Alltag in China

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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mesheel
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Beitrag von mesheel » 03.06.2005, 13:31

bettzhang, als Aussenstehende hat man immer eine bessere Sicht auf Misstaende. Die Bewohner des eigenen Landes sehen oder erleben viele Probleme nicht, wie Auslaender sie erleben oder wahrnehmen.

Als Auslaender hat man natuerlich auch das Recht zu kritisieren, aber es wird oft nicht wohlwollend angenommen. Also sei "den Deutschen" nicht boese, wenn Du sie kritisierst, ist das wie ein Gesichtsverlust. Genauso geht es "den Chinesen", wenn "die Deutschen" Euch kritisieren.

Kleine Anmerkung am Rande, wir sind nicht alle Deutsche! :lol:

bettzhang

Beitrag von bettzhang » 03.06.2005, 14:03

stimmt, ich habe auch nur das gesagt, was( zumindest ich finde) nicht die wahrheit entspricht. vielleicht hat der Herman irgendwo anders gelebt, als ich gelebt habe, aber ich habe in 4 staedten fuer laengere zeit gelebt, und ich bin auch in relativ viele staedte gewesen, und was herman gesagt hat, kann ich leider nicht zustimmen, hab auch nur deswegen meine meinung gesagt. und wenn die "deutschen" auch merken, dass es doch unangenehm ist, kritisiert zu werden, dann ist doch auch normal, dass wir uns verteidigen. leider wird unsere verteidigung als negatives "patriotismus" bezeichnet. das nenne ich doppeltes standard.

bettzhang

Beitrag von bettzhang » 03.06.2005, 14:08

danke mesheel

ich weiss auch, dass nicht alle menschen in deutschland so sind. aber ich merke, je laenger ich in deutschland bleibe, desto mehr enttaeuscht bin ich. ich hab allmaehlich gelernt, dass die meisten deutschen - schoen gesagt- stolz sind, damit muss ich mich abfinden.

danke fuer deine nette worten.

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roshi
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Beitrag von roshi » 03.06.2005, 15:09

hmm.... ja, man merkt wohl an meiner einstellung zum Patriotismus dass ich in Deutschland aufgewachsen bin.

Dennoch finde ich, das reiner Patriotismus nicht viel wert ist. Das ist wie mit der Religion, man nimmt einfach das an, was man in die Wiege gelegt bekommt, ohne darüber nachzudenken, ob es tatsächlich das beste für einen ist.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls zu dem Schluss gekommen, dass der christliche Glaube nicht der ist, der mir am meisten zusagt. Deswegen bin ich gerade dabei, aus der Kirche auszutreten.

Und was das land angeht: ich Liebe meine Heimat! aber meine heimat ist nicht Deutschland sondern Günzburg in Bayern. Und ob ich später mal in Deutschland leben will oder nicht, das entscheide ich wenn ich einige andere Länder kennengelernt habe, erst dann kann ich sagen wo es mir am besten gefällt.
Was ich damit sagen will ist, es geht nicht darum eine heimat zu haebn, Heimat ist etwas ganz ganz anderes, das hat mit patriotismus kaum was zu tun.

Und jemand der sagt: "In meinem Land gefällt mir alles besser"- mag sein, dass das bei einigen so ist, aber bei vielen hab ich das gefühl, die sind nur daran gewöhnt in dem Land zu leben und schätzen die Bequemlichtkeit. Das ist ja nicht falsch, bequemlichkeit zu schätzen, nur find ich es ein bisschen bescheuert, die schuld auf das andere Land zu schieben, nur weil es anders und damit ungewohnt ist, darin zu leben.

Ein wirklicher Grund nach hause zu wollen ist der, dass man im eigenen Land nicht diesen Ausländerstatus hat, eben der, über den sich bettzhang so beschwert, und den man wirklich zeit lebens in jedem Land hat.
Nicht akzeptiert zu werden, das ist es, was wirklich für jeden Menschen beschewuert ist, der im Ausland lebt.

