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 Betreff des Beitrags: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 21.05.2017, 23:11 
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Seit 1965 gilt in den USA Affirmative Action. Es handelt sich hierbei um ein Bündel von Maßnahmen mit denen der Gesetzgeber versucht die Benachteiligung von bestimmten ethnischen Gruppen durch gezielte Vorteilsgewährung entgegenzuwirken.
Ein wichtiger Faktor ist hierbei die Zugangberechtigung zu Universitäten.
Aufgrund der hohen Diversität und der folglich fehlenden Aussagekraft von Schulabschlüssen in den USA ist es notwendig einen Studierfähigkeitstest als Unizulassungsvoraussetzung ( SAT=Scholastic Achievement Test )erfolgreich abzuschließen.
Es war seit den 60er gängige Praxis zur Schaffung einer repräsentativen Studentenschaft Afroamerikaner zur Uni auch dann zuzulassen, wenn sie niedrigere Punktzahlen erreichen.
So erreichen Europäer zuletzt im Schnitt 1572 Punkte, Afroamerikaner immerhin respektable 1270 Punkte.
Anhand der tatsächlich zum Studium Zugelassenen ergibt sich ein durchschnittlicher Punkteaufschlag von 310 Punkten für Afroamerikaner gegenüber Weißen. Es gibt daher in den USA jährlich Zehntausende Weiße die keinen Studienplatz erhalten, weil Afroamerikaner mit schlechteren Leistungen den Vorzug bekommen. Der dadurch angerichtete volkswirtschaftliche Schaden dürfte nach 5 Jahrzehnten gelebter Praxis in die Milliarden gehen.

Soweit so vernünftig, denn wie sagte Lyndon B. Johnson so schön:

„Man kann einen Menschen, der jahrelang in Ketten humpeln musste, nicht einfach befreien, ihn auf die Startlinie eines Wettrennens stellen mit den Worten: ‚Du bist nun frei fürs Wettlaufen‘, und dabei auch noch glauben, man sei überaus fair... Wir wollen nicht nur Freiheit, sondern Chancengleichheit, nicht nur Gleichheit vor dem Gesetz, sondern echte Befähigung, nicht nur Gleichheit als Recht und Theorie, sondern als Tatsache und Resultat.“


Seit den 90er schlich sich aber eine interessante Spielart der gezielten Vorteilsgewährung ein.
Ostasiaten nahmen einen immer größeren Anteil der Studienplätze in Beschlag, denn sie erzielen mit durchschnittlich 1665 Punkten bei den Eignungstests sogar noch höhere Werte als Europäer und natürlich höhere Werte als Afroamerikaner.
Bestimmte Universitäten bestehen heute schon zu 50% aus Ostasiaten und das obwohl sich eine Zulassungspraxis eingebürgert hat, die umgerechnet auf die Testergebnisse darauf schließen lässt, dass sie einen Malus von -140 Punkten erhalten.
Faktisch liegt die Zulassungswahrscheinlichkeit bei einen Testergebnis von 1500 Punkten bei einem ostasiatischen Jugendlichen nur bei 30%, während Afroamerikaner bei gleicher Leistung an die 80% Zulassungswahrscheinlichkeit erreichen.
Ist das schon Rassismus oder ist es wichtig darauf zu achten, dass ostasiatische „Überflieger“ nicht die Studiumseinstiegschancen der nächsten Obamas minimieren?
Oder verlieren Minderheiten den Schutz der Progressiven ab dem Moment wo sie erfolgreich werden?

Wie heißt es so schön in einem der beiden Beiträge zum Abschluss:

“Another piano playing, hard working kid, with perfect SAT scores. Good candidate, but we can’t have a campus entirely full of people like that.”


Hier die Links für diejenigen die meine Fakten anzweifeln oder sich weiter in dieses spannende Thema vertiefen möchten.

http://blog.prepscholar.com/what-is-the ... -sat-score

https://priceonomics.com/post/487942830 ... nst-asians


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 21.05.2017, 23:37 
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sweetpanda hat geschrieben:
Seit 1965 gilt in den USA Affirmative Action. Es handelt sich hierbei um ein Bündel von Maßnahmen mit denen der Gesetzgeber versucht die Benachteiligung von bestimmten ethnischen Gruppen durch gezielte Vorteilsgewährung entgegenzuwirken.
Ähnliches gibt es in der VR China auch. Könntest du vielleicht mal dahingehend recherchieren und anschließend hier berichten? Danke!

Dann wäre auch der direkte China-Bezug wieder hergestellt :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 21.05.2017, 23:42 
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sweetpanda hat geschrieben:
“Another piano playing, hard working kid, with perfect SAT scores. Good candidate, but we can’t have a campus entirely full of people like that.”

Na und? Asiaten (besser Chinesen) fühlen sich doch in der Welt grundsätzlich diskriminiert, auch wenn die die besten Noten bei Abschlüssen bekommen. Was sollen wir jetzt tun? Uns zu Tode heulen wie die pöse pöse USA den armen verfolgten Asiaten das Leben schwer macht. Ist nach meiner Erfahrung absolut nicht so, ganz im Gegenteil! Daher wird sich das besorgte gutmenschliche typisch deutsche Mitleid bei mir wohl eher in Grenzen halten. Es gibt schließlich genug Menschen auf dem Planeten denen es WIRKLICH schlecht geht. Warum nicht denen mehr helfen?????? Ob jetzt paar kleine Kaiser aus China in Harvard einen Durchschnitt von A- oder nur B+ bekommen geht mir ganz ehrlich an einem gewissen Körperteil vorbei!! Ich wüsste auch nicht inwiefern das in diesem Forum auch nur im entferntesten relevant wäre.


