studieren der chinesischen sprache

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
Aremonus
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Aremonus »

Ich möchte auch noch einmal unterstreichen, dass man auf keinen Fall aus wirtschaftlichen Gründen Sinologie studieren sollte! In Deutschland sollte man, wenn man einen guten Job will, am besten Recht oder Ingenieurswesen studieren. Eventuell käme auch noch Betriebswirtschaft in Frage, aber hier sollte man schon ein sehr gutes Abitur haben, um an einer Top-Uni unterzukommen - sonst sieht's auch nicht so toll aus.

Sinologen sind Geisteswissenschaftler - sie schaffen sich ihr Arbeitsfeld selber. Das heisst, als Sinologe bist Du mit Leuten wie Soziologen, Historikern und Philosophen zu vergleichen - nicht aber mit Dolmetschern, die eine bestimmte Funktion ausüben. Das kann ein sehr erfolgreicher Weg sein, aber es kommt extrem auf Dich als Person an. Es gibt Philosophen, die im Investmentbanking gelandet sind ;) .

Das Wichtigste ist, dass Du Feuer und Flamme für das Studium bist (und am besten eine international renommierte Uni besuchst). Dann wirst Du viel arbeiten, tief in die Materie kommen und die Zusammenhänge verstehen. Kurzum, ich würde an Deiner Stelle Sinologie nur studieren, wenn ich nacher Professor auf dem Gebiet werden wollte - also extrem akademisch interessiert bin.

Um herauszufinden, ob dem so ist, würde ich für zwei Wochen nach China reisen und das Land besser kennenlernen. Laogai in unserem Forum hier, seines Zeichens selbst Sinologe, bietet wunderbare Radtouren durch den Süden des Landes an und verfügt über ein äusserst breites Wissen über die chinesische Kultur und Sprache. Vielleicht wäre das eine Option für Dich, um weiter zu kommen?
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Laogai
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Laogai »

Geist hat geschrieben:Ich konzentriere mich aber dennoch mehr auf verbale Kommunikation mit den Mensch im alltäglichen Leben, anstatt meine ganze Energie mit dem Lernen der Schrifzeichen (was ich natürlich mache, ich finde es gehört dazu) zu legen.
Dann reden wir vielleicht aneinander vorbei.
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sanctus
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von sanctus »

Geist hat geschrieben:Ich konzentriere mich aber dennoch mehr auf verbale Kommunikation mit den Mensch im alltäglichen Leben, anstatt meine ganze Energie mit dem Lernen der Schrifzeichen (was ich natürlich mache, ich finde es gehört dazu) zu legen.

Gruß
Geist
Wieso denn ganze Energie? Du solltest doch auch nur soviel Energie dafuer verwenden, dass du sie lesen und vielleicht auch schreiben kannst und langfristig im Gedaechtnis behaelst. Mehr Energie verwende ich dafuer auch nicht.

Ebenfalls Gruss
Sanctus

Edit: Womit wir mit der Strichreihenfolge noch ein weiteres Lernelement zu den Schriftzeichen haetten.
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Geist

Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Geist »

Aremonus hat geschrieben:Ich möchte auch noch einmal unterstreichen, dass man auf keinen Fall aus wirtschaftlichen Gründen Sinologie studieren sollte! In Deutschland sollte man, wenn man einen guten Job will, am besten Recht oder Ingenieurswesen studieren. Eventuell käme auch noch Betriebswirtschaft in Frage, aber hier sollte man schon ein sehr gutes Abitur haben, um an einer Top-Uni unterzukommen - sonst sieht's auch nicht so toll aus.
Hallo Aremonus.

Dem Rest Deines Beitrages würde ich so ohne weiteres zustimmen, eine Sache müsste ich aber noch loswerden.

Ein Studium sollte man mit Sicherheit nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch nicht nur nach Interesse wählen, denn von einem Studium das einen geistig total ausfüllt aber nicht satt macht rentiert sich später nicht, erst Recht wenn man nach dem Studium von einem großen Berg an Schulden steht.

Was ich allerdings nicht unterstreichen kann ist die Sache mit der Top-Uni.

Deutschland hat keine so genannte elitäre Kultur, ergo, dass man mit der richtigen Hochschule / Top Uni auch konsequent das Einkommen im Beruf steigt. Rekrutiert werden die Absolventen dieser Kaderschmieden also vornehmlich in den jeweiligen Ländern und insb. im englischem Sprachraum. In dortigen Regionen ist der Sachverhalt von Top-Hochschulen ganz anders gestrikt --> dort zählt die Hochschule und dort ist ein Einstieg über den sonstigen Absolventengehältern möglich.

Gerade für die oben genannten Studiengänge, lohnt sich rein aus fachlicher Sicht ein Bachelorstudium in Harvard und Co. nicht.

Ähnliches gilt für Rankings. Sie sollten nicht als non-plus-ultra der Entscheidungsgrundlage zu Rate en werden.

Gruß
Geist
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Linnea
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Linnea »

Hallo Sandra und willkommen im Forum!

