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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 28.08.2010, 14:52 
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Scheint allgemein ein neur Trend zu sein, sich mit "Deutschland" zu schmuecken.

Habe vorletzte Woche auf der shanghaier Hausbau- und Inneneinrichtungsmesse massenweise Messestaende gesehen, die auf irgendeiner Weise immer 德国 mit einbringen mussten. Selbst als Laie hat man gesehen, das da viel 德国 draufsteht aber ziemlich wenig, bis ueberhaupt kein 德国 drin ist.

Aber die Qualitaet, die soll angeblich wirklich nach deutschen Standards sein. Und das wird die neue Taktik der Chinesen sein, es werden keine Marken mehr gefaelscht, stattdessen erfindet man welche, die es bis Dato nur in Deutschland angeblich gegeben hat. Dann wird da noch ganz gross 德国 mit draufgepinselt und fertig ist die neue und erfolgsversprechende Marke. Mit Laendernamen kann man's ja machen. Und ich habe beobachtet, dass auch Nicht-Chinesen darauf anspringen: ganz vorne in der Schlange standen vor allem afrikanische, suedamerikanische und Nah-Ost-Laender gefolgt von den Russen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 29.08.2010, 06:40 
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RoyalTramp hat geschrieben:
Weil es in einem anderen Thread kurz angedeutet worden war, hier ein etwas ausführlicher Bericht:

Beijing Stadtrand wird zum sozialen Brennpunkt

Ein interessanter Bericht über die Situation, dass jetzt "Wanderarbeiter in Peking eingezäunt" würden, wie es vor ein paar Tagen in deutschen Nachrichten hieß.

Dass es solche Phänomene und Zustände gibt wie in dem Artikel beschrieben, war mir schon immer klar. Ehrlich gesagt, wundert es mich, dass es in China nicht noch viel mehr soziale Ungleichheit, Elend und Kriminalität gibt, wie in vergleichbaren Ländern wie Brasilien, Mexiko, Indien.... gar nicht zu reden von manchen afrikanischen Ländern wie z.B. Nigeria.

Klar ist auch, dass eine Abgrenzung der Gruppen voneinander durch Zäune oder Wachposten vielleicht einige Symptome unterdrückt, aber das Problem nicht löst. Vielleicht verschärft es das auf lange Sicht sogar, weil soziale Gegensätze dadurch leichter zementiert werden.

Die Frage ist natürlich, welche andere Möglichkeit es gibt, den enormen Zustrom immer neuer Leute aus den Provinzen zu meistern. Was die Lage wohl zusätzlich kompliziert macht, ist, dass diese Leute sich nicht dauerhaft ansiedeln, sondern nur für einige Zeit bleiben und dann zurück gehen oder weiterziehen.

Das mit dem Mauer-bauen und einige Monate später wieder abreißen, ist ja wohl ein Witz. Es geht aus dem Artikel nicht klar hervor, aber ich vermute mal, dass das aus dem Kompetenzgerangel bzw. der fehlenden Abstimmung zwischen verschiedenen Behörden entstanden ist. bleibt nur zu hoffen, dass die Dorfbewohner irgendwie integriert werden können, sonst werden sich die besagten Schwierigkeiten definitiv häufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 29.08.2010, 07:18 
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RoyalTramp hat geschrieben:
Weil es in einem anderen Thread kurz angedeutet worden war, hier ein etwas ausführlicher Bericht:

Beijing Stadtrand wird zum sozialen Brennpunkt

Ein interessanter Bericht über die Situation, dass jetzt "Wanderarbeiter in Peking eingezäunt" würden, wie es vor ein paar Tagen in deutschen Nachrichten hieß.
Ein wirklich interessanter Bericht. Es sind die Probleme, mit denen jede, sich schnell verändernde, Gesellschaft konfrontiert ist. In Deutschland hatten wir diese Phase Ende des 19ten Jahrhunderts, wer kennt nicht die Zeichnungen von "Zille sein Milljöh"?

