Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

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devurandom
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von devurandom » 08.07.2009, 17:05

Topas hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:Im Vergleich zu anderen Regionen dieser Welt ist die Konfliktsituation in Baskenland, wo heute von ca. 3 Mio. Einwohnern gerade mal 1 Mio. Basken sind und die baskische Kultur am Schwinden ist, wirklich Kindergarten.
Also weil dir Kultur schwindet, oder es nur 1 Mio sind, können sie direkt platt gemacht werden ?
Wer redet hier von "Plattmachen"? Viele, die heute kein Baskisch mehr sprechen und sich als Spanier betrachten, sind Nachkommen von Basken und Spaniern. Je mehr die Voelker sich vermischen, desto weniger die Konflikte, dass die ETA immer schwaecher wird, kommt nicht von Ungefaehr.
devurandom hat geschrieben:Tja....wohl eher im Gegenteil: Volksgruppentrennung, Vertreibung, Sprachezwang, kultureller Imperialismus. Die ganze Pallete ist in der Geschichte der Gegend zu finden. Um so mehr ist das Gebiet heute ein Erfolgsbeispiel fuer Verschmelzung der Voelker.
Stimmt. Aber als beispiel für friedlcihe Assimilierung taugt es einfach nicht. Weil es da kein Volk gab, was es zu assimilieren gab....
hmm, es gab zwei, drei Sprachen, vier Religionen in dem Gebiet. Abwechselnde Herrscher, immer wieder mal zwangssiedlungen. Aber es war ja ein und dasselbe Volk, ist klar. Abgesehen davon, war es absolut nicht friedlich, dennoch heute ein Erfolg.
devurandom hat geschrieben:Stellt man keine Sicherheitspersonal fuer Journalisten nicht ab, hiesse es "man laesst die Journalisten ins Messer laufen", stellt man doch welche ab, hiesse es "Kontrolle durch staatliches Aparat".


Naja, besteht in Krankenhäusern mit verwundeten uiguren grössere gefahr als auf strassen, in denen Uiguren Hans angreifen grössere Gefahr ?
? Was willst Du damit dagen?
devurandom hat geschrieben:Man denke an den letzten Palistinakonflikt
Stimmt, auch das war nicht richtig.
Wer sagt denn, ob was "richtig" ist oder nicht?
Topas hat geschrieben: mal eine Frage :

Wie steht es denn eigentlich um die Minderheitenrechte in China ?
Dürfen die in den Schulen zum beispiel ihre Muttersprache erlernen ?
Ja. Tibetanisch ist fuer tibetische Kinder glaube ich Pflichtfach. Uigurisch wird auch schon in der Grundschule angeboten. k.A. ob pflichtfach. Wichtige Pruefungen werden allerdings auf Mandarin abgelegt. Die Unterrichtssprache ist ebenfalls Mandarin.

Gruss
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von polyhedron » 08.07.2009, 17:37

Topas hat geschrieben:mal eine Frage :

Wie steht es denn eigentlich um die Minderheitenrechte in China ?
es gibt in China Reverse-Diskrimination gegen Han-Chinesen. in einigen Sinnen: 1. die Minderheiten dürfen weniger bestraft werden ("兩少一寬") bei einem Kriminalfall. 2. es gibt Quota für Minderheiten in vielen Amten oder Kongress. 3. Vorzug für die Minderheiten bei der Universitätseingangsprüfung usw.
Dürfen die in den Schulen zum beispiel ihre Muttersprache erlernen ?
auf jeden Fall. es gibt viele Schulen, in der alle auf ethnischen Sprachen gelert werden, auch Universitäten. man muss sagen, die Qualität in solchen Schulen oder Universitäten nicht befriedigend. also gibt's solche Wörter: 民考民 (aus einer ethnischen Schulen in eine ethnische Universität) oder 民考漢 (aus einer ethnischen Schulen in eine Han-sprechende Universität).

aus einer Nachricht: http://www1.dzwww.com/rollnews/200905/t ... 692424.htm" target="_blank
目前,我区接受“双语”教育教学的少数民族学生和“民考汉”学生总计79.8万人,占少数民族学生总数的33.7%。
"in Xinjiang sind 798 tausend Schüler unter Doppelsprachenausbildung oder 民考漢 (aus einer ethnischen Schulen in eine Han-sprechende Universität), d.h. 33,7% von allen Minderheitsschülern." (gibt's auch, die total auf Chinesisch lernen, oder total auf Minderheitssprachen.)

