Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

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Dennis (CDS)
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Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von Dennis (CDS) »

Der stellvertretende Vorsitzende der Association for Relations Across the Taiwan Strait (ARATS), sowie Dekan der journalistischen Fakultät der Xiamen University, Zhang Mingqing (張銘清) weilte seit Sonntag in Taiwan, um zusammen mit einer 21-köpfigen chinesischen Delegation an einer akademischen Veranstaltung der Tainan University teilzunehmen.

Bereits am Montag kam es im Rahmen einer Rede und öffentlichen Auftritten Zhangs zu lautstarken Protesten von Unabhängigkeitsanhängern, so dass der offizielle Terminplan für zwei Tage ausgesetzt wurde.

Gestern kam es bei einem privaten Besuch Zhangs im Konfuziustempel in Tainan zu einem weiteren Zwischenfall mit wütenden Protesten, in deren Verlauf er in einem Handgemenge zu Fall gebracht wurde.

Als Konsequenz wurde der Besuch Zhangs in Taiwan vorzeitig abgebrochen.

http://www.taiwannews.com.tw/etn/news_c ... ety_TAIWAN

http://www.taipeitimes.com/News/front/a ... 2003426598

Ich kann mich von so einem iditiotischen Verhalten, mit denen einige Taiwaner versuchen ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen nur distanzieren!

Zum besseren Verständnis muss erklärt werden, dass (vereinfacht ausgedrückt) Tainan bzw. zu einem Großteil der gesamte Süden Taiwans zum Lager der Pro-Taiwan und Contra-Wiedervereinigungsaktivisten zählt, während es sich in der Mitte und im Norden neutral bis bereit zu Gesprächen verhält.

Der Besuch eine festlandchinesischen Politikers im Süden Chinas verhieß da auf Anhieb nichts Gutes. Und inwieweit da Beweggründe der taiwanischen Innenpolitik mit reinspielen, kann man sich jetzt selbst ausmalen. Wie dem auch sei, solche Vorfälle sind nicht akzeptabel und verspielen in leichtsinniger Weise mühevoll aufgebautes Vertrauen!

Der Vorfall bekommt zudem nochmals eine besondere Brisanz, da der Vorsitzende der Association for Relations Across the Taiwan Strait (ARATS) Chen Yunlin (陳雲林) in den nächsten Wochen zu offiziellen Gesprächen in Taiwan erwartet wird.

Was man jetzt noch als Abbruch eines akademischen/privat-orientierten Besuchs werten kann (...was nichts relativieren soll) würde beim nächsten Mal der Abbruch eines offiziellen Besuchs bedeuten.

Dahingegend vorsorgend soll das Besuchsprogramm von Chen Yunlin angeblich bereits um Ziele im Süden Taiwans gekürzt worden sein und auch sonst läuft jetzt die Debatte, wie man diesen Besuch am Besten ohne derartige Zwischenfälle über die Bühne bekommen kann.

Am Samstag ist in Taipei aber erstmal eine Großdemonstration für ein härteres Vorgehen der Regierung zum Schutz vor chinesischen Produkten und Schutz taiwanischer Interessen geplant. Bei dieser Demonstration soll laut Geheimdienstinformationen auch ein Attentät auf Ex-Präsident Chen Shui-bian (陳水扁) geplant sein.....

http://www.taipeitimes.com/News/front/a ... 2003426601

Taiwansinn :wink:
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Und ich dachte, mit der Wahl des gemäßigten taiwanischen Präsidenten hätte sich die allgemeine Situation zwischen Mainland-China und Taiwan entspannt. Zumal ja alle Berichte, die ich bis gestern gesehen hatte, darauf hin deuteten.
Als ich die News gestern sah, bin ich aus allen Wolken gefallen. Denn mit DERARTIGEN Zwischenfällen habe zumindest ich nicht gerechnet.

Ob das letztlich "spontan" vom Zaun gebrochen wurde - oder von wem auch immer geplant/vorsätzlich initiiert wurde, dürfte in der Außenwirkung letztlich egal sein - denn die ist fatal.

