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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 29.10.2009, 15:04 
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wuseltiger hat geschrieben:
RoyalTramp hat geschrieben:
Aus dem Artikel:

Zitat:
Die ersten beiden richtigen Unterrichtswochen an der Schule in Chanchun habe ich geschafft und versuche, Schülern im Alter zwischen 12 und 15 die englische Sprache näher bringen.


Muss sich um Selbstironie handeln, ne? *hehe* Naja...er unterrichtet ja "nur" Englisch, von daher muss das mit der Deutschen Grammatik nicht so ganz stimmen. :P




Wo soll da jetzt der Fehler sein???


"versuche" + Infinitivsatz? - "und versuche, Schülern die englische Sprache näher zu bringen"

...oder vielleicht vertue ich mich jetzt auch, denn ehrlich, so ganz geheuer ist mir die deutsche Sprache schon lange nicht mehr...ich schließe von daher nicht aus, dass ich hier falsch liege. :S

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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 29.10.2009, 15:04 
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wuseltiger hat geschrieben:
RoyalTramp hat geschrieben:
Aus dem Artikel:

Zitat:
Die ersten beiden richtigen Unterrichtswochen an der Schule in Chanchun habe ich geschafft und versuche, Schülern im Alter zwischen 12 und 15 die englische Sprache näher bringen.


Muss sich um Selbstironie handeln, ne? *hehe* Naja...er unterrichtet ja "nur" Englisch, von daher muss das mit der Deutschen Grammatik nicht so ganz stimmen. :P




Wo soll da jetzt der Fehler sein???

Er möchte wahrscheinlich gern noch ein "zu" haben, aber meinem Sprachgefühl nach würde ich beides "zulassen"; vielleicht fehlt ja Royal hier die Fantasie, die er bei Chinesisch fordert ;)

de guo xiong, keine Leuchte bei deutscher Grammatik

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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 29.10.2009, 15:07 
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Naja...was das 有 ist es nun wirklich relativ unwichtig, ob wie und was man sich darunter alles vorstellen kann, da es im modernen Alltagsgebrauch nur die bereits genannten Bedeutungen hat, aber wenn im Deutschen der Infinitiv nicht klappt...dann ist es schon recht essig, denn der Infinitiv ist gerade grammatikalisch nicht ohne Bedeutung (leicht untertrieben).

Und bevor hier Leute wieder über mich herfallen: Ja, auch in meinen Posts finden sich genügend grammatikalische Fehler, dass man manchmal denken könnte: Watt? Und so einer unterrichtet Deutsch? Aber zur Ehrenrettung muss ich gestehen, dass ich hier keinen Ko-Korrektor habe, der meine Posts, die ich hier im "5-Minuten-Takt" raushaue, gegenkorrigiert. Aber einen Artikel, wie diesen im Internet auf den Seiten eines nicht unbekannten Nachrichtenmagazins...da sollte man schon einen höheren Anspruch an die grammatikalische Ausführungen haben, denn dort sitzen sogar "berufliche" Ko-Korrektoren. Von daher ist, was ich geschrieben auch nicht als Kritik an den Lehrer aufzufassen, sondern eher am Spiegel.

Aber der Spiegel ist da auch wieder harmlos...wenn ich mir dagegen "heute.de" anschaue und was die da auf der Internetseite manchmal für Dinger raushauen. Da fliegen einem wirklich die Schuhe weg, dass man daran zweifeln könnte, ob in der Redaktion überhaupt noch irgendeiner die News da Korrektur liest...

Royal (<- der manchmal gerne Erbsen liest)

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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 29.10.2009, 15:14 
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RoyalTramp hat geschrieben:
aber wenn im Deutschen der Inifinitiv nicht klappt...dann ist es schon recht essig, denn der Infinitiv ist gerade grammatikalisch nicht ohne Bedeutung (leicht untertrieben).

das bedeutet, Du hast den Satz, so wie er da steht, nicht verstanden? Ja der Infinitv hat eine Bedeutung, es ist die Grundform des Verbs. Wohingegen der "erweiterte Infinitiv mit zu" nicht unbedingt für das Textverständnis notwendig ist.

de guo xiong, der findet, das ist das schöne an der deutschen Sprache, auch wenn die Grammatik relativ verquer ist, kann man es verstehen

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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 29.10.2009, 15:23 
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de guo xiong hat geschrieben:
RoyalTramp hat geschrieben:
aber wenn im Deutschen der Inifinitiv nicht klappt...dann ist es schon recht essig, denn der Infinitiv ist gerade grammatikalisch nicht ohne Bedeutung (leicht untertrieben).