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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai » 08.07.2009, 18:04

bossel hat geschrieben:Übrigens scheint mir tatsächlich einiges an Info zu fehlen. Ein Mob von 3000 mit Knüppeln & Messern wird kaum in der Lage sein, in kürzester Zeit unter den Augen der Polizei 156 Leute zu töten, bei nur 800 Verletzten. Das paßt irgendwie nicht zusammen. Entweder waren da deutlich mehr Leute unterwegs, oder Schußwaffeneinsatz wird verschwiegen.
Vielleicht ist die fehlende Info, dass der Mob nicht von Anfang an "unter den Augen der Polizei" stand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Demo (von zunächst nur ein paar hundert Leuten) in irgendeiner Weise angemeldet wurde und die Polizei dementsprechend vorbereitet war. Wie hier schon mehrfach erwähnt wurde ist die normale Polizei nicht bewaffnet. Auch die Bilder, die ich bisher aus Urumqi gesehen habe, zeigen eher Polizisten mit Schlagstöcken statt mit Schusswaffen.

Von daher kann es nicht nur gut sein, dass viele Menschen (es waren sicherlich nicht alle) vom Mob gelyncht wurden, sondern ich wundere mich, dass es nicht viel mehr waren.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai » 08.07.2009, 18:17

Topas hat geschrieben:Wie steht es denn eigentlich um die Minderheitenrechte in China ?
Sehr gut.
Topas hat geschrieben:Dürfen die in den Schulen zum beispiel ihre Muttersprache erlernen ?
Wenn die Mutter sie ihnen nicht beigebracht hat müssen sie nicht.

Topas, was sind denn das für Fragen?
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas » 08.07.2009, 18:29

devurandom hat geschrieben:Wer redet hier von "Plattmachen"? Viele, die heute kein Baskisch mehr sprechen und sich als Spanier betrachten, sind Nachkommen von Basken und Spaniern. Je mehr die Voelker sich vermischen, desto weniger die Konflikte, dass die ETA immer schwaecher wird, kommt nicht von Ungefaehr.
Jeder sollte die Freiheit haben, sich selbst kulturell definieren zu dürfen. Dies ist leider nicht überall so.....und damit ist nicht Nationalismus a la Eta oder andere Terroristenorganisationen gemeint. Auch zwangsassimilierung zählt hier nicht Hinzu, da dies entgegen der freien indivudualentscheidung steht. Von mir aus solls 20 Chinas geben, oder ein China inklusive Japan, Korea und der Mongolei - das ist mir relativ egal, da es nur fiktive grenzen sind....
--> Es geht sich um die Menschen, nicht irgendwelche nationladefinitionen. menschen sollten über staatlichem Bla bla bla stehen, leider ist es oft umgekehrt.

Übringens : dann wäre es doch dass beste, direkt alle Grenzen aufzulösen, dann brauchen wir auch kein Militär zur Abwehrung dieser mehr.
devurandom hat geschrieben:? Was willst Du damit dagen?
na ganz einfach : Einige journalisten durften geführterweise dabei sein, als die uiguren lospolterten, aber in ein Krankenhaus mit verletzten Uiguren wurden sie nicht hineingelassen. Warum ?
devurandom hat geschrieben:Wer sagt denn, ob was "richtig" ist oder nicht?

Die ausländischen journalisten aufgrund der gefahr kritischer Reportagen über mögliche Kriegsverbrechen auszuweisen, ist nun mal nicht ok.

@laogai : Fragen die sich mir gestellt haben...


( Ab hier starte ich meine Blindpostingzählung, mal gucken wieviele es werden ....bis her hatte ich so um die 10 Blindpostings. Dies hier ist das erste : "B1")
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai » 08.07.2009, 18:41

Hendrik hat geschrieben:Ich [...] komme einfach nur zu dem Schluss, dass es sich da bei beiden Parteien um Leute handeln, die immer noch im Mittelalter leben, egal ob sie jetzt Handys und Atomraketen besitzen. Geistig herscht da noch immer dunkles Mittelalter.
Dieses Posting hat mich zu einigen Überlegungen angeregt. Sowohl in Tibet letztes Jahr als auch in Xinjiang dieses Jahr haben Menschen aggressiv agiert die zwar über moderne Kommunikationsmethoden (Handy, Internet) verfügen, aber trotzdem den Horizont eines einfachen Viehbauern besitzen. Die Kommunikationsmethoden werden nicht verwendet, um den eigenen Wissenshorizont zu erweitern, sondern lediglich um eine Information ungeprüft aufzunehmen und im schlimmsten Fall an andere weiter zu leiten.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von jadelixx » 08.07.2009, 18:46