Ich hoffe nur, dass damit nicht wieder eine neue "Eiszeit" eingeleitet wird und die taiwanesische Regierung alles daran setzen wird auch die Hintergründe schnell und restlos aufzuklären, was natürlich auch die Bestrafunfung der Hintermänner einschliessen sollte.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von Dennis (CDS) »

ingo_001 hat geschrieben:Und ich dachte, mit der Wahl des gemäßigten taiwanischen Präsidenten hätte sich die allgemeine Situation zwischen Mainland-China und Taiwan entspannt.
Hat sie ja auch.
ingo_001 hat geschrieben:Als ich die News gestern sah, bin ich aus allen Wolken gefallen. Denn mit DERARTIGEN Zwischenfällen habe zumindest ich nicht gerechnet.
Du kennst halt Taiwan nicht. :wink:

Würdest du mir freundlicherweise mal den Link zur von dir gelesenen Meldung schicken? Die von mir gefundenen deutschen Meldungen neigen zur Dramatisierung bzw. Verleumdung.....
ingo_001 hat geschrieben:Ob das letztlich "spontan" vom Zaun gebrochen wurde - oder von wem auch immer geplant/vorsätzlich initiiert wurde, dürfte in der Außenwirkung letztlich egal sein - denn die ist fatal.
Vertretern beider Seiten ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten bekannt, wie ein Teil der taiwansischstämmigen Bevölkerung zur politischen Situation steht. Mit Randalierern darf man nicht diskutieren, richtig. Aber die (....in ihrer Zahl weit überlegenen) gemäßigten Leute werden seit Jahren von der KMT ignoriert bzw. von Seiten Chinas verhöhnt und provoziert.
ingo_001 hat geschrieben:Ich hoffe nur, dass damit nicht wieder eine neue "Eiszeit" eingeleitet wird und die taiwanesische Regierung alles daran setzen wird auch die Hintergründe schnell und restlos aufzuklären, was natürlich auch die Bestrafunfung der Hintermänner einschliessen sollte.
Nun, zunächst einmal haben hier taiwanische Bürger von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht. Im Laufe dieser Demonstration kam es zu einem Handgemenge. Bei diesem Handgemende kam Zhang zu Fall. Später, als er im Auto war, wurde darauf herumgetrampelt.

Das sind erstmal die Fakten. Alles andere ist Spekulation, Übertreibung, Verleumdung.

Es geht eigentlich eher um ein generelles Umdenken aller Beteiligten. Man kann nicht jemanden bis aufs Blut reizen und sich wundern, nicht unter Umständen eine entsprechende Reaktion darauf zu erhalten. Es geht darum, dass der taiwanisch-chinesische Dialog nicht von der taiwanischen Innenpolitik für irgendwelche Machtspielchen missbraucht wird (.....Anhänger der beiden großen Lager werden regelmäßig in Buskolonnen zu den jeweiligen Demos gekarrt, Chinesen in Deutschland kennen das ja.)

Es geht darum, dass Taiwan vielleicht erstmal selbst zu einer gemeinsam Linie finden sollte, bevor sich mit China direkt auseinander gesetzt wird. Dieses Finden einer gemeinsamen Linie ignoriert die aktuelle Regierung aber in fast schon arroganter Weise und beschwört damit solche Konflikte fast schon unverweigerlich hinauf.

Die Taiwaner wollen aktuell, dass sich die Regierung gefälligst um die taiwanischen Probleme kümmert, als mit relativ kleinen Schritten relativ kleine Veränderung in der Taiwanfrage zu bewirken. Sollte dies ohne Gewalt ausgedrückt werden, bin ich vollkomen dafür!
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Und ich dachte, mit der Wahl des gemäßigten taiwanischen Präsidenten hätte sich die allgemeine Situation zwischen Mainland-China und Taiwan entspannt.
Hat sie ja auch.
ingo_001 hat geschrieben:Als ich die News gestern sah, bin ich aus allen Wolken gefallen. Denn mit DERARTIGEN Zwischenfällen habe zumindest ich nicht gerechnet.
Du kennst halt Taiwan nicht. :wink:

