? Chinesische Leitkultur

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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Sachse28
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? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Sachse28 » 06.02.2016, 00:04

Was meint Ihr, kann es China in Zukunft als aufsteigender Global Player gelingen, eine Art Leitkultur in anderen Ländern zu installieren und sich gegen die auf Hedonismus basierende amerikanische Kultur durchzusetzen? Und wenn ja, wie würde die aussehen?
Vorsicht! Kann Spuren von Ironie enthalten.

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ingo_001
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von ingo_001 » 06.02.2016, 01:13

Warum sollte China das?

Für China ist das jeweilige politische System eines anderen Landes irrelevant.
Ob das nun eine Demokratie, eine Diktatur oder eine andere Regierungsform ist - das einzige, was zählt, ist, dass man seine Interessen nach Möglichkeit um- bzw. durchsetzen kann.

Die chin. Regierung handelt pragmatisch - ohne vorgeblichen Moralin-Finger, den westl. Demokratien gerne zeigen, wenns sie nichts kostet - ihn aber "vergessen", wenns um die eigenen wirtschaftl. Interessen geht.

Chinas Aussenpolitik ist schnörkellos.
Da wird einfach mal auf alles, was im südchn. Meer liegt (und noch unbewohnt ist), Anspruch erhoben.
Dass die betr. Inseln bisweilen weitab vom chin. Festland liegen ist egal ... sie machen das einfach.
Es werden, da wo es geht, Tatsachen geschaffen ...

Und trotzdem geht China i.d.R. subtiler als die westl. Konkurenz und Russland vor, um zu bekommen, was es will.
Beispiel: Schaffung und Erhaltung von Infrastrukturen in einigen afrikan. Ländern - und im Gegenzug erhält China langfristige Pachtverträge auf große landwirtschaftl. Nutzflächen oder Rohstoff-Konzessionen.
Dass diese der eigenen Bevölkerung fehlen und sie die verlorenen Produkte/Rohstoffe teuer auf dem Weltmarkt kaufen müssen - egal.

Du siehst also: Auch China versteht es, seine Interessen auf die eine oder andere Art durchzusetzen.

M.E. besteht von chin. Seite gar kein Wunsch irgendwelche "Leitkulturen" zu exportieren.
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Grufti » 06.02.2016, 02:37

Sachse28 hat geschrieben:Was meint Ihr, kann es China in Zukunft als aufsteigender Global Player gelingen, eine Art Leitkultur in anderen Ländern zu installieren und sich gegen die auf Hedonismus basierende amerikanische Kultur durchzusetzen? Und wenn ja, wie würde die aussehen?
Was ist denn das "Spezielle" an der chinesischen "Kultur? Das "Spezielle" an der chinesischen Kultur geht doch immer mehr verloren, weil auch "die Chinesen" sich von der amerikanischen "hedonistischen Kultur" unterjochen und korrumpieren lassen...wie "die Deutschen" den Kampf dagegen schon lange verloren haben..
In einem bereits schon lange wegen darin geschriebenen Beleidigungen und Unflats gelöschten Thread hatte jemand behauptet, es gäbe noch eine "deutsche Kultur" von wegen Opern , Musik etc...das war einmal...vor ca 100 Jahren und früher. Genau an der "leichten Muse" und dem alltäglichen Sprachgebrauch und auch dem alltäglichen Leben, Moral uswetc pp mache ich den Begriff "Leitkultur" fest, nicht wie Ingo am politischen Gebaren eines Landes.

Als Enkel eines damals in Berlin bekannten Opernsängers (der zur festen Stammbesetzung der "Deutschen Oper" in Charlottenburg gehört und auch im vielen Städten des damaligen "Deutschen Reiches" wie Freiburg, Straßburg , Kiel usw. gesungen hatte), glaube ich, da ein klein wenig besseres Gespür zu haben.

Den Verfall einer Kultur sehe ich in der bedingungslosen Imitation einer anderen Kultur, die besonders seit dem Ende des WWII eingesetzt hatte. Die unzähligen Anglizismen und "denglishen" Wörter und Redewendungen sprechen eine allzu deutliche Sprache.
Schaut Euch doch mal "the voice of Germany " und "the voice of China" an....wie hoch ist jeweils der Prozentsatz der englischsprachigen Lieder in diesen Sendereihen??

Die chinesische "Kultur" hat keine Chance, irgendwo außerhalb Chinas "installiert" zu werden, da ihr Einfluss ganz stark gegen Null tendiert, auch wenn die politische und wirtschaftliche Macht Chinas im Ausland zunimmt
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von canni » 06.02.2016, 03:24

Ja Grufti, im Kern geb ich Dir Recht. auch wenn ich was das Wort Leitkultur angeht eine andere Sicht habe.