<OT>
Wie steht es eigentlich mit den Minderheitsrechten der Indianer in den USA?
... habe ich mich jetzt gerade mal gefragt. Man findet dann etwas von Entschädigungszahlungen die den Sioux nicht ausgezahlt werden und das noch immer welche tatsächlich in Reservaten leben, viel mehr aber auch nicht.
Da gibts dann noch ein Interview vom Nachfahren von Sitting Bull :
http://nachrichten.t-online.de/c/17/13/ ... 36388.html" target="_blank
Glücklich hört sich anders an.
Warum die Indianer nicht ausrasten, obwohl sie scheinbar weniger Privilegien in ihrer Gesellschaft haben als ein Uigure in China, wäre doch mal eine Forschungsarbeit wert.
</OT>
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Laogai » 08.07.2009, 18:58

Topas hat geschrieben:@laogai : Fragen die sich mir gestellt haben...
Ach so. Meiner (vier Jahre alt) ist auch gerade im Fragealter.

Aber dröseln wir doch mal auf:
Topas hat geschrieben:Wie steht es denn eigentlich um die Minderheitenrechte in China ?
Welche Antwort erwartest du? Ich hatte mit "Sehr gut" geantwortet. Reicht das?
Topas hat geschrieben:Dürfen die in den Schulen zum beispiel ihre Muttersprache erlernen ?
Keiner "darf" oder "muss" in der Schule die Muttersprache erlernen. Die Muttersprache lernt man von der Mutter....
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Babs » 08.07.2009, 19:21

Topas hat geschrieben: na ganz einfach : Einige journalisten durften geführterweise dabei sein, als die uiguren lospolterten, aber in ein Krankenhaus mit verletzten Uiguren wurden sie nicht hineingelassen. Warum ?
bbc online von 17.25 Uhr China seeks control through openness
...This time within hours they welcomed journalists from more than 60 foreign media organisations to Xinjiang to cover the aftermath of Sunday's violence.... Foreign journalists arriving in Urumqi were offered official trips to the hospital and to some of the parts of the city worst affected by the violence accompanied by official minders, but other than that they were free to move around the city as they wished. ...

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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von romeo » 08.07.2009, 20:35

Ich persönlich vermute, daß es sehr komplexe Ursachen für die Auseinandersetzungen in Xinjian gibt. Zum einen werden es mit Sicherheit die üblichen Repressionen sein, mit denen viele Chinesen konfrontiert werden. Nicht umsonst gibt es jedes Jahr Zehntausende von Streiks und Auseinandersetzungen, z.B. wegen der Landvertreibung von Bauern und andere Enteignungen. Zum anderen weiß ich von meiner Freundin, daß die Uiguren wegen ihres "südländischen" Temperamentes und ihrer Neigung zu Messern nicht sonderlich beliebt in der Bevölkerung sind. Außerdem habe ich vor einiger Zeit erfahren, daß unter den Uiguren eine ausufernde Reislamisierung stattfinden soll. Die Zahl der ganzkörperverhüllten uigurischen Frauen soll deshalb zunehmen. Erfahrungsgemäß sind islam. Gesellschaften unfähig, mit Nichtmoslems friedlich unter einem Dach zu leben. Dies prallt dann wieder auf nationalistisch eingestellte Chinesen. Eine wahrhaft explosive Mischung.

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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von devurandom » 08.07.2009, 21:15

Topas hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:Wer redet hier von "Plattmachen"? Viele, die heute kein Baskisch mehr sprechen und sich als Spanier betrachten, sind Nachkommen von Basken und Spaniern. Je mehr die Voelker sich vermischen, desto weniger die Konflikte, dass die ETA immer schwaecher wird, kommt nicht von Ungefaehr.
Jeder sollte die Freiheit haben, sich selbst kulturell definieren zu dürfen. Dies ist leider nicht überall so.....und damit ist nicht Nationalismus a la Eta oder andere Terroristenorganisationen gemeint. Auch zwangsassimilierung zählt hier nicht Hinzu, da dies entgegen der freien indivudualentscheidung steht. Von mir aus solls 20 Chinas geben, oder ein China inklusive Japan, Korea und der Mongolei - das ist mir relativ egal, da es nur fiktive grenzen sind....
--> Es geht sich um die Menschen, nicht irgendwelche nationladefinitionen. menschen sollten über staatlichem Bla bla bla stehen, leider ist es oft umgekehrt.

