"Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

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"Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von ElStudente » 17.02.2012, 15:34

Siehe Titel. Diesen Spruch habe ich neulich gehört, als ich mit einem Chinesen darüber geredet habe, welche Auswahlkriterien chinesische Frauen bei Männern haben. Es ging außerdem um die weltberühmte Korruptheit des Landes und seine von Geldgier zerfressenen Bewohner.

Er meinte wohl, dass irgendeine Frau aus Shanghai (oder Peking, ich weiß es nicht mehr) diesen Spruch abgelassen haben soll, der wohl stellvertretend für einen Großteil (NICHT ALLE!) jungen Chinesinnen gelten soll. Ein wenig Internetrecherche brachte dann noch ein paar Fakten auf den Tisch: So muss man als Mann beim ersten Date schon seine ganze finanzielle Situation offenlegen um zu beweisen, dass man nicht mittellos ist. Als Westler ist das natürlich nicht notwendig, da man selbst als Hartz4-Empfänger schon 3mal so viel Geld hat, wie der Durchschnitts-Chinese.

Ist an diesen Erzählungen was dran? Beim googlen des Satzes fand ich auch eine Reihe von Treffern, mein Bekannter hat sich den Spruch also sicher nicht ausgedacht!

Bitte um Meinungen :-)
(abseits von "China ist super, China ist toll. In China gibt es nicht mehr oder weniger Korruption als in anderen Ländern. etc. etc...)

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von Shenzhen » 17.02.2012, 15:48

Ach elstudente erspar uns doch lieber solche Beitraege und verwende deine Zeit zum studieren. Wenn du auch nur eine Sekunde ueber China und dessen Sozialsystem nachdenken wuerdes wuerdest du evtl. dahinter kommen...
Gleiches wirst du in allen Entwicklungslaendern finden, was meinst du wie der Spruch in Indien oder Afrika lautet?

Besser weinend im TukTuk als lachend den Kohlekorb auf dem Kopf?
oder
Besser weinend auf dem Esel als lachend als Knochengeruest in der Wueste?

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tanzhou
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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von tanzhou » 17.02.2012, 16:18

Shenzhen hat geschrieben:...Besser weinend im TukTuk als lachend den Kohlekorb auf dem Kopf?
oder
Besser weinend auf dem Esel als lachend als Knochengeruest in der Wueste?
Mensch, Shenzhen, Du kannst ja bisweilen mal richtig amuesant sein. Meine Frau schaut mich gerade wie ein Auto an, wieso ich so laut lache! :lol:

@ElStudente: Also ich weiss nicht, woher Du immer diese merkwuerdigen Ideen Deiner Nachfragen nimmst, fehlt Dir in Deinem Doktoranten-Dasein die intellektuelle Herausforderung oder hast Du Langeweile, unterfordert ... (Ach, ich vergass, Du bist ja gerade auf einer chin. Uni, dass nimmt man so nebenbei mit ...) :roll:

Deine Hartz4 Bemerkung, insbesondere das das Hartz4 Geld hier in China ausreicht, ist auch nicht mehr aktuell um nicht zu sagen Unfug, ich glaube der Zug ist in China lange abgefahren. Zeige mir bitte eine gescheite Ehefrau welche kein gutes und geregeltes Einkommen sehen moechte, um Sicherheit zu haben, etwas aufzubauen, sei es Haus, Wohung, oder sonst etwas. Und die Geldgeilheit ist ein internationales Phaenomen, oder nicht? Gibt es ueberall.
Chinesesiche Frauen legen grossen wert auf finanzielle Sicherheit, da wird hier nicht lange gefackelt, grundsaetzlich sehe ich das nicht negativ. So beobachte ich das auch in unseren Freunds- und Bekanntenkreis. Und wir reden hier nicht von Millionaeren, sondern alles Leute mit solider, teils akademischer Ausbildung und einem guten monatlichen Gehalt.

Also ganz grundsaetzlich, was moechtest Du jetzt mit Deinem Beitrag bzw. Nachfrage herausfinden? Faehrst Du beim Floerten hier in China immer gegen die Wand, weil Du als Doktorant nix/oder wenig (Hartz4 Level) in der Tasche hast?

