Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrumpfen

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ingo_001
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Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrumpfen

Beitrag von ingo_001 » 12.07.2013, 22:49

Folgendes sollten sich gerade diejenigen durchlesen, die meinen China hätte nur auf Uni-Absolventen aus Deutschland gewartet, die außer ihrem Uni-Abschluss nichts weiter zu bieten haben.

Letzte Woche im D-Radio gehört:

Jedes Semesterende verlassen 7 Mio. (7.000.000) Absolventen die chin. Unis.
Es kommen also jedes Jahr 14.000.000 Uni-Absolventen auf den chin. Arbeitsmarkt.
Durch dieses Überangebot (in allen Bereichen) können die Firmen natürlich die Gehälter drücken.
In Guangzhou, Shanghai und Beijing seihen Gehaltsangebote z.B. für Uni-Absolventen des IT-Bereichs von 1.500 - 2.000 Yuan (NICHT EURO) mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.
Stundenlanges Schlangestehen (mit z.T. 100 und mehr Hoffenden) ist mittlerweile auch gängige Praxis.
Von den unzähligen Bewerbungen ganz zu schweigen.

Die Jobsuchenden Uni-Absolventen, sagten in den Interviews, dass die Realität mittlerweile nichts mehr mit der althergebrachten Weisheit, dass Uni-Absolventen per se gut bezahlte Jobs bekommen, zu tun hat.
Kurierfahrer kämen z.B. locker auf 3.000 - 4.000 Yuan。
Es wurden noch andere nichtakademische Berufe genannt, die auch mehr Gehalt bekommen, die habe ich jetzt aber nicht mehr im Gedächtnis.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von cmstein » 13.07.2013, 03:02

ingo_001 hat geschrieben:Folgendes sollten sich gerade diejenigen durchlesen, die meinen China hätte nur auf Uni-Absolventen aus Deutschland gewartet, die außer ihrem Uni-Abschluss nichts weiter zu bieten haben.
Du kannst aber nicht den chinesischen Uniabschluss mit einem deutschen vergleichen. Das ist mehr so eine Art Realschulabschluss :lol:

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ingo_001
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von ingo_001 » 13.07.2013, 12:00

cmstein hat geschrieben:Du kannst aber nicht den chinesischen Uniabschluss mit einem deutschen vergleichen. Das ist mehr so eine Art Realschulabschluss :lol:
Was aber immer noch mehr gelten durfte als ein "nackter" dt. Uni-Abschluss - oder kennst Du einen chin. Arbeitgeber, der dt. und/oder engl. lernen würde, um ihn zu verstehen? :mrgreen:

Ich geh mal davon aus, dass 99,9999999999 % der chin. Arbeitgeber chin. Uni-Absolventen bevorzugen.
Ich rede hier bewusst nur von den Uni-Absolventen ohne jegl. Berufserfahrung oder Extra-Qualifikationen.
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von litti72 » 13.07.2013, 14:16

cmstein hat geschrieben:Du kannst aber nicht den chinesischen Uniabschluss mit einem deutschen vergleichen. Das ist mehr so eine Art Realschulabschluss :lol:
Das sehe ich genau so. Alle Ings., die frisch von der Uni bei uns angefangen haben, waren vom Niveau her ..., nun vielleicht mit einem technischen Gymnasium vergleichbar. Wirklich gut waren und sind bei uns nur die, die in Deutschland studiert haben. Und die fangen dann auch nicht für 2000 Yuan an.
Und was mich immer wieder erstaunt: Deren geschriebenes Englisch ist meist recht manierlich, nur verstehen oder gar sprechen, geht gar nicht.

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Phytagoras
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von Phytagoras » 13.07.2013, 14:30

Ich muss aber auch sagen, dass viele von den Uni-Abgängern einfach dumm wie Brot sind. Ein Bekannter von mir war an der besten Pekinger Uni, wo eigentlich nur die chinesischen "Streber" angenommen werden, da man nen perfektes Gaokao haben muss.