Du führst hier Opern an. ich füge noch hinzu, was wir als Kinder vor allem an Silvester über uns ergehen lassen mussten waren die Operetten. Nun, das ist beides kein Gradmesser. Opern waren für einen kleinen Teil der Gesellschaft wie auch heute noch. Operetten wurden von den Amis vereinfacht zu Musicals. Auch diese sind eher Zebras unter den Pferden (siehe Hamburg, wo extra Gebäude dafür gebaut werden).

Und stella mr uns nun für ... wir sitzen auf einem belebten Platz im Süden Chinas. SZ, GZ oder DG. Was sehen wir? junge moderne Menschen, ein Gewusel und Gelärme. Stopp. Und nu mache mr die Aujen zo... und versetzen uns in eine deutsche Grossstadt 1969 - 1970. Wir sehen dasselbe, irokesen,,, rothaarige, blauhaarige, miniröcke, bunte blumige Klamotten, geschnatter, gewusel. Unterschied`? Keine handys!... sonst das gleiche Szenarium.

Selbst Babys und Kleinkinder laufen als Irokesen durch die Gegend. Das ist die neue Zeit und hat mit neuer Freiheit zu tun. Selbiges widerfuhr uns nach dem Krieg. Wir durften. Kein Zwang. Wer mochte schon Opern. Wer mochte die Seemannslieder, die darauf folgende Welle der cowboylieder war uns schon näher. Was Beat und Rock angeht, mal ehrlich, es gab und gibt nur sehr sehr wenige Texte, die in deutsch für diese Musik brauchbar sind. Dieser zwang alles eingedeutscht serviert zu bekommen war weg. Selbst die Beatles wurden vergewaltigt deutsch zu singen... oh komm doch.. komm zu mir... Camillo Felgen möge in Frieden ruhen... immerhin hat er uns mit Radio Luxemburg happy gemacht.

Wir wurden nicht amerikanisiert wie manche es nennen, wir wurden selbstbewusst und fanden unseren eigenen Weg. Das She loves you auf englisch besser klingt als Sie liebt Dick auf deutsch haha...

Aber Amerika, was ist das denn schon? Eine grandiose Vermischung europäischer Kulturen. Das "war" bei uns anders und ist in China noch anders. Ich sags mal wie es ist, wir waren die frühen japaner... haha... wir guckten uns ab aber dann machten wir es besser..... viele Jahrzehnte... Ich hoffe China setzt noch einen drauf und lernt aus unseren Fehlern. Sollen sie bei ihren chinesischen Opern und den Stäbchen bleiben. Viel mehr wird von der immer selbstbewussteren Jugend nicht zu erwarten sein.

ich persönlich finde China gut, weil es einfach so ist, wie Deutschland einmal war. Vor vielen Monden. Als wir anfingen international zu denken, ohne unseren germanischen Background zu opfern! Das würde ich meinen chinesischen Freunden zurufen: Ihr seids ihr...... lasst Euch nichts anderes einreden.
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....

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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Grufti » 06.02.2016, 08:30

Nach meinem Gefühl hat kein anderes Volk in Europa soviel an eigener Kultur aufgegeben wie die Deutschen in den Grenzen der BRD. Das mit den Opern war nur ein Beispiel, worauf ich mich nicht versteifen möchte.
Dem TE ging es um die LEIT :!: Kultur
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von edmund27 » 06.02.2016, 14:26

Grufti hat geschrieben:Nach meinem Gefühl hat kein anderes Volk in Europa soviel an eigener Kultur aufgegeben wie die Deutschen in den Grenzen der BRD. Das mit den Opern war nur ein Beispiel, worauf ich mich nicht versteifen möchte.
Dem TE ging es um die LEIT :!: Kultur
Ich glaube du hast Deutschland noch nicht verstanden. Unser Land besteht aus 16 eigenständigen Bundesländern und jedes dieser Länder hat eine eigene Kultur. Und diese Kulturen werden noch gepflegt. Ich empfehle dir mal ein Reise quer durch Hessen und das wirst du merken, wie verschiedene Kulturen hier noch existieren und keineswegs aufgegeben werden. Alleine das Feiern der Faßnacht ist schon unterschiedlich. Wir Hessen feiern deshalb die Faßnacht und keinen Karneval.
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh. ( Henry Ford )

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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von ingo_001 » 06.02.2016, 14:47

Grufti hat geschrieben:Genau an der "leichten Muse" und dem alltäglichen Sprachgebrauch und auch dem alltäglichen Leben, Moral uswetc pp mache ich den Begriff "Leitkultur" fest, nicht wie Ingo am politischen Gebaren eines Landes.
Jain.

