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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 10:47 
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bigben hat geschrieben:
Jetzt kriege ich kaum noch Informationen von ihr, keiner traut sich dort, auf WeChat was "Falsches" zu sagen.


Das trifft auch auf im Ausland lebende Chinesen aus der Ecke zu, die äußern sich äußerst ungern dazu, auch in anderen Chatprogrammen, da sie fürchten beim nächsten Heimatbesuch dann selbst nicht mehr ausreisen zu dürfen.

bigben hat geschrieben:
Das mit dem Notreiseausweis hatte ich noch nicht gehört. Wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, ist aber doch die Frage, ob man sie damit dann aus China ausreisen lässt.


Eher nicht, sie ist ja weiterhin Chinesin und damit hat China das letzte Wort bei der Ausreise. Da müsste man dann über die grüne Grenze und von dort dann mit den Papieren weiterreisen. Aber das wollt ihr ja überhaupt nicht und wäre wohl erst der letzte Schritt wenn da auch in mehreren Jahren nicht nichts geht.

Hast du dich mal an die deutsche Botschaft in Beijing gewandt? Die werden sicherlich Bescheid wissen welche Möglichkeiten es gibt, auch wenn sie selbst nicht aktiv werden können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:09 
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blur hat geschrieben:
Hast du dich mal an die deutsche Botschaft in Beijing gewandt? Die werden sicherlich Bescheid wissen welche Möglichkeiten es gibt, auch wenn sie selbst nicht aktiv werden können.

Das ist eine weitere gute Idee. Ich werde hier zur ALB und zur Chinesischen Botschaft gehen und sie kann dort in Peking vorsprechen. Sie wollte vielleicht sowieso dorthin, um einen weiteren Deutschabschluss zu machen (ich meine zum Goeteinstitut).

In dem TAZ-Artikel stand:
„Wer es ablehnt, seinen Reisepass abzugeben, ist selbst verantwortlich dafür, wenn ihm die Ausreise verweigert wird“, heißt es in einer amtlichen Mitteilung. Diese Maßnahme diene einer „jährlichen Überprüfung“.
Hoffentlich bedeutet es nicht, dass sie dann zukünftig jährlich dieselbe Prozedur machen muss...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:17 
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bigben hat geschrieben:
Hoffentlich bedeutet es nicht, dass sie dann zukünftig jährlich dieselbe Prozedur machen muss...


Nach drei Jahren in Deutschland kann sie die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen, dann wäre das alles egal für sie. Bräuchte dann natürlich ein Visum um nach China reisen zu können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:36 
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Das haben wir im Hinterkopf. Visum ist sicher kein Problem. Nur dann wäre vermutlich auch wieder ihre Pension futsch. Das Beste wäre zwar doppelte Staatsbürgerschaft, aber der stimmt China momentan ja nicht zu.

Unterdrückung von Minderheiten ist aber keine Dauerlösung. Das weiß sicher auch die Führung in Peking. Die meisten Uiguren und Tibeter wollen eigentlich auch keine Abspaltung von der Großmacht nur ein paar mehr Autonomierechte. Schade dass international so wenig Druck gemacht wird, aber da gibt es ja viel schlimmere Baustellen weltweit...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 11:50 
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Ich habe keine Ahnung ob China überhaupt Renten ins Ausland überweist wie Deutschland es macht, aber auch Ausländer müssen in China in die Rentenversicherung einzahlen. Sie können sich bei Ausreise dann alle Beiträge auszahlen lassen, aber ohne das zu beantragen besteht das Rentenkonto für sie fort und somit würden sie dann wohl auch irgendwann einen Rentenanspruch haben.

Traut sich ja keiner Druck zu machen außer die Türkei, da alle lieber Geld mit China verdienen wollen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 13:26 
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bigben hat geschrieben:
Ich bin selbst noch dienstlich unterwegs, nächste Woche gehe ich dann mal in die ALB, vielleicht auch noch zur Chinesischen Botschaft in Berlin. Schaun wir mal.
Die ABH (so die korrekte Abkürzung) kann da gar nichts machen.
Deine Frau ist chin. Staatsbürgerin und (last but not least) IN China.
Die ABH kommt erst dann wieder ins Spiel, wenn Deine Frau wieder in D. IST - vorher nicht.
Und zwar nur die ABH, die für Deinen Wohnort zuständig ist.
Ist das nicht Berlin, dann kannst Du Dir den Weg zur dortigen ABH also schenken.

