Mischlinge unter uns

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
.aNnaiDaY.
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Mischlinge unter uns

Beitrag von .aNnaiDaY. » 04.04.2011, 16:49

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fairlight
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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von fairlight » 04.04.2011, 16:55

.aNnaiDaY. hat geschrieben: erstmal vermisse ich die Anonymfunktion. Es gibt ja doch ein paar dinge, die einem unangenehm sind oder die der zukünftige Arbeitgeber nicht unbedingt im Netz finden muss...
Was für eine "Anonymfunktion" ? Du musst doch hier doch nichts persönliches von dir preisgeben?

@ Topic:

Wo man sich Zuhause fühlt, ist man auch Zuhause ;) ! Wenn du dich als Deutsche fühlst, ist das eben so. Gene hin oder her. Du musst dich ja nicht in eine Schublade stecken lassen. Viel Glück noch.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von corneta » 04.04.2011, 17:03

@.aNnaiDay.

Willkommen im Forum.

Und wo ist jetzt das Problem?

corneta, die kein Mischling ist, hier aber schon oft hat Jugendliche stranden sehen, die nach ihrer Idendität suchen.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Babs » 04.04.2011, 20:14

Hallo .aNnaiDaY.,

ich finde es völlig in Ordnung, dass Du Dich erstmal auf Deine deutschen Wurzeln konzentrierst und die chinesischen nur da einsetzt, wo sie Dir Vorteile bringen, wie z.B. bei Bewerbungen. Ich bin zwar kein Mischling, kann aber nachvollziehen, wie es ist, wenn man sich für seine Landsleute schämt, ja sogar Aggressionen gegen sie kriegt. Mir ging es ähnlich, als ich jung war 8)

Wer weiß, vielleicht beginnst Du Dich irgendwann später im Leben für China und dessen Kultur zu interessieren? Und wenn nicht, ist das auch ok.

Ach ja und herzlich willkommen im Forum :D

Babs

P.S. Chinesepod hat eine Lektion mit dem Titel Chinese Identity. Es geht dabei zwar nicht um ein Mischling, aber um eine junge Chinesin, die in den USA aufgewachsen ist und jetzt in China lebt. Deine Geschichte hat mich daran erinnert.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Aremonus » 04.04.2011, 20:52

Mädchen, Du musst Dich distanzieren. Lass die anderen so sein wie sie sind und versuche, das Positive zu sehen.
Ich glaube, du fürchtest, dass andere Chinesen beobachten und von ihrem Verhalten auf Dein Verhalten schliessen - und das ärgert Dich, da es einfach falsch ist. Das einzige Rezept dagegen: mache Dir klar, dass Du diesen Leuten ziemlich etwas voraus hast, beide Kulturen kennst und beide Sprachen sprichst - und dass Dich viele dafür beneiden. Mich eingeschlossen :wink:

Lerne, Dich zu akzeptieren, wie Du bist - und die anderen so, wie sie sind.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Haima » 04.04.2011, 21:13

Aremonus hat geschrieben: Lerne, Dich zu akzeptieren, wie Du bist - und die anderen so, wie sie sind.
Dem ist eingetlich nicht so viel beizufügen. *Zustimm*

Nur noch, wegen dem sich für die Landsleute schämen:

Das geht meiner Frau und einer Kollegin, die hie und da meine Reisen begleitet, ähnlich. Wir sind als Reiseleitung mit einer Gruppe unterwegs und viele Leute können nicht verstehen, wieso wir beim Verhandeln, im Alltag usw. noch den dummen Touristen (Ausländern) helfen. Denen soll man doch einfach das Geld aus der Tasche ziehen und gut ist.
Die Situationen, die sich da machmal so ergeben, sind wirklich nicht immer einfach und ruft dann auch dieses sich schämen hervor.

