könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind?

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Petermedia
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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von Petermedia » 13.01.2019, 15:08

Wer ist das. Der Chinese. Ein Roman von Mankell
Aber ernsthaft, man kann Chinesen als Gruppe beschreiben, z.B die kaufkraftstarken chin. Touristen, oder chinesische private Inverstoren. Hauskäufer in Kanada.
Man kann auch von chinesischer Politik sprechen, aber wohle kaum von DEM Chinesen .
Vielleicht wird DER Chinese dich nicht unterwerfen, aber die chinesische Politik wird und hat massive Auswirkungen auf deine / unsere Lebensweise.
Chinesen oder chinesisch stämmige Individuen sind übrigens eher beliebt.
So sind chinesische Einwanderer meist besser gebildet, ja sie machen z.B in den USA einen nicht grossen Anteil der Nobelpreisträger aus.
Chinesische Politik ist Interessenpolitik.
Leider hat weder der Westen noch Indien oder das greise Japan dem , wenn nichts passiert, entgegenzusetzen.

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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von ingo_001 » 13.01.2019, 19:55

Petermedia hat geschrieben:Chinesische Politik ist Interessenpolitik.
In der Tat: https://forum.chinaseite.de/viewtopic.p ... he#p340170
Petermedia hat geschrieben:Leider hat weder der Westen noch Indien oder das greise Japan dem , wenn nichts passiert, entgegenzusetzen.
Die chin. Politik denkt und handelt nicht nur rein pragmatisch, sondern auch langfristig.

Das Projekt Neue Seidenstraße ist da nur ein Beispiel.

Die chin. Regierung hat sich klare Ziele gesetzt und wird die (geopolitischen) m.E. auch erreichen.
Da wird in Jahrzehnten gedacht und das Handeln auch dem entsprechend ausgerichtet.

Da können westl. Demokratien m.E. nicht mithalten, weil man hier (längstens) in Wahlperioden denkt.
Und vom Handeln habe ich da noch nicht mal gesprochen.
Denn jeder weiß, wie lange es dauert, bis Großprojekte (wenn überhaupt) realisiert werden.

Es tut mir leid das so klar sagen zu müssen: Aber DAS ist de facto eine Schwäche westl. Demokratien.
Und selbst, wenn ich Trump nur als "Wahlunfall" sehe, der in 2 Jahren wieder abgewählt wird ...
Es ist einfach Realität, dass die EU nicht in der Lage ist auf Chinas Ambitionen auch nur irgendwie sinnvoll zu reagieren.

Und selbst ohne die durch Merkel aufgehalste Migrations- und Integrationsproblematik, die die EU auf Jahrzehnte beschäftigen wird ... eine gemeinsame EU Außenpolitik sehe ich (in Bezug auf China) nicht.

Beim Brexit - ja - da stehen die Konsequenzen ja vor der Tür.
Und da bin ich positiv überrascht (bin ich doch davon ausgegangen, dass die brit. Diplomatie versuchen würde einzelne RU-Staaten gegeneinander auszuspielen).

Aber was China betrifft: Ich bezweifle, dass die EU diese (notwendige) Weitsicht hat.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von rundherum » 13.01.2019, 20:21

Das Projekt Neue Seidenstraße ist da nur ein Beispiel.

Die chin. Regierung hat sich klare Ziele gesetzt und wird die (geopolitischen) m.E. auch erreichen.
Da wird in Jahrzehnten gedacht und das Handeln auch dem entsprechend ausgerichtet.
Dieses Projekt halte ich aber für ein sehr schlechtes Beispiel. Viele der Teilprojekte dieser neuen Seidenstraße lohnen sich nicht ökonomisch und kosten extrem viel. Die Kosten kann und soll man für strategische Pläne wie der Pipeline durch Pakistan durchaus tragen. Aber wenn man Billionen mit negativem Ertrag investiert und diese Investitionen an den Finanzmärkten zu 5 Prozent Zinsen finanziert, kann das langfristig nicht gut gehen. Das war ja dasselbe Problem bei der Soviet Union...
Es tut mir leid das so klar sagen zu müssen: Aber DAS ist de facto eine Schwäche westl. Demokratien.
Und deswegen haben wir im Westen den Kapitalismus. Die Regierungen im Westen sollen nur das Umfeld bereitstellen. Das Handeln ist klassischerweise Sache der Unternehmen. Diese Unternehmen haben einen extremen Effizienzdruck. Einfach mal als Staatsbetrieb unnötige Überkapazitäten aufbauen und dann vom Staat finanzieren lassen ist im Westen nicht so einfach (kommt aber in letzter Zeit auch immer öfters vor).

Das sozialistische Verständnis in Europa ist hier grundverschieden von Xi's Verständnis. In Europa sollen Firmen Geld erwirtschaften, der Staat besteuert diese dann und verteilt das Geld. In Xi's China hat die Privatwirtschaft genug getan und die Zukunft soll den Staatskonzernen gehören, deren (auf Grund mangelnder Konkurrenz massiver) Gewinn vollständig beim Staat landet und die der Partei nahe sind.

Man muss vermutlich kein ökonomisches Genie sein um vorherzusehen, welches der beiden Systeme langfristig effizienter sein wird :roll:

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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von sweetpanda » 13.01.2019, 20:26

Petermedia hat geschrieben: Vielleicht wird DER Chinese dich nicht unterwerfen, aber die chinesische Politik wird und hat massive Auswirkungen auf deine / unsere Lebensweise.
Das glaube ich auch, der weltweite Wettbewerb wird härter werden, der Kapitalismus reißerischer, humanitäre Standards des Westens wird man bald als überflüssigen Ballast bezeichnen, den man als erstes über Bord werfen muss um wenigstens für die "eigenen" Leute den Standard noch so lange wie möglich halten zu können.
Frei nach Brecht:
Als der Westen unangefochten an der Spitze Stand hatte er so viel zu Fressen, dass er sich um die Moral kümmern konnte.

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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von ingo_001 » 13.01.2019, 21:51

Kommunismus vs. Kapitalismus - Sieger: Kapitalismus.

Kapitalismus vs. Sozialismus chin. Prägung - Sieger: Wenn ich wetten müsste ... nicht der Kapitalismus.

Grunde: s. mein Vorposting (+ Link).
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: könnt ihr mir ein Land sagen wo Chinesen willkommen sind

Beitrag von Taifun » 22.02.2019, 14:01

Erik85 hat geschrieben:Man muss den Chinesen nicht fürchten...
Gewiss nicht, und im heutigen Handelsrausch (Chinesen waren allerdings schon immer begeisterte Händler) sind sie in allen Ländern, die auch gerne Handel treiben, stets willkommen. Dazu gehören nicht nur die unmittelbaren Nachbarn, wo sich sogar viele Chinesen niedergelassen haben, sondern auch z.B. Canada (Vancouver), die USA, Peru oder Europa.
Wer gegenteiliges lieber glauben möchte, 'tröste' sich mit Laozi (20.6,7): "Wen die Chinesen fürchten, der kann nicht umhin, [die Chinesen] zu fürchten!"
(Ich habe in diesem Zitat nur "Menschen" durch "Chinesen" ersetzt, zum besseren Verständnis für den Schöpfer dieses unglücklichen Threads)

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