Er erzählte mir, dass sie einfach nur dumm sind. Es ging da irgendwie um die Frage, was in der Zukunft wichtig sei und wo man investieren sollte. Einer sagte Tencent mit dem Argument "Das nutze ich ja! Wird schon gut sein."
Ein anderer meinte "In staatliche Firmen. Die chinesische Regierung hat uns soviel gegeben, da müssen wir auch was zurückgeben."
Gab noch einige andere dumme Antworten.
Er meinte mit guten Argumenten "Erneuerbare Energien wie Windkraft, Wasserkraft etc."

Das hat der Prof nichtmal an die Tafel geschrieben, Tencent und staatliche Unternehmen und alles andere stand schon dran.

Und das auf der "Elite"-Uni Chinas....


Auch als ich etwas für die Freundin meiner Freundin für ihre Bachelorarbeit übersetzen sollte ins Englische, konnte man sehen, dass das Niveau einfach voll niedrig ist. Gar keine Analyse o.ä., sondern einfach nur ne Art Zusammenfassung von den Quellen, die man findet.

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von sweetpanda » 13.07.2013, 15:37

Phytagoras hat geschrieben:Ich muss aber auch sagen, dass viele von den Uni-Abgängern einfach dumm wie Brot sind. Ein Bekannter von mir war an der besten Pekinger Uni, wo eigentlich nur die chinesischen "Streber" angenommen werden, da man nen perfektes Gaokao haben muss.

Er erzählte mir, dass sie einfach nur dumm sind. Es ging da irgendwie um die Frage, was in der Zukunft wichtig sei und wo man investieren sollte. Einer sagte Tencent mit dem Argument "Das nutze ich ja! Wird schon gut sein."
Ein anderer meinte "In staatliche Firmen. Die chinesische Regierung hat uns soviel gegeben, da müssen wir auch was zurückgeben."
Gab noch einige andere dumme Antworten.
Er meinte mit guten Argumenten "Erneuerbare Energien wie Windkraft, Wasserkraft etc."

Das hat der Prof nichtmal an die Tafel geschrieben, Tencent und staatliche Unternehmen und alles andere stand schon dran.

Und das auf der "Elite"-Uni Chinas....


Auch als ich etwas für die Freundin meiner Freundin für ihre Bachelorarbeit übersetzen sollte ins Englische, konnte man sehen, dass das Niveau einfach voll niedrig ist. Gar keine Analyse o.ä., sondern einfach nur ne Art Zusammenfassung von den Quellen, die man findet.
Ich hatte während meines Studiums viel Kontakt zu Chinesen und kann sagen, dass die auch nur mit Wasser kochen. Ich habe einigen bei Klausurvorbereitungen geholfen und bin teilweise einfach zu manchen gar nicht durchgedrungen. Es lag aber nicht an Sprachprobleme sondern irgendwas anderes.
Richtiger Scharfsinn wird in deren Schulsystem einfach nicht gefördert.
In anderen Diskussionsbeiträge überbieten sich hier deutsche Ingenieure welche riesigen Gehälter, Boni, Wohnungen usw. ihnen in China beinahe aufgedrängt werden; kaum möglich wenn sie nicht einfach viel besser wären als Chinesen.
Vielleicht bin ich wieder zu scharfsinnig, aber man könnte den Vorschlag in staatliche Unternehmen zu investieren als einschleimen beim Professor interpretieren. Der Professor ist vielleicht Parteimitglied :idea:
„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben so trübsinnig machen.“

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von dakine » 13.07.2013, 15:42

sweetpanda hat geschrieben: Vielleicht bin ich wieder zu scharfsinnig, aber man könnte den Vorschlag in staatliche Unternehmen zu investieren als einschleimen beim Professor interpretieren. Der Professor ist vielleicht Parteimitglied :idea:
An der Peking Universität oder der Tsinghua sind die meisten Studenten auch Parteimitglied (auf Probe).

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von Phytagoras » 13.07.2013, 15:57

Genau. Tsinghua war es glaub ich, an der mein Bekannter jetzt das halbe Jahr studiert hat. Es gibt da noch einige andere Stories, die er mir da erzählt hat, die mich echt glauben lassen, dass zwar das Gaokao scheiße schwer sei, die universitäre Ausbildung jedoch Kindergartenniveau...

