Friedensnobelpreis

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Xian
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Xian » 08.10.2010, 21:56

Koxinga hat geschrieben: und was willst du mir damit sagen?
Das war für alle.

@Liu Stelle

Ich hatte die letzen zwei Seiten Disskusion noch nicht gelesen, deswegen hatte ich eine Stelle falsch verstanden und darauf reagiert. Mein Fehler.


Liebe Grüße,
Xian

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Andy_yi » 08.10.2010, 22:39

xyz678 hat geschrieben:Morgen wird der Friedensnobelpreis verliehen. Als Favorit gilt der chinesische Dissident Liu Xiaobo. Wer ist dafür bzw. dagegen?
Ich bin dagegen,da mir nicht ganz klar ist was der Polemiker zum Frieden beigetragen hat. Dazu muss ich auch sagen, das ich diesem Preis seit Obama schon keine Beachtung mehr schenke.

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Nobelpreisträger, aber wo bleibt der Frieden?

Beitrag von Laogai » 08.10.2010, 22:55

Hat eigentlich jemand (internette) Quellen gefunden, in denen Liu Xiaobo's Qualifikationen als Friedensnobelpreisträger aufgeführt werden? Am aktuellen Wikipedia-Artikel (en) wird wohl noch schwer gewerkelt, unter Human rights activities ist momentan (23:00 Uhr GMT+1) nur das hier zu lesen:
Wikipedia hat geschrieben:Liu Xiaobo is a human rights activist who has called on the Chinese government to be accountable for its actions. He has been detained, arrested and sentenced repeatedly for his peaceful political activities, beginning with his participation in the Tiananmen Square protests of 1989 and on four other occasions since.

In January 1991, Liu Xiaobo was convicted on charges of "counter-revolutionary propaganda and incitement," but he was exempt from criminal punishment.[4] In October 1996, he was ordered to serve three years of reeducation through labor on charges of "disturbing public order"[4][11] for criticizing the Communist Party of China.[12] In 2007, Liu was briefly detained and questioned about articles he wrote which were published online on websites hosted outside Mainland China.

Liu's human rights work has received international recognition. In 2004, Reporters Without Borders honored Liu's human rights work, awarding him the Fondation de France Prize as a defender of press freedom.[13]
Recht dürftig, eine vierfache Gefangenschaft und eine Anerkennung der Reporter ohne Grenzen scheint demnach für den Friedensnobelpreis auszureichen :shock:

Also, was hat der gute Mann für den Frieden auf dieser Erde getan? Ich bin wirklich ratlos :(
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Koxinga » 08.10.2010, 23:10

Xian hat geschrieben:
Koxinga hat geschrieben: und was willst du mir damit sagen?
Das war für alle.

@Liu Stelle

Ich hatte die letzen zwei Seiten Disskusion noch nicht gelesen, deswegen hatte ich eine Stelle falsch verstanden und darauf reagiert. Mein Fehler.


Liebe Grüße,
Xian
aso ok, dann an alle:

Zhang Pengjun wurde von der damaligen Kuomintang-Regierung entsandt, und trat einige Jahre auf Druck der Sowjetunion von der Menschrenrechtskomission ab, weil sie einen Vertreter der VR China haben wollten, die SU enthielt sie sich damals als über die Charta abgestimmt wurde, kein Staat stimmte dagegen... Quelle: http://www.menschenrechte.org/lang/de/v ... 1957-china

die Machthaber in China sollten mal anerkennen, dass Menschenrechte universell sind und selbst chinesische Konfuzianisten grossen Anteil an der Charta der Menschenrechte hatten, und Kommunismus kommt ja eigentlich auch aus dem Westen und ist nicht asiatisch, denn Kommunismus und Konfuzianismus haben große Differenzen, auch wenn das heute von den Machthabern missbraucht wird, weil es ihnen dienlich erscheint, noch zu Mao Zedongs Zeiten wurde Konfuzianismus verteufelt, weswegen er u.a. die Kulturrevolution startete um alles chinesische zu vernichten...

daran sieht man aber auch dass die Partei sich gewandelt hat und das Liu Xioabo das auch anerkennt, wofür er von anderen Dissidenten kritisiert wurde, denn anders als die wirklich extremere Dissidenten setzt er auf Reformen, und das beinhaltet auch die kommunistsche Partei und nicht auf deren gewaltsame Abschaffung...

