Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

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Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von b-a » 03.03.2013, 12:09

Deutschlandfunk, Sonntag, 10. März 2013, 9.30 Uhr:
In der Sendereihe "Essay und Diskurs":

Die China-Versteher und
ihre demokratischen Feinde

Von Sabine Pamperrien

(Wenn man in der Programmvorschau auf die Sendung geht, gibt es auch eine Aufnehmen-Funktion. Man kann die Sendung vermutlich auch nachträglich als MP3-Podcast hören; zumindest geht das mit der Sendung von heute morgen.)

Bernhard
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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von Bernhard » 03.03.2013, 12:22

danke für den Hinweis! Ich werde zusehen, dass ich die Sendung aufnehme.

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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von ingo_001 » 03.03.2013, 15:09

Auch von mir ein Danke für den Hinweis.
Mal sehen, obs mit dem Aufnehmen funktioniert.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von Shenzhen » 10.03.2013, 03:30

Danke fuer den Hinweis - nur die Aufnahmefunktion vom D-Radio ist absoluter Schrott. Ja es ist 9.30 Uhr jetzt aber nein ich lebe nicht in Deutschland.... Tolles Programm das es nicht mal schafft die Zeitzone des Computers auszulesen.... Naja das Programm hat ja dem Steuerzahler bestimmt auch nur 3 Billionen Euro gekostet. Was soll man vom OeRe schon erwarten? Sorry Deutschland traurig was du uns bietest....

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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von Bernhard » 10.03.2013, 11:52

so, ich habe die Sendung teils gehört, teils gelesen, und ich muss sagen: Ich bin enttäuscht!

Zumindest nach meiner Wahrnehmung ging es nicht darum, den Argumenten der einen und der anderen Seite nachzuspüren. Sondern es stand von vornherein unter der Prämisse "Warum China-Kritiker Recht und China-Versteher Unrecht haben".

Argumente der China-Versteher wurden abgetan mit Behauptungen, die ihrerseits nicht genügend begründet wurden.

Hier ist übrigens der Text der Sendung zum Nachlesen (wenn man viel Zeit hat).

B., der alles andere als ein China-Idealisierer ist, aber mit so einer einseitigen Argumentation nichts anfangen kann.

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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von jonben » 10.03.2013, 13:13

Zum Nachhören gibts auch eine Aufzeichnung auf der DLF-Seite:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/drad ... 36a3df.mp3

Ideologisch ist mit "Von Sabine Pamperrien" doch eigentlich alles gesagt. Ich kenne ihre Positionierung bzgl. China jetzt nicht so genau, aber grundsätzlich ist alles, was ich von ihr gelesen habe, völlig einseitig ideologisch geprägt. Zwar stimme ich ihr moralisch und inhaltlich manchmal zu, weil ich den gleichen Standpunkt vertrete, aber ihr arroganter und jegliche nicht ideologisch passenden Fakten ignorierender Ansatz macht journalistische Produkte von ihr schlicht unbrauchbar.

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Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Laogai » 10.03.2013, 22:54

Bernhard hat geschrieben:Zumindest nach meiner Wahrnehmung ging es nicht darum, den Argumenten der einen und der anderen Seite nachzuspüren. Sondern es stand von vornherein unter der Prämisse "Warum China-Kritiker Recht und China-Versteher Unrecht haben".
Das ist nicht nur deine Wahrnehmung, das wird auch im 12. Absatz bzw. ab Minute 6:10 klar bestätigt:
Sabine Pamperrien hat geschrieben:Um die fragwürdigen Argumente der, nennen wir sie: China-Versteher, soll es im folgenden gehen.
Schon allein der Titel "Die China-Versteher und ihre demokratischen Feinde" lässt einem die Fußnägel aufrollen. Ganz klar, die sogenannten "China-Versteher" sind im Gegensatz zu ihren "Feinden" (müsste es nicht eher "Gegner" heißen?) keine Demokraten :roll:

Wer sind denn diese "China-Versteher"?
Sabine Pamperrien hat geschrieben:Darunter sind solche Freunde des Riesenreiches zu sehen, die sich in der Grauzone zwischen Visum und Wahrheit bewegen und Freiheitsforderungen aus dem Westen kulturrelativistisch zurückzuweisen versuchen.
Aha. Also jene, die sich "in der Grauzone zwischen Visum und Wahrheit bewegen". Gut, das ist wahrscheinlich eine Stilblüte, gemeint ist sicherlich Vision statt Visum.

