aquadraht hat geschrieben:
Zitat:
Aufmarschiert sind "Wujin"s und die tragen sehr wohl Schusswaffen. Da die Wujins aehnlich wie dei Armee, oft von anderen Provinzen kommen, werden sie vorzugsweise bei der Gewaltanwendung eingesetzt. Da die normalen Polizisten von einheimischen kommen und evtl. Hemmung haben koennen. Das ist eine Strategie, die in aehnlicher Form China seit Jahrtausenden angewendet wurde.
Woher hast Du die Information, dass die "zhongguo wujin budui renshi yu jingfei zhi yanxi", also die bewaffnete Antiterroreinheit der chinesischen Polizei, im Einsatz war und nicht die "fang bao jing cha", also die riot police?
Ich muss zugeben, dass die "fang bao jing cha" eine mir unbekannte Einheit ist. Dem Wikieintrag nach ist diese Einheit in der Tat eine Abteilung der Polizei. Den Bildern nach habe ich auf "Wujin" getippt.
Zitat:
Eine solche Einsatzentscheidung wäre keine seit Jahrtausenden angewendete Strategie, sondern ein schwerer Einsatzfehler, etwa so, als wenn man am 1. Mai in Kreuzberg GSG9 einsetzen würde.
Die Webseite der Wujin beschreibt deren Aufgabe als u.a.
...
Zitat:
处置突发事件,主要是对突然发生的危害国家安全或者社会秩序的违法事件依法实施处置,包括处置叛乱事件、骚乱及暴乱事件、群体性治安、械斗事件等
Demnach faellt Anti-krawall einsatz durchaus ins normale Einsatzgebiet der Wujing.
Zitat:
Die riot police ist genauso exterritorial wie die wu jin, sie ist aber eben nicht bewaffnet. Es gibt obendrein anti-riot-Einheiten der PLA, wie sie in Tibet im Einsatz sind, die tragen auch keinerlei Schusswaffen
Die chin. Wiki schreibt dazu:
Zitat:
中国防暴警察配备的轻武器,包括95式自动步枪、95式自动机枪、88式狙击步枪、92式手枪等.
wobei der Wiki Artikel mir nicht sonderlich professionell erscheint. Ich schliesse also hier nicht aus, dass es sich um "Effekthascherei" handelt. Ausserdem erscheint mir nicht ganz klar, ob die ARP Innenministerium unterstellt sind oder der Armee oder gar beides.
Zitat:
(ein Tibeter sagte mir, die Soldaten hätten generell ein besseres Image als Polizisten, was mit der Verteidigung des Potala und des Jokhang (ohne Schusswaffeneinsatz) gegen die (übrigens weit mehrheitlich aus jungen Tibetern bestehenden) Roten Garden in der Kulturrevolution zu tun hat.
Auch in anderen Regionen haben oft Soldaten besseres Image als zivile Ordnungsbeamten. Gerade durch Katastrohpheneinsatz und Hilfe in der Landwirtschaft. Die Chinesen sprechen nicht umsonst von 子弟兵.
Zitat:
Es ist in meinen Augen ok, gegen derartige Unruhen überregionale Ordnungskräfte einzusetzen, da in diesem Fall mit Diskriminierung oder sogar Bedrohung lokaler Kräfte gerechnet werden muss. Schusswaffeneinsatz ist und bleibt indiskutabel. Und eigentlich sind alle chinesischen Ordnungskräfte recht kompromisslos vergattert, keine Schusswaffen einzusetzen und im Falle existenzieller Gefahr möglichst eher zu flitzen als zu schiessen. In Lhasa letztes Jahr hat das allerdings 2 jungen Polizisten nicht geholfen, da der Mob sie trotzdem umgebracht hat.
In dem aktuellen Vorfall gibt es eine Vielzahl von Meldungen ueber Waffengebrauch der Ordnungskraefte. Durch die Verzerrung der westlichen Medien und die ausserordentliche Vorliebe der Chinesen fuer Geruechte ist da meines Erachtens z.Zt. noch keine definitive Aussage darueber moeglich.
Zitat:
Zitat:
Was Berichterstattung angeht: Ich habe das hier mehr aus Zufall gelesen
http://www.sueddeutsche.de/politik/974/479465/text/Ja, sowas wird uns nicht erspart bleiben. Ich fürchte, dieser Artikel wird eher einer der "sachlicheren" bleiben.
Das alleschaerfste in dem Bericht finde ich den Satzteil "Xinjiang, (früher Sinkiang)". Dass die beiden Namen von den ein und selben Chinesischen Wort kommt, ist wohl bei der Eifer untergeganagen, den Eindruck zu erwecken, dass die Provinz damals ein unabhaengiger Staat war....
Gruss
/dev/urandom
_________________
Yet Another Boring
BlogIf you are what you eat, what are the vegetarians?