nebenbei hat sich die VR China als Rechtsnachfolger der Republik China in der UNO sich an die Charta rechtlich gebunden und Liu XiaoBo Ziel ist ja, dass sich die jetzige kommunistische Regierung sich daran hält, selbst Chinas Verfassung gibt ihm ein Recht auf Meinungsfreiheit...
Andy_yi hat geschrieben:
xyz678 hat geschrieben:Morgen wird der Friedensnobelpreis verliehen. Als Favorit gilt der chinesische Dissident Liu Xiaobo. Wer ist dafür bzw. dagegen?
Ich bin dagegen,da mir nicht ganz klar ist was der Polemiker zum Frieden beigetragen hat. Dazu muss ich auch sagen, das ich diesem Preis seit Obama schon keine Beachtung mehr schenke.
du sprichst, als würde Polemik generell negativ sein, Polemik gehört einfach zur Meinungsfreiheit...

es ist doch einfach zu offensichtlich, dass die chinesischen Machthabern das Einhalten von chin. Verfassung versprechen, es aber nicht tun... und in diesem Fall ist Polemik angebracht:

Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen, teilweise auch persönliche Angriffe. Gelegentliches Ziel ist das Demaskieren eines Opponenten im Glaubens- und Meinungsstreit. Gegebenenfalls bedeutet dies auch die – mehr oder weniger – subtile Beschuldigung des Opponenten, keineswegs jedoch den Verzicht auf sachliche Argumente. In der klassischen Rhetorik spricht man in einem solchen Fall von der argumentatio ad hominem (das auf die Person gerichtete Argumentieren). Dies meint das Bloßstellen, das Überführen eines Gegners, wobei man z. B. seine Glaubwürdigkeit, seine Reputation und ggf. auch seine Integrität insgesamt anzweifelt, indem man evtl. Widersprüchlichkeiten seiner Ausführungen bzw. seiner Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar zu seinen öffentlich proklamierten Einstellungen und Absichten aufzeigt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Polemik" target="_blank

und ausserdem ist es doch wohl offensichtlich dass das Nobelpreis-Komitee damit absichtlich aktuelle Akzente setzen will, es wurde doch eh kaum die Person selbst wird geehrt, sondern eher ihre bestimmte Politik und ihre Vorgehensweise dabei... deswegen kann ich verstehen warum Obama und Liu geehrt wurden, sie stehen als Symbol für viele andere die auf die selbe Weise etwas zum Frieden und Verständnis zwischen Menschen, Völker und Nationen beitragen wollen und sollen und durch einer der wichtigsten Ehrungen der Menschheit ermutigt werden... das schliesst aber nicht aus, dass ich finde, dass vllt. andere Menschen es eher verdient hätten, aber durch solche umstrittene Ehrungen sollen ja notwendige Diskussionen angeregt werden, die wir selbst sogar in diesem Forum tun...

und ich finde dieses Mal war das eine gute Entscheidung, weil sich nun viele Menschen auf der Welt ein bisschen über die Menschenrechtssituation in China schlaumachen...
laogai hat geschrieben:
Also, was hat der gute Mann für den Frieden auf dieser Erde getan? Ich bin wirklich ratlos :(

wie wärs ihr liest die Begründung des Komitees selbst??? :roll: die Vergabe ist nicht nur auf die Person bezogen...

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1050402" target="_blank

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von OlliTrade » 08.10.2010, 23:13

Gratulation an LIU XIAOBO. Was sein Engagement fuer Menschenrechte jetzt
direkt mit dem Friedensnobelpreis zu tun hat mag man kritisch hinterfragen koennen.
Betrachtet man das Recht auf freie Meinungsaeuserung als fundamentalen
Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft hat man wieder den Bezug.

Die Reaktion der chinesischen Regierung darauf ist so nicht unerwartet.
Es kann China nur gut tun wenn jetzt das Thema Menschenrechte wieder
ganz oben auf der Tagesordnung steht.

Gruss

olli

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Koxinga » 08.10.2010, 23:24

OlliTrade hat geschrieben:Gratulation an LIU XIAOBO. Was sein Engagement fuer Menschenrechte jetzt
direkt mit dem Friedensnobelpreis zu tun hat mag man kritisch hinterfragen koennen.
Betrachtet man das Recht auf freie Meinungsaeuserung als fundamentalen
Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft hat man wieder den Bezug.

Die Reaktion der chinesischen Regierung darauf ist so nicht unerwartet.
Es kann China nur gut tun wenn jetzt das Thema Menschenrechte wieder
ganz oben auf der Tagesordnung steht.