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von ElStudente » 17.02.2012, 17:54

tanzhou hat geschrieben:
Shenzhen hat geschrieben:...Besser weinend im TukTuk als lachend den Kohlekorb auf dem Kopf?
oder
Besser weinend auf dem Esel als lachend als Knochengeruest in der Wueste?
Mensch, Shenzhen, Du kannst ja bisweilen mal richtig amuesant sein. Meine Frau schaut mich gerade wie ein Auto an, wieso ich so laut lache! :lol:

@ElStudente: Also ich weiss nicht, woher Du immer diese merkwuerdigen Ideen Deiner Nachfragen nimmst, fehlt Dir in Deinem Doktoranten-Dasein die intellektuelle Herausforderung oder hast Du Langeweile, unterfordert ... (Ach, ich vergass, Du bist ja gerade auf einer chin. Uni, dass nimmt man so nebenbei mit ...) :roll:

Deine Hartz4 Bemerkung, insbesondere das das Hartz4 Geld hier in China ausreicht, ist auch nicht mehr aktuell um nicht zu sagen Unfug, ich glaube der Zug ist in China lange abgefahren. Zeige mir bitte eine gescheite Ehefrau welche kein gutes und geregeltes Einkommen sehen moechte, um Sicherheit zu haben, etwas aufzubauen, sei es Haus, Wohung, oder sonst etwas. Und die Geldgeilheit ist ein internationales Phaenomen, oder nicht? Gibt es ueberall.
Chinesesiche Frauen legen grossen wert auf finanzielle Sicherheit, da wird hier nicht lange gefackelt, grundsaetzlich sehe ich das nicht negativ. So beobachte ich das auch in unseren Freunds- und Bekanntenkreis. Und wir reden hier nicht von Millionaeren, sondern alles Leute mit solider, teils akademischer Ausbildung und einem guten monatlichen Gehalt.

Also ganz grundsaetzlich, was moechtest Du jetzt mit Deinem Beitrag bzw. Nachfrage herausfinden? Faehrst Du beim Floerten hier in China immer gegen die Wand, weil Du als Doktorant nix/oder wenig (Hartz4 Level) in der Tasche hast?
Nö, im Gegenteil. Mich nervt es total an, dass chinesische Frauen sich derart an Ausländer ranschmeißen, dass man sich schon fast veralbert vorkommt (Aber darum geht es hier gar nicht). Obwohl ich und viele meiner Kollegen bereits eine Freundin haben, wird man hier oft angemacht - vielleicht ist das aber auch nur "Zufall". Und von Hartz4 kann man in China übrigens sehr gut leben. 365 Euro + 45qm Wohnung (entspricht bei extrem günstiger Lage etwa 340 Euro), Krankenversicherung (ca. 200 Euro), sowie diverse andere Sozialleistungen. Am Ende kommt man zusammengerechnet auf locker 1000 Euro pro Monat - oder was denkst du, warum es sich für unter 1400 Euro Brutto in Deutschland nicht lohnt zu arbeiten? Das ist für China ja wohl genug zum Leben für 1 Person, oder nicht?

Und ja, ich bin wirklich gelangweilt und mir fehlt hier die geistige Herausforderung. Deshalb mülle ich mit meinen hirnlosen Beiträgen dieses Forum voll - übrigens alles nur um euch zu ärgern :-)

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von kensen468 » 17.02.2012, 18:42

Unter dem Vorbehalt, dass auch in China je länger je mehr ein Umdenken stattfindet, muss ich mich leider doch auf Elstudentes Seite stellen. Die Neidkultur mit BMW und Luxuswohnung, dazu noch Luxuskleider, etc. ist etwas typisch chinesisches, vielleicht nur noch getoppt von der russischen "Ausgabe" mit den Ferien in St. Moritz, wo man in Luxushotels in Goldschaum badet.

Ich war lange Zeit in Afrika unterwegs und obwohl es dort vielen Menschen noch viel schlechter geht als in China, habe ich kaum eine solche Neidkultur gefunden. Im Kongo, ich war dort zweimal sechs Monate für die UNO-Beobachtermission, denkt man sinnvoll-praktisch, auch - oder gerade besonders - als Frau: Sobald das Geld reicht, wird die Wohnung mit wirklich notwendigen Dingen ausgestattet, die beispielsweise die Hygiene massiv verbessern (gute Waschmaschine, Geschirrspüler, Staubsauger, bessere Reinigungsmittel, etc.). Ein Auto kommt nicht infrage, bevor es erstens wirklich im Bereich des finanziell möglichen liegt (und dann meist Occasion) und zweitens auch tatsächlich einen praktischen Nutzen hat, ansonsten tut es ein Fahrrad auch.