Du kannst das eine nicht strikt vom anderen trennen.
M.E. werden politische Vorgaben gemacht, die dann die jeweiligen Gesellschaften prägen.

Beispiel China: Qin Shihuangdi gründete bekanntlich China und das nicht nur, weil er die Nachbarn "eingemeindete", sondern, weil er u. a. Schrift und Maßsysteme vereinheitlichte.
Das, in Verbindung mit dem Aufbau einer straffen Verwaltung, schuf den Einheitsgedanken, auf den die chin. Gesellschaft beruht.
Später lieferten dann Knfuzius und Laotse das philosophische Fundament für die chin. Gesellschaft.

Beispiel USA: Dort wurde und wird nicht nur die Freiheit des Einzelnen in den Vordergrund gestellt, sondern auch die de facto Unabhägigkeit der Wirtschaft.
Das hatte zur Folge, dass die sich Absatzmärkte erschloss und bis auf wenige Ausnahmen frei von politischen Vorgaben ist.
Mittlerweile ist es sogar so, dass die US-Wirtschaft einen großen Einfluß aus die dortige Politik hat.
Grufti hat geschrieben:Den Verfall einer Kultur sehe ich in der bedingungslosen Imitation einer anderen Kultur, die besonders seit dem Ende des WWII eingesetzt hatte. Die unzähligen Anglizismen und "denglishen" Wörter und Redewendungen sprechen eine allzu deutliche Sprache.
Schaut Euch doch mal "the voice of Germany " und "the voice of China" an....wie hoch ist jeweils der Prozentsatz der englischsprachigen Lieder in diesen Sendereihen??

Die chinesische "Kultur" hat keine Chance, irgendwo außerhalb Chinas "installiert" zu werden, da ihr Einfluss ganz stark gegen Null tendiert, auch wenn die politische und wirtschaftliche Macht Chinas im Ausland zunimmt
Das unterschreibe ich.

Die Welt wäre heute mit Sicherheit eine andere und "chinesischer", wenn China sich nicht in selbst gewählte Isolation zurück gezogen hätte.

Denn 80 Jahre bevor Kolumbus mit seinen drei Schiffchen Richtung Westen los schipperte, hatte der chin. Admiral Zheng He zwischen 1405 - 1433 sieben große Expeditions-Flotten nachweißlich bis nach Arabien und Ost-Afrika entsandt.

Einige meinen, dass er evtl. auch bis zur Westküste Amerikas gekommen sei.
Für diese These fehlen aber bis heute schlüssige Beweise.

Hier mal eine sehr informative Duku über seine Expeditionen:

https://www.youtube.com/watch?v=BpfUEDXDSKo

Die chinesischen Schiffe waren nicht nur wesentlich größer als die der Spanier, Portugiesen oder Holländer, sondern diesen technisch um mehrere Jahrhunderte voraus.
Skorbut - für die europäischen Seefahrer bis ins 18 Jahrhundert eine unerklärliche Geißel - für die chin. Seefahrer kein Problem, weil ihnen deren Ursache Jahrhunderte rüher bekannt war.

In irgendeinem Parallel-Universum, hat die Geschichte sicher einen anderen Gang genommen, weil sich China da eben nicht von der Seefahrt verabschiedete - aber für uns bleibt nur ein "Was-wäre-wenn-Szenario.
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Grufti » 06.02.2016, 20:21

edmund27 hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:Nach meinem Gefühl hat kein anderes Volk in Europa soviel an eigener Kultur aufgegeben wie die Deutschen in den Grenzen der BRD. Das mit den Opern war nur ein Beispiel, worauf ich mich nicht versteifen möchte.
Dem TE ging es um die LEIT :!: Kultur
Ich glaube du hast Deutschland noch nicht verstanden. Unser Land besteht aus 16 eigenständigen Bundesländern und jedes dieser Länder hat eine eigene Kultur. Und diese Kulturen werden noch gepflegt. Ich empfehle dir mal ein Reise quer durch Hessen und das wirst du merken, wie verschiedene Kulturen hier noch existieren und keineswegs aufgegeben werden. Alleine das Feiern der Faßnacht ist schon unterschiedlich. Wir Hessen feiern deshalb die Faßnacht und keinen Karneval.
Das, was Du schilderst, ist lokale oder allerhöchstens regionale Subkultur.
Sachse 28 meinte wohl eher ein große globale Leitkultur, die andere Staaten und Nationen umspannt.
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von edmund27 » 06.02.2016, 21:28