Gruss

olli
es hat sehr viel damit zu tun, sonst würden nicht schon früher viele Menschenrechtsorganisationen oder Bürgerrechtler geehrt worden, Liu Xiaobo ist doch nicht der einzige Bürgerrechtler der jemals geehrt wurde...

auch Armutsbekämpfer und Umweltaktivisten wurden schon geehrt, die tragen schliesslich auch zum sozialen Frieden bei, das ist übrigens auch ein konfuzianischer Prinzip... erst muss man das eigene Land befriedigen, dann hat man auch die Welt befriedigt...

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Laogai » 08.10.2010, 23:37

Koxinga hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Also, was hat der gute Mann für den Frieden auf dieser Erde getan? Ich bin wirklich ratlos :(
wie wärs ihr liest die Begründung des Komitees selbst???
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1050402" target="_blank
Danke für den Link!
Koxinga hat geschrieben:die Vergabe ist nicht nur auf die Person bezogen...
Ganz offensichtlich! Es hätte also auch jeden anderen chinesischen Dissidenten treffen können. Also Hauptsache chinesisch und Hauptsache Dissident... :o
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von kowloon88 » 08.10.2010, 23:42

laogai hat geschrieben:
Koxinga hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Also, was hat der gute Mann für den Frieden auf dieser Erde getan? Ich bin wirklich ratlos :(
wie wärs ihr liest die Begründung des Komitees selbst???
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1050402" target="_blank
Danke für den Link!
Koxinga hat geschrieben:die Vergabe ist nicht nur auf die Person bezogen...
Ganz offensichtlich! Es hätte also auch jeden anderen chinesischen Dissidenten treffen können. Also Hauptsache chinesisch und Hauptsache Dissident... :o
Dann hätten sie aber auch den Dalai Lama nehmen können.
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Laogai » 08.10.2010, 23:45

kowloon88 hat geschrieben:Dann hätten sie aber auch den Dalai Lama nehmen können.
Das ist a) kein chinesischer Dissident und b) hat er den Preis bereits 1989 erhalten.
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Koxinga » 09.10.2010, 00:02

laogai hat geschrieben:Es hätte also auch jeden anderen chinesischen Dissidenten treffen können. Also Hauptsache chinesisch und Hauptsache Dissident... :o
ja chinesisch und Dissident, aber es hat natürlich auch andere Gründe, die Aktualität und seine Prominenz z.B. (ist Präsident des chin. PEN-Clubs http://de.wikipedia.org/wiki/P.E.N." target="_blank, war Studentenführer von 1989, kam extra deswegen aus den USA zurück) , er war maßgeblich an der Charta 08 beteiligt, weswegen er ja zu 11 Jahren Haft verurteilt wurde, was auch für heutige chinesische Verhätnisse sehr hart ist, seine Frau steht unter Hausarrest... und er ging vor allem seit 1989 nicht ins Exil, ein "pain in the ass" für die chin. Führung sozusagen.. sonst wäre er net so hart bestraft worden, wenn er unwichtig ist... und er setzt sich natürlich gewaltfrei für universelle Ziele ein...

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/ein- ... 52548.html" target="_blank

Als am 8. Dezember 2008 chinesische Polizisten Liu Xiaobo in seiner Pekinger Wohnung abholten, verlor er die Beherrschung. Nicht weil der chinesische Dissident und Literaturprofessor das nicht erwartet hätte, immer wieder war er in den Jahren zuvor überwacht, unter Hausarrest gestellt und zu Verhören gebracht worden. Diesmal aber, so berichtete die Nachrichtenagentur AP, gingen die Polizisten besonders dreist vor. Auf dem Haftbefehl stand unter der Rubrik „Grund der Verhaftung“: nichts. Sie hatten den Platz einfach freigelassen.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Andy_yi » 09.10.2010, 00:05

OlliTrade hat geschrieben: Betrachtet man das Recht auf freie Meinungsaeuserung als fundamentalen
Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft hat man wieder den Bezug.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Bezug zur friedlichen Gesellschaft funktioniert ja auch in Deutschland so gut. Hier wird man nicht in den Knast geworfen, dafür aber gesellschaftlich diskriminiert und als nicht tragbar abgestempelt.