Würdest du mir freundlicherweise mal den Link zur von dir gelesenen Meldung schicken? Die von mir gefundenen deutschen Meldungen neigen zur Dramatisierung bzw. Verleumdung.....
Das ist wohl wahr. In Taiwan war ich bis jetzt noch nicht und "kenne" es nur aus TV und Reiseberichten :wink:

Welche Meldung meinst Du konkret? ich steh wohl gerade auf (m)einer Leitung :)
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:Es geht eigentlich eher um ein generelles Umdenken aller Beteiligten. Man kann nicht jemanden bis aufs Blut reizen und sich wundern, nicht unter Umständen eine entsprechende Reaktion darauf zu erhalten. Es geht darum, dass der taiwanisch-chinesische Dialog nicht von der taiwanischen Innenpolitik für irgendwelche Machtspielchen missbraucht wird (.....Anhänger der beiden großen Lager werden regelmäßig in Buskolonnen zu den jeweiligen Demos gekarrt, Chinesen in Deutschland kennen das ja.)

Es geht darum, dass Taiwan vielleicht erstmal selbst zu einer gemeinsam Linie finden sollte, bevor sich mit China direkt auseinander gesetzt wird. Dieses Finden einer gemeinsamen Linie ignoriert die aktuelle Regierung aber in fast schon arroganter Weise und beschwört damit solche Konflikte fast schon unverweigerlich hinauf.

Die Taiwaner wollen aktuell, dass sich die Regierung gefälligst um die taiwanischen Probleme kümmert, als mit relativ kleinen Schritten relativ kleine Veränderung in der Taiwanfrage zu bewirken. Sollte dies ohne Gewalt ausgedrückt werden, bin ich vollkomen dafür!
Das ist - denke ich - das zentrale Problem der taiwanesischen Innenpolitik. Da werden Menschen instrumentalisiert/,anipuliert, um sein jeweiliges eigenes Süppchen zu kochen.
Dass man damit aber bisweilen übers Ziel hinausschießt, weil sich ja Emotionen bekanntlich ab einem gewissen Punkt verselbstständigen, wird zumindest billigend als kleineres Übel in Kauf genommen.
Wobei natürlich erschwerend hinzu kommt, dass beide Seiten auf die Durchsetzung ihrer jeweiligen Maximalforderungen bestehen (Staatliche Unabhängigkeit vs. zurück zum Mutterland).

Wie Du ja schon sagtest: Demonstrationsfreiheit steht außer Frage

Nur sollten die z. T. ignoranten Politiker in Taiwain stets bedenken, dass man die (gewalttätigen) Geister, die man ruft, schlimmstenfalls nicht mehr los wird/kontrollieren kann.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von Dennis (CDS) »

ingo_001 hat geschrieben:Wobei natürlich erschwerend hinzu kommt, dass beide Seiten auf die Durchsetzung ihrer jeweiligen Maximalforderungen bestehen (Staatliche Unabhängigkeit vs. zurück zum Mutterland).
Alles andere.....unterschreib.

Die zitierte Aussage stellt die Situation allerdings aus Mediensicht dar. Beide Seiten wissen ganz genau, dass die jeweiligen Maximalforderungen auf absehbare Zeit niemals durchsetzbar sein werden. Unabhängigkeit würde zur Zeit wahrscheinlich zum Krieg gegen China führen, Wiedervereinigung würde zur Zeit wahrscheinlich zu chaotischen Zuständen in Taiwan führen.

Beides würde dem Hauptziel....nee, nicht nationale Einheit, davon kann man nicht leben, sondern einzig und allein dem wirtschaftlichen Erfolg abträglich sein...

Was aber viele außerhalb Taiwans immer noch nicht begriffen haben (....oder nicht gesagt bekommen): Taiwan ist eine Demokratie, in der weder der Präsident noch die Regierungspartei mal so nebenbei die Verfassung ändern können (...in China gibts da bekanntlich weniger Probleme). Nur kann man das leider praktisch nicht beweisen, da ja allein schon der Versuch einer Unabhängigkeitserklärung zu ungeahnten Konsequenzen seitens China führen wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans auch noch zu Chen Shui-bians Amtszeit insgesamt niemals durch alle Entscheidungsgremien gekommen wäre. Genauso wenig würde dies bei einer Wiedervereinigung funktionieren. Die meisten Politiker hätten im Ernstfall nie und nimmer die Eier, die Verantwortung für ihre Entscheidung zu übernehmen.