Aber genau das ist es, was durch Patriotismus nur noch viel schlimmer wird. Patrioten akzeptieren und respektieren eben andere länder weniger, darum hab ich so eine Abneigung gegen den Patriotismus.

@bettzhang
ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du viele schlechte erfahrungen hier gemacht hast, und ich mag es auch nicht, dieses Pauschalisierende "Die Chinesen" "Die Deutschen" und ich finde man sollte es, zumindest im Umgang mit leuten aus dem land, sollte man es wirklich vermeiden.

Das was ich dir sagen kann ist: Solche erfahrungen macht jeder Ausländer in einem anderen Land, auch deutsche in China, das höre ich immerwieder und habe es auch schon selbst erlebt. Ich wage sogar zu behaupten dass das in China noch schlimmer ist als hier (das sage ich nicht zur verteidigung von Deutschland, sowas liegt mir fern) weil es dort weniger ausländer gibt als in Deutschland und man so den Umgang mit Fremden weniger gewöhnt ist (erzähl mir was du willst, das habe ich schon am eigenen leib erlebt, so wie du ähnliches hier erlebt hast). Natürlich bemerke ich als Deutscher in Deutschland keine Ausländerfeindlichkeit, aber hast du solche schlechten erfahrungen, von denen du sprichst, schon in China gemacht?

@Babs
Ich hab nicht vor jemandem auf die Füße zu treten, aber wenn ich in China eine solche diskussion führen werde, dann werd ich genau diese Meinung von mir geben. Es liegt mir fern andere anzugreifen, aber wenn mir jemand wegen meiner einstellung gegenüber dem Patriotismus allgemein (ich rede nicht vom Patriotismus bei chinesen sondern generell über Patriotismus) böse ist, dann ist mir das auch egal, und wegen Mädchen würde ich mich schon gleich 2x nicht in meiner Meinung oder persönlichkeit verbiegen. Genauso wie ich auch patriotische leute akzeptiere, kann ich auch erwarten, dass mich die anderen als antipatrioten akzeptieren.

Warum soll man darauf stolz sein aus einem Land zu kommen? das ist nicht der eigene verdienst.

Patriotismus hilft nicht jemandem eine Heimat zu geben. Ein deutscher Patriot kann jemand aus Bayern sein, könnte aber auch jemand aus Sachsen sein. Wenn jetzt aber ein Sachse nach Bayern geht, dann ist er, patriotismus hin oder her, halt einer aus sachsen, ein Ossi, der nicht aus Bayern kommt und damit hat er fast den gleichen status wie ein ausländer.

Heimat und Patriotismus - es ist meiner meinung nach nahezu unmöglich, diese beiden Wörter in einem sinnvollen Satz mit wahrer Aussage unterzubringen.

Aber dafür hat patriotismus eine andere Eigenschaft: er behindert massiv die Verständigung zwischen anderen Völkern, und er macht engstirnig.
Deswegen bleib ich dabei: Patriotismus ist erbärmlich. Wenn er von einer Regierung Propagiert wird sowieso, aber ansonsten auch.

Gast

Beitrag von Gast » 03.06.2005, 16:29

@bettzhang
Ich verstehe, dass man sich als Patriot persönlich angegriffen fühlt, wenn man schlechtes über sein Land hört. Das strengt bestimmt auch sehr an. Wenn ich irgendwas schlechtes über Deutschland höre, dann diskutiere ich sachlich darüber und gebe gemachte Fehler zu. Das berührt mich persönlich nicht im geringsten.
Wenn ich mich mit Chinesen zum Sprach- bzw. Kulturaustausch treffe, dann reden wir eigentlich nur über erfreuliche Dinge. Man beschränkt die Gespräche auf Gemeinsamkeiten. Hier im Forum wird mehr gewagt.