Ich finde es immer spannend wie diese Ideal Vorstellung propagiert wird, leider ein Fass ohne Boden.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Laogai » 09.10.2010, 00:19

Ich neige ja gerne dazu penetrant zu sein, daher nochmal:
Koxinga hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Also, was hat der gute Mann für den Frieden auf dieser Erde getan? Ich bin wirklich ratlos :(
wie wärs ihr liest die Begründung des Komitees selbst???
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1050402" target="_blank
Auf Liu Xiaobo als Person wird in der Begründung im vierten von vier Absätzen eingegangen:
Liu Xiaobo ist über mehr als zehn Jahre ein starker Fürsprecher für die Achtung der Menschenrechte auch in China gewesen. Er nahm an den Tiananmen-Protesten 1989 teil; er war ein führender Autor der Charta 08. In diesem Manifest wurden die Menschenrechte zum 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtscharta am 10. Dezember 2008 auch für China eingefordert. Im Jahr darauf wurde Liu zu elf Jahren Haft und zwei Jahren Verlust seiner politischen Rechte wegen "Aufforderung zur Untergrabung der staatlichen Macht" verurteilt. Liu hat stets erklärt, dass das Urteil gegen Chinas eigene Verfassung und zentrale Menschenrechte verstößt. Der Kampf dafür, dass die universellen Menschenrechte auch China umfassen, wird von vielen Chinesen sowohl im Land selbst wie im Ausland geführt. Durch die strenge Strafe, die er bekommen hat, ist Liu zum herausragenden Symbol für diesen breiten Kampf um die Menschenrechte in China geworden.
Ich hoffe ich darf das hier zitieren, den gleichen Wortlaut findet man inzwischen auf etlichen verschiedenen Seiten im WWW.

Irgendwie ist mir das noch immer zu dürftig. Was hat denn dieser Herr Liu gesagt und getan, um den Preis zu bekommen?
"Liu Xiaobo ist über mehr als zehn Jahre ein starker Fürsprecher für die Achtung der Menschenrechte auch in China gewesen" Wo finde ich dafür Quellen? Was hat er zu den Menschenrechten auf der Welt gesagt? Und warum 'auch in China'?
"Er nahm an den Tiananmen-Protesten 1989 teil" An den Protesten 1989 haben tausende Chinesen teilgenommen.
"er war ein führender Autor der Charta 08" An der Charta 08 haben ein paar hundert chinesische Autoren gearbeitet.

Vielleicht hätte unter diesen Aspekten der Friedensnobelpreis eher an das chinesische Volk als an eine Person verliehen werden sollen :P
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Ein bisschen Frieden...

Beitrag von Laogai » 09.10.2010, 00:34

Koxinga hat geschrieben:... und er setzt sich natürlich gewaltfrei für universelle Ziele ein...
Das mache ich auch. Und jetzt her mit dem Friedensnobelpreis 2011, aber zack zack! :mrgreen:

Ernsthaft, ich brauche mal ein paar Quellen für die "gewaltfreien" und "universellen" Ziele von Liu Xiaobo. Die westlichen Medien, die ich bisher gelesen habe, berichten leider nur über seinen Leidensweg, aber nicht über seine Ziele, Vorstellungen und Forderungen! Wo finde ich die?
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von OlliTrade » 09.10.2010, 00:52

Andy_yi hat geschrieben:
OlliTrade hat geschrieben: Betrachtet man das Recht auf freie Meinungsaeusserung als fundamentalen
Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft hat man wieder den Bezug.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Bezug zur friedlichen Gesellschaft funktioniert ja auch in Deutschland so gut. Hier wird man nicht in den Knast geworfen, dafür aber gesellschaftlich diskriminiert und als nicht tragbar abgestempelt.

Ich finde es immer spannend wie diese Ideal Vorstellung propagiert wird, leider ein Fass ohne Boden.
Du spielst wohl auf Thilo Sarazin an....Auch beim Thema freie Meinungsäußerung macht der Ton die Musik. Und besser gesellschaftlich diskriminiert als im Knast. Manche Meinungen sind halt eben nicht gesellschaftkompatibel im Sinne der Merheitsmeinung. Aber erstens liegt die Mehrheit nicht immer richtig und zweitens sollte man freie Meinungsäußerung nicht verbieten nur weil es fuer einige unbequem sein koennte.

