Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

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Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von rsync » 06.09.2015, 14:13

Hallo an alle die in China wohnen oder mit Chinesen engen Kontakt haben.
Hallo an Alle die mit China verbunden sind,

Ich muss den Thread
Fluechtlingsdrama in Europa und die chinesische Reaktion
verlassen, da ueber das eigentliche Thema nicht mehr gesprochen wird.

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Wie nehmen eigentlich Chinesen das Drama in Europa auf?
Wie ist die Reaktion der Leute - z.B. auch auf das Bild des kleinen Aylan Kurdi.
Das ist mein Anliegen.
Nicht um Verantwortung des Westens (Sowiso die boeseste Macht der Welt), noch um Einzelschicksale (Opfer von Zahnbehandlungen) oder noch sonst etwas. Bitte nur mal so Erfahrungen mit Chinesen ueber das Thema. Es interressiert mich und wuerde gern auch die Eine oder Andere Argumentation lesen. Weil das Thema gerade so aktuell ist interessiert es mich eben auch ob Chinesen tatsaechlich nur die eigene chinesische Welt betrachten oder auch ueber die chinesische Mauer hinaus schauen. Das ist die spannende Frage. (Keine Provokation !!!)

Also dann bleibt bitte bei China und nicht Amerika, boese Europaeer oder UKIP Videos.

Dank Euch alle.

Bis die Tage

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von earleyalgorithmus » 06.09.2015, 14:30

Gruß Gott, ich bin Chinese. Meine Meinung:

Es gibt keine Flüchtlingsdrama, es gibt Drama der irrsinnigen Gutmenschen. Die regierenden Irren wollen massenhafte Muslimen ungehindert einwandern lassen und zunächst Deutschland deinstabilisieren.

Warum hassen die Gutmenschen (einschließlich Merkel, das linke Geflügel der CDU) eigen Land und eigen Volk so sehr, verstehe ich nicht.

Ich sehe schon wie die Islamisten im zukünftigen Deutsch-IS-Staat den Kölner Dom oder den Neuschwanstein ruinieren.

Ich bin kein Deutsche, trotzdem will ich die deutsche Kultur nicht einfach sterben lassen.

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rsync
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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von rsync » 06.09.2015, 14:42

earleyalgorithmus hat geschrieben:Gruß Gott, ich bin Chinese. Meine Meinung:
.
Hallo earleyalgorithmus,

Also echt vielen Dank dafuer, dass Du geantwortet Hast. In diesem Forum gibt es wohl kaum noch Chinesen.. hmmm. Liegt wohl auch an uns. Aber trotzdem Respekt, dass Du so ehrlich geantwortet hast.

Danke nochmal und bis die Tage.

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von Black Knight 2000 » 06.09.2015, 17:15

Ich finde es auch richtig cool dass du als Chinese hier direkt antwortest. Sehr geile Wortwahl auch ("linkes Geflügel" :D )

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von RoyalTramp » 06.09.2015, 18:26

Aus meinem privaten Umfeld:

Die Familie meiner Frau findet es toll, dass Deutschland versucht, den armen Menschen zu helfen, befürchtet aber gleichzeitig, dass es Deutschland dann nicht mehr lange geben wird.

Meine Frau selbst spricht mit mir nicht über das Thema aus mir unbekannten Gründen. Ich vermute, sie hat eher ein mulmiges Gefühl, angesichts der Tatsache, dass wir ausgerechnet in diesem Flüchtlingschaos nach Deutschland "repatrieren" werden. Wahrscheinlich fürchtet sie schon um den Kindergartenplatz für unsere kleine Tochter, angesichts der vielen Flüchtlingskinder, die ebenfalls Anspruch auf Bildung haben werden.


