Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

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mario.s
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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von mario.s » 12.03.2013, 14:52

Und wo wir schon bei einseitiger Berichterstattung und China-Bashing sind, ein schönes Beispiel lieferte gestern auch die Welt in einem Artikel zur Papst-Wahl:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/d ... Papst.html

(Zur Kategorie "interessante Artikel" hat dieser Mist es nach meinem persönlichen Empfinden nicht geschafft. In Print-Form würde es vielleicht noch als Behelfsmittel am Donnerbalken dienlich sein... :roll: )
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canni
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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von canni » 12.03.2013, 14:54

und in den Pausen, wenn das corn alle ist... machts halt popp.
bed.gif
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von alanos » 12.03.2013, 15:10

So oft wie hier schon die Worte China, Vietnam, 9/11, Afghanistan, Irak, Geheimdienst und Taliban gefallen sind, wird dieses Forum wohl die kommenden Tage sowieso noch schärfer von den US-Geheimdiensten gescreent werden.
Der war gut :lol: :lol: :lol:
Zwei "hard facts", die dir wohl entgangen sind:

a) Es gibt alle 5 Jahre freie und geheime Wahlen zum EU Parlament
b) Der Rat der EU besteht aus gewählten Staatsoberhäuptern
Zwei "hard facts", die dir wohl entgangen sind:

a) Das Parlament ist ein impotenter Spaßverein, die (Polit?)Kommisare haben viel mehr Macht. (Ich liebe den Namen dieses Amts einfach, ich muss dabei immer an die UdSSR denken :lol: )
b) Deutschland ist ein souveräner Staat. Das steht so in der Verfassung. EU-Recht überschreibt Deutschland-Recht, das nimmt Deutschland seine Souveränität.

Und außerdem wurden wir doch nie so richtig gefragt, ob wir in die EU wollen. Das war ein schleichender Prozess, der über die letzten Jahre von statten ging. Während ich die EWG durchaus sinnvoll fand, ist ein Superstaat, mit eigenem Parlament, eigenen Ministern und eigenem Oberhaupt, sowie einer im Aufbau befindlichen gemeinsamen Armee und Geheimpolizei nichts, was ich mit guten Gewissen gutheißen kann, tut mir Leid.

Wer profitiert denn von der EU? Der einfache Bürger oder Politiker und Wirtschaftsgrößen?
Chinese war tactics: attack in small groups of 2-3 millions.

                                                           Scientia potentia est.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von canni » 12.03.2013, 15:49

... jungs... relaxed mal.. hört Euch meine Liebeserklärung an alle chinesinnen an....
There's a china in me.. muss ich mehr sagen, was ich von China halte?

also schön hören und poppen.. und dann weiter diskutieren... wir sind amused....
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Sarilas » 12.03.2013, 16:24

mario.s hat geschrieben:Und wo wir schon bei einseitiger Berichterstattung und China-Bashing sind, ein schönes Beispiel lieferte gestern auch die Welt in einem Artikel zur Papst-Wahl:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/d ... Papst.html
http://www.welt.de/services/article7893 ... essum.html
Axel Springer Verlag (Axel Springer AG)
Niveau der Bildzeitung.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von dakine » 12.03.2013, 16:33

alanos hat geschrieben:
a) Das Parlament ist ein impotenter Spaßverein, die (Polit?)Kommisare haben viel mehr Macht. (Ich liebe den Namen dieses Amts einfach, ich muss dabei immer an die UdSSR denken :lol: )
b) Deutschland ist ein souveräner Staat. Das steht so in der Verfassung. EU-Recht überschreibt Deutschland-Recht, das nimmt Deutschland seine Souveränität.

Und außerdem wurden wir doch nie so richtig gefragt, ob wir in die EU wollen. Das war ein schleichender Prozess, der über die letzten Jahre von statten ging. Während ich die EWG durchaus sinnvoll fand, ist ein Superstaat, mit eigenem Parlament, eigenen Ministern und eigenem Oberhaupt, sowie einer im Aufbau befindlichen gemeinsamen Armee und Geheimpolizei nichts, was ich mit guten Gewissen gutheißen kann, tut mir Leid.