das bedeutet, Du hast den Satz, so wie er da steht, nicht verstanden? Ja der Infinitv hat eine Bedeutung, es ist die Grundform des Verbs. Wohingegen der "erweiterte Infinitiv mit zu" nicht unbedingt für das Textverständnis notwendig ist.

de guo xiong, der findet, das ist das schöne an der deutschen Sprache, auch wenn die Grammatik relativ verquer ist, kann man es verstehen


Sorry...ist auch nicht auf meinen Mist gewachsen, dass es in der deutschen Grammatik nunmal klare Regeln gibt. Mir macht es auch keinen Spaß, die Studenten damit zu quälen und frage ich mich wirklich häufig, wozu das eigentlich? Es reicht doch, wenn sie sich so ausdrücken können, dass man sie versteht. Aber leider reicht es nicht, wenn die Studenten sich nur "ungefähr" auf Deutsch ausdrücken können, wenn sie z.B. in Deutschland studieren wollen. Da kann es schon mal passieren, dass z.B. das TestDaF Institut sagt: "Nö...und du darfst nicht!"

P.S.: Und ohne den Infinitiv mit "zu" wird es schwierig, auf Deutsch eine Absicht oder ein "Ziel" auszudrücken, wenn man nicht ständig "wollen" oder "möchte" bemühen "will". Ui...wer mitgezählt hat: In diesem kleinen Text findet sich das "zu" gleich 3 Mal...

P.P.S.: Habe in meinem vorherigen Post 3 Fehler gefunden und korrigiert. Nobody is perfect...aber man ist bemüht... Für die Reinerkaltung der deutschen Sprache! ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 30.10.2009, 11:26 
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Zitat:
...und Kinder die den Wunsch äußern "Polizisten" "Feuerwehrmänner" oder "Piloten" zu werden? Sind die sich der massiven Verantwortung und der Tragweite bewusst, die auch diese Berufe unter anderem mit sich bringen? ;)


Na ja, zumindest sind dieser hinsichtlich ihres Leistungsprofils wesentlich leichter zu durchschauen, als die Tätigkeiten eines korrupten Beamten. :)

Zitat:
P.S.: Chinesische Kiddies sind da schon ein wenig schneller im Auffassungsvermögen, als deutsche Kinder, wie ich finde und daher halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass sie diese Meinung in absolutem "Bewusstsein" getroffen hat.


Könntest Du den Punkt mit den chinesischen Kiddies vielleicht ein wenig differenzieren?

Zitat:
Nachtrag: Zu der Einlassung mit "sich todlernen". Ich habe zwar keine Statistiken, aber ich habe schon das Gefühl, dass z.B. Selbstmorde an chinesischen Universitäten viel verbreiteter sind, als irgendwo sonst in der Welt. Von daher ist der Begriff "sich zu Tode lernen" nicht ganz weit hergeholt aus meinem subjektiven Empfinden heraus.


Da hast Du auch gar nicht mal so Unrecht. :) Allgemein ist die Suizidrate unter Jugendlichen in Asien (insbesondere Südkorea und Japan) außerordentlich hoch, was z. T. mit Sicherheit auf jenen leistungsorientierten Gesellschaften ruckzuführen ist. Zudem lastet auch noch ein enormer Druck auf den Schultern des Schülers, wieder seitens der Gesellschaft und der Familie. Die Problematik ist selbstverständlich noch ein wenig komplexer (Folgen der Rezession [indirekt], Verschlechterung der sozialen Absicherung, Zerfall familiärer und freundschaftlicher Beziehungen etc. pp.), aber das vielleicht ei andermal. :)

Gruß
Kraken


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 Betreff des Beitrags: Re: Berufswunsch
BeitragVerfasst: 30.10.2009, 14:32 
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Kraken hat geschrieben:
Na ja, zumindest sind dieser hinsichtlich ihres Leistungsprofils wesentlich leichter zu durchschauen, als die Tätigkeiten eines korrupten Beamten. :)


Ich weiß ja nicht...gerade bei Polizisten ist das manchmal gar nicht so einfach, wo da zum Teil die Grenzen gezogen werden können und ob sich dessen ein Kind bewusst ist.

Kraken hat geschrieben:
Könntest Du den Punkt mit den chinesischen Kiddies vielleicht ein wenig differenzieren?