Gruss

Haima
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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von ingo_001 » 04.04.2011, 21:50

.aNnaiDaY. hat geschrieben:hallo zusammen :)
Herzlich willkommen in unserem Forum :wink:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:erstmal vermisse ich die Anonymfunktion. Es gibt ja doch ein paar dinge, die einem unangenehm sind oder die der zukünftige Arbeitgeber nicht unbedingt im Netz finden muss...
Anonymer als Dein Nick gehts nicht - na gut, drei "???" oder "xxx" etc. wären auch noch im Angebot :lol:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Nun ja soviel dazu. Ich wollte mal die Mischlinge unter euch ansprechen und Erfahrungen austauschen. (Nicht-Mischlinge dürfen sich natürlich auch angesprochen fühlen). Mit der Suchfunktion habe ich auf den ersten Blick nur Beiträge über Mischlinge aber keine Berichte von sich aus gefunden.
Ich (nicht Mischling und made in Germany), meine Frau (100 % made in China) und unsere Tochter (100 % 50:50) ... ne Konstellation, die Dir bekannt sein durfte (wobei ich natürlich nicht weiss, wer von Deinen Eltern Deutsche(r) und wer Chines(e)(in) ist.
Unsere Tochter (Deine "Schwester") kann sich noch nicht in die Diskussion einschalten - dazu reicht ihr Wortschatz noch nicht aus (22 Monate sind zu wenig, um mithalten zu können) :mrgreen:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich sollte vielleicht einfach mal was über mich erzählen. Hoffentlich werde ich die Gemüter nicht all zu sehr erhitzen...
Ich kenne außer mir keine Deutsch-Chinesischen Mischlinge in meinem Alter. Mein kleiner Halbbruder ist 6. Alle anderen, die ich kenne sind jünger (und einige mit schlimmen Namen gestraft...) Ich bin 1991 geboren und gehöre somit wohl zu den ersten Generationen an Mischlingen nach der Öffnung Chinas. Wer Noch?
Sorry, da muss ich passen.
Wir kennen nur "50ty:50ties" die in etwa im gleichen Alter wie unsere Tochter sind.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Vier Jahre lang habe ich versucht eine von ihnen zu sein, vier Jahre lang hat man mir jeden Tag zu verstehen gegeben, dass ich das nicht bin. Und dann kam ich nach Deutschland, wo keiner einen auch nur schief anguckt, weil man chinesisch aussieht. Klar wird China sich an Ausländer gewöhnen, aber das Gefühl nicht willkommen zu sein, hat nun mal meine Kindheit geprägt und wird auch in 10, 20 Jahren immer noch da sein. Selbst heute, wenn ich in der U-Bahn stehe, unterhalten sich Leute über mich und wenn ich dann irgendwann mein Grinsen nicht mehr unterdrücken kann, sind sie total entsetzt dass ich sie verstehe... und das in einer ach so weltoffenen Stadt wie Shanghai.
Sicher kann man das Folgende nicht wirklich als 1:1 Beispiel auf Deine Erlebnisse in Shanghai übertragen aber das sind halt unsere Erfahrungen:
Wir waren im letzten Herbst für 5 Wochen in China (Nanning), um meine Schwiegerfamily und unsere Freunde zu besuchen und wir können Deine Erfahrungen nicht bestätigen - ganz im Gegenteil: Unsere Tochter wurde uns förmlich aus den Händen gerissen und auch die Reaktion von Fremden (auf der Strasse, im Restaurant oder beim Einkaufen) war durchweg positiv - sowohl von anderen Kindern als auch von Erwachsenen.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich wollte ja eine Chinesin sein. Ich wollte stolz darauf sein, eine Chinesin zu sein. Immer wenn Leute total erfreut "Ausländer, Ausländer!" riefen, habe ich mit dem Fuß auf den Boden gestampft und schrie: Ich bin Chinesin! Mag eine lustige Vorstellung sein, ist es aber nicht. Heute habe ich ein ganz anderes Bild von China. Jedes Mal wenn ich mit meinem Freund oder einer Freundin in China bin, gibt es immer wieder Leute für die ich mich schäme. Und das hat nichts mit Mentalität zu tun. Natürlich gibt es auch viele nette Menschen, aber Emotionen sind nun mal nicht rational.
In Deine Mitmenschen kannst Du nicht reinsehen, also sei Du selbst und versuche nicht irgendwelche Erwartungen zu erfüllen, denen Du nicht gerecht werden willst/kannst und die andere evtl. in Dich setzen. Du hast den (m.E.) grossen Vorteil beide Sprachen zu sprechen und beide Kulturen zu kennen - wie hier schon geschrieben wurde (auch für mich) eine beneidenswerte Tatsache.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich bin bereits 7 Mal umgezogen. Heute wohne ich in Hamburg und fühle mich sehr zu Hause. Das hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht gedacht. Ich denke immer, falls ich mal was großartiges zustande bringe, dann ist das Made in Germany und die Chinesen dürfen sich keine Scheibe von Abschneiden. Ätsch.
100 % kann man es Niemanden recht machen - und sollte es auch nicht versuchen; dabei kannst Du nur verlieren. Mach das Beste aus den Möglichkeiten, die sich Dir bieten und belächle die, die sich durch ihre Engstirnigkeit "auszeichnen". Das Leben ist einfach zu kurz, um sich über solche Leute aufzuregen - blende die einfach aus. Es gibt zum Glück genug Menschen die da anders denken.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Mein Freund darf chinesenfeinliche Witze machen. Kein Problem, da lach ich mit. Der Grüne Punkt undso... Aber wehe er sagt mal, ich sei eine Chinesin, dann werde ich giftig. So vom Aussehen her finde ich es ja nicht unbedingt schlecht, dass ich 50% chinesische Gene hab. Aber ich fühl mich 98% deutsch. Bei Diskussionen über Migrationshintergrund hat es lange gebraucht, bis mir bewusst war, ach ja, ich hab ja auch einen.