Grufti hat geschrieben:
edmund27 hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:Nach meinem Gefühl hat kein anderes Volk in Europa soviel an eigener Kultur aufgegeben wie die Deutschen in den Grenzen der BRD. Das mit den Opern war nur ein Beispiel, worauf ich mich nicht versteifen möchte.
Dem TE ging es um die LEIT :!: Kultur
Ich glaube du hast Deutschland noch nicht verstanden. Unser Land besteht aus 16 eigenständigen Bundesländern und jedes dieser Länder hat eine eigene Kultur. Und diese Kulturen werden noch gepflegt. Ich empfehle dir mal ein Reise quer durch Hessen und das wirst du merken, wie verschiedene Kulturen hier noch existieren und keineswegs aufgegeben werden. Alleine das Feiern der Faßnacht ist schon unterschiedlich. Wir Hessen feiern deshalb die Faßnacht und keinen Karneval.
Das, was Du schilderst, ist lokale oder allerhöchstens regionale Subkultur.
Sachse 28 meinte wohl eher ein große globale Leitkultur, die andere Staaten und Nationen umspannt.
Und diese globale Leitkultur gibt es garnicht. Welche eigene Kultur sollen wir Deutsche denn aufgegeben haben. Da bringe mal ein paar Beispiele. :mrgreen:
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Grufti » 06.02.2016, 23:30

Ich denke, es gibt allerhöchstens 2 bis 3 Leitkulturen, die sich global nennen können.die angloamerikanische und die islamische. Beide Kulturen durchseuchen mehrere Kontinente, deswegen nenne ich sie ,,global"
Ich habe ganz bewusst nicht das Christentum geschrieben, weil die Süd- und westeuropäischen Kulturen nicht so virulent sind, wie die angloamerikanische.
Es ist sehr schade, dass sich der Sachse nach der Eröffnung dieses Threads zurückgezogen hat.
Ich denke, die chinesische Kultur hat von der Anlage her nicht den Willen, aber auch nicht die Kraft und Energie, es mit den beiden anderen aufnehmen zu können
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von ingo_001 » 07.02.2016, 00:44

Grufti hat geschrieben:Ich denke, es gibt allerhöchstens 2 bis 3 Leitkulturen, die sich global nennen können.die angloamerikanische und die islamische. Beide Kulturen durchseuchen mehrere Kontinente, deswegen nenne ich sie ,,global"
Ich habe ganz bewusst nicht das Christentum geschrieben, weil die Süd- und westeuropäischen Kulturen nicht so virulent sind, wie die angloamerikanische.
Es ist sehr schade, dass sich der Sachse nach der Eröffnung dieses Threads zurückgezogen hat.
Ich denke, die chinesische Kultur hat von der Anlage her nicht den Willen, aber auch nicht die Kraft und Energie, es mit den beiden anderen aufnehmen zu können
Das Christentum gehört aber auch dazu.
Schaue Dir mal Mittel- und Süd-Amerika an.
Der "Virus" mag im Ursprungs-Bereich zwar abgeklungen sein, hat aber doch ganze Arbeit geleistet.

Und nicht zu vergessen, die 600 Jahre Vorsprung, den das Christentum gegenüber dem Islam hat.

Vor 600 Jahren sah das Christentum, was dessen Weise der Ausbreitung und der dogmatischen Lehre betraf, auch nicht anders aus, als der Islam heute.
Man zwangs-missionierte eroberte Gebiete und bekämpfte nicht nur die "Ungläubigen", sondern auch die Christen, die es wagten, den Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche in Zweifel zu ziehen.
Das Gipfelte bekanntlich im 30-Jährigen Krieg.

Nun, 600 Jahre später, tritt der Islam da in die dies bzgl. Fußstapfen, des Christentums.
Auch wenn es die Abspaltung der zwei islamischen Hauptrichtungen schon kurz nach Mohameds Tod gab: Das Ergebnis, was wir heute haben ähneld frapierend, dem o.g. christlichen "Vorbild".
Und eine Lösung kann da letztlich nur innerislamisch gefunden werden.
Die restliche Welt, kann diese exrtremen Auswüchse zwar eindämmen - aber nicht lösen.
Denn diese Versuche würden als "fremdgesteuert" bezeichnet werden.
M.E. auch zu Recht, weil sie eben von Außen kämen und nicht vom Islam selbst.