Übringens : dann wäre es doch dass beste, direkt alle Grenzen aufzulösen, dann brauchen wir auch kein Militär zur Abwehrung dieser mehr.
Deinen Idealismus zu allen Ehren. Diese Vorstellung wirkt mir kleinkindlich.
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s. Zitat von Babs.
devurandom hat geschrieben:Wer sagt denn, ob was "richtig" ist oder nicht?
Die ausländischen journalisten aufgrund der gefahr kritischer Reportagen über mögliche Kriegsverbrechen auszuweisen, ist nun mal nicht ok.
Zensur und Pressesterung ist ein Faktor. Sicherheitsbedenken und Sorgen um diplomatische Probleme ist in vielen Konflikten auch ein Faktor. Wie gesagt, die Welt ist komplex. Es ist nunmal nicht einfach, etwas platt als "richtig" oder "nicht richtig" abzustempeln. Fuer Absolutheit hat der Mensch die Religion erfunden. Nicht aber die reale Welt.

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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von Topas » 08.07.2009, 21:51

B2

devurandom hat geschrieben:Deinen Idealismus zu allen Ehren. Diese Vorstellung wirkt mir kleinkindlich.
ja, leider sind die meisten menschen zu "kleinkindlich" für eine eine solche Welt einzutreten. Deshalb wird sie wohl nie real werden. Schade ....
devurandom hat geschrieben:Sicherheitsbedenken und Sorgen um diplomatische Probleme
yep, wenn israelische greuel ans tageslicht kommen würden, wärs ein Diplomatisches Fiasko...
devurandom hat geschrieben: Fuer Absolutheit hat der Mensch die Religion erfunden. Nicht aber die reale Welt.
Was verstehst du unter Absolutismus ? Etwa eine Welt ohne Grenzen ? ohne Militär ? Differenziete Sichtweise bedeutet auch, die beweggründe der uiguren zu betrachten. Oder mal drüber nachzudenken, ob denn wirklich jetzt überhaupt keine Videos zensiert werden ? Klar, china hat aus Tibet etwas gelernt......aber ncoh nicht viel genug. Aus meiner Sicht läuft in der Region im allgemeinen sehr sehr viel schief. Viel ist unstimmig, obs nun China, die Uiguren, Die Tibeter, die Afgahnen, die Perser , die Palästinenser , die isrealis oder die Maledivianer sind ( ja, auch da ).
in dem zusammenhang ist vielleicht der von dir angesprochenen "idealismus" gar nicht mal so schlecht, auf das endlich mal Ruhe in die Region ( gilt auch für andere Regionen ) kommt.
Und wie gesagt : mir geht es letztlich nicht darum, China oder die mit sicherheit auch existenten chinesischen verbrechen an den pranger zu stellen. beide haben auf ihre eigene Art und Weise ihr Fett weg, die einen mehr, die anderen weniger. Es geht sich darum, das irgendwelche ideologien, die sich im wege stehen, und Machtgespiele für Tote sorgen. Das der Völkermix mit dran schuld ist ist klar, aber dann eventuell chinesisches Fehlverhalten damit zurechtfertigen, dass nun elsass ja erfolgreich assimiliert wurde, un die nationengrenze nun klar ist, halte ich etwas weit hergeholt. Wenn die Hamburger morgen den Staat "Stpauli" ausrufen wollen, weil sie sich nun absolut nicht mehr als Deutsche definieren, hat Deutschland nicht das Recht, die unterdrückung damit zu begründen, dass ja nun Stpauli 200 jahre besetzt wahr, und das der hafen strategisch wichtig ist.
Viele Völker werden aus militärischen oder ökonomischen Gründen unterdrückt....und das unter Scheinheiligen Vorwänden.