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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Koxinga » 09.10.2010, 01:16

Andy_yi hat geschrieben:
OlliTrade hat geschrieben: Betrachtet man das Recht auf freie Meinungsaeuserung als fundamentalen
Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft hat man wieder den Bezug.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Bezug zur friedlichen Gesellschaft funktioniert ja auch in Deutschland so gut. Hier wird man nicht in den Knast geworfen, dafür aber gesellschaftlich diskriminiert und als nicht tragbar abgestempelt.
es kommt immer auch auf die Art und Weise an und er darf ja seine Meinung kundtun, ob es den anderen gefällt und auf Fakten beruht, ist eben eine andere Sache, soweit ich weiss wird er nicht gesellschaftlich diskriminiert, nur von Einzelnen kritisiert, auch ist sein Buch zur Zeit Bestseller...

und wozu immer diese Ablenkung vom ursprünglichen Thema??? das ist kindisch, weil China gerade angeblich "gebasht" wird, muss man Deutschland bashen oder was?

dazu mit so ein armer vager Vergleich... das ist doch nix, was Liu XiaoBo wiederfährt, dürfen die in China überhaupt was von Liu Xiaobos Schriften lesen? und dann wird auch noch Nachrichten über die Vergabe des wichtigsten Nobelpreises erst gar nicht gemeldet, davor aber die wissenschaftlichen... das ist fast schon wie Nordkorea, wo die Menschen keine Ahnung von der eigenen Geschichte oder der Welt haben sollen... :roll:
Andy_yi hat geschrieben:
Ich finde es immer spannend wie diese Ideal Vorstellung propagiert wird, leider ein Fass ohne Boden.
diese Idealvorstellung ermöglicht es dir in diesem Forum zu posten und du wirst auch net gebannt solange du net ausfallend wirst... in China haben die leider net die Möglichkeit im Forum über alles zu diskutieren, manche Begriffe sind schon vorher vom Internet gebannt... die Charta 08 wurde ja schliesslich auch im Internet veröffentlicht, dafür kam er ins Gefängnis...

laogai hat geschrieben:
Irgendwie ist mir das noch immer zu dürftig. Was hat denn dieser Herr Liu gesagt und getan, um den Preis zu bekommen?
"Liu Xiaobo ist über mehr als zehn Jahre ein starker Fürsprecher für die Achtung der Menschenrechte auch in China gewesen" Wo finde ich dafür Quellen? Was hat er zu den Menschenrechten auf der Welt gesagt? Und warum 'auch in China'?
"Er nahm an den Tiananmen-Protesten 1989 teil" An den Protesten 1989 haben tausende Chinesen teilgenommen.
"er war ein führender Autor der Charta 08" An der Charta 08 haben ein paar hundert chinesische Autoren gearbeitet.


Vielleicht hätte unter diesen Aspekten der Friedensnobelpreis eher an das chinesische Volk als an eine Person verliehen werden sollen :P
was macht das für ein Sinn, an ein ganzes Volk zu verleihen, schliesslich gehören die chin. Machthabern auch zum Volk... es dürfen sowieso nur Organisationen und maximal 3 Personen gleichzeitig geehrt werden... und die Preisträger müssen nicht weltweit aktiv sein, nur dass ihr Wirken langfristig daraufhinwirken, dass die Welt ein Stück friedlicher wird...

hier zwei Seiten, die das näher erklären...

http://www.zeit.de/2010/07/P-oped" target="_blank

http://www.sueddeutsche.de/politik/tag- ... t-1.361847" target="_blank

Komitee-Chef Thorbjørn Jagland hatte, unüblich für das ansonsten hoch geheimnisvolle Verfahren, die Spekulationen angeheizt. "Wir wollen den Preis an jemanden geben, der gekämpft hat, ein Risiko eingegangen ist. Der aktiv ist und Friedensarbeit nicht hinter einem Schreibtisch betrieben hat", sagte er wenige Tage vor der Verleihung einer norwegischen Tageszeitung.

wichtigste Begründung ist wohl, dass er als einziger von den Unterzeichnern 11 Jahre Haft gekriegt hat und somit ein hohes persönliches Opfer geleistet hat... durch die Verleihung wird eben auch noch weiter Druck auf China gemacht ihn freizulassen, wie wir es zur Zeit sehen... und bedenke, nur weil er prominent ist, lebt er vielleicht überhaupt noch...
laogai hat geschrieben: Ernsthaft, ich brauche mal ein paar Quellen für die "gewaltfreien" und "universellen" Ziele von Liu Xiaobo. Die westlichen Medien, die ich bisher gelesen habe, berichten leider nur über seinen Leidensweg, aber nicht über seine Ziele, Vorstellungen und Forderungen! Wo finde ich die?
lies Charta 08??

http://www.oai.de/de/publikationen/oai- ... preis.html" target="_blank

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/int ... 0/index.do" target="_blank

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