Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

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Bernhard
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Bernhard » 27.08.2013, 21:38

na ja, jeder hat andere Vorstellungen, was "aufregend" ist. Ansonsten stimme ich deinem vorigen Beitrag weitestgehend zu.

Trotzdem würde mich interessieren, ob du einen sanften (oder nicht ganz so sanften) Zwang zur Familiengründung befürwortest. Dein vorletzter Beitrag klang für mich danach. So etwas läuft auch in China ab, und zwar massiv. Ich halte das aber nur sehr bedingt für gut.

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Katti » 27.08.2013, 21:58

ich finde Zwänge in dieser Art nicht gut und würde meine Kinder auch nicht in eine Ehe drängen, auch wenn es meinen Wertevorstellungen widerspricht

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Laogai » 27.08.2013, 22:05

Bernhard hat geschrieben:
jackie_chan hat geschrieben:Bedeutet eine Scheidung nicht einen herben Gesichtsverlust in China?
oh ja, eine Scheidung bedeutet einen Gesichtsverlust in China (teilweise wohl auch einen "herben"). Und die Chinesen nehmen die Ehe ernst, deutlich ernster als viele Leute hier. Dass eine Ehe nicht für die Ewigkeit angelegt sein soll, ist den allermeisten Chinesen fremd.
Hmmm, die Zeiten sind meines Wissens aber schon vorbei. Sich scheiden zu lassen geht wie schon angesprochen schnell und unkompliziert und besonders die städtische Mittel- und Oberschicht macht davon regen Gebrauch. Siehe dazu auch hier (aus einer schnellen Google-Suche).
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Bernhard » 27.08.2013, 22:41

Laogai hat geschrieben: Und die Chinesen nehmen die Ehe ernst, deutlich ernster als viele Leute hier. Dass eine Ehe nicht für die Ewigkeit angelegt sein soll, ist den allermeisten Chinesen fremd.
Hmmm, die Zeiten sind meines Wissens aber schon vorbei. Sich scheiden zu lassen geht wie schon angesprochen schnell und unkompliziert und besonders die städtische Mittel- und Oberschicht macht davon regen Gebrauch. Siehe dazu auch hier (aus einer schnellen Google-Suche).[/quote]
Dass einvernehmliche Scheidungen in China sehr leicht zu bewerkstelligen sind, ist allgemein bekannt. Die Scheidungsrate steigt auch, zumal in den Städten.

Das Ehen scheitern, ist logisch. Ich meinte nur, diese "abgeklärte" (oder soll ich sagen abgebrühte) Vorstellung, dass Ehe wohl sowieso nicht ewig halten wird, habe ich bei Chinesen noch nicht gefunden. In Deutschland scheint das zumindest in manchen Kreisen die normale Denkweise zu sein.

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Phytagoras » 27.08.2013, 23:31

Mir gings ja nicht darum, dass sie jung heiraten, aber dass junge Frauen schnell heiraten.

Die Story, die mir meine Freundin heute erzählt hat war, dass ne gute Freundin von ihr mit ihrem Freund seit 6 Monaten zusammen ist (sie kannten sich davor aber schon), und schon im November die Hochzeit ansteht.
Andere Bekannte oder Schulbekannte, die ihren Partner auch mal so nen paar Monate kannten, für die stand die Hochzeit auch schon schnell an.

In irgendsoner Kuppelshow war auch eine 25 jährige, die nen Freund gesucht hat. Wichtig für sie war nicht, wie er aussieht oder wieviel Geld er hatte, sondern dass sie schnell heiratet...


Ich frag mich da einfach, wie naiv man eigentlich sein muss, dass es so schnell geht. Man kennt sich in dieser Zeit eigentlich kaum und in den meisten Fällen lebt man ja erst ab der Heirat zusammen, wenn die Eltern des Paares dem Kind ne Wohnung kaufen. Daher weiß man nichtmal, wie überhaupt ein gemeinsames Zusammenleben abläuft.
Aber doch schon heiraten wollen.

Das ist einfach irgendwie etwas, was ich nicht verstehe. Meine Freundin sagt mir immer, dass ich mich doch für sie freuen solle, aber meiner Meinung nach wird daraus wohl in vielen Fällen später das "Nebeneinanderherleben", weil es doch nicht der richtige Partner war, aber man sich nicht so früh scheiden will....

Fuck. Ich kenn da sogar eine, die hat ihren (deutschen) Freund betrogen, aber werden bald heiraten, obwohl sie rein von der Zeit her nichtmal 2 Monate zusammengelebt haben....