Die taiwanischen Wähler sind ja auch nicht mehr so blöd und wählen schwerpunktmäßig einen Präsidenten aufgrund seiner Haltung zu China. Den meisten geht es um die Lösung von Problemen, die jedes Land zu bewältigen hat: Wirtschaft, Bildung, Gesundheit etc.

In der Hinsicht hat Ma Ying-Jiu und auch vorher die KMT in den Parlamentswahlen die weitaus bessere Figur gemacht.

Die derzeitige Regierung versucht die Probleme klugerweise durch eine stärkere Kooperation mit China anzugehen.....vergisst aber auf der anderen Seite dieses dem Volk in verständlicher Form mitzuteilen bzw. auf die richtigen Maßnahmen zu setzen. Die Einrichtung von Direktflügen an Wochenenden z.B. blieb bislang weit hinter den Erwartungen (mehr chinesische Touristen für Taiwan) zurück. Grund: Taiwan ist für viele Chinesen einfach zu teuer. Die Auslastung der vereinbarten maximalen Kontingente lag bisher bei gerade mal etwas mehr als 20% oder so.

Mit dem Durchsetzen der Maximalforderungen hat das allerdings herzlich wenig zu tun. Keines der beiden Lager würde politisch ein All-In (....spielt hier wer Poker?) überleben.

Da wird von Außen (taiwanische Medien, China, Einzelaktionen aus dem Zusammenhang gerissen) gerne mal schnell und viel übertrieben.

Wenn ich der Aussage von Zhang Mingqing (張銘清) vor seinem Abflug Glauben schenken darf, dann hat er vor taiwanischen Journalisten ausdrücklich (...unter Tränen) erklärt, dass ihm die Geschehnisse persönlich sehr Leid tun und er absolut keine negativen Gefühle gegen Taiwan, seine Bürger und dessen politische Vertreter hege, da er weiß, dass die Haltung der Taiwaner mehrheitlich ganz anders gelagert ist.

Daran lässt sich innerhalb Taiwans ansetzen. Was dabei rauskommt, werden wir am Samstag schon sehen können...

PS: Ich meine die Meldung (News), die du gestern darüber gelesen und aus allen Wolken gefallen bist. Möcht nur mal vergleichen, was so von verschiedenen Seiten darüber geschrieben wird.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Wobei natürlich erschwerend hinzu kommt, dass beide Seiten auf die Durchsetzung ihrer jeweiligen Maximalforderungen bestehen (Staatliche Unabhängigkeit vs. zurück zum Mutterland).
Alles andere.....unterschreib.

Die zitierte Aussage stellt die Situation allerdings aus Mediensicht dar. Beide Seiten wissen ganz genau, dass die jeweiligen Maximalforderungen auf absehbare Zeit niemals durchsetzbar sein werden. Unabhängigkeit würde zur Zeit wahrscheinlich zum Krieg gegen China führen, Wiedervereinigung würde zur Zeit wahrscheinlich zu chaotischen Zuständen in Taiwan führen.
Dazu gibts von mir ein

Unterschreib


Natürlich sind diese "Maximalforderungen" als wohlfeiles Mittel gedacht, um die jeweiligen Anhänger immer wieder zu "motivieren" und bei der Stange zu halten.
Ich würde das mal als "Sonntagsreden" bezeichnen. Nur leider mit dem Unterschied, dass diese - wie gesehen - mitunter radikalere Folgen haben als typische Sonntagsreden hierzulande.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von Dennis (CDS) »

ingo_001 hat geschrieben:Ich würde das mal als "Sonntagsreden" bezeichnen. Nur leider mit dem Unterschied, dass diese - wie gesehen - mitunter radikalere Folgen haben als typische Sonntagsreden hierzulande.
Schon richtig....nur hierzulande (....also von mir aus gesehen dortzulande) sind aktuell keine Raketen auf dich gerichtet, welche zudem anstatt abzunehmen immer wieder jährlich gesteigert werden. Das sollte man bei all den Freundlichkeiten auch nicht vergessen.