Dann ist doch alles ok 8)
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Und Blutspenden darf ich auch nicht :(
Meine Frau darf das auch nicht, obwohl sie das will.
Das liegt aber daran, dass sie das in Deutschland geforderte Mindestgewicht von 50 kg. nicht auf dei Waage bringt. In China ist das ja anders (da werden 200-300 ml. Blut gespendet) aber in Deutschland sinds 500 ml. und unter 50 kg Körpergewicht ist da nun mal nichts zu machen.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Und noch was: Ich bin ein sehr ausgeglichener Mensch. Aber wenn ich diese chinesische Tante (keine Ahnung wie die heißt) von Germany's next Topmodel sehe, wie sie beim kichern die Hand vor den Mund hält, kriege ich Aggressionen. Ist hier ein Psychologe, der mir sagen kann wieso?
Tröste Dich, meine Frau sieht weder diesen Quatsch noch DSDS etc. - ich find das normal.
Sie ist Fussballfan, sieht Stargate, alle möglichen CSIs ... also auch kein Grund den Psycho-Doc zu konsultieren 8)
Ich würd eher die - geschätzen 80 % - der "normalen" Frauen auf die Analysecoutch verfrachten, um heraus zu bekommen, warum deren Uhrwerk da so merkwürdig tickt :mrgreen:
Aber das wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich hoffe ihr könnt mir eure Erfahrungen auch mitteilen :)
Hab ja schon angefangen :wink:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:PS: ich hoffe die Chinaverfechter sind mir nicht böse, dass ich u.a. ein wenig Dampf abgelassen hab. Ich bin für Gegenargumente sehr offen.
Ich seh da keinen Widerspruch.
Wie gesagt: Kleingeister und Ignoranten gibts leider überall.
Aber Du hast (i.d.R.) die Wahl wie Du mit ihenen umgehst.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.