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Laogai » 27.08.2013, 23:50

Phytagoras hat geschrieben:Das ist einfach irgendwie etwas, was ich nicht verstehe. Meine Freundin sagt mir immer, dass ich mich doch für sie freuen solle, aber meiner Meinung nach wird daraus wohl in vielen Fällen später das "Nebeneinanderherleben", weil es doch nicht der richtige Partner war, aber man sich nicht so früh scheiden will....
Hier stehen sich wohl zwei Denkweisen gegenüber. In China (wie auch in Deutschland/Europa vor nicht all zu langer Zeit) geht man davon aus, dass Mann/Frau sich mit jeder/jedem arrangieren kann. Im Europa/Deutschland der Neuzeit hingegen ist man auf den "richtigen Partner" ausgerichtet.
Beide Denkweisen enthalten natürlich gewisse Trugschlüsse :idea:
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Phytagoras » 28.08.2013, 02:07

Schon klar.

Nur manchmal kommt mir das dann eher so wie nen Schnellschuss in China vor. Wie die "Liebe", die man hier Deutschland in der Pubertät spürt, angeheizt von chinesischen/taiwanischen Dramen über die "True Love" (und Markengeilheit).

Ich will damit natürlich nicht sagen, dass sowas keine Chance hat, nur wenn ich manchmal die jungen Paare sehe, wirkt es eher wie ne Zweckgemeinschaft, als wie ne funktionierende Ehe mit dem Fundament der Liebe.

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Kristobalito » 28.08.2013, 02:53

also ich kann nur aus persoenlicher Erfahrung meines Bekanntenkreises und aus Gespraechen mit CN Freunden sprechen... (Und ich bin mir sicher das es auch hier in CN regionale und 'Klassen'-bedingte starke Unterschiede gibt.)

Aber hier im Grossraum von Shanghai ist das Leben vieler (nicht-reicher) Chinesen meines Erachtens nach stark von dem Gefuehl gepraegt das es zuviele 'Mitwerber' im Leben gibt und man deswegen schnell sein bzw. draengeln muss um mithalten zu koennen und nicht in der Masse zurueckzubleiben.

Ist eigentlich egal bei was: beim Anstehen bei Aufzuegen, Metros, im Verkehr, beim haeufigen Jobwechsel (um immer wieder eine groessere Gehaltserhoehung zu bekommen), beim Treffen mit den Studienkollegen wo jeder erzaehlt welche Position und welches Einkommen er/sie jetzt hat...

Vielleicht trifft diese Mentalitaet / dieses Gefuehl auch ein bisschen auf die Partnerwahl zu. So nach dem Motto: wenn ich mich nicht jetzt entscheide wird's spaeter vielleicht nix mehr.

Die vorigen Kommentare ueber Druck durch die Eltern, und gesellschaftlichen Druck fuer Frauen noch unter ca. 27/28 zu heiraten kann ich nur bestaetigen. Einige Freunde und vor allem Freundinnnen haben mir erzaehlt das sie inzwischen gar nicht mehr gerne nachhause zu Ihren Eltern fahren (in der Provinz, Kinder in der Grossstadt) - da alle Verwandte dort nur noch das eine Thema: Heirat - ansprechen...

Und die 'Schitzofrenie' zwischen den romantischen Liebesvorstellungen der Popsongs und Filme im Kontrast zur Realitaet vieler Zweckehen gibt es ja nicht nur hier.

Vor allem denke ich auch das die Vorstellungen was ein 'guter Partner' sein soll, einfacher sind als in Deutschland. Bei 'uns' sollte man sich ja wirklich tief verstehen, gute Freunde sein, gleiche Interessen und Werte haben, im Bett muss es passen, die Urlaubs/Freizeitvorstellungen sollten nicht zu weit auseinander liegen... Es geht fuer Viele um die Suche nach einem wirklichen Pendant das sehr gut zu einem als ausgeprägtem Individuum passt.

Hier in CN denke ich sind die Anforderungen ein bisschen gemaessigter. Z.B. muss der Mann von allem was ich so vernommen habe erst mal Sicherheit in Form von Geld/Job (reiche Familie/Einzelkind) bieten, dann noch höflich/freundlich sein, loyal und ehrlich ... und dann wenn's geht auch noch gut aussehen. Wenn die ersten paar Faktoren stimmen, kann Frau ja auch mal ein Auge zudruecken. Aber von wegen und Hobbys und Freizeit / Lebensziele / individuelle Wertesysteme / politische Einstellung..... Das scheint mir bei den meisten meiner Bekannten eher hinten angestellt zu sein. Bei der Auswahl einer weiblichen Partnerin ist das Aussehen dahingegen weitaus wichtiger... Ich finde es immer wieder erstaunlich das meine maennlichen Freunde sich so fuer die kleinen 'Prinzessinen' interessieren die fast keine Hobbys haben ausser einkaufen und essen... oh well.