Wer profitiert denn von der EU? Der einfache Bürger oder Politiker und Wirtschaftsgrößen?
Was die Kommissare entscheiden, muss auch vom Rat beschlossen werden. Der besteht (ähnlich dem Bundesrat) aus Vertretern der nationalen Regierungen. Das Parlament hat durchaus einiges an Mitspracherecht, allerdings deutlich zu wenig für mein Verständnis.

EU-Recht "überschreibt" deutsches Recht nicht einfach mal so. Wenn überhaupt können "Verordnungen" erlassen werden. Allerdings auch nur zu EU Angelegenheiten wie Binnenmarkt, Normierungen, usw. Außerdem müssen Verordnungen in einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren beschlossen werden (Zustimmung Parlament und Rat). Die meisten Verordnungen machen absolut Sinn und helfen zB. einheitliche Qualitätsstandards für Lebensmittel im Binnenmarkt zu gewährleisten.
Viel schlimmer ist, dass mittlerweile der Rat (also nationale Exekutiven) anfängt, sich Gesetzgebungskompetenz zu krallen (siehe ERM). Das hat mit der EU aber null zu tun, sondern ist mangelndem Demokratieverständnis der nationalen Regierungen geschuldet.

Deutschland zahlt jährlich netto ca. 10Mrd. Euro an die EU (ca. 110€/Bundesbürger). Davon kann man in Stuttgart nur knapp einen Bahnhof bauen ;-)
Der wirtschaftliche Gewinn für unser Land ist viel größer. Jedes größere deutsche Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen ins Ausland wird das bestätigen können.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Bernhard » 12.03.2013, 18:36

mario.s hat geschrieben:Und wo wir schon bei einseitiger Berichterstattung und China-Bashing sind, ein schönes Beispiel lieferte gestern auch die Welt in einem Artikel zur Papst-Wahl:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/d ... Papst.html

(Zur Kategorie "interessante Artikel" hat dieser Mist es nach meinem persönlichen Empfinden nicht geschafft. In Print-Form würde es vielleicht noch als Behelfsmittel am Donnerbalken dienlich sein... :roll: )
sorry, aber warum so verbissen? Du bist doch sonst nicht so bierernst.

Dieser Artikel ist eine Parodie bzw. Satire, oder zumindest mit viel Augenzwinkern geschrieben. Ich fand ihn alles in allem gut, wenn auch an manchen Stellen ein bisschen zu plump.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Bernhard » 12.03.2013, 19:17

beowulf hat geschrieben: Cialdini schreibt in seiner "Psychologie des Überzeugens" darüber wie die katastrophale Fehlentscheidung bei der Schweinebucht zustande gekommen ist. Übrigens verstehst du mich anscheinend falsch, es geht nicht darum "positiv" gegenüber zu stehen, sondern wie Goethe sagt "Liebe" oder "Leidenschaft" zu haben. Liebe (nicht verliebt sein, oder etwas aus der Ferne anhimmeln) und Leidenschaft impliziert nämlich eine tiefgehende Beschäftigung und Kenntnis. Wer etwas liebt oder Leidenschaft dafür aufbringt, setzt sich damit intensiv und lange Auseinander. Es wird ein Teil seiner Existenz.
ich will das Thema jetzt nicht so tot reden, mein Beispiel mit den Geheimdiensten war auch teilweise ein Scherz. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass ich Fakten über Länder wissen und darüber eine Meinung haben kann, auch wenn mir das Land nicht emotional nahe ist. "Fakten" ist ja immer das, womit chinesische "Patrioten" immer hausieren gehen.

beowulf hat geschrieben: Ich nehme "tiefgehende" Kritik an meiner Person gerne von Leuten an, von denen ich weiß, dass sie mich mögen. Auch weil diese Leute mich kennen und ich weiß, dass sie mir nicht schaden wollen. Diese Leute verstehen auch mein Verhalten/Entscheidungen besser, und auch wenn Sie nicht zustimmen (sic!) und daher kritisieren, verstehen sie (sic!) warum ich so handle.