Im letzten Absatz des Artikels steht aber auch schon die, typisch chinesische, Antwort auf das Problem: "Es stimmt, dass die beiden Projekte sich widersprechen", sagte Qu. "Wir werden jedoch einen Weg finden, beides umzusetzen. Es ist ohnehin eine Anordnung von oben." :wink:

Ausserdem habe ich wieder interessante, neue Vokabeln gelernt:
- "fließenden Bevölkerung" - ich glaube in Deutschland nennt man die "Pendler"
- "auf dem Kopf stehende" Dörfer - gibt es wohl in Ostdeutschland auch so einige
- "Gesundheitskuren für Erwachsene" - auch nicht schlecht :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 29.08.2010, 08:06 
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Mathias hat geschrieben:
Im letzten Absatz des Artikels steht aber auch schon die, typisch chinesische, Antwort auf das Problem: "Es stimmt, dass die beiden Projekte sich widersprechen", sagte Qu. "Wir werden jedoch einen Weg finden, beides umzusetzen. Es ist ohnehin eine Anordnung von oben." :wink:

Ja, das mag schon typisch chinesisch sein. Typisch chinesisch ist bestimmt nicht, dass es sich widersprechende Anordnungen gibt, sondern dass versucht wird, beide irgendwie umzusetzen. Wobei das in diesem Fall meiner Meinung nach reine Geldverschwendung ist.

Mathias hat geschrieben:
Ausserdem habe ich wieder interessante, neue Vokabeln gelernt:
- "fließenden Bevölkerung" - ich glaube in Deutschland nennt man die "Pendler"
- "auf dem Kopf stehende" Dörfer - gibt es wohl in Ostdeutschland auch so einige
- "Gesundheitskuren für Erwachsene" - auch nicht schlecht :mrgreen:

Ich weiß nicht, ob "fließende Bevölkerung" einfach Pendler sind. So wie ich es verstanden habe, sind es Leute, die fern ihrer Heimat ohne langfristige Bleibe mal hierhin, mal dorthin ziehen, immer der Arbeit nach.
"Auf dem Kopf stehende Dörfer" sind Dörfer, die einen extrem hohen Anteil an Zuwanderern im Verhältnis zu den Alteingesessenen haben. Gibt es das in Ostdeutschland? Ich ging davon aus, das Problem dort ist mehr ein demographisches.... die Alten sind noch da, die Jungen sind weggezogen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 29.08.2010, 08:24 
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Bernhard hat geschrieben:
Typisch chinesisch ist bestimmt nicht, dass es sich widersprechende Anordnungen gibt, sondern dass versucht wird, beide irgendwie umzusetzen. Wobei das in diesem Fall meiner Meinung nach reine Geldverschwendung ist.
Der deutsche Begriff für diesen Zustand ist: Bürokratie.
Bernhard hat geschrieben:
Ich weiß nicht, ob "fließende Bevölkerung" einfach Pendler sind. So wie ich es verstanden habe, sind es Leute, die fern ihrer Heimat ohne langfristige Bleibe mal hierhin, mal dorthin ziehen, immer der Arbeit nach.
Absolut richtig, das kann man so nicht vergleichen, ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, daß nicht nur Chinesen einen Großteil von Freizeit und Familienleben für die Arbeit opfern.
Bernhard hat geschrieben:
"Auf dem Kopf stehende Dörfer" sind Dörfer, die einen extrem hohen Anteil an Zuwanderern im Verhältnis zu den Alteingesessenen haben. Gibt es das in Ostdeutschland? Ich ging davon aus, das Problem dort ist mehr ein demographisches.... die Alten sind noch da, die Jungen sind weggezogen.
Auch richtig, der Vergleich hinkte auch gewaltig, sollte eher ein Hinweis darauf sein, daß demographische Disproportionen kein alleinig chinesisches Problem sind. Ist wohl ein allgemeines Phänomen der Moderne. Wirklich intakte Dorfgemeinschaften habe ich bis jetzt nur in abgelegenen Bergdörfern im Hindukusch erlebt :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 29.08.2010, 16:50 
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Bernhard hat geschrieben:
Ich weiß nicht, ob "fließende Bevölkerung" einfach Pendler sind. So wie ich es verstanden habe, sind es Leute, die fern ihrer Heimat ohne langfristige Bleibe mal hierhin, mal dorthin ziehen, immer der Arbeit nach.