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von sweetpanda » 13.07.2013, 16:05

dakine hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben: Vielleicht bin ich wieder zu scharfsinnig, aber man könnte den Vorschlag in staatliche Unternehmen zu investieren als einschleimen beim Professor interpretieren. Der Professor ist vielleicht Parteimitglied :idea:
An der Peking Universität oder der Tsinghua sind die meisten Studenten auch Parteimitglied (auf Probe).
Wusste ich nicht, aber meine Unterstellung trifft also voll in Schwarze.
Da schaukelt man sich also lieber gegenseitig die Eier, als echte Gedanken zu machen.
Ist doch schön...
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von derVilk » 13.07.2013, 17:05

Und was mich immer wieder erstaunt: Deren geschriebenes Englisch ist meist recht manierlich, nur verstehen oder gar sprechen, geht gar nicht.
Google Translator ;)
Ich muss aber auch sagen, dass viele von den Uni-Abgängern einfach dumm wie Brot sind. Ein Bekannter von mir war an der besten Pekinger Uni, wo eigentlich nur die chinesischen "Streber" angenommen werden, da man nen perfektes Gaokao haben muss.
Noch etwas, was mir hier bei den Unis aufstoesst:
Stellenweise heisst ein Abschluss ja noch nicht einmal dass derjenige etwas von seinem Fach versteht, bzw. die noetigen Vorlesungen besucht hat. Das mit Parteimitglied wurde ja bereits angesprochen.
Es kommt auch vor, dass etwas wohlhabendere Eltern beim "Teacher's Day" den Lehrern feinste Handtaschen oder aehnliches mitbringen, damit dem Sproessling extra Aufmerksamkeit zuteil wird. Im Gegenzug bekommt der Student bspw. die Pruefungsantworten zugesteckt oder evtl. Pflichtpraktika o.ä. werden einfach als abgeschlossen angegeben.
Da habe ich schon konkrete Beispiele von einigen auch reputableren Unis in China gehoert, was mich schon etwas erstaunt hat.

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von sweetpanda » 13.07.2013, 17:18

Ist doch gut. Je korrupter deren Ausbildungssystem ist, umso länger können wir unseren Lebensstandard halten.
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von Hendrik » 13.07.2013, 17:29

Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrumpfen
Das gleiche gilt mittlerweile auch in Deutschland. Zumindest in der Softwarebranche in Deutschland sind die Löhne stark unter Druck.
.

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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von edmund27 » 13.07.2013, 19:27

Aber warum studieren eigentlich dort noch Deutsche, wenn die Qualität so schlecht ist ? :mrgreen:
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von belrain » 14.07.2013, 02:13

edmund27 hat geschrieben:Aber warum studieren eigentlich dort noch Deutsche, wenn die Qualität so schlecht ist ? :mrgreen:
Gute Frage.
Wenn ich gehässig wäre würde ich sagen, damit sie eine Chance haben einen Studienabschluss zu machen. Bin aber nicht gehässig :mrgreen:

In erster Linie werden sie wohl dort studieren wegen der Sprache und wegen der Auslandserfahrung. Ich weis nicht, wie das Niveau von Betriebs- und Sozialwissenschaften ist, aber im Maschinenbau mache ich die gleichen Erfahrungen wie o.g.
Es gibt aber auch Ausnahmen, die sind aber eher von der jeweiligen Person abhängig als von den Unis.
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Re: Akademikerüberschuß in China lässt deren Gehälter schrum

Beitrag von ingo_001 » 14.07.2013, 12:10

Jungs, Ihr driftet irgendwie von der ursprünglichen Thematik ab.

Die Löhne werden durch das Überangebot an Uni-Absolventen gedrückt, d.h., die (wie gesagt) chin. Arbeitgeber haben nichts an der mehr oder weniger vorhandenen Qualität auszusetzen.
Ich behaupte sogar, dass die 99,999999 % genau diese Absolventen wollen.
Die sind leichter zu handlen, akzeptieren letztlich diese Gehältern und sprechen chinesisch.

Und darauf bezogen, werden frische dt. Uni-Absolventen ... von den chin. Firmen nicht direkt vom jeweiligen dt. Uni-Campus gen China "shanghait" werden :mrgreen:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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