So, jetzt hab ich mal wieder viel zu viele Verallgemeinerungen ausgesprochen die nur eingeschraenkt zu sehen sind... Ich habe auch einige CN Freunde/Freundinnen die das Gegenteil von vorig beschriebenem leben und trotz Geld u/o gutem Aussehen noch Single sind und Ihre Freizeit geniessen... Vielleicht sind sie die Vorreiter einer ganz anderen Generation...
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von no1gizmo » 28.08.2013, 05:51

Familie ist in China eher ein Statussymbol als in Deutschland.

Wenn ich in Deutschland vor Männlein und Weiblein angeben möchte, brauche ich nen cooles Auto, einen interessanten Job, viele aufregende Reisen (möglichst mit ein paar Extremsportarten), jedes Wochenende ne neue Olle am Start und natürlich FREIHEIT (also auch Ungebundenheit).

Familie gehört erstmal nicht dazu, erst später, wenn man sich "zur Ruhe setzen" möchte. Wer in Deutschland früh heiratet, gilt teilweise als Versager. "Aha, sie/er glaubt wohl selbst schon, dass er/sie keine mehr abbekommen könnte, also schnell in die Bindung".

Schöne erfolgreiche Menschen in Deutschland scheinen meiner Erfahrung auch später zu heiraten. Ich würde sogar sagen, je attraktiver und erfolgreicher die Person, desto später.

Wenn man in Deutschland mit Familie angeben möchte, dann mit wahrer Liebe und wahrem Glück. Dafür muss halt der/die Richtige gefunden werden ("Mr. Right"). Der/die Richtige definiert sich nicht nur hinsichtlich der Starteinstellungen, sondern auch der Anpassungsfähigkeit, denn die anderen zuvor erwähnten Prioritäten im Groben bleiben, muss es eben eine Person sein, die möglichst gut zu den eigenen Werten, Einstellungen und Hobbys passt. Ich sage immer: "Heirate niemanden, mit dem du noch nicht mindestens ein Jahr zusammen gelebt hast!". Das rate ich noch immer.. Und auf die Frage "Soll ich sie wirklich heiraten?" antworte ich: "Wenn da, wo dein Weib ist, automatisch dein zu Hause ist, dann ja, sonst nicht"

In China wird angegeben mit ner eigenen Bude, einer coolen Karre, einer Karriere (möglichst mit Auslandsaufenthalten) und der eigenen Familie. Familie ist in China viel mehr Statussymbol als in Deutschland. Männer wünschen sich eine möglichst hübsche Frau aus gutem Hause, Frauen einen möglichst erfolgreichen Mann. Frauen haben da schnell die Sorge, keinen guten Mann mehr zu finden oder sogar mit 30 Jahren als "Restfrau" vor ihren Freunden, Bekannten und der engen Familie da zu stehen. Ist schon gruselig für ne 25jährige hier in China. Eine Freundin meiner Frau heiratet auch jetzt im Oktober. In nur einem Jahr hatte sie beinahe drei Kandidaten (zwei davon übrigens mit Dr-Titel). Ihren jetzigen kennt sie vier Monate oder so.

Besonders schlimm ist es bei Frauen mit vielen Freundinen im gleichen Alter. Wenn 50% von denen nur irgendeinen entscheidenen Schritt gemacht haben (Klassiker: Wohnung gekauft, Auto gekauft, geheiratet, schwanger), bricht bei den übrigen stichwörtlich panischer Handlungsdrang aus. Frau möchte ja nicht doof dastehen, entweder angeben oder Gesicht verlieren, viel Zwischenraum gibts da nicht. Hier in China gilt doch auch derjenige als erfolgreich, der sein Studium schnell geschafft hat, dann eine Karriere als Manager startet, dann eine Wohnung kauft und die Familie gründet. Wer mit 23 Jahren eine Familie gründet gilt in China, sofern keine anderen Tatsachen dagegen sprechen, generell als erfolgreicher als jemand, der erst mit 28 Jahren eine Familie gründet.

Bei den Männern in China ist es ähnlich, jedoch - so vermute ich - nur, weil man ihnen ständig vor Augen führt, dass es zu wenige Weiblein gibt und die Anforderungen hoch sind. Ein chinesischer Mann mit nicht-reichen Eltern möchte ich in China wirklich nicht sein...

