"Ein EZ-Vorhaben ist nachhaltig, wenn es Verhaltensänderungen bei der Zielgruppe
in Gang setzt, die diese Gruppe
in die Lage versetzen, ihre Lebensbedingungen selbständig und dauerhaft zu verbessern; hierzu zählt insbesondere die Fähigkeit, auf veränderte Rahmen- und Umweltbedingungen flexibel zu reagieren." (Prof. Dr. H. Sangmeister)
Eine Straße ermöglicht den deutlich verbesserten Transport von Rohstoffen, Produkten und letztlich auch Personal.
Dadurch wird den Einheimischen die Möglichkeit gegeben, Arbeit zu finden und wichtiger: Wirtschaften aufzubauen, die aufgrund der benötigten Infrastruktur sonst nicht gebildet werden könnten. Denn wenn man
a) die Rohstoffe nicht zur Produktion
oder gar
b) das Produkt nicht zum Käufer
bringt, wird
jeder Wirtschaft, gleich ob Afrikanisch, Chinesisch oder Deutsch, die Existenzgrundlage entzogen.
Um zu deiner Definition zurückzukommen:
Durch den Bau einer Straße wird die Schaffung von Arbeit durch Wirtschaften, bessere Anbindung an Bildung, Gesundheitssystem und Kommunikation im Allgemeinen (in Afrika noch nicht selbstverständlich)
in Gang gesetzt.
So denn die Bevölkerung sich dieser Möglichkeiten gewahr wird und sie auch produktiv nutzt, steht der Möglichkeit, die eigenen Lebensbedingungen "dauerhaft und selbstständig" zu verbessern nichts mehr im Weg - zumindest nicht der Chinese oder der genauso böse "Westen"
Man kann also klar davon sprechen, die Bevölkerung sei
in die Lage versetzt obiges zu exerzieren, um bei deinem vordefinierten Wortlaut zu bleiben.
Und damit du mir nicht damit kommst: Eine Straße ermöglicht den Menschen auch, auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren.
Im Pragmatischsten Sinne indem man sich bei Veränderung zu eigenen Ungunsten von Ort und Stelle bewegt.

Dass das nicht die "ernsthafte", differenzierte Begründung ist, sei mir nachgesehen, ich hoffe aber, dass jeder der hier involvierten und trotz fortgeschrittener Threadlänge noch partizipierenden Mitglieder sich ein Szenario ausmalen kann, welches die letzte These sinnstiftend untermauert.
Viele Grüße

P.S: Nach etlichen Jahren (Jahrzehnten) sind auch die einheimischen Afrikaner in der Lage eine Straße zu bauen (sind sie heute auch schon, zumindest in den Ballungszentren). Die Frage ist vielmehr, ob sie die vorhandenen infrastrukturellen Möglichkeiten gut genug genutzt haben, um eine Erneuerung oder einen Neubau einer Straße auch finanzieren und logistisch umsetzen zu können.
Und das, so meine Meinung, wird einzig durch die Bevölkerung höchstselbst entschieden.