Möchtest du uns konkrete Beispiele für deine negativen Erfahrungen mit Deutschen geben? Was ist es genau, was deine Entäuschung verstärkt?
Die Aussage von deinem Kommolitonen war vielleicht nur zynisch gemeint oder er hatte das Diskutieren satt. Missverständnisse entstehen bei so unterschiedlichen Kulturen leicht.

Über was darf man hier noch diskutieren, wenn man möglichst niemand verletzen will. Mir geht es wie dem gelehrten "Qibui" (hoffenlich richtig geschrieben) aus "Sinnui yauwan II", einem chinesischen Film den ich vor langer Zeit gesehen habe.

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Beitrag von Jens » 03.06.2005, 16:30

Das 个 war ich :)

bettzhang

Beitrag von bettzhang » 03.06.2005, 22:06

danke fuer all die antworten.

ueber die auslaenderfeindlichkeit von chinesen, ich glaube, ich muss nicht viel erzaehlen, weil man es merken wird, wenn man einmal nach china fahrt. die meisten chinesen sind freundlich zu auslaendern, nicht weil wir hoefflich sind, sondern die auslaender werden mehr oder weniger hoeher angesehen - sie sind erstens wenig, zweitens haben die meisten mehr kohle, besonders die amerikaner. deswegen kann ich mir schwoeren, dass ich niemals auslaenderfeindlich gewesen, als ich in china war.

und ueber die negativen erfahrungen, die ich in deutschland gemacht habe, ist schon viel zu viel, wenn es nur am ganz anfang waere, haette ich euch jede einzelheit erzaehlen koennen, aber jetzt nicht mehr, sie sind schon zu viel, fast routine geworden, und ich hab mich mehr oder weniger schon daran gewoehnt. wenn ihr unbedingt wissen wollt, koennte ich euch einiges erzaehlen, wenn ich zeit hab. aber glaub mir oder nicht, die sind tatsachen.

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Beitrag von Ley » 03.06.2005, 23:18

bettzhang hat geschrieben: und ueber die negativen erfahrungen, die ich in deutschland gemacht habe, ist schon viel zu viel, wenn es nur am ganz anfang waere, haette ich euch jede einzelheit erzaehlen koennen, aber jetzt nicht mehr, sie sind schon zu viel, fast routine geworden, und ich hab mich mehr oder weniger schon daran gewoehnt. wenn ihr unbedingt wissen wollt, koennte ich euch einiges erzaehlen, wenn ich zeit hab. aber glaub mir oder nicht, die sind tatsachen.
Wo lebst du? In Ostdeutschland? Ich habe gehört im Osten sind die Leute etwas unfreundlicher. Aber ich war nie da so kann ich nicht beurteilen.

Meine Erfahrung ist aber ganz umgekehrt wie deine. Ich bin fast 3 Jahre in Dt. und hab fast keine sehr negative Erfahrung erlebt. Das einzige was ich mich erinnern kann ist das böse Verhalten der Beamtin im Ausländerbehörde. Wenn jemend Interesse hast kann ich davon erzählen.

Ich habe einige guten deutschen Freunde die sehr lieb und faziniert für die chin. Kultur sind. Ich bin oft sogar stolz darauf dass ich aus Reich der Mitte bin, dass ich so schöne Zeichen schreiben kann, dass ich sehr gut kkochen kann... Sie haben mir auch viel geholfen nicht nur bei meinem Studium. Sie sind immer da wenn ich Problemme habe, oder wenn ich depressiv bin.

Die Fremden Leute die ich begegnet habe waren meistens sehr freundlich. Zu viele Beispiele. Ich bin oft berüht von den netten Menschen. Ja, klar es gibt "Hasser", aber sie sind nicht nur Ausländerhasser, sondern auch "Alleshasser", sie leben bestimmt unzufrieden, sie kennen das Wort "lieben" nicht.