Zur chin. Botschaft:
Da kannst Du nicht eben mal so ohne Termin vorbei kommen.
Und tel. ist da so gut wie nie jemand erreichbar.

Wobei ich mich da auch frage, in wie weit es sinnvoll ist diese überhaupt zu kontaktieren.
Da wird man (wenn Du denn einen Termin bekommst) nur sagen: Ist so - basta.
Im worst case geben sie den Namen Deiner Frau nach China weiter - und da werden ihr dann sicher nicht weniger Steine in den Weg gelegt werden, um es mal diplomatisch zu formulieren.

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Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 13:50 
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blur hat geschrieben:
Traut sich ja keiner Druck zu machen außer die Türkei, da alle lieber Geld mit China verdienen wollen.
Was soll das denn für ein Druck sein?
Da kann Egoman Erdogan wettern, wie er will.

Das ist so, als wenn in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt :mrgreen:

Die Drohung keine US-Bürger mehr einreisen zu lassen war ja auch schnell vom Tisch, als Trum sagte "Ok, dann kommen auch keine Türken mehr in die USA" :mrgreen:

Hätte die EU nicht den Flüchtlings-Deal mit der Türkei, dann hätte er sich hier auch nicht aufspielen können, wie ein HB-Männchen (falls das noch einer kennen sollte).

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 14:45 
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blur hat geschrieben:
Ich habe keine Ahnung ob China überhaupt Renten ins Ausland überweist wie Deutschland es macht, aber auch Ausländer müssen in China in die Rentenversicherung einzahlen. Sie können sich bei Ausreise dann alle Beiträge auszahlen lassen, aber ohne das zu beantragen besteht das Rentenkonto für sie fort und somit würden sie dann wohl auch irgendwann einen Rentenanspruch haben.


Das müsste rauszubekommen sein. Ansonsten macht es dann wirklich keinen Sinn, weiter die chinesische Staatsbürgerschaft zu behalten. Einreisen kann man auch mit Visum.

Die Türken heißen in der Tat die Uiguren als ihr -sagen wir mal - Ursprung willkommen. Deswegen sind viele dorthin ausgewandert. Für welche, die irgendwo in der "Luft" hängen ist es eine Alternative. Aber auch in anderen europäischen Ländern leben etliche - mit Asylstatus.

Zur Ausländerbehörde meines Landkreises will ich deswegen, um eventuell schon mal den Aufendhaltstitel zu verlängern (um bei Wiedereinreise keine Probleme zu bekommen). Mir ist schon klar, dass sie auch nicht viel mehr machen können. Ausserdem muss ich sie davon überzeugen, dass wir keine Scheinehe führen, sondern dass hier "höhere Gewalt" im Spiel ist.
Als wir beide unsere Auslandstätigkeit erklärt haben (und die damit verbundenen unregelmässigen Besuche) war es zumindest kein Problem, da ja eine Änderung absehbar/geplant war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 22:54 
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ingo_001 hat geschrieben:
Die ABH (so die korrekte Abkürzung) kann da gar nichts machen.


Falsch, sollte seine Frau noch keine 6 Monate aus DE ausgereist sein, kann eine Verlängerung der Ausreisefrist beantragt und genehmigt werden.

Da der threadstarter diesbezüglich auf meine Anfrage nicht geantwortet hat, weiß aber niemand, ob es noch möglich ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 22:57 
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blur hat geschrieben:
Laogai hat geschrieben:
bigben hat geschrieben:
Wenn meine Frau in Kasachstan einen Anruf von den chinesischen Behörden bekommt, warum Sie ihren Pass noch nicht abgegeben hat [...]
Welche Behörde hat da angerufen und wo hätte deine Frau ihren Pass abgeben müssen?
Kannst du zum Beispiel hier nachlesen: https://www.rfa.org/english/news/uyghur ... 52527.html
Dank für den Link zu dieser informativen und überaus -äh- objektiven Quelle.