Natürlich gibt es auch in Afrika die steinreiche Elite (auffallend häufig noch weiss), welche mit Protzkarossen durch die Reichenviertel kurven. Aber eine Neidkultur im Volk wie in China, die dann auch noch medial zelebriert wird, findet man an kaum. Meine Frau, die ja selbst in diesem Umfeld aufgewachsen ist, meinte dazu einmal, dass selbst Vietnamesen und Laoten "vernünftiger als die Chinesen seien".

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von robbe » 17.02.2012, 18:52

Warum die eigenen Werte immer auf fremde Kulturen projizieren?
Wenn sich in Deutschland ein Türke nicht integrieren will, ist die Aufregung groß. Wollen sich die Expats in China nicht integrieren/anpassen wird das dortige Verhalten schlecht geredet. Interessant. Anscheinend wissen diese immer welche Werte "besser" sind.

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von ElStudente » 17.02.2012, 18:56

kensen468 hat geschrieben:Unter dem Vorbehalt, dass auch in China je länger je mehr ein Umdenken stattfindet, muss ich mich leider doch auf Elstudentes Seite stellen. Die Neidkultur mit BMW und Luxuswohnung, dazu noch Luxuskleider, etc. ist etwas typisch chinesisches, vielleicht nur noch getoppt von der russischen "Ausgabe" mit den Ferien in St. Moritz, wo man in Luxushotels in Goldschaum badet.

Ich war lange Zeit in Afrika unterwegs und obwohl es dort vielen Menschen noch viel schlechter geht als in China, habe ich kaum eine solche Neidkultur gefunden. Im Kongo, ich war dort zweimal sechs Monate für die UNO-Beobachtermission, denkt man sinnvoll-praktisch, auch - oder gerade besonders - als Frau: Sobald das Geld reicht, wird die Wohnung mit wirklich notwendigen Dingen ausgestattet, die beispielsweise die Hygiene massiv verbessern (gute Waschmaschine, Geschirrspüler, Staubsauger, bessere Reinigungsmittel, etc.). Ein Auto kommt nicht infrage, bevor es erstens wirklich im Bereich des finanziell möglichen liegt (und dann meist Occasion) und zweitens auch tatsächlich einen praktischen Nutzen hat, ansonsten tut es ein Fahrrad auch.

Natürlich gibt es auch in Afrika die steinreiche Elite (auffallend häufig noch weiss), welche mit Protzkarossen durch die Reichenviertel kurven. Aber eine Neidkultur im Volk wie in China, die dann auch noch medial zelebriert wird, findet man an kaum. Meine Frau, die ja selbst in diesem Umfeld aufgewachsen ist, meinte dazu einmal, dass selbst Vietnamesen und Laoten "vernünftiger als die Chinesen seien".
Danke, dass du meinen Beitrag mit deinem vergleichenden Beispiel untermauerst. Das ist natürlich absolut zutreffend. Ich bin froh, dass es hier doch noch einige Leute gibt, die nicht völlig dem China-Wahn verfallen sind, sondern das Land auch versuchen aus der Perspektive anderer Kulturen zu betrachten und zu bewerten. Die Neidkultur Chinas ist absolut einzigartig und unübertroffen. Nichtmal in den USA, dem Paradebeispiel des Kapitalismus herrscht eine derartige Gier nach Geld, der ALLES, aber auch wirklich ALLES (sogar das persönliche Glück! - Siehe Titel des Threads) untergeordnet wird.

Ich habe jedenfalls bemerkt, dass man plötzlich sehr viele "Freunde" hat, wenn man Leute im Taxi mitnimmt (kostet ja nur ein paar Euro pro Stunde) oder mal zum Essen einlädt. In Deutschland würde man mit diesem Rausschmeißen von Geld sicherlich keine Freunde finden, denn dieses Rumgeprotze kann kein Mensch auf Dauer ertragen. In China funktioniert es bestens. Mit anderthalbtausend Euro im Monat kann man hier schon einen auf dicken Max machen und wird dafür auch noch mit sogenannten "Freundschaften" oder "Zuneigung" belohnt.