Aus meinem Unterricht, denn aufgrund der Aktualität lässt sich das Thema im Unterricht nicht ganz vermeiden:

Viele unserer Schüler halten Deutschland für doof, dass es alle Flüchtlinge aufnimmt ohne ganz genau auf die Fluchtgründe zu schauen. Sie fragen sich überwiegend, warum Deutschland das nicht auch so wie die USA, Kanada oder Australien macht und selektiert. Problem: Unsere Schüler sind nicht mit den unterschiedlichen Konzepten "Flüchtling" und "Migranten" vertraut. Für sie ist beides das selbe. Was sie in Bezug auf die USA und Kanada meinen, ist nämlich die geregelte Zuwanderung im Rahmen der green card. Aber die hat nichts mit Flüchtlingen zu tun, die es in den USA aber auch gibt (siehe z.B. Mexiko-US-Grenze). Aber an die denken die chinesischen Schüler wiederum nicht.

Ein kleiner Anteil der Schüler findet dagegen Deutschlands Engagement für bewunderungswürdig, aber darauf angesprochen, dass doch China auch etwas derart bewunderungswürdiges machen könnte, ist die Reaktion bei allen gleich, dass das Problem China nicht tangiere, da das Problem vom "Westen" - allen voran den USA - verursacht worden sei (und im Endeffekt finden dann doch wieder alle D doof, dass es die Probleme, die die USA verursacht haben, freiwillig schultert...) Übrigens: Auch der Konflikt zw. Sunniten und Schiiten spielt bei den chinesischen Schülern kaum eine Rolle. Für sie sind die USA der alleinige Verursacher aller Probleme in der dortigen Region...

Aber der Mehrheit meiner Schüler ist das Problem total egal!
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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von ingo_001 » 06.09.2015, 20:23

Zum Thema:

Meine Schwiegerfamily und unsere Freunde in China sehen das so wie meine Frau und ich.
Also meine Posts lesen.

Im weiteren Bekanntenkreis wird der Ton dann schon um einiges schärfer, was die Wirtschaftsmigranten aus den Balkanstaaten betrifft.
Da ist es dann nur nur noch ein kleiner Schritt zu den z.T. rassistischen Äußerungen, die in dolc zu finden sind.

Das was hier unter "Gutmenschen" zusammengefasst wird, kann man in China mit der Lupe suchen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von kleiner kaiser » 06.09.2015, 20:46

ingo_001 hat geschrieben:Im weiteren Bekanntenkreis wird der Ton dann schon um einiges schärfer, was die Wirtschaftsmigranten aus den Balkanstaaten betrifft.
Da ist es dann nur nur noch ein kleiner Schritt zu den z.T. rassistischen Äußerungen, die in dolc zu finden sind.
Die Einstellungen von Deinem weiteren Bekanntenkreis deckt sich hier in Deutschland ziemlich mit dem meines engeren Bekanntenkreises. Sich dann aber das Foto des toten Jungen am Strand nicht ansehen wollen...
Interessant finde ich, dass einige der Chinesen mit richtig Kohle, die ich hier kenne und die bis vor kurzem noch zur Geldanlage Immobilien in Deutschland kaufen wollten, diese nun ganz woanders suchen (z.B. in Australien), da sie für die Zukunft hier schwarz sehen.

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von Sugoi » 07.09.2015, 02:32

kleiner kaiser hat geschrieben: Interessant finde ich, dass einige der Chinesen mit richtig Kohle, die ich hier kenne und die bis vor kurzem noch zur Geldanlage Immobilien in Deutschland kaufen wollten, diese nun ganz woanders suchen (z.B. in Australien), da sie für die Zukunft hier schwarz sehen.
Klar, Staaten wie Australien und Kanada lassen ja auch nicht "jeden" rein wie Deutschland...

Deutschland hat es nicht geschafft viele Muslime, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten leben richtig zu integrieren. Die leben in einer eigenen Parallelwelt und schei... teilweise auf deutsche Werte und die Verfassung. Und nun holt man sich noch mal Hunderttausende von denen ins Land... :roll:

Zu diesem Thema gibt's einen sehr interessanten, aktuellen Beitrag von ZDF Zoom: Ein Staat - zwei Welten

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von MikeMadeit » 07.09.2015, 05:21

Also ich bin derzeit in China und lese täglich was zu Hause in Deutschland so passiert. Habe auch einige chinesische Freunde und Kollegen nach ihrer Meinung gefragt, doch die wissen in 95% der Fälle nicht mal dass derzeit passiert. Wenn ich dann etwas Licht ins Dunkel gebracht habe kommt meist eine ähnliche Äußerung wie von unserem Offenherzigen chinesischen Forumskollegen weiter oben.