Leute die mich nicht mögen/ und auch nicht kennen, kritisieren eigentlich nie. Die Urteilen meistens oder attackieren.
was jetzt der Untershied zwischen Urteilen und Kritisieren ist, weiß ich nicht. Um etwas kritisieren zu können, muss man sich ein Urteil bilden.
Ansonsten gebe ich dir zum Teil recht, allerdings möchte ich doch feststellen: Nicht jeder, der an China nicht interessiert ist oder westliche Verhältnisse in China wünscht, würde die Chinesen am liebsten als Sklaven halten oder das Land ausbeuten (was von chinesischen Chauvinisten oder hiesigen Selbsthassern oft untestellt wird).

beowulf hat geschrieben: Andere Menschen hingegen zieht es in die USA. Ist auch gut, dass wir nicht alle gleich sind. Und wenn ich hier Infos will, such ich dies bei diesen Menschen und nicht bei den Taliban ;-)
ich würde beide Seiten anhören. Natürlich nicht solche Taliban, die noch nie in den USA waren und nur ein Zerrbild im Kopf haben. Aber solchen, die die USA gut kennen und sich aus dieser Kenntnis heraus den Taliban angeschlossen haben, würde ich zuhören. Nicht zustimmen, schon gar nicht unterstützen, aber zuhören.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Richi_Will » 12.03.2013, 20:09

Zitat aus diesem Text: "Es ist ein ideologisch verwüsteter Planet, auf dem der Markt die absolute Herrschaft an sich gerissen hat. Sklaverei ist weit verbreitet, mit akutem Frauenmangel als mörderische Konsequenz von Pekings Ein-Kind-Politik.....usw"

Das geht dann noch eine ganze Weile so weiter. Ist das Satire? Oder ist dieser Paul Badde ein geistiger Amokläufer? Schwer zu sagen bei der Welt.
mario.s hat geschrieben:Und wo wir schon bei einseitiger Berichterstattung und China-Bashing sind, ein schönes Beispiel lieferte gestern auch die Welt in einem Artikel zur Papst-Wahl:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/d ... Papst.html

(Zur Kategorie "interessante Artikel" hat dieser Mist es nach meinem persönlichen Empfinden nicht geschafft. In Print-Form würde es vielleicht noch als Behelfsmittel am Donnerbalken dienlich sein... :roll: )

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Bernhard » 12.03.2013, 20:39

Ich weiß nicht, was ich von dem Text halten soll. Er ist schwer einzuordnen. Ich habe ihn als Satire gelesen. Oder zumindest als ein Text mit vielen "Augenzwinkern".

Ich meine... ganz falsch ist die Einschätzung ja nicht: Die KP hat erst alle anderen Lehren (religiös oder sekulär) vernichtet und die eigene mit Terror installiert. Danach ist diese einzige sinngebende und normative Ideologie selbst weggebrochen. Folglich kann man von "ideologischer Verwüstung" sprechen. Und wer einmal in China war, weiß, wie sehr das Streben nach Geld, Besitz, Status(symbolen) das Denken und Handeln der Menschen bestimmt. Und wie sehr die Arbeitnehmer von der wirtschaftlichen Lage abhängig sind (hire&fire-Praxis). Der Markt herrscht vielleicht nicht "absolut", aber zu einem großen Teil.
"Sklaverei" im Sinne von einem Herrn mit vielen gekauften Arbeitskräften existiert natürlich nicht. Aber viele Menschen sind eben nicht frei, sondern gefangen in auferlegten oder selbst gewählten Zwängen. Und die "mörderische Konsequenz" des Frauenmangels.... natürlich nicht "mörderisch" in dem Sinne, dass Leute ermordet werden. Aber in dem Sinne, dass Männer keine Frau finden und dann ihre Familie zum Aussterben verurteilt ist (eine schlimme Sache in der chinesischen Kultur).

Wie gesagt, wenn das wörtlich zu nehmender Tatsachenbericht gemeint ist, ist es natürlich völliger Schwachsinn. Aber als pointierte Satire oder auch als Parodie der westlichen Berichterstattung könnte ich es durchaus durchgehen lassen.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von ingo_001 » 12.03.2013, 21:21

Bernhard hat geschrieben:Ich weiß nicht, was ich von dem Text halten soll. Er ist schwer einzuordnen. Ich habe ihn als Satire gelesen. Oder zumindest als ein Text mit vielen "Augenzwinkern".