So wie die japaner ja Wale ausschliesslich für wissenschaftliche Zwecke fangen....

romeo hat geschrieben:Erfahrungsgemäß sind islam. Gesellschaften unfähig, mit Nichtmoslems friedlich unter einem Dach zu leben.
Bitte begründen...
laogai hat geschrieben:Die Muttersprache lernt man von der Mutter....
ich denke du weisst dass ich die Schriftsprache meinte.

@ laogai : Die Antwort , die ich erwartet habe wurde mir bereits weiter oben gegeben.

Ich weis zwar nicht,was du Mit der Antwort "sehr gut", welche ja so gut wie nichts aussagt bezwecken willst, weil ich als unwissender nicht in dem Zusammenhang definieren kann, was "sehr gut" bedeutet, aber egal....

Allerdings : Wenn ich sage, das mir manchmal im Zusammenhang mit Diskusionen Fragen kommen, brauche ich keine ironischen Antworten. Andererseits würde ich sie dir auch nicht geben
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von serenita » 08.07.2009, 21:52

Also, ich, habe Angst wegen der Situation in Xinjiang. Heute einen Artikel auf Chinesisch gefunden, der aber überall im Netz zu finden ist. Bericht eines ehemaligen Bewohners in Xinjiang, wie er die Problematik sieht.

Die Umsiedlung der Han-Chinesen (Fabriken und Verwaltungen) nach Xinjiang in den 50igern, das (einigermaßen) friedliche Miteinanderleben bis in die 80igern, wann sich die Situation drastisch veränderte, dass Han und Uiguren separate Stadtteile bezogen haben. Und dass die beiden Völkchen in einer und derselben Stadt wohnten und miteinander nichts zu tun hatten. Dabei erwähnte er die allgemeine Behauptung dort, dass die friedmütigen Uiguren erst durch Han-Chinesen bzw. deren umgesetzte Politik (u.a. besondere Gnade Uiguren ggü., was andererseits genauso als diskriminierend verstanden werden darf) allmählich aggressiver und unumgänglich wurden...

Und dass Uiguren diskriminiert werden, möchte ich nicht dran zweifeln, weil ich die Position anderer vergleichbaren Minderheiten kenne. Persönliche Beispiele möchte ich hier nicht aufführen, aber dass man im Allgemeinen in China Minderheiten als rückständig, dumm, ungepflegt und gewalttätig (insbesondere Tibetanter und Uiguren) versteht, das ist eine unumstrittene und zugleich traurige Tatsache.

Sonst, ja, sonst wäre es schwerst vorstellbar, dass eine Schlägerei in diesem Ausmaß ausweitet...Zeichen genug für mich, dass sich der Unmut seit längerem bereits angestaut war. Die Ausschreitung war eine Frage der Zeit...

Die Frage ist nun, wie geht das jetzt weiter??? Ich habe bisher nix drüber lesen können, wie man die Situation bessern will, dass sich die Konflikte entschäft werden.
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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von OlafSt » 08.07.2009, 22:07

laogai hat geschrieben:Dieses Posting hat mich zu einigen Überlegungen angeregt. [...]
Als ich mit meinem Kollegen heute Mittag darüber diskutierte, kam ich auf ähnliche Gedanken. Mir scheint, die Menschen dort sind noch nicht "bereit" für das Internet, das Handy.

Sie sind es nicht gewohnt, Informationen mit Mißtrauen zu betrachten und zu Hinterfragen (so wie wir es hier in Europa üblicherweise tun). Das, was da steht, wird ohne weiteres Bedenken aufgenommen, als wahr erachtet und unter Ausschmückungen weitergegeben. Und unter Ausschmückungen erneut weitergegeben. Und... Und... Und...

Böse Falle, wenn sich solche Fehlinformationen dann wie ein Lauffeuer binnen Minuten landesweit ausbreiten.

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Re: Schwere Unruhen in der Provinz Xinjiang

Beitrag von serenita » 08.07.2009, 22:18

OlafSt hat geschrieben:Sie sind es nicht gewohnt, Informationen mit Mißtrauen zu betrachten und zu Hinterfragen (so wie wir es hier in Europa üblicherweise tun). .
Europa? Wenn wir die DDR auch dazu zählen, wird man noch sein blaues Wunder erleben. Die Ostdeutschen, zumind. diejenigen, die noch die DDR erlebt/überlebt haben, weisen ähnliches Verhalten auf, dass für sie diffenrenzierte Betrachtungsweise völlig fremd ist.
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