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von RoyalTramp » 07.09.2015, 08:17

*lol* Hatte gerade einen US-amerikanischen Kollegen und seine chinesische Frau zu Besuch. Auf das Thema angesprochen, meint mein Kollege, dass Deutschland es nicht versteht, klar zwischen Migranten und Flüchtlingen zu unterscheiden und sich dadurch Probleme aufhalst, die es unmöglich lösen kann, es sei denn die Sozialkassen werden in Grund und Boden geplündert und man findet zu amerikanischen Verhältnissen, mit Ghettoisierung und social hot spots, wo sich Parallelgesellschaften bilden, zu denen reguläre Polizeikräfte null Zugang haben werden, es sei denn sie bewaffnen sich ähnlich den fast schon paramilitärisch ausgerüsteten US cops.
Er empfiehlt: Einen Grenzzaun ähnlich dem zw. den USA und Mexiko hochzuziehen.

Darauf angesprochen, dass das Chaos in Nahost doch erst durch die permanenten Einmischungen der US zustande gekommen ist, die USA sich aber derzeit fein bedeckt halten, wenn es um die Lösung der Flüchtlingskatastrophe geht, sagt mein Kollege: "1) Fuck Bush!" und "2) hat eure BK doch alle nach Europa eingeladen. Warum sollten die also den weiten Weg über den Atlantik zu uns nehmen?" Mit anderen Worten... er sieht es auch eher als ein deutsches Problem, dass da keine Grenzen gesetzt worden sind, wer willkommen ist und wer nicht.

Ich hatte dann auch auf die Einwanderung von Europäern nach Nordamerika in den letzten 300 Jahren hingewiesen, und zwar auch ohne Regeln und Gesetze, und das so die "world greatest nation" überhaupt erst entstehen konnte. Dazu meinte er: "Wenn ihr am Ende wie die Indianer auch in Minderheitenreservaten landen wollt, und das ganz toll findet, dann macht ruhig einfach weiter wie bisher. Wer wären wir Euch zu sagen, was Ihr tun sollt."

Sorry, für das OFF-topic, denn es handelt sich hierbei um einen US-Bürger und nicht um einen Chinesen. Aber finde ich auch interessant, was er - gebürtig aus Phoenix / Arizona - dazu denkt. Ob seine Meinung repräsentativ für die US-amerikanische Position ist, vermag ich hierbei nicht zu sagen, da ich sonst keine US-Amerikaner kenne, aber seine chinesische Frau hat mir versichert, dass in deren Arbeits- und Bekanntenkreis die meisten US-Angehörigen ähnlich denken.
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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von Obiwan2 » 07.09.2015, 08:31

RoyalTramp hat geschrieben:man findet zu amerikanischen Verhältnissen, mit Ghettoisierung und social hot spots, wo sich Parallelgesellschaften bilden, zu denen reguläre Polizeikräfte null Zugang haben werden, es sei denn sie bewaffnen sich ähnlich den fast schon paramilitärisch ausgerüsteten US cops.
In den USA ist die Gettoisierung seit Jahren auf dem Rückzug, die Mordrate ist seit den 80ern in den Städten dramatisch gefallen (teilweise nur noch 1/5). Der Grund hierfür ist vor allem in der Befristung der Sozialhilfe zu sehen. Auf einmal musste man arbeiten gehen und konnte nicht mehr den ganzen Tag vor dem Haus rum hängen.
Darauf angesprochen, dass das Chaos in Nahost doch erst durch die permanenten Einmischungen der US zustande gekommen ist, die USA sich aber derzeit fein bedeckt halten, wenn es um die Lösung der Flüchtlingskatastrophe geht
Das Chaos in Nahost ist schon sei dem Ende des osmanischen Reichs da. Es ist ein Religionskonflikt den vor allem die Muslime unter sich ausmachen. Ein paar Jahre ging es gegen Israel (bis man gemerkt hat dass man da keine Chance hat) und jetzt eben gegen sich selbst.

