Die Zukunft der China-Blogger

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 19:54

Keine Ahnung warum man denn außerhalb der Szene gar nicht zur Kenntnis nimmt, dass z.B. Spiegelfechter was die Reichweite angeht fast schon mit der FAZ mithalten kann und Fefes Blog so gut wie jede Seite abschießt, die da verlinkt ist, so hoch sind seine Leser-Zahlen.
Wenn du den Mainstream triffst und es schaffst, den Menschen zu suggerieren du würdest sie zum denken bringen ohne sie wirklich dazu zu bringen, kann das funktionieren. Die meisten guten Blogs gehen aber irgendwann unter, weil ihre Leserschaft einfach zu klein ist.
und 200$ Monatlich für SEO um Konkurrenzfähig zu sein.
Wenn du für "saure Gurken aus Hintertupfing" ranken willst, reicht das :) Um einen Reise- oder Politikblog zu vermarkten, kannst du noch zwei Nullen dranhängen. Die Zeit in der man "nur" gute Inhalte schaffen und ein paar Links sammeln musste sind lange vorbei.
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Richi_Will » 23.03.2013, 19:56

Sarilas hat geschrieben: 200$ Monatlich für SEO um Konkurrenzfähig zu sein.
Ist mir soweit alles bekannt. Aber, meinst du wirklich, dass SEO so viel bringt? Standard-SEO-Packs gibt es ja auch schon umsonst. Der Traffic kommt meines Wissens bei vielen Seiten zu etwa 30 Prozent durch Suchmaschinen. Kann man mit Profi-SEO wirklich so viel herausholen? Wie kommst Du denn darauf? Damit sich 200$ lohnen, müsste man aber ganz schön viel Adsense platzieren...

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Richi_Will » 23.03.2013, 20:01

gzs hat geschrieben:Wenn du für "saure Gurken aus Hintertupfing" ranken willst, reicht das :) Um einen Reise- oder Politikblog zu vermarkten, kannst du noch zwei Nullen dranhängen. Die Zeit in der man "nur" gute Inhalte schaffen und ein paar Links sammeln musste sind lange vorbei.
Echt? Vielleicht ist das genau das Problem von Blogprojekten. Die nutzen die Vernetzung noch nicht genug und verursachen unnötige Kosten. Wie eben schon geschrieben, bin ich mir ziemlich sicher, dass heute gar nicht mehr so viel über Suchmaschinen kommt, evtl. 30 Prozent, das meiste davon bounced ohnehin. Ich habe z.B. keinen einzigen der Blogs, die ich täglich besuche durch Google entdeckt.

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 20:06

Die nutzen die Vernetzung noch nicht genug und verursachen unnötige Kosten.
Das mag stimmen, die Vernetzung ist in anderen Ländern deutlich stärker ausgeprägt. In D gibt es einen ausgeprägten Linkgeiz :) was natürlich gut ist für alle die Links verkaufen ...
Wie eben schon geschrieben, bin ich mir ziemlich sicher, dass heute gar nicht mehr so viel über Suchmaschinen kommt, evtl. 30 Prozent, das meiste davon bounced ohnehin.
Kommt auf das Thema an und auf die Zielgruppe. Ich betreibe zwar keine Blogs mehr, aber einige Webseiten und da sind einige dabei, die 100% über Google laufen und andere wieder deutlich weniger.
Standard-SEO-Packs gibt es ja auch schon umsonst.
Was ist denn ein Standard-SEO-Pack? SEO ist ein kontinuierlicher Prozess, ob du es nun selber machst oder machen lässt.
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Sarilas » 23.03.2013, 20:09

gzs hat geschrieben:
und 200$ Monatlich für SEO um Konkurrenzfähig zu sein.
Wenn du für "saure Gurken aus Hintertupfing" ranken willst, reicht das :) Um einen Reise- oder Politikblog zu vermarkten, kannst du noch zwei Nullen dranhängen. Die Zeit in der man "nur" gute Inhalte schaffen und ein paar Links sammeln musste sind lange vorbei.
Bei einen meiner letzten Projekte reichten 200$ am Anfang um die Seite bei Google auf die erste Seite zu bekommen. Um diese aber auf den ersten 2 Plätzen zu halten sind in den 2 Jahren schon über 70.000 Euro rein geflossen. Dafür sind aber auch 80 Keywords in den top 10. Die Konkurrenz ist extrem groß, der Markt sehr dynamisch und sehr umworben. Wenn es um Reise geht, kannst es schon fast vergessen, die ganzen SEO Bots von Reiseseiten verpesten das Internet.
Aber er möchte nur China, dafür muss er nur mal durch die Trends gehen, Keywords setzen, SEO buchen und dann den Content füllen.
Die sollen ja was zum lesen bekommen.