Zurück zu uns, die Chinesen in Deutschl. Viele Chinesen die ich kenne, leben in der relativ ausgeschlossenen Welt. Sie bauen mit den Landsleuten einen Kreis auf, machen fast keinen Kontakt zu den Deutschen. So verstehen die Deutschen nicht: Warum so? Sind wir für sie unsicher oder unvertraulich? Das ist echt ein Problem bei den chi. Studenten.

Tommi
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Beitrag von Tommi » 04.06.2005, 00:23

wie ihr die meinung von bettzhang gelesen habt, vielleicht weisst ihr doch die wahrheit, aber warum konnt ihr nicht zustimmen?

china ist ein entwicklungsland, und alles wird immer besser.
durchschnittliche wirtschaftswachstum 7% , Politik stabiler und demokratischer, sport im Olympiade 3. Platz 2004
WTO-eintritt 2002, Olypiade 2008 in Beijing, Expo 2010 in Shanghai...
warum möchtet jemand und manche deutschen Sendungen nur die negative seite von China beschreiben?

china ist der grösster handelspartner von deutschland siet 2003, statt Japan. aber in deutschland manche deutschen sind echt unfreundlich zu chinesen, anschläge in Köthen, Cottbus, Köln, ungerecht behandlungen im Flughafen Frankfurt passieren oft. noch was, böse leute gibts nicht nur in Ostdeutschland, NPDer gibts auch im westen

habt ihr auch so was gelebt in china, wird jemand angeschlagen von chinesen in china?

es ist mir egal, wieviele deutschen freundlich sind, und wieviel unfreunlich, darüber brauchen wir auch nicht diskutieren.

die negative worte über china machen uns einfach enttäuscht und ägerlich.

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mesheel
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Beitrag von mesheel » 04.06.2005, 03:54

ueber die auslaenderfeindlichkeit von chinesen, ich glaube, ich muss nicht viel erzaehlen, weil man es merken wird, wenn man einmal nach china fahrt. die meisten chinesen sind freundlich zu auslaendern.


Da muss ich Dir widersprechen. Ich hab in China am eigenen Leib erlebt, was Rassismus bedeutet und wenn ich zuvor Vorurteile gegenueber anderen Nationen gehabt haben sollte, dann habe ich mir das in China abgewoehnt, denn ich weiss jetzt, wie weh das tut!

Ich war sehr sehr enttauscht, denn als ich in China als Tourist war und noch kein Chinesisch verstand, hat mir China immer sehr gut gefallen. Ich habe mir eingebildet, dass alle Leute sehr nett seien. Einige Jahre spaeter lebte ich in China als Austauschstudentin und verstand ploetzlich, was die Leute hinter meinem Ruecken und direkt ins Gesicht ueber mich sagten und war gar nicht mehr begeistert.
Kaum begab man sich aus dem Haus, wuerde man staendig, immer und ueberall angestarrt, mit dem Finger bezeigt, betrogen, belogen und beschimpft. Das klingt jetzt uebertrieben, aber so habe ich das tatsaechlich wahrgenommen. In China ist man immer, egal wie gut man Chinesisch spricht und wie sehr man sich zu integrieren versucht, der dumme, reiche Auslaender, der ausgenommen werden darf, weil ja alle Auslaender Amerikaner sind und viel Geld haben....
Ich bin nicht reich und das muss und will ich mir nicht gefallen lassen! Auch dass mir Leute ins Gesicht sagen, 老外的乃子很大. finde ich nicht wirklich angenehm! Zu allem Unglueck wuerde eine befreundete Auslaenderin beim Wandern vergewaltigt und die Polizei hat sie nur beschimpft, wie schmutzig sie denn sei und wenn sie eine Chinesin waere, waere ihr das nicht passiert etc. Der Fall wurde zu den Akten gelegt und nie verfolgt!

Da kannst Du mir lange sagen, Chinesen seien Auslaendern gegenueber nicht rassistisch, tut mir leid, ich hab zu viel erlebt, um Dir das zu glauben.