Wer sich schone bedeckt hält und überhaupt gar keine Flüchtlingsfrei aufnimmt sind die arabischen Staaten.
Ich hatte dann auch auf die Einwanderung von Europäern nach Nordamerika in den letzten 300 Jahren hingewiesen, und zwar auch ohne Regeln und Gesetze, und das so die "world greatest nation" überhaupt erst entstehen konnte. Dazu meinte er: "Wenn ihr am Ende wie die Indianer auch in Minderheitenreservaten landen wollt, und das ganz toll findet, dann macht ruhig einfach weiter wie bisher. Wer wären wir Euch zu sagen, was Ihr tun sollt."
Die Indianer sind deswegen in den Reservaten gelandet, weil ihr technischer Stand um Jahrtausende hinter dem Europas lag. Da war man wirtschaftlich und militärisch sehr schnell chancenlos. Das Unterscheidet die Migraten von den Deutschen Ureinwohnern doch deutlich. Mit einer gescheiten Polizei wird man auch mit den arabischen Clans fertig.

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von Obiwan2 » 07.09.2015, 08:36

kleiner kaiser hat geschrieben: Interessant finde ich, dass einige der Chinesen mit richtig Kohle, die ich hier kenne und die bis vor kurzem noch zur Geldanlage Immobilien in Deutschland kaufen wollten, diese nun ganz woanders suchen (z.B. in Australien), da sie für die Zukunft hier schwarz sehen.
Die chinesischen Immobilieninvestitionen gehen kaum zurück in Deutschland. Zumal Australien ja gerade eine riesige Wirtschaftskrise bevorsteht wegen niedriger Rohstoffpreise (und etwas anderes gibt es ja nicht in Down Under).

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von RoyalTramp » 07.09.2015, 09:04

@ Obiwan2

Mein Kollege ist schon weg. Von daher ist Folgendes meine Meinung:

1. Stimmt. So schlimm wie Ende der 70er und Anfang der 80er in den US-Großstädten ist es schon längst nicht mehr. Aber die Situation in den US-Großstädten ist immer noch weit davon entfernt, "entspannt" genannt zu werden. Ich denke dabei nicht an New York und die Bronx, die eh schon ein Opfer der Gentryfizierung ist (vorsicht: meine subjektive Wahrnehmung), sondern eher an Städte wie Detroit, Chicago, Minneapolis etc.

2. Der Konflikt zw. Sunniten und Schiiten ist noch älter als das osmanische Reich. Insofern braucht es da unten nicht unsere Einmischung. Die gehen sich da unten auch ganz alleine gegenseitig recht erfolgreich an die Gurgel. Aber es ist nunmal unbestritten, dass die vor allem US-amerikanischen Einmischungen verstärkt dazu beigetragen haben, die gesamte Region völlig zu destabilisieren, auch wenn die US-amerikanische Einmischung nicht ausschließlich der Grund für den Wahnsinn da unten ist, sondern ein Religionskonflikt.

3. Ja, die arabische Welt. Allen voran das Arabien der Sauds. Ich kann schon verstehen, dass die Mehrheit der arabischen Länder weder willens noch in der Lage sind, so vielen Flüchtlingen Schutz zu gewähren. Hat man doch gerade erst die Wirren der Revolutionen der letzten Jahre hinter sich gebracht und in Afghanistan und Teilen der Sahel-Zone herrscht außerdem seit Jahren permanenter Kriegszustand. Aber warum sich Saudi Arabien so unglaublich zurückhält, ist schlicht abstoßend zu nennen. Ausgerechnet der Nabel der muslimischen Welt lässt ALLE Glaubensbrüder unterschiedslos völlig im Stich! Wäre ich Muslim, hätten bei mir die Sauds als die Bewahrer der heiligen Stätte komplett ausgeschissen! Aber soweit denken wohl nur wenige...

