne "Dämonkratie" wird China nicht aufzuhalten sein. Mit Wahlen könnte man China ja eventuell auseinander bringen bzw. das Wachstum verlangsamen wegen der demokratischen Ineffizienz.

Menschenrechte hin und her, hast Du jemals erlebt, dass der Westen sich um die Menschenrechte der normalen Bürger bemüht? Diesbezüglich vertraue ich der KP mehr, da sie Chinesen sind und chinesische Interessen vertritt, die der des Westens widerlaufen.

Der Westen/De blamiert sich nur mit seinem peinlichen Versuch und zeigt den Chinesen die wahre Fratze. Ein weiteres mal haben Chinesen davon gelernt, nach dem Theater um die Olympischen Spiele 2008. Schade, dass es diesmal keine antideutsche Kampagne gibt.
On September 17, 1955, Tsien Hsue-shen:
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Skorpid » 12.10.2010, 15:28

xyz678, kann man sich auch etwas zivilisierter ausdrücken? Das grenzt ja bald an Volksverhetzung und das ist strafbar, auch bei uns in Deutschland.... ich weiß, es gibt auch andere in dem Forum, die mit schlimmen Sprüchen und Aussagen um sich werfen, aber wenn jeder bei sich mit Verbesserungen anfängt ist allen geholfen.
Und ja, Deutschland kümmert sich wohl mehr um die Menschenrechte des eigenen Volkes als es die KP tut. Und das der Westen und der Osten sich gegenseitig immer wieder gerne Sticheln und hinterher Millardenaufträge miteinander aushandeln ist doch schon fast Tradition... Wie gesagt, bis Ende der Woche redet weder in China noch in Europa einer darüber.

Ein interessanter Kommentar zur Vergabe vom Nobelpreis

http://www.stern.de/wissen/mensch/kopfw ... 12958.html

Mich wundert nur der ausdruck "werdende Weltmacht" ... für mich ist China schon lange eine Weltmacht...

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Aremonus » 12.10.2010, 16:48

Mich wundert nur der ausdruck "werdende Weltmacht" ... für mich ist China schon lange eine Weltmacht...
In wie fern denn? China hat kaum Macht in internationalen Organisationen, ist weltpolitisch in der Passiven und wird eher als beängstigend denn als Hoffnungserweckend wahrgenommen.

Das Land besitzt also kaum Macht in allen drei Sphären (power of decision making, agenda setting und structural power). Ich sehe China daher beim besten Willen noch nicht als Weltmacht.. aber ich bin mir sicher, dass es zu einer Weltmacht aufsteigen kann, wenn sich die dortige Kultur weiterentwickelt und ebenfalls zu einer dominierenden Kultur werden kann.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von aquadraht » 12.10.2010, 18:54

Aremonus hat geschrieben:
Mich wundert nur der ausdruck "werdende Weltmacht" ... für mich ist China schon lange eine Weltmacht...
In wiefern denn? China hat kaum Macht in internationalen Organisationen, ist weltpolitisch in der Passiven und wird eher als beängstigend denn als Hoffnungserweckend wahrgenommen.
Von wem? Doch eher von den "etablierten" westlichen Mächten, die sich dabei zunehmen "in der Passiven" (ist das schweizerisch für in der Defensive?) befinden. Sowohl bei den Klimakonferenzen als auch bei den G20 und den Weltwährungsgesprächen zeigte sich, dass die NATO-/OECD-Fraktion zunehmend in die Isolation gerät, während Versuche, Indien, Brasilien oder die ärmeren Entwicklungsländer gegen China auszuspielen, auf wenig Resonanz stossen.
Das Land besitzt also kaum Macht in allen drei Sphären (power of decision making, agenda setting und structural power). Ich sehe China daher beim besten Willen noch nicht als Weltmacht..
Stalin stellte einmal die Frage "wieviele Divisionen hat der Papst?". Die implizierte Antwort war die falsche: Der Papst hat Divisionen, mit hunderttausenden Pfaffen und hunderten Millionen mehr oder minder Gläubigen. Die westlichen "Demokraten" übersehen gerne, dass in einer weltweiten Demokratie die Chinesen allein sie überstimmen könnten. Solange selbstgenügsame fahrradfahrende Massen im blauen Zhongshanzhuang sich (zwangsläufig) mit der Schale Reis zufrieden gaben, konnte man das vielleicht auf die leichte Schulter nehmen.