Trotzdem ein journalistisches Armutszeugnis in dem schon wieder die Mär vom Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens wiedergekaut wird.
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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von ingo_001 » 10.03.2013, 23:05

Das Schlimme daran ist: Sie hat ihr Publikum, dass genau das zu hören bekommt, was es erwartet zu hören (jedenfalls in der Masse) :roll:
Wenn ich wüsste, dass es irgendwo einen argumentativen Widerhall (kein Echo von Leerköpfen) gäbe, würde ich mir die Mühe machen einige meiner Beiträge aus unserem Forum, den Programm- bzw. Redaktionsverantwortlichen zukommen zu lassen.
Na ja ... Lesen müsste man die Beiträge natürlich auch ...

Aber der Titel sagt ja schon deutlich, was gewünscht ist :roll: :twisted:

Ein weiterer Tiefpunkt in der Medienlandschaft hier ... :(
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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Richi_Will » 11.03.2013, 18:31

Trotzdem ein journalistisches Armutszeugnis in dem schon wieder die Mär vom Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens wiedergekaut wird.
WTF? Was soll der Blödsinn? Nur weil das Massaker nicht direkt auf dem Tiananmen stattgefunden hat, sondern in den Straßen drumherum, ist das noch lange keine Mär.

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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Bernhard » 11.03.2013, 19:08

Richi_Will hat geschrieben:
Trotzdem ein journalistisches Armutszeugnis in dem schon wieder die Mär vom Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens wiedergekaut wird.
WTF? Was soll der Blödsinn? Nur weil das Massaker nicht direkt auf dem Tiananmen stattgefunden hat, sondern in den Straßen drumherum, ist das noch lange keine Mär.
es ist keine Mär, dass viele Menschen zu Tode gekommen sind. Aber es ist eine Mär, dass die Armee wahllos alles niedergeschossen oder -gerollt hat, wie oft von westlichen Medien suggeriert wird.

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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Richi_Will » 11.03.2013, 20:51

Bernhard hat geschrieben: es ist keine Mär, dass viele Menschen zu Tode gekommen sind. Aber es ist eine Mär, dass die Armee wahllos alles niedergeschossen oder -gerollt hat, wie oft von westlichen Medien suggeriert wird.

"viele Menschen zu Tode gekommen" = "Massaker"
:mrgreen:
Und damit auch das Ende einer vollkommen unnötigen Diskussion, die u.a. undifferenzierte Journalisten dazu veranlasst, zu glauben, dass Menschen, die sich um notwendige Differenzierungen bemühen, die Schandtaten eines undemokratischen Systems verharmlosen.

Nein, Freunde der Nacht, die Verwendung des Wortes "Massaker" für den 4.Juni ist kein Armutszeugnis des Journalismus.

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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Laogai » 11.03.2013, 21:05

Richi_Will hat geschrieben:"viele Menschen zu Tode gekommen" = "Massaker"
Na da haben wir doch endlich mal eine klare Definition des Wortes Massaker. Kann sich noch jemand an das Massaker in Japan 2011 erinnern :roll:
Richi_Will hat geschrieben:Nein, Freunde der Nacht, die Verwendung des Wortes "Massaker" für den 4.Juni ist kein Armutszeugnis des Journalismus.
Ich bin kein Freund der Nacht und du hast es noch immer nicht verstanden. Es geht nicht um das Wort Massaker, sondern um die Floskel Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Siehe dazu auch hier (ff).

Und hier:
Jay Mathews hat geschrieben:A common response to this corrective analysis is: So what? The Chinese army killed many innocent people that night. Who cares exactly where the atrocities took place? That is an understandable, and emotionally satisfying, reaction. Many of us feel bile rising in our throats at any attempt to justify what the Chinese leadership and a few army commanders did that night.

