cookie2008 hat geschrieben:
Solche Token benutzt nicht nur die BOC. Sie werden auch von Firmen fuer VPNs verwendet und gelten als sehr sicher.
Klar, und weil die Teile so sicher sind mussten nach dem RSA Hack alle RSA Tokens weltweit ausgetauscht werden. Auch meinem Arbeitgeber hat RSA kostenlos alle Token getauscht. Gelten als sehr sicher? Wer erzaehlt denn sowas, ausser den RSA und co. Marketing Heinzen?
cookie2008 hat geschrieben:
Gucke mal auf rsa.com
Wenn du wissen willst wie sicher ein System ist, dann bekommst du von allen bessere Infos als vom Hersteller des Systems. Diese sagen naemlich immer, dass ihr System total sicher ist.
Das mit den Token funktioniert so. Es gibt eine funktion f(x,y)=z. Die Formel die z errechnet ist irgendeine nicht-umkehrbare Funktion, die x und y enthaelt. Diese ist immer und fuer alle gleich. Firmen wie RSA wollen ihren Kunden weissmachen, man koennte solche Formeln geheim halten, das geht aber in der Praxis nicht, denn irgendeiner reversed immer die Server-Software oder macht so einen Token auf und kommt so an die Formel (und kehrt sie doch um). Im Fall RSA ist diese Formel auch schon lange allgemein bekannt, ob umgekehrt weiss ich aus dem stehgreif nicht. Das Problem an geheimen Formeln ist, dass man ihnen nicht vertrauen kann, denn sie wurden nie unabhaengig auf ihre unumkehrbarket, geschweigedenn ihre kryptologischen Eigenschaften, hin ueberprueft und haben fast immer Schwachstellen. Das ist aber meist bei Verschluesselung, nicht Authentifizierung relevant, trotzdem aber generell ein schlechtes Zeichen, bei guter Kryptographie ist ausschliesslich der Schluessel und sonst nichts geheim. y ist die aktuelle Zeit, x ist eine geheime Zahl die sowohl der Bank als auch dem Token bekannt ist. Der Token berechnet staendig f(x,y) und zeigt das Ergebnis an, das tippst du ein und die Bank kann dann auch f(x,y) berechnen, sind die Zahlen gleich, geht man davon aus das du den Token hast (oder eben nicht sondern einfach die geheime Formel sowie die geheime Zahl x). Ein Angreifer muss also nun 2 Dinge in Erfahrung bringen: Die Formel und x. Die Formel findet man im Internet, ist ja allgemein bekannt, auch wenn RSA glaubte (hoffte) das wird nie passieren. y hatte leider RSA leider fuer alle ausgegebenen Token gespeichert, entgegen ihrer Beteuerungen...und somit hatte ein Angreifer alles was er brauchte.
Warum ueberhaupt Tokens? Bei Passwoertern hat man die Problematik, dass ein mithoerender Angreifer das Passwort mitschneiden kann und sich dann als Du ausgeben kann, da er ja das Geheimnis kennt. Also uebermittelt man nicht mehr das Passwort, sondern eine Information die sich aus diesem ableitet und aus der sich das Passwort nicht konstruieren laesst. Somit kann ein Angreifer der mithoert sich nach dem mitschneiden nicht als Du ausgeben, da er nur eine aus dem Geheimins abgeleitete Information kennt die nicht mehr gueltig ist. Hierfuer muss die Funktion f(x,y) nicht-umkehrbar sein, so dass niemand ein schnell zu berechnendes f(GEHEIM)=(x,y) nutzen kann um aus der abgeleiteten Information das Passwort wiederherzustellen. Jetzt wird auch klar, warum f(x,y) nicht geheim sein sollte, denn nur so kann man selber ueberpruefen, ob die Funktion umkehrbar ist. Warum hat man ueberhaupt Angst das jemand mitschneidet, es gibt doch HTTPS. Ja, HTTPS, bzw. besser gesagt SSL mit seiner Infrastruktur basierend auf Certificate Authorities, ist eben nicht erst seit Diginotar als unsicher bekannt.
Wie man merkt, dass ist alles schon so stark vereinfacht sehr komplex. Software ist sowieso schon hochkomplex. Komplexe Systeme haben im Prinzip immer Eigenschaften (Zustaende und Zustandsuebergaenge) die so nicht vorgesehen waren, sich aber im System "verstecken" und das macht diese Systeme inhaerent unsicher, selbst wenn RSA nicht auf eine geheime Formel gesetzt haette und das geheime x nicht zenral fuer alle nochmal gespeichert haette.
Das ist jetzt nicht boese gemeint cookie, aber du solltest dich noch ein wenig mit Informationstechnik/Informationssicherheit beschaeftigen, bevor du hier Systeme fuer sicher erklaerst.