Anderseits gibts für Männer in einer chinesischen Ehe doch auch nicht viel zu fürchten. Ich denke, viele chin. Männer planen eine gewisse Karrenzzeit nach der Heirat ein, nach der sie mit Nebenfrauen anfangen können. Um die Kinder und sonstige Familienangelegenheiten kümmert sich ja die Frau, wenn nicht die Omas. Also warum mit dem Heiraten warten?
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Podi » 28.08.2013, 06:04

Hi,

Meine Frau (cn) hat dazu eine Gegenfrage:
Warum heiraten die deutschen so spät?

Ich denke das ist in Deutschland wie in China bedingt durch die Bildungswege die die Paare durchlaufen. In China ist die Hochzeit ein Teil des erwachsens werden, "ich habe geheiratet, ich kann Verantwortung übernehmen und tue die auch". Daher kommt die Hochzeit meist nach dem Studium, da aber viele nicht so eine lang dauernde Ausbildung genießen kommt dieser Schritt eben früh.

In Deutschland hingegen sind viele auf eine gute (und somit lang dauernde) Ausbildung fixiert, was das erwachsen werden hinauszögert. Ich selbst habe meine Frau auch nach dem Studium geheiratet, in meinem Freundeskreis hatten sich manche anmerken lassen das sie dies zu früh finden, vergleiche ich mich aber mit meinen alten Klassenkameraden, die nach der Hauptschule eine Ausbildung gemacht haben und jetzt schon 5+ Jahre arbeiten, stelle ich fest dass ich spät dran bin, die meisten haben schon geheiratet...

Der Zeitpunkt ist also "klassenbedingt" (auch wollen die deutschen nicht mehr erwachsen werden)

Grüße Podi

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Squire » 28.08.2013, 10:17

Richtig - ich denke auch, dass das Heiratsalter mehr oder weniger von der Ausbildungszeit bestimmt ist.

Wenn ich so darüber nachdenke ... viele mit Hauptschule/Realschule ... mit 15/16 aus der Schule raus. 3 Jahre Ausbildung ... also mit 18 oder 19 ausgelernt ... mit Anfang/Mitte Zwanzig wird geheiratet und dann Haus gebaut (zumindest oft so im ländlichen Raum).

Damals bei mir ...
... Gymnasium ... also mit 19 oder 20 aus der Schule raus ... (15 Monate Bundeswehr), dann Studium (bei mir damals offizielle Regelstudiendauer 9 bzw. 10 Semester) ... dann jobbst neben dem Studium um das zu finanzieren und schwupps bist fast 30 Jahre und hast noch nicht mal nen richtigen Job ... dass man dann nicht vorher geheiratet hat ist aj eigentlich auch klar oder?

Wenn nun heute durch die verschulte Ausbildung die Zeiten wieder kürzer werden, dann heiraten die Leute auch wieder früher. Wenn ich mir so die Twens bei uns im Unternehmen anschau ... da wird dann Anfang/Mitte zwanzig geheiratet. Und wer an der Uni jetzt studiert ist auch deutlich früher fertig, da kein Wehr/ersatzdienst mehr geleistet werden muss und die Bachelor Studiengänge in 6 Semestern durchgehechelt werden.
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Phytagoras » 28.08.2013, 12:34

Es ging mir ja nicht um den Zeitpunkt des Heiratens, sondern um die Schnelligkeit, seitdem man zusammen ist.

Ob man nach dem Studium direkt heiratet oder noch wartet, spielt da ja keine Rolle, sondern ich finde es eher komisch, dass, wenn man gerade mal 6 Monate zusammen ist und davon nichtmal 1 Monat zusammengelebt hat, man direkt heiratet.
Das kommt einfach für mich etwas naiv rüber. In 6 Monaten kennt man den Partner, so würde ich behaupten, immer noch erst oberflächlich und weiß gar nicht, wie es überhaupt ist mit ihm zusammenzuleben.
Er könnte den ganzen Tag am PC hängen (bei solchen Paaren war ich schon öfters), sie hingegen nix machen, da sie keine Hobbies hat.
Besonders schlimm ist es bei Frauen mit vielen Freundinen im gleichen Alter. Wenn 50% von denen nur irgendeinen entscheidenen Schritt gemacht haben (Klassiker: Wohnung gekauft, Auto gekauft, geheiratet, schwanger), bricht bei den übrigen stichwörtlich panischer Handlungsdrang aus.
Die meisten kriegen ja mit der Hochzeit direkt die Wohnung von den Eltern gekauft. Ich habe das bei der Cousine meiner Freundin gesehen. Werden bald heiraten, haben erste Wohnung bekommen und schon bei der Renovierung stellte sich teilweise heraus, dass der Freund der Cousine irgendwie... "asig" war. Er hat einfach Kippen beim Renovieren auf den Boden geworfen, war lustlos dazu und sowas, hatte ich mitbekommen.