http://www.globalsecurity.org/wmd/libra ... -cna01.htm

Angaben ohne Gewähr, aktuelle Schätzungen berichten von mehr als 1000.....
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:Was aber viele außerhalb Taiwans immer noch nicht begriffen haben (....oder nicht gesagt bekommen): Taiwan ist eine Demokratie, in der weder der Präsident noch die Regierungspartei mal so nebenbei die Verfassung ändern können (...in China gibts da bekanntlich weniger Probleme). Nur kann man das leider praktisch nicht beweisen, da ja allein schon der Versuch einer Unabhängigkeitserklärung zu ungeahnten Konsequenzen seitens China führen wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans auch noch zu Chen Shui-bians Amtszeit insgesamt niemals durch alle Entscheidungsgremien gekommen wäre. Genauso wenig würde dies bei einer Wiedervereinigung funktionieren. Die meisten Politiker hätten im Ernstfall nie und nimmer die Eier, die Verantwortung für ihre Entscheidung zu übernehmen.
Na das siehst Du vielleicht zu pessimistisch: Zunindest die Leute mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten wissen, das Taiwan ein Demokratie ist. Wobei meine Aussage natürlich nicht repräsentativ ist.

Natürlich wird KEINE taiwanesische Regierung die Unabhängigkeit Taiwans verkünden. Schon deshalb, weil sie dafür weder im Parlarment noch in der Bevölkerung eine Mehrheit hätte.
Von dem dann wahrscheinlichen Krieg mit dem Mutterland ganz zu schweigen.
Wie Du schon gesagt hast: Auch für die überwiegende Mehrzahl der Taiwanesen zählt in erster Linie der Pragmatismus (eigene wirtschaftliche Situation, Annäherung - wirtschaftlich - ans Mutterland).

Meine persönliche Meinung ist, dass Taiwan früher oder später nach dem Muster Hongkongs wieder ins Mutterland China eingegliedert werden wird. Denn trotz der unterschiedlichen politischen Systeme verstehen sich die meisten Taiwanesen AUCH als Chinesen, die ansonsten mehr miteinander verbindet als trennt.

Die "Braut" Taiwan wird sich aber die Rückkehr zum chinesischen Mutterland durch soviele Zugeständnisse wie möglich "erkaufen".
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Ich würde das mal als "Sonntagsreden" bezeichnen. Nur leider mit dem Unterschied, dass diese - wie gesehen - mitunter radikalere Folgen haben als typische Sonntagsreden hierzulande.
Schon richtig....nur hierzulande (....also von mir aus gesehen dortzulande) sind aktuell keine Raketen auf dich gerichtet, welche zudem anstatt abzunehmen immer wieder jährlich gesteigert werden. Das sollte man bei all den Freundlichkeiten auch nicht vergessen.

http://www.globalsecurity.org/wmd/libra ... -cna01.htm

Angaben ohne Gewähr, aktuelle Schätzungen berichten von mehr als 1000.....
Auch das würde ich eher als "Säbelrasseln" in Richtung der taiwanesischen Ultra-Nationalisten werten.
China wird nicht militärisch reagieren, es sei den Taiwan würde sich für unabhängig erklären.
Was aber aus den genannten Gründen nicht geschehen wird.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:PS: Ich meine die Meldung (News), die du gestern darüber gelesen und aus allen Wolken gefallen bist. Möcht nur mal vergleichen, was so von verschiedenen Seiten darüber geschrieben wird.
Sorry, das muss ich Dir leider schuldig bleiben, weil wir gestern zu der Zeit als die Meldung kam, gerade Besuch hatten und ich leider nicht mehr weiss, ob das im TV oder im Radio gemeldet wurde (beides lief bei uns zu unterschiedlichen Zeiten gestern).
Aber gelesen hab ich das definitiv nicht, zumindest das kann ich mit Bestimmtheit sagen.
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von NHR »