Was hast du denn vor dem Abitur gemacht? Du bist immerhin schon ein wenig älter und hast dein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erworben. Hast du zuvor eine Ausbildung absoviert, hast du Familie - das würde ich einen 18-jährigen normalerweise nicht fragen, bei dir ist das aber eher drin. Der Hintergrund ist einfach: An eine Ausbildung kann man möglicherwiese anknüpfen (Nebenfach), bei Familie muss man sehen, wie sich das mit Studienplänen (vor allem Auslandsaufenthalten) verbinden lässt. Generell stellt sich die Frage, ob du eher mit einem Sinologiestudium oder mit einem, das zum Übersetzer oder Dolmetscher ausbildet, glücklicher werden wirst. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch noch andere Fächer gibt.
Geist hat geschrieben:Ein Studium sollte man mit Sicherheit nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch nicht nur nach Interesse wählen, denn von einem Studium das einen geistig total ausfüllt aber nicht satt macht rentiert sich später nicht, erst Recht wenn man nach dem Studium von einem großen Berg an Schulden steht.
Tja, aber es gibt immer Leute, die trotzdem locker satt werden und auch ihre Bafögschulden abbezahlen. So wie es auch jene gibt, die das trotz des Studiums eines MINT-faches nicht tun. Schwierig abzuschätzen, wenn man die Leute nicht kennt, und selbst dann klappt es nur bedingt. Ein wenig Selbsteinschätzung ist schon nötig - und trotzdem kann es manchmal daneben gehen. Für Sinologie gäbe es als relativ renommierte Universitäten durchaus Hamburg und auch Heidelberg, aber die tatsächliche Qualität ändert sich manchmal schneller als man schauen kann. Oder Leiden in den Niederlanden, wenn es über die Grenzen hinweg sein darf.
Geist hat geschrieben:Gerade für die oben genannten Studiengänge, lohnt sich rein aus fachlicher Sicht ein Bachelorstudium in Harvard und Co. nicht.
Kommt wohl auf den Interessenschwerpunkt an. Harvard dürfte auch durch Mark Elliot für Menschen, die sich für die Qing-Dynastie (und die mandschurische Sprache) interessieren, durchaus spannend sein.
Geist

Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Geist »

Linnea hat geschrieben:Tja, aber es gibt immer Leute, die trotzdem locker satt werden und auch ihre Bafögschulden abbezahlen. So wie es auch jene gibt, die das trotz des Studiums eines MINT-faches nicht tun. Schwierig abzuschätzen, wenn man die Leute nicht kennt, und selbst dann klappt es nur bedingt.
Keine Frage, das möchte ich auch nie bestritten haben. Ein Studium ist kein Freifahrtsschein in einen gutbezahlten Beruf mit super Arbeitsstunden und einer lebenslangen Sofortrente mit 50. Allerdings und dafür gibt es relevante Studien und Zahlen, erhöht ein abgeschl. Studium die Chancen ungemein, aber auch dort wird unterschieden zwischen MINT, Wiwi's und meinetwegen Geisteswissenschaftlern, wobei letztere im Schnitt (!) die weniger guten Karten ziehen. Aber wie Du schon sagtest, das muss nichts heißen, schließlich gehört auch immer eine große Portion Glück und Eigeninitiative dazu.

Gruß
Geist
Aremonus
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Aremonus »

Aber wie Du schon sagtest, das muss nichts heißen, schließlich gehört auch immer eine große Portion Glück und Eigeninitiative dazu.
Ob das jedoch der Wahrheit letzter Schluss ist?
Man muss auch in Betracht ziehen, dass Geisteswissenschaftler öfters weniger starke Karriereambitionen haben (öfter weiblich, andere Lebenseinstellung, andere Arbeitseinstellung). Ist man aber ambitioniert, dürfte man auch als Geisteswissenschaftler durchaus gute Chancen haben.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
Sandra82
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Sandra82 »

es ist wirklich interessant und informativ, was hier alles geschrieben wurde. habe mich von meiner besessenheit chinesisch zu studieren abgewandt und mich heute auch um andere interessante studiengänge beworben. ich bin nicht der typ, der nach viel geld strebt, das wäre nicht der grund für ein bestimmtes studium. natürlich wäre es toll, wenn man nach dem studium genauso ohne alles dar steht wie vorher. also eine kleine jobperspektive sollte da sein.
das problem ist halt, dass ich nie wirklich in berührung mit dieser kultur oder sprache war. habe mich zum beispiel jetzt um das studienfach medienpsychologie beworben, soziologie und auf einer fh um soziale arbeit. es ging jetzt alles recht schnell. wollte erst keine zeit verlieren, aber jetzt kann ich mich ja noch weiter informieren, was für mich wirklich in frage kommt. dieses jahr ist es sowieso scheinbar sehr schwer einen platz zu bekommen.

---"Was hast du denn vor dem Abitur gemacht? Du bist immerhin schon ein wenig älter und hast dein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erworben."----

hat jemand geschrieben: naja, damals bin ich einfach zur post gegangen und habe da meine ausbildung abgeschlossen. das wusste ich, dass ich nicht drinnen arbeiten will und hatte somit mein ziel. dann habe ich ein paar schulen angefangen und abgebrochen oder nicht geschafft. dann habe ich auch verstanden, dass ich nicht der kaufmännische typ bin. habe die realschule nach gemacht, dann das abi. der weg war schon sehr lang bis hier. habe aber das gefühl, dass noch mehr rauszuholen ist aus mir. es ist ein so gutes gefühl für etwas zu lernen, wofür man eine leidenschaft entwickelt hat. bin auf der such danach. leider bin ich niemand von denen, der sich nur auf ein gebiet fixiert hat und dabei geblieben ist.
denke aber vielen geht es so, dass man bei den ganzen möglichkeiten die man heute hat, manchmal einfach nicht weiß welchen weg man gehen soll.

sandra
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Norwin
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Re: studieren der chinesischen sprache

Beitrag von Norwin »

Ich höre immer wieder, dass die chinesisch schwere Sprache ist.
Da sagen die Leute allgemein.
Es ist nicht einfach zu ignorieren und den Motivation hoch bleiben und behalten.
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