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von ElStudente » 17.02.2012, 19:02

robbe hat geschrieben:Warum die eigenen Werte immer auf fremde Kulturen projizieren?
Wenn sich in Deutschland ein Türke nicht integrieren will, ist die Aufregung groß. Wollen sich die Expats in China nicht integrieren/anpassen wird das dortige Verhalten schlecht geredet. Interessant. Anscheinend wissen diese immer welche Werte "besser" sind.
Tut mir Leid, aber ich finde grundlegende christliche Werte (ich bin kein Christ) sicherlich tausendmal besser, als Gier, Neid und Korruptheit in seinen schlimmsten Formen. Und da gibt es auch keine Diskussion von wegen "besser" und "schlechter". Glaubst du, dass sich jedes Jahr hunderte Chinesische Arbeiter umbringen, weil sie in ihrem Land so glücklich und zufrieden sind? Weil es allen so gut geht, weil alle gleichberechtigt sind, weil alle ihre Meinung sagen dürfen, weil jeder genug Geld zum Leben hat? In welchem "Traum-China" lebst du eigentlich? Schonmal den versifften Typen in der Kaufhaustoilette gefragt, wieviel Geld er dafür bekommt, dass er nach jedem Benutzen des Waschbeckens die Spiegel und Armaturen putzt? Ich glaube nicht.

In einem Land, in dem man Menschen für Serviceleistungen nichtmal Trinkgeld gibt (Taxi, Kellner, öffentliche Toiletten, Zimmermädchen etc.) und Personen mit geringer Ausbildung wie Dreck und Tiere behandelt werden, beschwerst du dich hier ernsthaft darüber, dass wir China unseren Stempel aufdrücken wollen?

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von robbe » 17.02.2012, 19:43

ElStudente hat geschrieben:Tut mir Leid, aber ich finde grundlegende christliche Werte (ich bin kein Christ) sicherlich tausendmal besser, als Gier, Neid und Korruptheit in seinen schlimmsten Formen.
Sind alle chinesischen Werte schlecht und alle "christlichen" gut?
"Grundlegende christliche Werte" :lol: :lol: Das findet aber auch nur in der Theorie zu 100% statt. Genauso wie "ideale chinesische Werte" praktisch nicht zu 100% stattfinden.
ElStudente hat geschrieben:In welchem "Traum-China" lebst du eigentlich?
Ich lebe in gar keinem China. Darauf hätte ich auch gar keine Lust. Allerdings würde ich eher nicht in einem Land leben, wenn ich dessen Werte so abstoße.
ElStudente hat geschrieben:... beschwerst du dich hier ernsthaft darüber, dass wir China unseren Stempel aufdrücken wollen?
Wenn du denkst, dass man dadurch was verbessern kann, Viel Erfolg!



PS: Wer nicht in materieller Armut lebt, kann sich den Luxus über soziale/moralische Werte nachzudenken besser leisten.

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von tanzhou » 17.02.2012, 19:44

Das Geld eine ueberdurchscnhittliche Rolle in China spielt ist keine Frage und offensichtlich. Bei jedem Anlass wird Geld gezahlt, sei es Hochzeit, Geburt eines Kindes, Neujahr, etc. Bisweilen kann das nervig sein, aber gut, es ist hier nun mal Gang und Gaebe.
Ich bezog oben meine Ausfuehrung auf die Ehe, Familiengruendung und ein gutes, solides Leben (ohne uberzogenen Luxus), Ruecklagen bilden zu koennen, Eigentum schaffen. So sehe und empfinde ich im Prinzip alle die Ehen in meinem Umfeld. Ein gutes Auskommen zu erstreben. Fuer so ein Ziel reicht ein Hartz4 Einkommen nicht aus.