Und weil Religion nun mal Nichts mit Logik zu tun hat, hilfts auch Nichts, wenn ich auf die Unlogik verweise, die da hinter steht, denn religiöser Glauben und dessen Probleme, wollen gar nicht logisch gelöst werden, weil Religonsführer die Logik fürchten, wie der Teufel das Weihwasser ...

Und die zweite Leitkultur ...
Je mehr ich darüber nachdenke, ist da zwar von Freiheit des Individuums die Rede, de facto hat aber der Kapitalismus (namentlich die Finanzwelt) der Politik, das Zepter des Handelns - präziser die Vorgaben dafür - aus der Hand genommen.

Die Politiker haben die Geister, die sie mit den Reaganomics

https://de.wikipedia.org/wiki/Reaganomics

riefen, einfach nicht mehr unter Kontrolle bekommen.
Und mit dem Beginn der Globalisierung Anfang der 1990er Jahre, war das Primat der Vernunft endgültig Geschichte.
Wenn der Politik ganze Gesetze von der Finanzlobby quasi diktiert werden und die Politiker noch nicht mal verstehen, was sie da beschliessen, dann ist das Nichts anderes als das vorsätzliche und/oder fahrlässige Aus-der-Hand-Geben, dessen wofür sie gewählt wurden: Dem Wohl ihrer jeweiligen Bevölkerungen zu dienen - und nicht dem der Finanzlobby.

Die chin. Regierung hat (noch) die absolute Kontrolle über die Schlüssel-Sektoren ihrer Wirtschaft.
Und ich hoffe inständig, dass sie die auch nicht aus der Hand geben wird.

Diei heutige weltliche Leitkultur hat mehr und mehr Ähnlichkeit mit der der Ferengi aus Star Trek ...
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Yingxiong » 07.02.2016, 01:10

ingo_001 hat geschrieben: Nun, 600 Jahre später, tritt der Islam da in die dies bzgl. Fußstapfen, des Christentums.
Auch wenn es die Abspaltung der zwei islamischen Hauptrichtungen schon kurz nach Mohameds Tod gab: ...
War im Christentum genauso: Die Anhänger von Jesu haben sich nach seinem "Tod" in den arabischen Raum ausgebreitet, die Anhänger von Paulus im Römischen Reich.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Laogai » 07.02.2016, 02:12

Sachse28 hat geschrieben:Was meint Ihr, kann es China in Zukunft als aufsteigender Global Player gelingen, eine Art Leitkultur in anderen Ländern zu installieren und sich gegen die auf Hedonismus basierende amerikanische Kultur durchzusetzen?
Was für eine beschissene Fragestellung! Noch mehr von deiner Weltanschauung konntest du wohl nicht installieren. Äh, implementieren :roll:

Warum nicht einfach nur "Was meint Ihr, wird die chinesische Kultur später mal zur Leitkultur"? Hätte das nicht gereicht?
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von Grufti » 07.02.2016, 04:46

Da Sachse28 von der Gegenwart und mehr von der Zukunft geschrieben hatte, habe ich versucht, engst möglich am Thema zu bleiben, und meine Gedanken dazu entsprechend zu entwickeln.
Historische Exkursionen sind beim vorgegebenen Thema relativ überflüssig, da sie ins Unendliche führen.

Das Christentum war bis zum Ende des Kolonialismus die einzige vorherrschende "globale " Leitkultur auf der Erde, da es über die westlichen Imperialistischen Mächte als Vorwand für weltweite Eroberungen und Unterjochung und Ausbeutung der Völker gedient und alle Bereiche des Lebens durchdrungen hatte. Aber das ist jetzt obsolet

Alles, was ich zu diesem Thema zu schreiben hatte, habe ich geschrieben...

nein: Laogai hat mit seinem obigen Posting wieder fast alle meiner negativen Erwartungen erfüllt.. :(

bin mal gespannt, ob dieser Thread am 21.2.immer noch existiert :roll:
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Re: ? Chinesische Leitkultur

Beitrag von kleiner kaiser » 07.02.2016, 15:24

Jetzt mal abgesehen von der Politik, wenn ich mir so einige, wenn nicht sogar die meisten der chinesischen Damen (und natürlich auch Männer, die das mitmachen) ansehe - vor allem die, die ab Anfang der 80er Jahre geboren sind - kommt es mir so vor, als ob sich die "Chinesische Leitkultur" auf die Wichtigkeit der eigenen Familie, die des Essens und natürlich des Geldes bzw. Äußerlichkeiten wie dem Hecheln nach Markenprodukten, um damit anzugeben beschränkt. Und wer für letzteres nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, der würde sie halt gerne haben.

Da braucht man sich hier nicht über den "amerikanischen Hedonismus" mokieren.

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