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Sarilas » 23.03.2013, 20:14

Richi_Will hat geschrieben:Ist mir soweit alles bekannt. Aber, meinst du wirklich, dass SEO so viel bringt?
SEO ist neben einem der eigenen Präsenz in Netzwerken das wichtigste überhaupt und SEO hört nie auf, das ist eine Aufgabe die immer besteht. Wie sollen die Leute sonst deinen Blog finden wenn nicht über Suchmaschinen? Möchtest du jeden deiner Beiträge über China hier im Forum verlinken? Das wird nicht gut ausgehen : )

Wir sind aber mal wieder ziemlich OT. Du kannst aus Spaß bloggen oder hier eben Beiträge schreiben, wirklichen Gewinn wirst du ohne Einsatz eh nicht machen können. Verluste aber auch nicht, außer deine eigene Freude am Internet, die wirst du verlieren =D

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 20:15

dafür muss er nur mal durch die Trends gehen, Keywords setzen, SEO buchen und dann den Content füllen.
Genau das ist die Vorgehensweise bei der meistens ein riesen Haufen Müll produziert wird. Da wird alles super durchgeplant und am Ende ein Texter engagiert, der für 1 Cent pro Wort irgendeinen Unsinn verbreitet. Das funktioniert als Geschäftsmodell gar nicht mal schlecht, aber ein echter Blogger geht eben genau andersherum vor. Er schafft nicht "Content" sondern gute Inhalte und wenn dann noch Zeit bleibt, denkt er vielleicht über Keywords und SEO nach. Und dann steht er irgendwann vor der Entscheidung entweder ohne Geld weiterzumachen oder das Niveau zu senken ...

Natürlich gibts auch andere Beispiele, sind durchaus nicht alle kommerziell erfolgreichen Seiten Mist.
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Hendrik » 23.03.2013, 20:44

Ich verstehe die Diskussion hier nicht. Klar gibt es Blogger, die ehrenamtlich bloggen (können), aber andere wollen (oder müssen) damit ihr Geld verdienen. Klar wird da gemacht was Geld bringt, was die Kunden wollen. Und wenn den Kunden eine gute Story wichtiger als korrekte Fakten sind, dann wird das serviert. Ist ja auch in so ziemlich allen anderen Industrien normal so. Oder war schon jemannd mal im Baumarkt und der Verkäufer hat gesagt: "Kaufen sie dieses Produkt bei der Konkurenz, denn dort bekommen sie bessere Qualität für den gleichen Preis." Mir ist das noch nicht passiert.
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 20:52

Hab ich ja weiter oben auch schon geschrieben. Das Ganze ist ein gesellschaftliches oder gar menschliches Problem. Wen interessiert schon die Wahrheit, wenn es auch eine gute Story gibt :)
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Richi_Will » 23.03.2013, 20:53

Sarilas hat geschrieben:Wir sind aber mal wieder ziemlich OT. Du kannst aus Spaß bloggen oder hier eben Beiträge schreiben, wirklichen Gewinn wirst du ohne Einsatz eh nicht machen können. Verluste aber auch nicht, außer deine eigene Freude am Internet, die wirst du verlieren =D
Klingt ja teils nach vernünftigen Ansichten. Aber sagen wir mal, es geht auch anders. Rein theoretisch: Wenn man 100.000 Visits monatlich (bei Google Analytics nicht in der schmeichelhaften Provider-Statistik), wieviel wäre da denn mit einer anständigen Vermarkung an Werbeeinnahmen herauszuholen?

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Richi_Will » 23.03.2013, 21:12

gzs hat geschrieben: Und dann steht er irgendwann vor der Entscheidung entweder ohne Geld weiterzumachen oder das Niveau zu senken.
Und genau das ist eine in der Bloggerszene durchgängig beobachtbare Verachtung des Lesers, die in die Isolationshaft führt. Ich denke, man muss da eher wie ein anständiger Verleger denken. Kein Verlag kann sich heute nur Avantgarde leisten, da muss auch viel für den Massengeschmack dabei sein. Aber das heißt ja nicht, dass man nur noch Groschenromane und Schmuddelhefte verkaufen muss.