Wie gesagt, wenn das wörtlich zu nehmender Tatsachenbericht gemeint ist, ist es natürlich völliger Schwachsinn. Aber als pointierte Satire oder auch als Parodie der westlichen Berichterstattung könnte ich es durchaus durchgehen lassen.
Ich bin kein Abonnent der "Welt", habe aber trotzdem über die Jahre schon eine Vielzahl von deren Artikeln gelesen - auch Satirische.
Die waren aber eindeutiger als Solche zu erkennen.

Ich habe den Verdacht, dass es leider keine Satire oder Parodie ist, jedenfalls gehe ich jede Wette ein, dass es ein grossteil nicht als Solche sieht, sondern für echt hält - gerade weil die Meisten eben dieses Chinabild (mangels besseren Wissens) für bare Münze nehmen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von beowulf » 13.03.2013, 01:48

ch meine... ganz falsch ist die Einschätzung ja nicht: Die KP hat erst alle anderen Lehren (religiös oder sekulär) vernichtet und die eigene mit Terror installiert. Danach ist diese einzige sinngebende und normative Ideologie selbst weggebrochen. Folglich kann man von "ideologischer Verwüstung" sprechen. Und wer einmal in China war, weiß, wie sehr das Streben nach Geld, Besitz, Status(symbolen) das Denken und Handeln der Menschen bestimmt. Und wie sehr die Arbeitnehmer von der wirtschaftlichen Lage abhängig sind (hire&fire-Praxis). Der Markt herrscht vielleicht nicht "absolut", aber zu einem großen Teil.
Das ist genauso eine Ideologie - Kapitalismus. Eine Ideologie die der Westen jahrzehntelang - auch mit Gewalt - versucht hat zu exportieren. Viele Chinesen kritisieren diese Ideologie massiv, besonders da sie sich mit den früheren Ideologien massiv wiederspricht. Daher auch starke gesellschaftliche Spannungen. In den USA hingegen ist sie die anerkannte Ideologie und wird nicht hinterfragt. Obwohl es seit der Bankenkrise schon leicht kritische Regungen gegen diese gibt.

"Sklaverei" im Sinne von einem Herrn mit vielen gekauften Arbeitskräften existiert natürlich nicht. Aber viele Menschen sind eben nicht frei, sondern gefangen in auferlegten oder selbst gewählten Zwängen.
Was sich jetzt inwiefern von jeder anderen Kultur in der Welt und Menschheitsgeschichte unterscheidet? Was du beschreibst nennt man "Werte und Normen". Die jeder Mensch durch "Sozialisierung" vom Säuglingsalter weg, durchläuft und ihn prägen.

Und die "mörderische Konsequenz" des Frauenmangels.... natürlich nicht "mörderisch" in dem Sinne, dass Leute ermordet werden. Aber in dem Sinne, dass Männer keine Frau finden und dann ihre Familie zum Aussterben verurteilt ist (eine schlimme Sache in der chinesischen Kultur).
Eine Familie in China besteht nicht aus Papa, Mutti, Kind. Eine Familie in China ist immer eine Großfamilie. Wenn jetzt ein Kind z.B. schwul ist und keine Kinder zeugt, ist die Familie trotzdem nicht vom aussterben bedroht. Das Männer keine Frau finden ist zwar schlimm, aber auch in Deutschland eine Problematik. Sind das auch "mörderische Konsequenzen" der Emanzipation?

Wie gesagt, wenn das wörtlich zu nehmender Tatsachenbericht gemeint ist, ist es natürlich völliger Schwachsinn. Aber als pointierte Satire oder auch als Parodie der westlichen Berichterstattung könnte ich es durchaus durchgehen lassen.
Ähnlich wie der Artikel von Pamperrien sagt der Artikel wenig bis gar nichts über China aus. Das einzige vielleicht, welche negativen Stereotype die Massenmedien heranzüchten und pflegen. Der Artikel sagt aber viel über diesen Herren aus und vor allem welche Macht, Bedeutung und Wirkung er der katholischen Kirche zuschreibt.