Aber ich hätte doch gerne noch eine Antwort von bigben. Also aus direkter und erster Hand. Ist etwas besser als "according to sources", die RFA -äh- zitieren.

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天不怕地不怕就怕洋鬼子开口说中国话!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 07.03.2018, 22:58 
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bigben hat geschrieben:

Zur Ausländerbehörde meines Landkreises will ich deswegen, um eventuell schon mal den Aufendhaltstitel zu verlängern (um bei Wiedereinreise keine Probleme zu bekommen).


Der Aufenthaltstitel kann nicht verlängert werden, er läuft über 3 Jahre, was soll die ABH da verlängern?

Sollte deine Frau noch nicht 6 Monate außer Landes sein, kannst du dir eine Genehmigung besorgen, das sie länger als 6 Monate am Stück aus DE ausreisen kann und der Aufenthaltstitel nicht erlischt.

Da ihr aber anscheinend alle Zeit der Welt habt, scheint es dir/euch nicht allzu wichtig zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 08.03.2018, 08:49 
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Laogai hat geschrieben:
Dank für den Link zu dieser informativen und überaus -äh- objektiven Quelle. Aber ich hätte doch gerne noch eine Antwort von bigben. Also aus direkter und erster Hand. Ist etwas besser als "according to sources", die RFA -äh- zitieren.


War nur der erste Link der mir in die Finger kam, es steht auch beim BBC was darüber, bei der TAZ, Süddeutschen, Zeit... Inwieweit man dem glaubt muss jeder selbst entscheiden. Meine Bekannte aus der Ecke hat das ganze aber bestätigt, damit ist es zumindest für mich glaubwürdig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 08.03.2018, 09:05 
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qpr hat geschrieben:
Der Aufenthaltstitel kann nicht verlängert werden, er läuft über 3 Jahre, was soll die ABH da verlängern?
Das geht sehr wohl.
Wenn z.B. der Integrationskurs nicht fristgemäß absolviert wurde, dann kann die ABH die Erteilung einer NE verweigern und statt dessen die Aufenthaltserlaubnis um ein weiteres Jahr verlängern.
In Berlin nachweislich 2016 so geschehen.
qpr hat geschrieben:
Sollte deine Frau noch nicht 6 Monate außer Landes sein, kannst du dir eine Genehmigung besorgen, das sie länger als 6 Monate am Stück aus DE ausreisen kann und der Aufenthaltstitel nicht erlischt.
Das geht auch nachträglich - nachdem sie bereits ausgereist ist?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:07 
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Kurze Antwort meinerseits:
@ qpr: Sie ist länger als 6 Monate weg. Geplant war das so nicht, aber dann kam ja die Sache mit dem Anruf dazwischen und der Warnung ihrer Familie und ihres Chefs, erstmal nicht nach China zurückzukehren sondern weiterzuarbeiten. Wie gesagt, eine direkte Reise von Kasachstan nach Deutschland wurde ihr seit Mai letzten Jahres von der Firma nicht mehr gestattet.

@ Laoghai: Ich hatte bereits weiter "oben" geschrieben, dass die "Behörde" die örtlich Polizei (aus Urumqui) war, die sie auf dem Handy in Kasachstan angerufen hatte, warum sie ihren Pass noch nicht abgegeben hat. Woher die die Handynummer hatten, wusste sie auch nicht, aber das ist sicher nicht schwer zu bekommen...

@ ingo: was ist eine NE?

Ich bin derzeit auf Dienstreise, kann erst nächste Woche zur ABH. Danach sehen wir mal weiter.
PS: Integrationskurs hat sie noch nicht gemacht, war bisher keine Zeit. Wollte sie, wenn sie endgültig in Deutschland ist. Den Schein von der Behörde haben wir aber schon.

Gruß Ben


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausreise einer chinesischen Uigurin
BeitragVerfasst: 08.03.2018, 12:26 
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bigben hat geschrieben:
was ist eine NE?

Niederlassungserlaubnis. Unbefristeter Aufenthaltstitel (AT) für Deutschland.

Sie hatte nur eine Aufenthaltserlaubnis (AE).


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