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Mischlinge sind kaum unter uns

Beitrag von Laogai » 05.04.2011, 00:21

Dazu:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich wollte mal die Mischlinge unter euch ansprechen und Erfahrungen austauschen.
In diesem Forum sind -leider- kaum "Mischlinge" (chinesisch-deutsch) unterwegs. Aktuell haben wir wohl eine Vertreterin an Board ( :wink:), aber die Stammgäste sind entweder-oder.
ingo_001 hat geschrieben:(wobei ich natürlich nicht weiss, wer von Deinen Eltern Deutsche(r) und wer Chines(e)(in) ist.
Mutter ist Ost. Steht in der Präambel:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich habe auch keine Chinesen in meinem Freundeskreis. Jedenfalls nicht mehr seitdem meine Mutter mir welche aufgezwungen hat. Chinesische Schule am Sonntag undso.
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Re: Mischlinge sind kaum unter uns

Beitrag von SimonSayz » 05.04.2011, 07:39

laogai hat geschrieben: Aktuell haben wir wohl eine Vertreterin an Board ( :wink:)[...]
Na, dann herzlichen Glückwunsch!!! :mrgreen:

Hoffe mal, hab's richtig interpretiert
Rosen sind rot, Gras ist grüner
Ich kann nicht dichten, gegrillte Hühner

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von HK_Yan » 05.04.2011, 07:52

.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich bin 1991 geboren und gehöre somit wohl zu den ersten Generationen
Die Frau von Harald Juhnke war/ist auch Halb-CN und vor 1991 geboren (geb. 1944). Unser berühmter Sir Hotung (geb. 1862) war auch Eurasier - und sehr erfolgreich.

Seh's einfach locker, seit du selbst und lass dich nicht in ein Schema pressen.
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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von OlafSt » 05.04.2011, 09:17

Das Thema Fremdschämen dürfte wohl jeden mal mehr oder weniger hart getroffen haben. Ich selbst (100% Deutsch) schäme mich zur Zeit für das völlig überzogene und jedes Maß sprengende Verhalten bezüglich der Atomkraft hier in Deutschland...

Mich packt das auch immer wieder aufs neue, wenn ich die "Tatsachenberichte" aus Mallorca sehe und dort gezeigt wird, wie sich meine Landsleute dort so benehmen.

Von daher also: Nichts ungewöhnliches.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Ting Budong » 05.04.2011, 10:44

HK_Yan hat geschrieben:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Ich bin 1991 geboren und gehöre somit wohl zu den ersten Generationen
Die Frau von Harald Juhnke war/ist auch Halb-CN und vor 1991 geboren (geb. 1944). Unser berühmter Sir Hotung (geb. 1862) war auch Eurasier - und sehr erfolgreich.
Und die Mutter von Bruce Lee war auch Halb-Deutsche. Du bist also in bester Gesellschaft.
Einige meiner Freunde sind ABCs und haben ähnliche Probleme, u.a. sind sie mit Hass von nationalistisch geimpften Chinesen konfrontiert, weil sie nicht perfekt Chinesisch sprechen. Soviel ich gehört habe sehen Taiwan- und Hong Kong-Chinesen auch nicht gerade bewundernd auf ihre Geschwister vom Festland.
Da aber immer mehr Chinesen ins Ausland gehen und lernen über den Tellerrand zu blicken, bin ich guter Hoffnung, dass die -diplomatisch ausgedrückt- in weiten Teilen eher bäuerliche Mentalität einem etwas offeneren Mindset weicht.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von romeo » 05.04.2011, 11:19

Erst mal willkommen im Forum. Ich bin zu 100% deutsch (wenn auch mit polnischen und französischen Vorfahren) und meine Holde zu 100% chinesisch. Wie sich unser Nachwuchs dann zusammensetzen wird, kann man sich leicht ausrechnen. Auch wenn meine Frau immer süffisant behauptet, daß die asiatischen Gene stärker sein sollen.