But consider what is lost by not giving an accurate account of what happened, and what such sloppiness says to Chinese who are trying to improve their press organs by studying ours. The problem is not so much putting the murders in the wrong place, but suggesting that most of the victims were students. Black and Munro say “what took place was the slaughter not of students but of ordinary workers and residents — precisely the target that the Chinese government had intended.” They argue that the government was out to suppress a rebellion of workers, who were much more numerous and had much more to be angry about than the students. This was the larger story that most of us overlooked or underplayed.
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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Richi_Will » 11.03.2013, 21:27

Danke, aber ich kenne diese Kram. Meine Meinung dazu: Es war eine chaotische und brutale Niederschlagung damals, so viel weiß man. Die Regierungstruppen haben haufenweise Menschen abgeknallt. Sicher ist die Interpretation und Einordnung der Medien im Westen recht schematisch. Aber was soll der Unfug, darauf in dieser Weise hinzuweisen. Was soll denn passieren? Soll man jetzt schreiben: "Vorfälle am 4. Juni" statt "Massaker auf dem Himmlischen Platz". Das wäre Kadersprech. Oder möchten Sie, dass man korrekt schreibt: "die größtenteils bewusst von der politischen Führung herbeigeführte Tötung eine großen aber Anzahl von Menschen, die sich in der Gegend um den Platz des Himmlischen Friedens ereignet hat."???? Das ist doch gaga. Das kann man schon ruhig Tiananmen-Massaker nennen.
Laogai hat geschrieben:
Richi_Will hat geschrieben:"viele Menschen zu Tode gekommen" = "Massaker"
Na da haben wir doch endlich mal eine klare Definition des Wortes Massaker. Kann sich noch jemand an das Massaker in Japan 2011 erinnern :roll:
Richi_Will hat geschrieben:Nein, Freunde der Nacht, die Verwendung des Wortes "Massaker" für den 4.Juni ist kein Armutszeugnis des Journalismus.
Ich bin kein Freund der Nacht und du hast es noch immer nicht verstanden. Es geht nicht um das Wort Massaker, sondern um die Floskel Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Siehe dazu auch hier (ff).

Und hier:
Jay Mathews hat geschrieben:A common response to this corrective analysis is: So what? The Chinese army killed many innocent people that night. Who cares exactly where the atrocities took place? That is an understandable, and emotionally satisfying, reaction. Many of us feel bile rising in our throats at any attempt to justify what the Chinese leadership and a few army commanders did that night.

But consider what is lost by not giving an accurate account of what happened, and what such sloppiness says to Chinese who are trying to improve their press organs by studying ours. The problem is not so much putting the murders in the wrong place, but suggesting that most of the victims were students. Black and Munro say “what took place was the slaughter not of students but of ordinary workers and residents — precisely the target that the Chinese government had intended.” They argue that the government was out to suppress a rebellion of workers, who were much more numerous and had much more to be angry about than the students. This was the larger story that most of us overlooked or underplayed.

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Re: Unterste journalistische Schublade

Beitrag von Laogai » 11.03.2013, 21:40

Richi_Will hat geschrieben:Meine Meinung dazu: Es war eine chaotische und brutale Niederschlagung damals, so viel weiß man.
Man weiß inzwischen recht viel dazu. Warum wird es dann nicht so dargestellt?
Richi_Will hat geschrieben:"Massaker auf dem Himmlischen Platz"
Mal wieder was neues, kreatives.
Richi_Will hat geschrieben:Das wäre Kadersprech.
Was ist denn "Kadersprech"?
Richi_Will hat geschrieben:Das ist doch gaga.
Das ist Babysprache. Sollen wir auf dem Niveau weiter machen oder uns doch lieber über seriösen Journalismus unterhalten?
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Re: Deutschlandfunk, So, 10. März 2013, 9.30 Uhr

Beitrag von Bernhard » 11.03.2013, 22:03

Es geht nicht darum, ob die Opfer auf dem Platz oder woanders zu Tode gekommen sind.

Es geht vielmehr darum, dass nicht alle friedlich demonstriert haben und allein deswegen brutal abgeknallt wurden. Das hat es vielleicht auch gegeben, aber in vielen Fällen sind auch die Bürger Beijings (es waren in dieser Phase waren es meist nicht mehr die Studenten!) ziemlich gewalttätig vorgegangen.

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