Bei meiner Freundin hieß es dann "Oh. Sie haben ne Wohnung. Wie schön", worauf ich nur antworten konnte, dass ihre Cousine reich ist und sowas keine Selbstverständlichkeit darstellt. "Aber das ist doch so schön eine eigene Wohnung zu haben."

_______________________________

Die Frage im Ausgangspost kam mir halt, weil ich gestern erfahren hatte, dass ne gute Freundin meiner Freundin jemanden heiratet, mit dem sie gerade mal 4-5 Monate zusammen ist....

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von mario.s » 28.08.2013, 13:19

Wobei das lange vorherige Zusammenleben ja nun auch nicht unbedingt ein Garant fuer eine erfuellte Ehe ist.

Wenn ich hier mal aus dem Naehkaestchen plaudern darf, dann ein paar Eckdaten zu meiner ersten Ehe: Wir waren acht Jahre lang zusammen, bevor wir uns gemeinsam entschieden hatten, nun diesen entscheidenden Schrit zu gehen. Drei Monate nach der Hochzeit fand sie ihren Arbeitskollegen auf einmal viel interessanter. In dem Moment einfach dumm gelaufen. Mittlerweile ist sie mit ihm gluecklich verheiratet.

Und auch ich habe mein Glueck bei einer anderen Frau gefunden. Zugegeben, die Visumsproblematik hatte hier in gewissem Masse ebenso zur schnellen Hochzeit beigetragen, doch das war bei Weitem nicht der einzige Grund. Es passte und stimmte eben alles. Weshalb dann also warten?

In dieser Hinsicht schaue ich immer wieder beeindruckt in die Chinesische Richtung und mit belaechelndem Kopfschuetteln in die andere. Wenn sich die Gelegenheit bietet, dann geht der Chinese (relativiert: die Chines(inn)en, mit denen ich mich umgebe) recht pragmatisch geradewegs seinen Zielen nach und ergreift die Initative. In good old Germany wird abgewaegt, Hin und Her ueberlegt, gezoegert, gehadert, auf der Stelle stehen geblieben, und meist einfach nur abgewartet, bis die Entscheidung sich (fast) von selbst faellt. Nicht nur, aber auch in Sachen Beziehungen.

Anders koennte man sich ja auch nicht darueber beklagen, dass etwas nicht passt, oder die Schuld bei anderen oder den Umstaenden suchen. Man selbst hatte sich ja noch nicht entschieden. Das macht einfach mehr Spass als eine Entscheidung zu faellen, zu ihr zu stehen, oder eben aus ihr zu lernen, wenn sie nicht zum gewuenschten Ergebnis gefuehrt hat... :twisted:

Ich war ja selber nicht anders. Umso freudiger schaue ich auf die 12 Tage vor dreieinhalb Jahren zurueck, nach denen ich wusste, dass ich diese meine jetzige Frau ehelichen und mit ihr eine Familie gruenden will. :wink:
世上无难事,只怕有心人。 - Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.
(Chinesisches Sprichwort)

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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von mario.s » 28.08.2013, 13:29

Phytagoras hat geschrieben:Er könnte den ganzen Tag am PC hängen [...]
Das mache ich - by the way - mittlerweile auch (wieder). Damit verdiene ich naemlich mein Auskommen. :wink:
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Re: Allgemeine Frage: Warum heiraten Chinesen so schnell?

Beitrag von Podi » 28.08.2013, 13:41

Ich denke solche schnelle Hochzeiten sind bei weitem nicht die Regel, die meisten werden meines wissen nach wie auch in Deutschland üblich geschlossen, vielleicht nur ein bisschen früher.

Bei solchen schnellen Hochzeiten ist tatsächlich zu vermuten dass das alter der Frau eine Rolle spielte. Auch wenn die jungen Chinesen weniger ein Problem sehen wenn eine Frau spät heiratet ist der Druck der Verwandtschaft doch immer noch enorm.

Ps.: Meines Wissens kaufen die Eltern des Mannes die Wohnung, die der Frau richten sie dann ein. Die Eltern des Mannes sind natürlich immer gespannt darauf zu sehen was für Möbel diese gekauft haben, es soll wohl Firmen geben die für den Anlass exklusive Möbel verleihen...

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