ingo_001 hat geschrieben: Natürlich wird KEINE taiwanesische Regierung die Unabhängigkeit Taiwans verkünden. Schon deshalb, weil sie dafür weder im Parlarment noch in der Bevölkerung eine Mehrheit hätte.
Von dem dann wahrscheinlichen Krieg mit dem Mutterland ganz zu schweigen.
Wie Du schon gesagt hast: Auch für die überwiegende Mehrzahl der Taiwanesen zählt in erster Linie der Pragmatismus (eigene wirtschaftliche Situation, Annäherung - wirtschaftlich - ans Mutterland).
Sehe ich auch so, die meisten Leute hier scheinen nur den Status Quo halten zu wollen.
ingo_001 hat geschrieben: Meine persönliche Meinung ist, dass Taiwan früher oder später nach dem Muster Hongkongs wieder ins Mutterland China eingegliedert werden wird. Denn trotz der unterschiedlichen politischen Systeme verstehen sich die meisten Taiwanesen AUCH als Chinesen, die ansonsten mehr miteinander verbindet als trennt.
Sehe ich nicht so. Viele junge Taiwanesen scheinen es regelrecht als Beleidigung zu empfinden, wenn man sie "Chinesen" nennt. Selbst taiwanesische Freunde wiesen mich bestimmt darauf hin, sie doch als Taiwanesen zu bezeichnen.
Mainlander werden hier meiner Erfahrung nach als unzivilisiert und grobschlächtig angesehen.

Momentan sehe ich somit keine gemeinsame Basis.
ingo_001 hat geschrieben: Die "Braut" Taiwan wird sich aber die Rückkehr zum chinesischen Mutterland durch soviele Zugeständnisse wie möglich "erkaufen".
Ich sehe keine "Wiedervereinigung" innerhalb der nächsten 20-30 Jahre. Und da schätze ich meiner Ansicht nach noch "optimistisch".
TaugeNix

Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von TaugeNix »

NHR hat geschrieben: Mainlander werden hier meiner Erfahrung nach als unzivilisiert und grobschlächtig angesehen.
:lol:
Und die Inselbewohner von der gebildeten Festlandgesellschaft als arrogant und ein-/ungebildet, kleinstädterisch. Nee nee, da is' schon eine gewisse Abneigung zu spüren, wie bei der niederländischen (.. von deutschem Blute!) und der deutschen Bevölkerung.

Oder Ossis und Wessis. Oder Düsseldorfer und Kölner. Oder Oxxenbacher und Frankfurter..
Hülft nix, dass man sich trotzdem irgendwie braucht.

Gruss,
TaugeNix^sehen doch eh alle gleich aus :mrgreen:
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von Dennis (CDS) »

Ich glaube mit den beiden folgenden Artikeln kann man das Ursprungsthema dieses Threads auf Eis legen. Alles weitere wird sich wohl in die unendlichen Weiten der Taiwan-Frage fortpflanzen.

http://www.taipeitimes.com/News/front/a ... 2003426675

Zhang Mingqing (張銘清) gestern bei seinem tränenreichen Abschied aus Taiwan

http://www.taipeitimes.com/News/editori ... 2003426711

Ein Kommentar mit der Frage, warum die Regierung beim jüngsten Vorfall so schnell wie noch nie mit Verurteilung reagierte, sich aber beim A**tritt gegen Chen Shui-bian (陳水扁) und anderer tätlicher Aktionen (klick mich) ein paar Monate zuvor genüsslich lange Zeit ließ (...und den Angreifer am Nationalfeiertag in den Partei-eigenen VIP Bereich einlud.)

Die unheitliche Handlungsweise der Regierung beschäftigt die Menschen hier wirklich und schürt ohnehin schon angestaute Emotionen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie lange Ma Ying-Jiu und Premierminister Liu Zhao-Xuan diesen Kurs noch ohne Ernstnehmen der Kritik verfolgen können.

PS: Besteht vielleicht Interesse an einer Art Artikelsammlung für Taiwan?
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Re: Chinesischer Politiker aus Taiwan verjagt

Beitrag von ingo_001 »

Dennis (CDS) hat geschrieben:PS: Besteht vielleicht Interesse an einer Art Artikelsammlung für Taiwan?
Aber immer doch.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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