Kraken hat geschrieben:
Na ja, zumindest sind dieser hinsichtlich ihres Leistungsprofils wesentlich leichter zu durchschauen, als die Tätigkeiten eines korrupten Beamten.

Ich weiß ja nicht...gerade bei Polizisten ist das manchmal gar nicht so einfach, wo da zum Teil die Grenzen gezogen werden können und ob sich dessen ein Kind bewusst ist.
Kraken hat geschrieben:
Könntest Du den Punkt mit den chinesischen Kiddies vielleicht ein wenig differenzieren?
Sie sind..ähm...aufgeweckter? Ist nur mein persönlicher Eindruck...vergleiche halt die Kiddies, die ich hier schon erlebt habe, mit den Kiddies als ich noch selber in der Schule war. Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht...muss ich zu meiner Schande gestehen. Hier muss man den Kiddies zumindestens nichts aus "der Nase popeln", sondern man stellt eine Frage und die sind so fix bei der Antwort (inklusive des obligatorischen Aufstehens -> militärischer Drill, wie noch in Deutschland zu des "guden Kaisers" Zeiten auch), dass man sich manchmal denkt: "Scheiße! Können die nicht ein wenig wie deutsche Schüler sein und sich um die Beantwortung einer Frage auch so herumdrücken, wie in deutschen Schulen üblich? In dem Tempo kommen wir doch in der Unterrichtsstunde mindestens zweimal durch den Stoff, den ich eigentlich vorbereitet hatte. Das ist jetzt echt blöd, mensch! Für das nächste Mal muss ich dann wohl deutlich mehr vorbereiten..." ^^
Aber ist halt ein völlig versubjektivierter Eindruck und muss jetzt auch nicht wirklich rundherum "positiv" in diesem Sinne sein. Klar! Schön ist es immer, wenn man sieht, dass die Kiddies hier sich wirklich engagieren und man als Lehrer so das Gefühl bekommt, dass die Kiddies das wirklich auch aus sich selbst heraus schätzen und dankbar aufnehmen, was man ihnen beibringt (ohne das es aber länger im Gedächtnis bliebe...sondern rein ins Kurzzeitgedächtnis und spätestens nach dem nächsten Test kompletter "Speicher"-Reset), aber es bleibt natürlich dabei immer ein bitterer Beigeschmack, was daran freiwillig und aus Spaß und was auf Druck von außen ist. No Frage!
Kraken hat geschrieben:
Da hast Du auch gar nicht mal so Unrecht.

Allgemein ist die Suizidrate unter Jugendlichen in Asien (insbesondere Südkorea und Japan) außerordentlich hoch, was z. T. mit Sicherheit auf jenen leistungsorientierten Gesellschaften ruckzuführen ist. Zudem lastet auch noch ein enormer Druck auf den Schultern des Schülers, wieder seitens der Gesellschaft und der Familie. Die Problematik ist selbstverständlich noch ein wenig komplexer (Folgen der Rezession [indirekt], Verschlechterung der sozialen Absicherung, Zerfall familiärer und freundschaftlicher Beziehungen etc. pp.), aber das vielleicht ei andermal.

Ja und Nein. Also, dass die Suizidrate in asiatischen Gesellschaften, gerade in der japanischen, wesentlich höher ist, als im europäischen und amerikanischen Kulturraum, ist, denke ich, ein Punkt, wo wir uns denkbar schnell drauf einigen können. Was dafür der Ausschlag ist, ist dabei nicht ganz so klar. So spielt der extreme Leistungsdruck hier in Ostasien eine sehr große Rolle...vielleicht sogar die wichtigste? Vielleicht ist es aber auch die grundsätzlich suspekte Haltung gegenüber dem Leben an sich, die da zumindestens die Hemmschwelle arg hinunterschraubt? Denn während im...ich sage mal...christlich-hellenistisch geprägten Kulturraum dem Leben zuweilen eine arg übergeordnete Bedeutung beigemessen wird (Anmerkung: meine persönliche Ansicht), sieht das in den meisten asiatischen Ländern völlig anders aus. Und in solchen Regionen, wo zudem auch noch der Buddhismus sich merklich auswirkt, mit seiner Philosophie, dass "Leben Leiden bedeute" (je nach buddhistischer Schule) und dieser ganzen Spirale aus Leben - Sterben - Wiedergeburt macht es das manchmal vielleicht einfacher, sich gegen das Leben zu entscheiden, nach dem Motto: "Ist halt in diesem Leben scheiße gelaufen, versuche ich es im nächsten noch einmal." Sprich: Hier ist da die Hemmschwelle vielleicht etwas niedriger als bei uns, wo ja der Tod schon als etwas recht endgültiges wahrgenommen wird und man es sich daher lieber doch noch einmal zweimal überlegt, wenn man "riskiert" - ein wenig karikiert dargestellt - z.B. in einer irgendwie gearteten "Hölle" seine weitere Existenz fristen zu müssen. Okay...dieser Punkt ist jetzt mehr Scherz, aber es ist halt dieser Gedanke an diese absolute Endgültigkeit, dass wir im "Westen" dem Sterben eher fast schon panisch gegenüberstehen, während "Asiaten" damit lockerer umgehen, weil der Tod für sie eben nicht so endgültig ist. Jedenfalls ist das soweit meine Meinung dazu...ob sie richtig ist, sei dahingestellt...
Übrigens ein Punkt, wo ich denke, mich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich sage, dass es vielleicht diese unterschiedliche Bewertung des Lebens an sich ist, warum es z.B. in Asien mit Menschenrechten nicht so wirklich klappt. Aber ist jetzt von mir nur herbeispekuliert und auch nicht wirklich zum eigentlichen Thema.