Ich finde, daß Du es niemals schaffen wirst, es allen anderen recht zu machen. Das schafft niemand. Sei einfach Du selbst und versuche nur, andere zu respektieren. Viel mehr so denke ich, kann man nicht machen. Deine schlechten Erfahrungen in Sh. könnten evtl. auch darauf zurückzuführen sein, daß Du möglicherweise etwas zu empfindlich bist, dazu könnte auch noch die Arroganz vieler Shanghainesen gegenüber all denjenigen, die nicht aus Sh. stammen. Besonders dann, wenn man den Dialekt nicht kann. Meine Frau hat mir erzählt, daß sie als Schulkind anfangs kein shanghainesisch konnte und in der Schule deswegen übel gemobbt wurde. Das legte sich erst, nachdem sie den Dialekt beherrschte.
Auch für so manchen Deutschen könnte man sich schämen. Ist uns im vergangenen Jahr in Stolpen / Sächsische Schweiz passiert, als wir in einer Gaststätte nicht bedient wurden. Ich hatte erst überlegt, ob ich ein Faß aufmachen soll, habe es dann letztlich gelassen, da ich mir nicht den Urlaubstag versauen wollte.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Linnea » 05.04.2011, 12:53

.aNnaiDaY. hat geschrieben:Aber ich könnte nicht für immer in einem Land leben, wo ich keine Hoffnung habe mich jemals heimisch zu fühlen. Dazu muss ich wahrscheinlich sagen, dass ich von [...] bis [...] in Shanghai gelebt habe. Vier Jahre lang habe ich versucht eine von ihnen zu sein, vier Jahre lang hat man mir jeden Tag zu verstehen gegeben, dass ich das nicht bin. Und dann kam ich nach Deutschland, wo keiner einen auch nur schief anguckt, weil man chinesisch aussieht. Klar wird China sich an Ausländer gewöhnen, aber das Gefühl nicht willkommen zu sein, hat nun mal meine Kindheit geprägt und wird auch in 10, 20 Jahren immer noch da sein.
Suche doch mal das Gespräch zu deinen Eltern und frage sie, wie sie die Situation damals empfunden und eingeschätzt haben. So wie es klingt, ist in dieser Zeit (Schule, Umfeld) ziemlich viel schief gelaufen, und deine Eltern haben es entweder nicht bemerkt oder vollkommen unterschätzt.
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Selbst heute, wenn ich in der U-Bahn stehe, unterhalten sich Leute über mich und wenn ich dann irgendwann mein Grinsen nicht mehr unterdrücken kann, sind sie total entsetzt dass ich sie verstehe... und das in einer ach so weltoffenen Stadt wie Shanghai.

Die Erfahrung macht auch (fast) jeder Blondschopf, der in der Lage ist die Unterhaltungen zu verstehen. Nur hat der eben nicht deine Kindheitserfahrungen und kann in den meisten Fällen einfach weiter still vor sich hin grinsen ohne sich angegriffen zu fühlen.

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Re: Mischlinge unter uns

Beitrag von Linnea » 05.04.2011, 13:17

ingo_001 hat geschrieben:
.aNnaiDaY. hat geschrieben:Und Blutspenden darf ich auch nicht :(
Meine Frau darf das auch nicht, obwohl sie das will.
Das liegt aber daran, dass sie das in Deutschland geforderte Mindestgewicht von 50 kg. nicht auf dei Waage bringt. In China ist das ja anders (da werden 200-300 ml. Blut gespendet) aber in Deutschland sinds 500 ml. und unter 50 kg Körpergewicht ist da nun mal nichts zu machen.
Das ist aber nur ein zeitweiliger Ausschluss. Personen, die zunehmen, dürfen dann spenden. Im hier erwähnten Fall dürfte möglicherweise das Aufwachsen in einem Malariagebiet zum dauerhaften Ausschluss geführt haben. Das müsste auf deine Frau auch zusätzlich zutreffen.

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