Nennt man die nicht Berufsnomaden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 30.08.2010, 17:08 
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Mathias hat geschrieben:
Für den Fall, daß jemand noch eine Stelle sucht :mrgreen:

China sucht die Supermanager (NZZ Online)

Interessant in diesem Beitrag auch die (leider nur) Andeutungen über die wachsenden Disproportionen zwischen Staatskonzernen und Privatwirtschaft.

Kennt von Euch jemand den Artikel aus der China Daily, worauf Bezug genommen wird?

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 30.08.2010, 17:15 
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happyfuture hat geschrieben:
Mathias hat geschrieben:
China sucht die Supermanager (NZZ Online)

Kennt von Euch jemand den Artikel aus der China Daily, worauf Bezug genommen wird?
Es war wohl eher eine Anzeige als ein Artikel:
NZZ und andere hat geschrieben:
Am Montag schaltete die staatliche Aufsichtsbehörde SASAC dort eine zweiseitige Ausschreibung, mit der sie «Kandidaten aus der Heimat ebenso wie aus dem Ausland» sucht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 30.08.2010, 17:25 
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laogai hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:
Mathias hat geschrieben:
China sucht die Supermanager (NZZ Online)

Kennt von Euch jemand den Artikel aus der China Daily, worauf Bezug genommen wird?
Es war wohl eher eine Anzeige als ein Artikel:
NZZ und andere hat geschrieben:
Am Montag schaltete die staatliche Aufsichtsbehörde SASAC dort eine zweiseitige Ausschreibung, mit der sie «Kandidaten aus der Heimat ebenso wie aus dem Ausland» sucht.
Danke laogai
Eine Zweiseitige "Ausschreibung", hat die irgendwer von Euch gelesen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 30.08.2010, 20:30 
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Yingxiong hat geschrieben:
Bernhard hat geschrieben:
Ich weiß nicht, ob "fließende Bevölkerung" einfach Pendler sind. So wie ich es verstanden habe, sind es Leute, die fern ihrer Heimat ohne langfristige Bleibe mal hierhin, mal dorthin ziehen, immer der Arbeit nach.

Nennt man die nicht Berufsnomaden?

Oder ... Wanderarbeiter?

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BeitragVerfasst: 02.09.2010, 10:20 
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beowulf hat geschrieben:
Ein wenig runterscrollen: http://www.zonaeuropa.com/weblog.htm
Oder gleich den Permalink verlinken :idea:

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 02.09.2010, 16:04 
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Etwas irritierend ist die Einleitung zum Artikel "Der Superstau ist wieder da"

Zitat:
New York - Gleiche Straße, andere Stelle:
:lol: :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 02.09.2010, 19:32 
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beowulf hat geschrieben:
Die "Menschenfleischsuchmaschine" ist eben KEINE chinaspezifische Eigenheit (Zensur, Diktatur, Kommunisten, Kulturrevolution etc.) sondern eine Phänomen des Internets und kann natürlich auch in Deutschland jederzeit losschlagen.

Es ist ein Phänomen des Internets, ja. Was hat das um alles in der Welt mit "Zensur, Diktatur, Kommunisten, Kulturrevolution" zu tun? Irgendwie siehst du hinter allem "antichinesische Propaganda"....


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 02.09.2010, 20:45 
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Zitat:
Irgendwie siehst du hinter allem "antichinesische Propaganda"....


Nö, ich beziehe mich nur auf Artikel in (deutschen) Zeitungen. Das mit antichinesischer Propaganda hast jetzt du gesagt, ich wiederspreche dir aber nicht. :lol:

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441 ... ntent.html

http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/863350.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/trai ... e-1.204850

http://technology.timesonline.co.uk./to ... 213681.ece


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 Betreff des Beitrags: Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread
BeitragVerfasst: 10.09.2010, 21:44 
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beowulf hat geschrieben:
Film über das Hungern in einem chinesischen Gefangenenlager zu Zeiten des großen Sprunges:

http://www.zeit.de/kultur/2010-09/vened ... ival-china

"Vor allem aber ist der europäisch finanzierte „The Ditch" das Zeugnis eines ungeheuren Muts – als erster Film eines Chinesen, der das große Tabu der chinesischen Geschichte zum Thema macht. Man muss sich das etwa so vorstellen, als hätte ein Deutscher nach fünfzig Jahren den ersten Film über Auschwitz gedreht – und die ideologischen Nachfahren Hitlers wären noch immer am Ruder."

