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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 24.04.2018, 17:10 
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Moin,

Natürlich wissen die Chinesen von der Existenz der gleichgeschlechtlichen Ehe und ich habe nie gehört, daß sie es torpedieren.
Wie auch, sie bekommen ja gar nichts davon mit. Er reist mit einem Visum zur Eheschliessung aus und fertig. Dasteht ja nicht "zur Homoehe" drauf.
Die deutsche Botschaft behandelt das wie eine "normale" Ehe, ist ja deutsches Recht.

Dein "Umweg" ist eher eine Sackgasse. Wenn ihr in D heiratet und er ist mit einem Besuchsvisum hier, ist das keine vollendete Tatsache, er muss dann eben wieder nach China und das richtige Visum zur FZF beantragen. Mit falschem Visum eingereist, das gibt keine Aufenthaltserlaubnis.
Während er hier ist kann er höchstens etwas besser Deutsch lernen denn A1 braucht er in jedem Fall.
Eigentlich aber eine unsinnige Idee.

Gruß,
Norbert


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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 24.04.2018, 18:31 
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Hi,

sonero hat geschrieben:
Wie auch, sie bekommen ja gar nichts davon mit. Er reist mit einem Visum zur Eheschliessung aus und fertig. Dasteht ja nicht "zur Homoehe" drauf.

Aber es muß ja wohl wie bei jedem Visum angegeben werden, wo er in D wohnt etc. und (ich vermute jetzt) auch, wen er heiratet?

:?:

Gruß, U Lee

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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 24.04.2018, 18:41 
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Moin,

Ja, beim Visumsantrag. Natürlich geht daraus hervor, daß das eine "Homoehe" werden soll.
Wo beantragt er das Visum? Bingo! Bei der deutschen Botschaft/Konsulat!
Was hat China damit zu tun? Oder denkst Du etwa, er müsse da einen Ausreiseantrag stellen?

Gruß,
Norbert


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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 24.04.2018, 18:53 
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Das klingt jetzt nicht gerade so, daß das Spaß machen würde:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ein-erfahrungsbericht-wenn-ein-deutscher-eine-chinesin-heiratet.b11abe82-1950-433d-b271-ab4425e0d37a.html

:|

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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 24.04.2018, 18:54 
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sonero hat geschrieben:
Ja, beim Visumsantrag. Natürlich geht daraus hervor, daß das eine "Homoehe" werden soll.
Wo beantragt er das Visum? Bingo! Bei der deutschen Botschaft/Konsulat!

Danke, Bedenken ausgehebelt.

:) U Lee

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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 30.10.2018, 16:32 
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Beiträge: 1
sonero hat geschrieben:
...
Natürlich wissen die Chinesen von der Existenz der gleichgeschlechtlichen Ehe und ich habe nie gehört, daß sie es torpedieren...


Hallo zusammen,
leider "topedieren" die das doch! Habe ich, bzw. mein chinesischer Verlobter gerade erst erlebt, als er einen Ledigkeitsnachweis bei der Botschaft hier in Deutschland holen wollte.
Der Beamte wollte
1. ein Bild von meinem Verlobten mit der zu heiratenden Person
2. keine Kopie des Passes bzw. Personalausweises der zu heiratenden Person

Da ich schon so einen komischen Verdacht hatte, dass die chinesischen Behörden Probleme machen würden, sagte ich meinem Verlobten vorher noch, er solle auf keinem Fall sagen, dass er einen Mann heiraten will.
Er dachte sich dann bei der Frage des Beamten nichts weiter dabei, da ja eigentlich seine Ledigkeit nichts mit der Person zu tun hat, die er heiraten will, und zeigte ihm ein Bild von uns.
Daraufhin sagte der Beamte, dass er den Ledigkeitsnachweis nicht bekommt, weil Homo-Ehe in China nicht akzeptiert wird. Damit war das Thema schon bei Punkt 1 beendet und zu Punkt 2 kam es nicht mehr.

Die Kopie des Passes /Ausweises wollte er, laut eigener Aussage, übrigens haben, da er nach China melden müsse, wen mein Verlobter hier in Deutschland heiraten will!

Mein Verlobter versuchte sein Glück dann eine halbe Stunde später nochmals mit einem Bild und Ausweiskopie von einer deutschen Freundin von uns, die sich bereit erklärte für die "Dokumentation" in China herzuhalten...
Der Beamte war natürlich nicht dumm und durchschaute den Plan und verweigerte trotzdem den Ledigkeitsnachweis, mit der Begründung, er wisse ja, dass mein Verlobter mich und nicht die Frau heiraten wolle.

Summa Summarum:
Also, wenn ein Deutscher einen Chinesen, oder analog zwei Frauen, in Deutschland heiraten wollen, und das Ganze bezüglich Standesamt einfach werden soll, am besten einen "Schein"partner des jeweils anderen Geschlechts angeben, wenn man den Ledigkeitsnachweis bei der Botschaft holen will.
Die andere Möglichkeit, ohne den Ledigkeitsnachweis heiraten zu können ist etwas komplizierten und langwieriger. Aber das zu erklären würde jetzt zu sehr ausufern ;-) ... kann ich aber gerne auf Anfrage auch noch mal erklären ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 30.10.2018, 20:04 
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baigongniu hat geschrieben:
sonero hat geschrieben:
...
Natürlich wissen die Chinesen von der Existenz der gleichgeschlechtlichen Ehe und ich habe nie gehört, daß sie es torpedieren...