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von canni » 13.03.2013, 05:03

@dakine
darf ich mal provozierend hinterfragen, woher Du die Aussage nimmst, die Bundesrepublik Deutschland wäre ein rechtmässig gegründeter Staat?
Informier Dich mal, was so alles unter den Teppich gekehrt wird. Rein staatsrechtlich ist dem ganz offensichtlich nicht so. Sieht mehr mehr nach Duldung aus.

Mir ist das zwar ziemlich egal, aber da die meisten Beamten Korinthenkacker sind, muss man denen mal von Zeit zu Zeit sagen, wer Ihnen eigentlich das Recht gibt, uns ständig zur Kasse zu bitten und zu gängeln?

Ihr kennt mich mittlerweile. Hinter meinem Humor steckt auch ein Provoluzer.. haha.. neue Wortschöpfung. Gebt zu, John Lennon hätte seine Freude an mir!! hahaha.

Dieses Thema mit dem Friedensvertrag nach dem WW2, den es nicht gibt, macht mir Spass. Nachlesen im Internet, ist sehr interessant. Mein Kumpel zahlt nie Strafzettel.... weil er die Leutchen nicht gerade dezent darauf hinweist... tatsächlich mit vielen Urteilen unterlegt.

So und die Kritikkrähen sollen mal China in Ruhe lassen. Zwar ist hier in Dongcheng langsam ein Nest mit diesen dunklen Vögeln, deren Weibchen sich unter Vorhängen ganzkörperlich verstecken, aber so schlimm wie bei uns ist es noch nicht. China hat für mich ein durchaus ausgewogenes Verhältnis zwischen politischem Druck und dem, was wir bei den Amis mal unbegrenzte Möglichkeiten nannten. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Schaut Euch die Luxuskarossen hier an und ihre wisst was möglich ist.

Bei uns kriegen nur noch die immer mehr, die eh schon alles haben. Neueinsteiger haben fast keine Chance und Quereinsteiger sind selten. Um eine Lehrstelle als Tellerwäscher zu bekommen braucht man bei uns doch auch schon Abitur... und jetzt? was ist so ein Abitur überhaupt noch wert? Doktorarbeiten werden abgeschrieben ... ein Aufschrei.. aber he Leute ist das nicht die Basis des Studiums? Die Basis unserer Gerichtsbarkeit sogar? Beispiele finden, Präzedenzfälle.... alles nur geklaut!!!

Ein Hooray für China. Und noch gleich eins hinterher für die Schweiz, weil es meiner Heimat so nahe ist haha...
Und wir bauen den Bahnhof... der ist wichtiger als dieser Luftlandeplatz in unserer ausländischen Hauptstadt.. Jahrelang zahlen wir für die Nordländer, nun muss auch mal was für unser Renomee gemacht werden. Ich bin für Stuttgart 21.
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....

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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von canni » 13.03.2013, 05:07

PS: Admin..
Das Wort das einen beschreibt der dumm daher schwätzt :) scheint geblockt= Warum?????? Ist doch absoulut hoffähig. Ich erinner nur an den Film "der xxxxxxxx"... Also bitte...
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
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Re: Bashing: "Nennen wir sie China-Versteher"

Beitrag von Bernhard » 13.03.2013, 06:30

beowulf hat geschrieben: Das ist genauso eine Ideologie - Kapitalismus. Eine Ideologie die der Westen jahrzehntelang - auch mit Gewalt - versucht hat zu exportieren. Viele Chinesen kritisieren diese Ideologie massiv, besonders da sie sich mit den früheren Ideologien massiv wiederspricht. Daher auch starke gesellschaftliche Spannungen. In den USA hingegen ist sie die anerkannte Ideologie und wird nicht hinterfragt. Obwohl es seit der Bankenkrise schon leicht kritische Regungen gegen diese gibt.
du bestätigst ja genau das, was ich sage.