Sie sind..ähm...aufgeweckter? Ist nur mein persönlicher Eindruck...vergleiche halt die Kiddies, die ich hier schon erlebt habe, mit den Kiddies als ich noch selber in der Schule war. Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht...muss ich zu meiner Schande gestehen. Hier muss man den Kiddies zumindestens nichts aus "der Nase popeln", sondern man stellt eine Frage und die sind so fix bei der Antwort (inklusive des obligatorischen Aufstehens -> militärischer Drill, wie noch in Deutschland zu des "guden Kaisers" Zeiten auch), dass man sich manchmal denkt: "Scheiße! Können die nicht ein wenig wie deutsche Schüler sein und sich um die Beantwortung einer Frage auch so herumdrücken, wie in deutschen Schulen üblich? In dem Tempo kommen wir doch in der Unterrichtsstunde mindestens zweimal durch den Stoff, den ich eigentlich vorbereitet hatte. Das ist jetzt echt blöd, mensch! Für das nächste Mal muss ich dann wohl deutlich mehr vorbereiten..." ^^

Aber ist halt ein völlig versubjektivierter Eindruck und muss jetzt auch nicht wirklich rundherum "positiv" in diesem Sinne sein. Klar! Schön ist es immer, wenn man sieht, dass die Kiddies hier sich wirklich engagieren und man als Lehrer so das Gefühl bekommt, dass die Kiddies das wirklich auch aus sich selbst heraus schätzen und dankbar aufnehmen, was man ihnen beibringt (ohne das es aber länger im Gedächtnis bliebe...sondern rein ins Kurzzeitgedächtnis und spätestens nach dem nächsten Test kompletter "Speicher"-Reset), aber es bleibt natürlich dabei immer ein bitterer Beigeschmack, was daran freiwillig und aus Spaß und was auf Druck von außen ist. No Frage!

Kraken hat geschrieben:
Da hast Du auch gar nicht mal so Unrecht. :) Allgemein ist die Suizidrate unter Jugendlichen in Asien (insbesondere Südkorea und Japan) außerordentlich hoch, was z. T. mit Sicherheit auf jenen leistungsorientierten Gesellschaften ruckzuführen ist. Zudem lastet auch noch ein enormer Druck auf den Schultern des Schülers, wieder seitens der Gesellschaft und der Familie. Die Problematik ist selbstverständlich noch ein wenig komplexer (Folgen der Rezession [indirekt], Verschlechterung der sozialen Absicherung, Zerfall familiärer und freundschaftlicher Beziehungen etc. pp.), aber das vielleicht ei andermal. :)


Ja und Nein. Also, dass die Suizidrate in asiatischen Gesellschaften, gerade in der japanischen, wesentlich höher ist, als im europäischen und amerikanischen Kulturraum, ist, denke ich, ein Punkt, wo wir uns denkbar schnell drauf einigen können. Was dafür der Ausschlag ist, ist dabei nicht ganz so klar. So spielt der extreme Leistungsdruck hier in Ostasien eine sehr große Rolle...vielleicht sogar die wichtigste? Vielleicht ist es aber auch die grundsätzlich suspekte Haltung gegenüber dem Leben an sich, die da zumindestens die Hemmschwelle arg hinunterschraubt? Denn während im...ich sage mal...christlich-hellenistisch geprägten Kulturraum dem Leben zuweilen eine arg übergeordnete Bedeutung beigemessen wird (Anmerkung: meine persönliche Ansicht), sieht das in den meisten asiatischen Ländern völlig anders aus. Und in solchen Regionen, wo zudem auch noch der Buddhismus sich merklich auswirkt, mit seiner Philosophie, dass "Leben Leiden bedeute" (je nach buddhistischer Schule) und dieser ganzen Spirale aus Leben - Sterben - Wiedergeburt macht es das manchmal vielleicht einfacher, sich gegen das Leben zu entscheiden, nach dem Motto: "Ist halt in diesem Leben scheiße gelaufen, versuche ich es im nächsten noch einmal." Sprich: Hier ist da die Hemmschwelle vielleicht etwas niedriger als bei uns, wo ja der Tod schon als etwas recht endgültiges wahrgenommen wird und man es sich daher lieber doch noch einmal zweimal überlegt, wenn man "riskiert" - ein wenig karikiert dargestellt - z.B. in einer irgendwie gearteten "Hölle" seine weitere Existenz fristen zu müssen. Okay...dieser Punkt ist jetzt mehr Scherz, aber es ist halt dieser Gedanke an diese absolute Endgültigkeit, dass wir im "Westen" dem Sterben eher fast schon panisch gegenüberstehen, während "Asiaten" damit lockerer umgehen, weil der Tod für sie eben nicht so endgültig ist. Jedenfalls ist das soweit meine Meinung dazu...ob sie richtig ist, sei dahingestellt...

Übrigens ein Punkt, wo ich denke, mich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich sage, dass es vielleicht diese unterschiedliche Bewertung des Lebens an sich ist, warum es z.B. in Asien mit Menschenrechten nicht so wirklich klappt. Aber ist jetzt von mir nur herbeispekuliert und auch nicht wirklich zum eigentlichen Thema.

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