Unbeschreiblich enttaeuscht von Festlandchina bin ich also nach Taiwan geflogen, um mir anzukucken, wie die Leute denn dort sind. Zu meiner Freude musste ich feststellen, dass man in Taiwan als Auslaender sehr viel freundlicher aufgenommen wird. Ich habe in meinen 3 Jahren hier noch keine schlechten Erlebnisse gehabt. Die Leute sind tatsaechlich sehr freundlich und akzeptieren einen als Freund nicht weil man Auslaender ist und vielleicht viel Kohle hat. Hier ist man nichts Besonderes, kein exotisches Tier, wenn man auf der Strasse geht. Eltern machen ihre Kinder nicht auf einen aufmerksam und fordern sie auf mit einem Englisch zu ueben. Ich bezahle nicht das Doppelte und Dreifache, wenn ich einkaufen gehe. Iich muss beim Taxifahren nicht staendig auf der Hut sein, ob nun Umwege gefahren werden oder nicht..... ich koennte noch stundenlang Beispiele nennen..... :?

Kurz: Wie die Deutschen in ihrem Land, haben Chinesen keine Ahnung wie es uns Auslaendern in China ergeht.

bettzhang

Beitrag von bettzhang » 04.06.2005, 11:59

offensichtlich ist deutschland die beste nation der ganzen welt, ich kann leider nur zustimmen, mir bleibt nichts uebrig, und china natuerlich, die schlechteste nation. ihr habt mein wort, musst jetzt bestimmt zufrieden sein.


ach ja, ich wohne in muenster, nrw, also keine stadt in ostdeutschland.

Gast

Beitrag von Gast » 04.06.2005, 12:07

Rassismus oder Vorurteile gibt es überall, ist doch kein chinaspezifisches oder deutschlandspezifisches Problem. Man soll das nicht verallgemeinern. Ich habe in China schon erlebt, dass ich beschimpft wurde, weil ich Ausländer bin.
Ich habe aber in China auch schon Gastfreundschaft und Freundlichkeit erlebt, wie ich es in Deutschland noch nie erfahren habe.
Seitdem lautet meine Regel:
Nichts verallgemeinern.

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roshi
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Beitrag von roshi » 04.06.2005, 17:06

Das ist genau auch meine meinung. Ausländerfeindlichkeit gibts in jedem Land, ob china oder deutschland. Es ist auch kein Land "besser" als ein anderes.

@bettzhang
Ich glaube dir wirklich und es tut mir sehr leid für dich, ausländerfeindlichkeit ist eine hässliche sache.
aber du musst nicht glauben dass das nur speziell dir hier in deutschland passiert, das geht jedem so, der in ein anderes Land geht und an die Falschen leute gerät.

Wenn ich dir mit meinem geschriebenen das gefühl gegeben habe, dass ich Deutschland in einem besseren Licht darstellen will als China, dann tut es mir leid, und ich versichere mir, dass das nicht meine Absicht war.
Ich finde wie Gast schon sagte, das kann einem leider in jedem Land passieren, aber ich bin überzeugt, dass man in jedem Land auch sehr sehr freundliche und aufgeschlossene Leute treffen kann.

Es tut mir leid für dich, wenn du so verbittert bist, ich kann nicht mehr tun als dir zu versichern, dass es überall auch nette menschen gibt.
Das weiß ich denn ich kenne viele (besonders in meinem alter gibt es viele, die der Welt und anderen ländern gegenüber sehr aufgeschlossen sind) und zähle mich selbst auch dazu :)

bettzhang

Beitrag von bettzhang » 04.06.2005, 22:19

danke roschi

es ist schön, dass es menschen wie dich gibt, das ist auch warum ich so was überhaupt schreibe, ich wünsche mir, es wird immer mehr solche menschen geben, dann wird die welt viel schöner.