Alles, was irgendwie einen Zusammenhalt der Gesellschaft und ein Wertesystem hätte aufrecht erhalten können, ist entweder gewaltsam ausradiert worden oder einfach weggebrochen. Jetzt herrscht nur noch der Kapitalismus bzw. das ungezügelte Profitstreben (das ist in dieser Absolutheit natürlich nicht richtig, aber die Tendenz ist da).
Dass viele Chinesen diese Ideologie "massiv kritisieren", ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Zugegeben, mein Chinesesisch ist sehr schlecht, ich kann nicht einschlägige Blog- und Forenbeiträge lesen. Aber jedes Mal, wenn ich bei Chinesen meine, man könnte doch auch mal andere Werte in den Blick nehmen als immer nur dieses massive Konsum- und Statusgetue, werde ich leicht als romantischer Spinner abgetan. Bwz., vielen Chinesen gefällt es eigentlich auch nicht, aber sie glauben, keine Wahl zu haben.

beowulf hat geschrieben:
"Sklaverei" im Sinne von einem Herrn mit vielen gekauften Arbeitskräften existiert natürlich nicht. Aber viele Menschen sind eben nicht frei, sondern gefangen in auferlegten oder selbst gewählten Zwängen.
Was sich jetzt inwiefern von jeder anderen Kultur in der Welt und Menschheitsgeschichte unterscheidet? Was du beschreibst nennt man "Werte und Normen". Die jeder Mensch durch "Sozialisierung" vom Säuglingsalter weg, durchläuft und ihn prägen.
du solltest mich mittlerweile gut genug kennen um zu wissen, dass ich ziemlich wertkonservativ bin und "Werte und Normen" groß schreibe.
Wenn die Kinder von ihren Eltern aber massiv unter Druck gesetzt werden, möglichst eine Top-Uni zu besuchen, möglichst einen guten Job zu finden, möglichst eine gute "Partie" zu machen, weil die Eltern ja sonst vor den Verwandten und Nachbarn "Gesicht" verlieren würden; wenn man selbst glaubt, kostspielige Einladungen "schmeißen", teure Autos und ständig neue Markenartikel kaufen zu müssen, weil die eigenen "Freunde" sich sonst von einem abwenden könnten, dann rangiert das bei mir nicht unbedingt unter der Kategorie "Werte und Normen".

beowulf hat geschrieben:
Und die "mörderische Konsequenz" des Frauenmangels.... natürlich nicht "mörderisch" in dem Sinne, dass Leute ermordet werden. Aber in dem Sinne, dass Männer keine Frau finden und dann ihre Familie zum Aussterben verurteilt ist (eine schlimme Sache in der chinesischen Kultur).
Eine Familie in China besteht nicht aus Papa, Mutti, Kind. Eine Familie in China ist immer eine Großfamilie. Wenn jetzt ein Kind z.B. schwul ist und keine Kinder zeugt, ist die Familie trotzdem nicht vom aussterben bedroht. Das Männer keine Frau finden ist zwar schlimm, aber auch in Deutschland eine Problematik. Sind das auch "mörderische Konsequenzen" der Emanzipation?
du wirst lachen, aber ich sehe viele Auswirkungen der "Emanzipation" kritisch. Aber darum geht es hier nicht.
Gerade weil in Asien die Familie nicht nur aus "Papa, Mutti, Kind" besteht, sondern aus der Großfamilie (und allen Generationen vorher, denen der einzelne sich immer noch verbunden fühle!), ist es ein großes Problem, wenn dieses Kontinuum unterbrochen wird. Wenn alle vorherigen Generationen so viel getan haben, damit ich überhaupt existiere, und ich führe das nicht weiter.
Eine Taiwanesin hat zu mir mal gesagt: "In Taiwan sagt man: Du kannst deinen Eltern viel Schlimmes antun; das Schlimmste aber ist, ihnen keine Enkelkinder zu schenken!" Und ich habe vor dem Hintergrund der Agent Orange-Problematik einmal gehört, viele Vietnamesen fühlen sich vor ihren Eltern und Ahnen sehr schuldig, wenn sie auf Grund der eigenen Schädigung keine gesunden Kinder hervorbringen können.

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