Und ganz grundsaetzlich: In China ist der Kapitalismus eingezogen, vllt ruehrt die Gier bei einigen Leuten aus der Entwicklung der letzten 20-30 Jahre heraus, dass es China inzwischen zu etwas gebracht hat. Medien geben da sicherlich noch etwas dabei. Vllt sind es auch Existenzaengste in der Vargangenheit in einer Familie, aermliche Familienverhaeltnisse, etc. Aber nochmals, in meiner Umgebung sehe ich, Erfolg und Wohlstand zu erstreben, aber ich sehe keine krankhafte Geilheit nach Geld. Ich bestreite nicht, dass es krankhafte Geldgier gibt, aber das ist ueberall auf der Welt so, immer mehr und nochmehr Kohle machen ... Ausgehend vom Eingangspost in diesem Thread steht selbstverstaendlich fuer eine Frau die Frage im Raum, wie gut oder ausreichend das Auskommen des vermeintlichen Ehepartners aussieht. Wenn die Frau aus Wolke 7 schwebt und meint, man muesse mind. ein 5-stellige Summe im Monat verdienen und das das wichtigste Kriterium fuer sie darstellt, dann tickt die nicht richtig. Punkt!

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von Aremonus » 17.02.2012, 19:48

@Elstudente: Ich habe ehrlich gesagt nicht beobachten können, dass schlecht gebildete Personen in China wie "Dreck oder Tiere" behandelt werden - im Gegenteil, das Verhältnis zwischen der Elite und dem Fussvolk schien mir in China weitaus besser als z.B. in Indien oder anderen Entwicklungsländern.

Aber ich weiss durchaus, was Du mit der Neidkultur in China meinst - und was Dich daran stört. Ich denke nicht, dass diese Teil der chinesischen Kultur ist - sie dürfte vielmehr ein Auswuchs der knallharten Ausrichtung einer gesamten Gesellschaft auf Konkurrenzdenken sein, nachdem Generationen im real gelebten Sozialismus aufgewachsen sind. Meiner Meinung nach hat diese Entwicklung nichts mit der Kultur, sondern einfach nur mit den Umständen zu tun: alle Menschen wollen Sicherheit, auch die Chinesen. Doch in China wissen alle, wie es ist, arm zu sein - und viele ältere Chinesen haben Freunde oder Verwandte den Hungertod sterben sehen. Jetzt möchte man eben unter allen Umständen sicherstellen, dass das Überleben (Essen und Heim) und die Zukunft (Bildung der Kinder, Rente) sichergestellt sind. In Europa und in den USA ist dies bereits der Fall, in Afrika sind viele Länder noch Sozialistisch und können den Staat für ihre Misere verantwortlich machen.
Daher vermute ich, dass in Chinas Unterschicht relativ rasch eine gewisse Ruhe einkehren wird, sobald die tiefsten Einkommen zum Decken der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse ausreichen.

Auch ich kann ElStudentes Beobachtung teilen, dass sich China in einer Zeit extreme Existenzängste befindet - und eine Diskussion über diese interessante soziologische Problematik kann schon bereichernd sein, ob man jetzt den ElStudente mag oder nicht.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von capnemo » 17.02.2012, 21:40

Hört sich an wie das Zitat von Reich-Ranicki: "Geld macht nicht glücklich - aber ich weine lieber im Taxi als in der U-Bahn"

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von Basti » 17.02.2012, 21:44

:)

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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von Grufti » 17.02.2012, 22:19

capnemo hat geschrieben:Hört sich an wie das Zitat von Reich-Ranicki: "Geld macht nicht glücklich - aber ich weine lieber im Taxi als in der U-Bahn"

Lieber arm dran, als Arm ab :!:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !


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Re: "Lieber weinend im BMW, als lachend auf dem Fahrrad!"

Beitrag von Dai Anna » 17.02.2012, 22:56

Die Show, aus der das Zitat stammt, heißt 非诚勿扰 Fēi chéng wù rǎo (wortwörtlich: wenn du nicht aufrichtig bist, störe nicht) und die Dame, die das Zitat abgelassen hat, ist damit wohl nahezu weltbekannt geworden. Sie heißt 马诺 Mǎ Nuò und ist wohl ein Model. Allgemein, so wurde mir gesagt, ist die Show überlaufen von Schauspielerinnen und Models, die mit der Teilnahme auf sich aufmerksam machen wollen. Die geben halt bei der Anmeldung den falschen Beruf an, also im Prinzip eine Sendung voller "Störenfriede".

Auf Chinesisch “我宁愿坐在宝马里哭”。

Das Reich-Ranicki mal etwas ähnliches gesagt hat, finde ich jedenfalls :lol:

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