ich finde, ich bin auch ein offener und netter mensch, nur, ich glaube, man kann nicht erwarten, dass jeder so ist. ich glaube dir, und das letzte, was ich wollte, war euch zu verletzen, ich weiss auch, dass es noch viele probleme in china gibt, z.B. die ungleichheit, oder die korruption. man muss noch viel daran arbeiten, die meisten chinesen haben einerseits minderwertigkeitskomplexe, andereseits zu viel unnötigen stolz, oder vielleicht, wegen der minderwertigkeitskomplexe zeigt man seinen stolz übertrieben, das ist dennoch in ordnung. das wirtschafswachstum in china ist zwar gross, aber die armut auf dem land ist nicht zu übersehen. ich bin nicht ein mensch, der einfach sein land verteidigt, ohne die wahrheit ins gesicht zu schauen. aber wenn jemand über china was falsches erzählt, was nicht wahr ist, dann möchte ich auch meine meinung dazu äußern. was mich total überrascht hat - man wird sofort als patriot angegriffen, auch wenn man die wahrheit erzählt.

ich hab wieder zu viel erzählt, ich wollte eigentlich nur sagen, wenn wir alle einbisschen ruhig sein können und mit einander vernünftig reden können, ohne persönlich anzugreifen, werden viele sachen leichter geklärt.

Harman
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Beitrag von Harman » 04.06.2005, 22:57

Vor einiger Zeit fiel mir eines dieser dicken Reisekataloge in die Haende und ich schlug die erste Seite auf: Hawaiistrand, ein Pool und eine Hotelbar. Die naechste Seite zeigte einen Hawaiistrand, einen Pool und eine Hotelbar, nein nein, nicht das gleiche! Diesmal war alles cremefarben gehalten und der Pool war nierenfoermig. 64 Seiten! (Sollen wir jetzt die Costa Brava Sache nehmen oder doch lieber Mauritius? - Nee, lieber Mauritius, mir gefaellt der nierenfoermige Pool nicht! Und guck dir doch mal die Hotelbar an!)
Vor einiger Zeit noch hatte ich einen gut bezahlten Job in Deutschland, ueber mir dann noch ein weiterer Boss und dann noch einer. Eines Tages fragte ich mich, ob das nun alles sein sollte, ehrerbietig nun, mein ganzes Leben lang? 10, 20, 30, 40 und noch mehr Jahre? Ich war es leid, die tiefergelegten Kettenbrillen der Angestellten zu sehen, zig mal am Tag 'Mahlzeit' und 'ist nicht im Hause' zu hoeren, manchmal bis zu 16 Stunden am Tag. Wochenenden zum schlafen und dann Ferien an einem dieser Pools? Sollte alles so enden?
Ich bin immer ein Abenteurer gewesen, Expeditionen und Trips in Gegenden, vor denen man mich gewarnt hatte. Ferien machte ich gerne dort, wo bestimmt keiner hin moechte, in einer langweiligen und haesslichen Industriestaedt im nahen Ausland. Meine Welt ist nicht die der eingeschenkten Camparis, der Bedienung mit Seidenhandschuhen, der weissen Fluegel, die der Menschen, die sich nachts treffen und sich lachend mit ihren Jaguars rammen.
Mein Leben ist das Leben im Spalt, die geheime Welt der Hinterhoefe, Kreisstaedte und Vororte, der Wohnungen ohne Heizung, kleine Bahnhoefe in namenlosen Orten. Kleine Laeden, in denen noch bis spaet in die Nacht gearbeitet wird, wo sich Nachbarn treffen und vor der Tuer eine Katze an einem Bindfaden angebunden ist und wo gegenueber im Vorgarten ein aelterer Herr Huskies zuechtet. Ich mag die mit Plastikefeu zugeklebte Kantine, das simple Essen fuer 15 RMB, Hausfrauen mit Beehive beim Essen zuzusehen.
Viele werden das nicht verstehen koennen, aber es ist gerade das, was ich an China so gerne mag und zu meinem Alltag gemacht habe, nicht mehr so reich aber gluecklich, fleurs du mal!

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