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 Betreff des Beitrags: Klein, kleiner, sweetpanta
BeitragVerfasst: 22.05.2017, 00:29 
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sweetpanda hat geschrieben:
Afroamerikaner [...] Weiße [...] Ostasiaten
Könnten wir uns vielleicht auf die Begriffe "Afroamerikaner", "Euroamerikaner" und "Asiaamerikaner" einigen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Klein, kleiner, sweetpanta
BeitragVerfasst: 22.05.2017, 01:45 
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Laogai hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben:
Afroamerikaner [...] Weiße [...] Ostasiaten
Könnten wir uns vielleicht auf die Begriffe "Afroamerikaner", "Euroamerikaner" und "Asiaamerikaner" einigen?
Nein, weil auch das nicht korrekt formuliert ist.
Außerdem ist das nicht logisch.
Wenn schon, dann u.s. Afroamerikaner, u.s. Euroamerikaner und u.s. Asiaamerikaner.
Zuzügl. des jeweiligen Ursprungsland (z.B. u.s. Afroamerikaner kongoleischer Herkunft, u.s. Euroamerikaner dt. Herkunft und u.s. Amerikaner chin. Herkunft).

Klar ist mit Amerika umgangssprachlich die U.S.A. gemeint.
Aber das ist für die Verfechter der P.C. nicht nur inkorrekt, sondern diskriminiert die anderen Nationen, die in Nord- Mittel- und Südamerika sind - quasi als vernachlässigbar, unwichtig ...

Sorry - aber das musste jetzt einfach mal sein.

Soviel zur Logik und zur P.C.

Wir einigen uns auf Schoko, Vanille und Banane :lol:

Und die Grundsatzdiskussion startet in 10,9,8,7,6,5 ... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 22.05.2017, 03:51 
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Amerikanische Universitäten schauen eben nicht nur auf die Punkte, sondern möchten abgerundete Individuen (well-rounded individuals?). Wenn man zwar hohe Punkte im SAT hat, aber sich nicht gut artikulieren kann, sportlich nichts erreicht hat, nie irgendwo Initiative gezeigt und etwas aufgebaut hat oder sich sonst abgesehen von reinem Auswendiglernen bewiesen hat, wird es schwierig.
Wenn ein Ostasiate in einem Interview kritisches Denken beweist, eventuell schon einen Kaninchenzüchtverein gegründet hat und im städtischen Stafettenlauf den dritten Platz belegt hat, wird auch er mit einer niedrigeren Punktzahl zugelassen. Die SAT-Punktzahl ist eben nur ein (wenn auch wichtiger) Teil eines Gesamtportfolios.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 19.06.2017, 17:56 
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Laogai hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben:
Seit 1965 gilt in den USA Affirmative Action. Es handelt sich hierbei um ein Bündel von Maßnahmen mit denen der Gesetzgeber versucht die Benachteiligung von bestimmten ethnischen Gruppen durch gezielte Vorteilsgewährung entgegenzuwirken.
Ähnliches gibt es in der VR China auch. Könntest du vielleicht mal dahingehend recherchieren und anschließend hier berichten? Danke!

Dann wäre auch der direkte China-Bezug wieder hergestellt :wink:



Du meinst sicher die gezielte Förderung von Minderheiten im Bildungssystem, auch durch eigene Nationalitäten-Universitäten, oder?
Doch erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass die Analogie die du hier sehen willst nicht geben ist.
Es ist ja gerade in den USA derzeit so, dass eine Minderheit ob ihrer überdurchschnittlichen Leistungen aktiv benachteiligt wird.
Um es auf China zu übertragen müsste es eine Situation geben, bei der etwa Li-Chinesen oder Miao-Chinesen exorbitant höher Bildungserfolge aufweisen, woraufhin man sie dann von staatlicher Seite einzubremsen versucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 19.06.2017, 23:07 
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sweetpanda hat geschrieben:
Laogai hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben:
Seit 1965 gilt in den USA Affirmative Action. Es handelt sich hierbei um ein Bündel von Maßnahmen mit denen der Gesetzgeber versucht die Benachteiligung von bestimmten ethnischen Gruppen durch gezielte Vorteilsgewährung entgegenzuwirken.
Ähnliches gibt es in der VR China auch. Könntest du vielleicht mal dahingehend recherchieren und anschließend hier berichten? Danke!
Dann wäre auch der direkte China-Bezug wieder hergestellt :wink:
Du meinst sicher die gezielte Förderung von Minderheiten im Bildungssystem, auch durch eigene Nationalitäten-Universitäten, oder?
Genau die! Hast du in der Zwischenzeit (ist ja schon fast ein Monat her) auch Details herausfinden können? Oder bleibt es bei der Oberflächlichkeit?

sweetpanda hat geschrieben:
Doch erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass die Analogie die du hier sehen willst nicht geben ist.
Es ist ja gerade in den USA derzeit so [...]
Meine Anmerkungen beziehen sich auf das, was ich von dir zitiert habe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskriminierung von Ostasiaten in den USA
BeitragVerfasst: 20.06.2017, 08:08 
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Ich meine in China ist es genauso. Die Minderheiten (zumindest die die Mandarin nicht als "Muttersprache" haben) müssen da weniger Punkte erreichen um auf eine Uni gehen zu können. Also sozusagen eine Benachteiligung von Han Chinesen.


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