Heute gilt, dass China unser aller Zukunft ist, ob zum Guten oder Schlechten. Das gilt für die Entwicklungsländer, die leicht sehen können, dass China vor zwanzig oder dreissig Jahren nicht besser dastand als sie selbst, von seiner zäh verteidigten Unabhängigkeit, egal ob vom Westen oder vom ideologisch näherstehenden Nachbarn im Osten, einmal abgesehen. Und tatsächlich ist diese Unabhängigkeit der Schlüssel und der Garant für alle Fortschritte, die China seit 1949 gemacht hat, und ihr Fehlen bzw. Verlust Hauptursache der chinesischen Tragödie in den anderthalb Jahrzehnten zuvor. Wenige im Westen wissen, dass China bis Ende des 18. Jahrhunderts die führende Weltwirtschaftsmacht war (mit geschätzt einem Drittel des Weltsozialprodukts), und das seit mehr als einem Jahrtausend, eine Vorherrschaft, die gegenüber dem bluttriefenden Aufstieg des Westens unauffällig und selbst für die Nachbarn mit wenigen Ausnahmen wenig bedrückend war.

Wie dem aber auch sei, heute gilt, dass Chinas Probleme auch die unseren sind und seine Hoffnungen die unseren sein sollten. Der US-Ökonom Fogel hat Anfang des Jahres einen Aufsehen erregenden Artikel verfasst, in dem er die Aussicht eines China in den Raum stellte, das 2050 ein GDP von 123 Billionen Dollar hat. Nun mag diese Projektion, die ein Wachstum von gut 10% für die nächsten 40 Jahre zugrunde legt, übertrieben sein. Aber bereits die von chinesischer Seite vorgetragene Planung, in den nächsten Jahrzehnten einen bescheidenen Wohlstand für jeden Chinesen zu erreichen, dürfte sich auf der Grundlage von ca. 1,5 Milliarden Menschen in eine wirtschaftliche Leistung in der Grössenordnung des jetzigen Outputs der Weltwirtschaft umrechnen.

Für den Westen, der heute noch fast drei Viertel der Weltressourcen verzehrt, klingt das nach Alptraum, für die weniger entwickelte Welt als Programm der Hoffnung. Wenn es die Chinesen schaffen, und nur dann, haben auch sie eine Chance. Darin liegt, jenseits aller himmelweiten Unterschiede und handfesten Rivalitäten, die Bedeutung Chinas für alle Schwellenländer und die weniger entwickelten Weltteile. Die Ressourcen- und Nachhaltigkeitsprobleme, so schwer sie sind, bestanden vor dem Aufstieg Chinas bereits: als es die Ressourcen noch reichhaltiger gab und weniger potente Mitbewerber sich um sie stritten, wurden sie umso hemmungsloser verschwendet.
aber ich bin mir sicher, dass es zu einer Weltmacht aufsteigen kann, wenn sich die dortige Kultur weiterentwickelt und ebenfalls zu einer dominierenden Kultur werden kann.
Eine chinesische Kultur gibt es schon ein wenig länger als die westliche. Wichtiger ist, dass die westliche "Kultur" erwachsen wird und mit Kreuzzügen und Missionierung aufhört.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von beowulf » 12.10.2010, 21:10

"yz678, kann man sich auch etwas zivilisierter ausdrücken? Das grenzt ja bald an Volksverhetzung und das ist strafbar, auch bei uns in Deutschland."

Gut der Stil von yz678 wirkt angefressen, ist pauschalierend und natürlich auch leicht polemisch. Insofern unterscheidet er sich aber nicht im geringsten von einem durchschnittlichen Zeitungsartikel über China. Also wie war das nochmal mit der Volksverhetzung? Könnte es daran liegen, dass bei uns nicht von der Tat sondern rein vom Opfer abhängig ist. Volksverhetzung gegen über Chinesen ist politisch korrekt, gegenüber Israelis aber ein Verbrechen? Wie steht es mit der Selbstkritik, wenn ich als Westler die westliche Presse oder Außenpolitik scharf kritisiere, betreibe ich dann auch Volksverhetzung?

Was ist mit nogizmo der schreibt im Auskotzer Thread, irgendetwas von die Japaner beweisen, dass Asiaten auch "normale" und "zivilisierte" Menschen sein können. Nennt also Asiaten und im speziellen Chinesen indirekt "abnormal" und unzivilisiert. Ist das keine Volksverhetzung? Wird im nicht von zahlreichen Postern hier zur Seite gesprungen mit den Argumenten der "Redefreiheit", "er hat ja im prinzip recht" oder er "kotzt sich nur aus"?

Hat yzz678 dann nicht auch ein Recht auf "Redefreiheit" und "auskotzen"? Liegt er mit seinen Vorwürfen im Kern nicht auch richtig und es gibt eine Chinafeindliche Stimmung im Westen, die genährt mit der Angst vom Aufstieg eines Konkurrenten verbunden ist?

Warum ist der eine ein aufgeklärter Bürger der "nur" scharf aber wohlwollend kritisch ist, während der andere eine nationalistischer, gehirngewaschener Volksverhetzer ist?

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