4. Klar. Die Antwort meines Kollegen war auch arg überspitzt formuliert gewesen. Ich glaube nicht, dass er wirklich die Gefahr sieht, dass wir uns eines Tages in Reservaten wiederfinden werden. Aber ich verstehe, was hinter seinen Worten steckt, nämlich der dauerhafte Abschied von unserer Art und Weise des bisherigen Zusammenlebens, genauso wie die Indianer sich von ihrer Art des Lebens völlig verabschieden mussten. Ob uns aber die neue Art des Zusammenlebens gefallen wird, steht dabei in den Sternen.
Ich gestehe für mich, dass ich unsere bisherige Lebensweise in Deutschland als sehr positiv empfand, und ich nicht glaube, dass es besser werden wird, weil ich 30 Jahre Ruhrgebiet in und auswendig kenne, um zu bescheiden, dass Multi-Kulti in diesem Ausmaße nicht funktioniert, sondern nur in sehr begrenztem Maße. Ich möchte daher diese unsere Lebensweise eher ungern einfach so für immer fahren lassen.
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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von gzs » 07.09.2015, 12:19

Ein chinesischer Bekannter meinte sinngemäß, dass wir Deutschen unsere Kultur doch einfach wieder richtig leben müssten - die Immigranten würden sich dann schon anpassen (müssen). Fand ich gar nicht so schlecht, das Argument. Das löst zwar nicht das Problem der Zuwanderung, aber wenn wir Deutschen weiter unsere eigene Kultur verleugnen weil wir Rücksicht auf jeden nehmen der kommt, dann können sich die Zuwanderer ja gar nicht integrieren - gibt ja dann nichts mehr worin man sich integrieren könnte.

So ähnlich habe ich das übrigens auch in Gesprächen mit Türkischen Bekannten gehört, auch dort versteht man gar nicht, wieso z.B. der christliche Glaube in den Schulen verleugnet werden muss.

Ich glaube das Problem sind gar nicht die vielen Menschen die gerade kommen, sondern der lange gepflegte Minderwertigkeitskomplex von uns Deutschen. Man darf keine nationalen Interessen mehr haben, darf sein Brauchtum nicht leben und seinen Glauben erst recht nicht mehr, dazu kommt ein ausgeprägtes Helfersyndrom ... was erwarten wir denn dann?

Die Aussage (hab ich hier schon mehrfach gelesen), die Chinesen seien der größte Feind der Chinesen trifft auf die Deutschen genauso zu. Bisserl mehr Selbstbewusstsein, bisserl mehr eigene Kultur und vor allem VIEL mehr Zusammenhalt untereinander täten uns schon gut.
Gerhard

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Re: Fluechtlinge in Europa - Reaktion in China - Versuch 2

Beitrag von RoyalTramp » 07.09.2015, 17:54

@ gzs

Eh...nein...das Zitat trifft ganz und gar nicht auch auf Deutschland zu, denn mit dem Spruch "Chinesen sind sich selbst die größten Feinde" bezieht man sich auf alle größeren Unruhen mit Beginn des 19. Jhr. und wie viele Chinesen dabei durch Chinesen massakriert wurden, wie z.B. beim Tianping-Aufstand, dem Boxeraufstand, dem Niedergang der Qingdynastie, dem Bürgerkrieg KPCh gegen GMD, der "Sprung nach Vorn", die "100-Blumen-Bewegung" und last but not least auch die Kulturrevolution sowie das Tian'anmen-Massaker... von den ganzen kleinen Scharmützeln ganz zu schweigen...

Das sind mal locker 200 Mio. und mehr Chinesen durch Chinesen umgekommen.3 Mal Deutschland futsch in nur 200 Jahren. Und das ganz alleine ohne die Hilfe von Außen. Chinesen unter sich! Ich bin vor allem auch deshalb ein großer Gegner einer Demokratisierung Chinas. Denn unter der aktuellen (!) KPCh-Diktatur gehen sich die Chinesen wenigstens nicht mehr gegenseitig an die Gurgeln.
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