Ich rede ja auch gar nicht vom heutigen deutschen Internet, sondern davon, was möglich ist, wenn sich die Digitalisierung in Deutschland zumindest einmal auf dem heutigen US-Amerikanischen Niveau befindet, also in etwa 5 Jahren. Ob hierzulande irgendwann einmal eine so quirlige Netzöffentlichkeit wie in der V.R. China entsteht, das weiß ich nicht, aber bis jetzt haben wir den Amis mit etwa 5 Jahren Verspätung noch immer alles nachgemacht.

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 21:14

Rein theoretisch: Wenn man 100.000 Visits monatlich (bei Google Analytics nicht in der schmeichelhaften Provider-Statistik), wieviel wäre da denn mit einer anständigen Vermarkung an Werbeeinnahmen herauszuholen?
In welchem Themenfeld, mit welcher Zielgruppe und mit welcher Art von Werbung?

Mit einem Politblog rund um China vermutlich wenig bis gar nichts. Mit genug Mainstream und ohne jegliche Skrupel mehrere tausend Euro monatlich. Kommt halt immer drauf an ...
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Richi_Will » 23.03.2013, 21:21

gzs hat geschrieben: Mit einem Politblog rund um China vermutlich wenig bis gar nichts. Mit genug Mainstream und ohne jegliche Skrupel mehrere tausend Euro monatlich. Kommt halt immer drauf an ...
Und wer macht so was? Gibt es Komplett-Vermarkter, die solche Sachen (SEO, Werbepartner usw.) übernehmen? Erfahrungen?

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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von Hendrik » 23.03.2013, 21:26

Richi_Will hat geschrieben:Klingt ja teils nach vernünftigen Ansichten. Aber sagen wir mal, es geht auch anders. Rein theoretisch: Wenn man 100.000 Visits monatlich (bei Google Analytics nicht in der schmeichelhaften Provider-Statistik), wieviel wäre da denn mit einer anständigen Vermarkung an Werbeeinnahmen herauszuholen?
Die Zahl der Visits ist leider nicht die einzige Kenngröße. Wie Du selber schon feststellst, ist eine anständige Vermarktung wichtig und die ist je nach Themengebiet leicht oder schwer. Wenn Du auf einem Blog über Rasenmäher bist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du bald kaufen möchtest und Dich gerade informierst. Es wird hier sicher zahlungsbereite Werbekunden geben.
Wenn Du einen politischen Blog über China schreibst, werden Deine Leser kaum Interesse an Werbeanzeigen haben.

Ich habe selber mal einen Chinablog betrieben während meiner Studienzeit. Es war eine Mischung aus ich-möchte-einfach-mal-was-schreiben und ein-paar-extra-Euros-wären-ganz-gut-neben-dem-Bafög. Die Einnahmen lagen am Ende etwa auf der Höhe der Serverkosten. Zumindest ein paar einfache SEO Grundkenntnisse konnte ich so lernen, aber ob ich die jemals beruflich brauche?

Den Markt für einen Blog mit tiefgründigen Artikeln über China kann ich nicht erkennen.
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Re: Die Zukunft der China-Blogger

Beitrag von gzs » 23.03.2013, 21:37

Und wer macht so was? Gibt es Komplett-Vermarkter, die solche Sachen (SEO, Werbepartner usw.) übernehmen? Erfahrungen?
Wenns so leicht wäre ... :)

Es gibt natürlich Agenturen, die Komplettpakete anbieten können, aber dann bleibt dir am Ende nichts mehr. Du wirst die Fäden schon selbst in die Hand nehmen müssen und vor allem einiges ausprobieren, bis du die richtige Kombination findest.

Es gibt kein Patentrezept für großen Reichtum im Web. Der eine machts mit Partnerprogrammen, der nächste mit Bannerwerbung zum TKP, wieder andere durch Produktreviews oder ganz andere Möglichkeiten. Da darf man dann auch gerne Erfinderisch werden.

Ich betreibe ein halbes Dutzend Webseiten und keine gleicht in der Vermarktung der anderen.
außer deine eigene Freude am Internet, die wirst du verlieren =D
DIESEN Satz solltest du dir gut merken, wenn du es versuchen willst. Da steckt vermutlich die einzige absolute Wahrheit des ganzen Threads drin!
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