Hallo zusammen,
leider "topedieren" die das doch! Habe ich, bzw. mein chinesischer Verlobter gerade erst erlebt, als er einen Ledigkeitsnachweis bei der Botschaft hier in Deutschland holen wollte.
Der Beamte wollte
1. ein Bild von meinem Verlobten mit der zu heiratenden Person
2. keine Kopie des Passes bzw. Personalausweises der zu heiratenden Person

Da ich schon so einen komischen Verdacht hatte, dass die chinesischen Behörden Probleme machen würden, sagte ich meinem Verlobten vorher noch, er solle auf keinem Fall sagen, dass er einen Mann heiraten will.
Er dachte sich dann bei der Frage des Beamten nichts weiter dabei, da ja eigentlich seine Ledigkeit nichts mit der Person zu tun hat, die er heiraten will, und zeigte ihm ein Bild von uns.
Daraufhin sagte der Beamte, dass er den Ledigkeitsnachweis nicht bekommt, weil Homo-Ehe in China nicht akzeptiert wird. Damit war das Thema schon bei Punkt 1 beendet und zu Punkt 2 kam es nicht mehr.

Die Kopie des Passes /Ausweises wollte er, laut eigener Aussage, übrigens haben, da er nach China melden müsse, wen mein Verlobter hier in Deutschland heiraten will!

Mein Verlobter versuchte sein Glück dann eine halbe Stunde später nochmals mit einem Bild und Ausweiskopie von einer deutschen Freundin von uns, die sich bereit erklärte für die "Dokumentation" in China herzuhalten...
Der Beamte war natürlich nicht dumm und durchschaute den Plan und verweigerte trotzdem den Ledigkeitsnachweis, mit der Begründung, er wisse ja, dass mein Verlobter mich und nicht die Frau heiraten wolle.

Summa Summarum:
Also, wenn ein Deutscher einen Chinesen, oder analog zwei Frauen, in Deutschland heiraten wollen, und das Ganze bezüglich Standesamt einfach werden soll, am besten einen "Schein"partner des jeweils anderen Geschlechts angeben, wenn man den Ledigkeitsnachweis bei der Botschaft holen will.
Die andere Möglichkeit, ohne den Ledigkeitsnachweis heiraten zu können ist etwas komplizierten und langwieriger. Aber das zu erklären würde jetzt zu sehr ausufern ;-) ... kann ich aber gerne auf Anfrage auch noch mal erklären ;-)
Für mich nur das folgerichtige Handeln von chin. Seite. Denn für die chin. Justiz gibt es keine Homo-Ehen - mithin also auch keine Möglichkeit diese im Ausland durch die Beibringung der dazu benötigten Unterlagen zu ermöglichen.
Es würde den chin. Gesetzen zuwider laufen.

Ergo: Keine wie auch immer geartete Unterstützung von chin. Behörden dies bzgl.

Also bleibt da nur die Variante mit dem Besuchsvisum.

Wobei ich nicht sicher bin, ob eine im Ausland geschlossene Homo-Ehe in China überhaupt anerkannt wird.

_________________
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.


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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 30.10.2018, 21:46 
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ingo_001 hat geschrieben:
Wobei ich nicht sicher bin, ob eine im Ausland geschlossene Homo-Ehe in China überhaupt anerkannt wird.


die Antwort hast Du Dir doch schon gegeben:

ingo_001 hat geschrieben:
Denn für die chin. Justiz gibt es keine Homo-Ehen


wie soll etwas anerkannt werden, was das Rechtssystem nicht kennt? Als "was" soll es anerkannt werden?

baigongniu hat geschrieben:
leider "topedieren" die das doch!


da war wohl ein Zuviel an Erwartung eher das Problem. Da es eben in China keine Homo-Ehe gibt, können sie Euch dabei auch nicht unterstützen, "torpedieren" tun sie es aber nicht. "Torpedieren" wäre ein aktives Arbeiten dagegen, wie es zB. in diversen muslimischen Staaten der Fall wäre.


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 Betreff des Beitrags: Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?
BeitragVerfasst: 30.10.2018, 22:15 
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Meine Erfahrung ist zwar etwas älter aber bei uns reichte das Hukou, aus dem die Ledigkeit hervorgeht. Das war für das Ehefähigkeitszeugnis, welches ich für die Heirat in China brauchte.
Bis zum Termin im Standesamt in China hatte China keinen Schimmer mitbekommen, wen bzw. daß überhaupt meine Frau heiraten wollte.
Eine explizite Ledigkeitsbescheinigung aus China gab es nicht.

Ich würde dem OLG diese Problematik erklären. Dann könnte das Hukou reichen.
Kann ja nicht sein, daß es daran scheitert. Papiere die unmöglich erbracht werden können, dürfen nicht verlangt werden.
Ich halte es aber auch für möglich, daß der Beamte im Konsulat aus Homophobie mal eben selbst so entschieden hat und das gar keine grundsätzliche Richtlinie ist. Das wäre ja für China auch keine Überraschung.

Daß die Ehe in China nicht anerkannt wird ist zwar zu vermuten aber sicher wäre ich mir da nicht.
Wobei das eher kaum eine Rolle spielt, solange das im Ausland toleriert wird.

Gruß,
Norbert


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