Die heutige KP mit den ideologischen Nachfahren Hitlers zu vergleichen*, die durch die ideologisch bedingte katastrophale Wirtschaftspolitik ausgelösste Hungersnot und deren Auswirkungen, mit der gezielten und systematischen Auslöschung einer Ethnie gleichzusetzen... Man merkt wieder, viele Deutsche kennen ihre eigene Geschichte nicht. Wirklich Angst machend. Vielleicht sollte China ein paar europäische Filme finanzieren...

*ist sogar doppelt falsch, erstens war Mao kein Hitler und zweitens ist die heutige KP von der maoistischen Ideologie weiter entfernt, als die CDU von der NSDAP. Sowohl die CDU als auch die NSDAP befinden sich auf der rechten Seite des Kontinuums, natürlich meilenweit auseinander. Bei der KP gab es hingegen einen Wechsel von extrem außen Links nach Mitte Rechts. Was dazu führt, dass in China als "linke" diejenigen verstanden werden, welche eine kapitalistisch, nationalistisch, gesellschaftsmoralisch konservative ausgerichtete Politik verfolgen.


Da muss ich zum Teil doch widersprechen.

Erstens geht es in diesem Film nicht um irgend einen Ort, sondern um ein Gefangenenlager. Man kann so ein Arbeitslager nicht mit Auschwitz vergleichen, das mag schon sein. Dennoch ist es so, dass die Bedingungen in solchen Lagern oft unmenschlich waren und viele Gefangene politische Gefangene und keine Verbrecher waren. Viele wurden ja später auch rehabilitiert, zumindest solche, die während der Kulturrevolution eingesperrt waren. Womit der chinesische Staat ja selbst zugegeben hat, dass ihre Verhaftung und Gefangenschaft nicht rechtens war.

Die Praxis der heutigen KP ist von der maotischen Ideologie sicherlich weit entfernt. Der Vergleich mit NDSAP und CDU hinkt so stark, dass er kein Vergleich ist. Klar festzuhalten ist jedoch:
Die gegenwärtige KP bekennt sich (theoretisch) immer noch zum "Sozialismus chinesischer Prägung". Mao wird zumindest protokollarisch immer noch in Ehren gehalten. Schüler müssen meines Wissens im Politikunterricht immer noch Marxismus, Leninismus, Mao Zedong-Ideen und Deng Xiaoping-Ideen lernen (wenn ich falsch liege, möge man mich korrigieren). Es kam nach dem Tod Maos zu einem Umschwung, aber keineswegs zu einem Bruch. Jeder kennt diese 70%/30%-Theorie von Deng Xiaoping.
Ich weiß ja nicht, wie es in Österreich war, aber in Deutschland gab es nach dem Krieg einen sehr scharfen Bruch. Von einem "Kontinuum" kann man im Bezug auf die Parteienlandschaft kaum reden.

Man kann Mao natürlich nicht 1:1 mit Hitler gleichsetzen. Dennoch haben beide gemeinsam, dass sie machtbesessene Despoten waren. Nazi-Deutschland kann auch nicht mit dem China der Mao-Zeit verglichen werden. Aber das war wohl gar nicht die Absicht des Autors. Die Absicht war wohl vielmehr die, die Brisanz so eines Filmes darzulegen und die Lage, in die der Regisseur sich damit gebracht hat.
Auch wenn der Vergleich sehr theoretisch und vielleicht unglücklich gewählt ist, kann man dem Autor des Artikels wohl nicht vorwerfen, die Nazi-Herrschaft verharmlosen zu wollen.


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